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Darum schimpft der „Deadpool“-Schöpfer jetzt über Marvel

Hy Quan Quach |

© 20th Century Fox

Erst kürzlich ließ „Deadpool“-Schöpfer Rob Liefeld wissen, dass vorerst kein „Deadpool 3“ geplant sei. Nun meldete er sich wieder zu Wort und betonte, dass Fans wohl nicht mehr mit einem weiteren Film in den nächsten Jahren rechnen dürfen.

Für Rob Liefeld, Schöpfer des kodderschnäuzigen Söldners Deadpool, glichen die Tage nach seinem Interview mit Inverse nach eigener Aussage einem Spießrutenlauf: Der Comiczeichner hatte die Verantwortlichen bei Marvel Studios persönlich dafür verantwortlich gemacht, dass es mit „Deadpool 3“ nicht weitergeht. Als Folge sei er über soziale Netzwerke von Hardcore-Fans angefeindet worden. Doch er stehe auch weiterhin zu seinen Aussagen, ließ er gegenüber io9 wissen:

„Unabhängig von einem Insider-Einblick, den ich habe, weiß ich, dass ein Film nicht ernst genommen wird, solange er sich nicht auf einem Fahrplan befindet. Und was den Leuten nicht gefällt, ist, dass ich den Fahrplan für die mehr oder weniger nächsten fünf Jahre begutachtet habe; und ich sehe kein ‚Deadpool‘ darauf. Also sehe ich keine Möglichkeit für den Film, in nächster Zeit zu erscheinen.“

Man weiß, dass die Filme der Marvel Phase 4 vor der Coronakrise bis 2022 eingeplant waren. Das könnte also bedeuten, dass Liefeld bei seinem Insider-Einblick weiß, dass sich Deadpool selbst in der Marvel Phase 5 nicht blicken lassen könnte. Und: „Deadpool“ und „Deadpool 2“ erschienen mit lediglich zwei Jahren Abstand in 2016 und 2018. Dann kam allerdings der Aufkauf der Film- und Seriensparte von 21st Century Fox durch Disney. Und während der damalige Disney-Boss Bob Iger zwar versprach, die „Deadpool“-Reihe nicht weichspülen zu wollen, betonte er zugleich, dass man den Söldner in seiner aktuellen Form so nicht in das familienfreundliche Marvel Cinematic Universe (MCU) integrieren könne.

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Die schwierige Frage danach also, ob man den von Ryan Reynolds verkörperten Söldner mit dem losen Mundwerk nun familienfreundlicher in das MCU integrieren oder in seiner eigenen Filmreihe belassen soll, könnte mit ein Grund dafür sein, dass Disney und Marvel Studios aktuell „null Pläne“ für Deadpool haben. Andererseits stand der Fahrplan für die Marvel Phase 4 bereits vor dem Erwerb von 20th Century Studios. Gut möglich, dass man hier nichts mehr nachträglich ändern will.

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Was bedeutet Ryan Reynolds‘ Aussage zu „Deadpool3“?

Liefelds Aussage steht dabei auch im kompletten Gegensatz zu Ryan Reynolds‘ Versprechen den Fans gegenüber, dass sehr wohl an einer Fortsetzung unter Disney-Flagge gearbeitet werde. Im Dezember 2019 sagte er: „Ja, wir arbeiten momentan mit dem gesamtem Team daran. Wir sind nun Teil von Marvel Studios – quasi ganz urplötzlich in der ersten Liga. Es ist ziemlich verrückt. Also ja, wir arbeiten dran.“

Das klang schon damals ziemlich vage. Und das hat auch seinen Grund laut Liefeld: „’Ja, wir arbeiten noch immer daran‘. In anderen Worten: ‚Es gibt hier nichts zu sehen‘.“ Überhaupt hat er in der Zeit nach seiner klaren Ansage gelernt, dass es besser sei, die Wahrheit nicht auszusprechen „Sag den Leuten, dass alles super ist, Lollipops, Einhörner und Regenbogen. Dann ist man besser dran im Leben, weil die Leute angelogen werden wollen.“

Die Gefahr in dieser Untätigkeit der Marvel Studios‘, so Liefeld, bestehe darin, dass das Momentum der Reihe nicht genutzt und das Interesse der Kinogänger*innen mit der Zeit verschwinden werde:

„Alles, was ich sage, ist, dass, wenn man Zugang zu dieser Reihe erhält, man sie mit Priorität behandeln sollte. Und ich möchte damit nicht anmaßend klingen. Ich sage nur, dass es ein wertvolles Gut darstellt. Ich bin Vater dreier Teenager und ich sehe, wie schnell ihre Interessen kommen und gehen und wie alles ständig um ihre Aufmerksamkeit buhlt.“

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Könnte „Deadpool 3“ zu spät kommen?

So unrecht hat er nicht. Da muss man nur an „Independence Day: Wiederkehr“ denken. Zwar war die Fortsetzung des 1996er-Kinohits an sich nur eine inhaltliche Wiederholung des ersten Films, doch kam sie auch mal eben 20 Jahre später ins Kino und damit mindestens 15 Jahre zu spät. In dieser Zeit wuchs eine ganze Generation an Kinogänger*innen ohne ein Bewusstsein für Roland Emmerichs Alien-Spektakel auf. Zumal die Kinolandschaft mittlerweile von Superhelden dominiert wird. Ein Problem, dem sich auch James Cameron mit „Avatar 2“ stellen muss. Sollte „Deadpool 3“ also erst 2026 in die Kinos kommen, wären das acht Jahre nach Teil 2 und wer weiß, ob man sich dann noch für Ryan Reynolds‘ Herzensprojekt interessiert?

Überhaupt dürfe Marvel Studios – sollte „Deadpool 3“ irgendwann doch noch grünes Licht erhalten – die Zügel nicht so eng anziehen wie bei den typischen MCU-Streifen, ist Liefeld überzeugt:

„Meiner Meinung nach sollte Ryan Reynolds das Schiff steuern und die volle Kontrolle erhalten. Das betrifft auch die Integration von Charakteren. Gebt ihm drei Charaktere zur Auswahl, die er integrieren darf und lasst sie ihn dann auch einbinden. Wenn die Leute wissen wollen, was ich sehen will: das ist der erste Punkt. Nur kontrolliert ihn nicht bis ins kleinste Detail. Gebt ihm die volle Kontrolle.“

Nicht jeder kann Deadpool sein. Wie sieht es bei euch aus? Testet eure loses Mundwerk:

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