Deadpool 2 Poster

„Deadpool 2“-Produzentin äußert sich zu Missbrauchsvorwürfen gegen T.J. Miller

Andreas Engelhardt  

Seit Oktober 2017 wird Hollywood von einer Welle an Enthüllungen erschüttert, die schwerwiegende Missbrauchsfälle von bekannten Darsteller und Verantwortlichen ans Licht bringen. Gegen T.J. Miller, unter anderem einer der Stars aus dem Erfolgshit „Deadpool“, wurden ebenfalls Vorwürfe wegen sexueller Gewalt und transphober Beleidigungen veröffentlicht. Auf die Fortsetzung „Deadpool 2“ hat dies aber anscheinend keine Auswirkungen.

In „Deadpool“ übernahm T.J. Miller den Part von Deadpools Freund Weasel, den er in „Deadpool 2“ erneut spielt. Angesichts der Missbrauchsvorwürfe gegen Miller kam jedoch die Frage auf, ob sein Part neu besetzt wird. Die Kritikerseite Rotten Tomates fragte dies jüngst direkt die „Deadpool 2“-Produzentin Lauren Shuler Donner. Da der Film bereits in der Postproduktion sei, werde die Rolle laut Donner wohl nicht neu besetzt.

Dies ist allerdings keine Jobgarantie für Miller. Seine Rolle als Weasel war im ersten Teil relativ klein und dürfte in der Fortsetzung nicht signifikant an Umfang gewinnen. Demzufolge wäre es für die Drehbuchautoren leicht, Miller aus „Deadpool 3“ zu schreiben oder den Part schlicht neu zu besetzen. Entschieden ist dies jedoch nicht. Die Fortsetzung muss natürlich erst bestätigt werden und Lauren Shuler Donner verwies darauf, dass 20th Century Fox und damit auch Deadpool inzwischen zu Disney gehören. Millers Zukunft in der Superheldenreihe hängt entsprechend von Disney ab.

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Ein geplantes Projekt hat T.J. Miller bereits verloren

The Daily Beast berichtete am 19. Dezember des vergangenen Jahres über die Missbrauchsvorwürfe gegen T.J. Miller. Das mutmaßliche Opfer, das anonym bleiben wollte, enthüllte darin einen Vorfall aus dem Jahr 2001. Damals ging sie gemeinsam mit Miller auf ein College. Beim Sex zwischen den beiden habe Miller ihr ohne ihr Einverständnis Gewalt angetan und sie beispielsweise gewürgt.

Der Vorfall wurde damals der Universität gemeldet und soll in Hollywood und Comedy-Kreisen seit Jahren bekannt gewesen sein. Das angebliche Opfer gehe mit den Vorwürfen laut eigenen Angaben erst jetzt an die Öffentlichkeit, da durch die MeToo-Bewegung ein gesellschaftlicher Wandel stattgefunden habe. Miller und seine Frau wiesen die Anschuldigungen zurück und warfen dem angeblichen Opfer stattdessen vor, Millers Karriere aus privaten Motiven zerstören zu wollen.

Noch am selben Tag veröffentlichte eine transsexuelle Kritikerin E-Mails von Miller, in denen dieser sie mit transphoben Beschimpfungen beleidigte.

Im Zuge der Enthüllungen setzte Comedy Central die für Januar 2018 geplante Talkshow „Gorburger“ mit T.J. Miller ab. Aus der Sitcom „Silicon Valley“, durch die Miller hauptsächlich bekannt wurde, war er bereits vor den Anschuldigungen ausgestiegen, da der Sender HBO ihm lediglich eine reduzierte Rolle für die neue Staffel angeboten haben soll.