Das zweite Leben

  1. Ø 0
   2007
Das zweite Leben Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Das zweite Leben: Rosemarie Fendel als Professorengattin, deren Kampfgeist durch den plötzlichen Tod ihres Mannes, der einige bestürzende Entdeckungen nach sich zieht, auf die Probe gestellt wird.

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Kritikerrezensionen

  • Rosemarie Fendel wird 80 und von der ARD mit einem großen Drama gewürdigt, in dem sie alle Register ziehen darf.

    Gerade haben sie noch Pläne für die Goldene Hochzeit geschmiedet, da ist mit einem Mal alles vorbei: Als Alfred Kreutzer (Hans-Michael Rehberg) einen Hund aus dem Fluss retten will, versagt sein Herz. Seiner Frau Anne (Rosemarie Fendel), die ihr Leben vollkommen auf den Gatten ausgerichtet hatte, zieht es den Boden unter den Füßen weg. Doch es kommt noch schlimmer: Der ehrenwerte Jura-Professor galt in seiner Heimatstadt Würzburg als Vorbild an Korrektheit. Entsprechend irritiert ist Anne, als sie feststellt, dass Alfred ihr keineswegs stabile Verhältnisse hinterlassen hat: Auf dem Haus lastet eine Hypothek, seit Jahren werden regelmäßig hohe Beträge auf ein französisches Konto überwiesen, und das Finanzamt fordert Steuerschulden in Höhe von 200.000 Euro. Immer noch arglos, reist Anne nach Straßburg. Alfred arbeitete dort am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Die Wahrheit dämmert ihr erst, als sie den Empfänger der Überweisungen aufsucht und ihr ein Mann von Anfang zwanzig öffnet, der dem jungen Alfred wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

    „Das zweite Leben“ ist gewissermaßen ein Geburtstagsgeschenk der ARD für Rosemarie Fendel, die am Tag der Ausstrahlung des Dramas achtzig Jahre alt wird. Wie schon in „Mensch Mutter“ (2004) darf sie gemeinsam mit ihrer Tochter Suzanne von Borsody agieren, die auch hier wieder ihre Tochter spielt. Trotzdem ist der Film in erster Linie eine Hommage an die große alte Schauspielerin, die in diesem Jahr zudem ihr sechzigjähriges Bühnenjubiläum feiert. Florian Gärtner, der auch schon „Mensch Mutter“ inszenierte, hat gemeinsam mit Elke Rößler eine traumhafte Rolle für Fendel geschrieben: Nach einem Dasein in erfüllter Selbstaufgabe muss Anne nicht nur lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, sondern auch einen Schock verkraften, der die letzten Jahrzehnte auf einen Schlag zunichte macht. Sie muss Entscheidungen von existenzieller Bedeutung treffen und weiter über ihren Schatten springen, als sie es je getan hat. Der Film findet für diesen letzten großen Schritt ein Schlussbild von ergreifender Größe.

    Gärtner bettet Fendels Leistung in ein kraftvolles Ensemble. In kleinen, dramaturgisch aber wichtigen Rollen wirken unter anderem Gottfried John (Alfreds Bruder) und Oliver Stokowski (Ex-Freund von Tochter Gabi) mit. Eine sensible, fast schon zu behutsame Inszenierung sorgt zudem dafür, dass stets die Schauspieler im Mittelpunkt stehen. Unangefochtenes Zentrum aber ist Rosemarie Fendel, der man ihr hohes Alter in keinem Moment anmerkt. Sie erfüllt die Rolle der Frau, die erst ein Häufchen Elend ist, sich dann wie eine Vollidiotin fühlt und schließlich zu neuer Kraft findet, mit enormem Leben. tpg.

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