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Das Wunder von Berlin

   Kinostart: 27.01.2008

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Event-Film über den Fall der Mauer im Herbst 1989.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Wunder von Berlin: TV-Event-Film über den Fall der Mauer im Herbst 1989.

    Familiengeschichte als Zeitgeschichte, DDR von innen: Roland Suso Richter erzählt mit großer Besetzung vom Mauerfall.

    Der 9. November 1989 war fast uneingeschränkt ein Tag der Freude: Die Überwindung der deutschen Teilung stürzte Ost wie West in einen (wenn auch vorübergehenden) Freudentaumel. Das Fernsehen hat das Seine dazu beigetragen, den Prozess der Wiedervereinigung zu begleiten und die DDR nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Allein die Filmografie von Teamworx bietet mittlerweile so etwas wie eine deutsche Chronik der letzten Jahrzehnte. Immer wieder gelingt es Nico Hofmann und Ariane Krampe in Zusammenarbeit mit vorzüglichen Autoren und Regisseuren, große Geschichte herunterzubrechen.

    Wie bereits „Die Mauer - Berlin ’61“ ist auch „Das Wunder von Berlin“ vor allem Familiendrama: Der 18-jährige Marco Kaiser (Kostja Ullmann) ist als Punk schon aus Prinzip gegen das System. Da ein Punk-Konzert in Ost-Berlin aber als „Zusammenrottung feindlicher negativer Elemente“ gilt, findet sich Marco samt Freundin Anja (Karoline Herfurth) alsbald im Gewahrsam der Stasi wieder. Das fällige Verhör wird unter anderem von seinem Vater (Heino Ferch) verfolgt. Die beiden verbindet eine innige Abneigung, und als Jürgen seinem Sohn einen Deal vorschlägt, geschieht das eher aus Sorge um Ruf und Karriere als aus Vaterliebe: Der Verweigerer wird seine Wehrpflicht in der NVA absolvieren und anschließend studieren, dann lässt die Stasi ihn und Anja laufen; ansonsten droht ihm das berüchtigte Bautzen. Einmal bei der NVA, wird aus Marco, dem Totalverweigerer, nach und nach ein glühender Verehrer des Systems.

    Geschickt verbrämt Kirchner das Private immer wieder mit dem Politischen. Während sich Marco für den Sozialismus begeistern lässt und dadurch Mutter (Veronica Ferres) und Freundin immer fremder wird, engagieren sich die beiden Frauen beim Neuen Forum. Regisseur Roland Suso Richter und Kameramann Holly Fink, die gemeinsam schon ganz andere Ereignisse in Szene gesetzt haben („Dresden“), gelingt es scheinbar spielend, Familiengeschichte und Zeitgeschichte auch optisch harmonisch miteinander zu verknüpfen. Größte Herausforderung war vermutlich, die jungen Darsteller neben ihren ungleich prominenteren Kollegen zu profilieren. Tatsächlich passen die Paare in den unterschiedlichen Konstellationen bestens zueinander. Ferch und Ferres, erstmals gemeinsam vor der Kamera, nehmen es in ihren Szenen einer längst erkalteten Ehe an Frostigkeit ohne weiteres mit den finsteren Stasi-Machenschaften auf.

    Für Ferch schließt sich übrigens gewissermaßen ein Kreis: Er spielte schon den Familienvater in Hartmut Schoens Mauerbaufilm „Die Mauer“, war dort allerdings Opfer. Beide Filme bieten auf ihre völlig unterschiedliche Weise vorbildliche Geschichtsschreibung. Wenn Erinnerungen verblassen, sorgen Werke wie diese dafür, dass die Ereignisse nicht vergessen werden. tpg.

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