Das Verschwinden der Eleanor Rigby

  1. Ø 3
   2014

Das Verschwinden der Eleanor Rigby: Bewegende und modern erzählte Geschichte eines New Yorker Pärchens, das nach einer Tragödie vor dem Trümmerhaufen seiner Beziehung steht.

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Filmhandlung und Hintergrund

Das Verschwinden der Eleanor Rigby: Bewegende und modern erzählte Geschichte eines New Yorker Pärchens, das nach einer Tragödie vor dem Trümmerhaufen seiner Beziehung steht.

Das experimentelle Liebes-Drama „Das Verschwinden der Eleanor Rigby“ erzählt die Geschichte des Paares Eleanor (Jessica Chastain) und Conor (James McAvoy). Das Besondere am Film von Regisseur Ned Benson ist, dass es insgesamt drei verschiedene Versionen des Films gibt, die jeweils aus unterschiedlicher Perspektive die Ereignisse des Verschwindens besagter Eleanor Rigby beleuchten. In einer Schnittfassung mit dem zusätzlichen Titel „Her“ wird die Geschichte aus der Sicht der weiblichen Hauptfigur erzählt, in der Fassung mit dem Titel „Him“ wiederum aus der Perspektive von Connor. In der dritten Version ohne jegliche Zusatztitel verschmelzen dann beide Versionen in einem Spielfilm.

Eleanor Rigby und Conor Ludlow haben sich nicht nur kennen und lieben gelernt, sondern auch früh geheiratet. Vielleicht war das ein Fehler, denn bereits kurze Zeit nach der Hochzeit beginnt die Beziehung zu kriseln. Eines Tages wird es Eleanor zu viel und sie verlässt ihren Ehemann. Dieser weiß jedoch nicht, dass die junge Frau mittlerweile wieder bei ihrer Familie lebt und sogar begonnen hat, noch einmal zu studieren. Connor glaubt, Eleanor sei verschwunden und macht sich große Sorgen.

Zufällig treffen sich Eleanor und Connor wieder. Die beiden Eheleute nehmen sich nun die Zeit, ihre verkorkste Beziehung zu analysieren und aufzuarbeiten. Was ist schief gelaufen? Hat ihre Liebe noch eine Chance?  Gemeinsam beginnen die beiden, sich zu erzählen, was sie in der Zwischenzeit gemacht haben und wie sie über ihre gemeinsame Vergangenheit mittlerweile denken. Schließlich geht es nun sowohl Connor als auch Eleanor darum herauszufinden, ob sie noch eine gemeinsame Zukunft haben oder ob jeder künftig seine eigenen Wegen gehen wird.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das verhaltene Beziehungsdrama "Das Verschwinden der Eleanor Rigby" kreist um eine große Liebe, die an einem Schicksalsschlag zu zerbrechen droht. Dem amerikanischen Regisseur und Drehbuchautor Ned Benson steht in seinem Spielfilmdebüt eine namhafte Schauspielerriege zur Seite. Weil das Innenleben der Charaktere aber nur zögerlich enthüllt wird, fährt die emotionale Spannung der Geschichte einen holprigen Kurs. Die ursprüngliche Version bestand aus zwei Filmen, in denen es jeweils um die Sichtweise von Eleanor und Conor ging. Dann schnitt Benson das Material zu einem einzigen Film neu zusammen.

    Eleanors Eltern nannten ihre Tochter wie den Beatles-Song, in dem gefragt wird, wo all die einsamen Leute herkommen. Im Film ist die zarte junge Frau wie eine Insel, vor der die Boote wohlmeinender Besucher zerschellen. Ihre Eltern, ihre Schwester Katy (Jess Weixler) wissen nicht, wie sie mit ihrer Trauer, deren Ursache der Zuschauer erst allmählich erfährt, umgehen sollen. Und auch Conor ist mit seinem Seelenschmerz allein: Sein Freund Stuart (Bill Hader) merkt, dass er nie den richtigen Ton trifft, sein Vater (Ciarán Hinds) kommt mit seinen unbeholfenen Gesprächsversuchen nicht an ihn heran. Dem Paar selbst nützt die Erinnerung an seine Liebe auch nicht mehr viel. Vor allem Eleanor braucht Zeit und Abstand. Diese unschlüssige, abwartende Art, mit seelischem Leid umzugehen, unterscheidet Eleanor und auch ihr Umfeld von den Charakteren ähnlicher Filme. Denn meistens geht es dort tränenreich und dramatisch zu und die Betroffenen müssen zum Therapeuten.

    Die Orientierungslosigkeit der Charaktere macht jedoch der ganzen Geschichte zu schaffen. Man wundert sich, wieso die Angehörigen des Paars ebenfalls so in sich gekehrt sind. Wiederholt stranden Gespräche in scherzhaftem Geplänkel. Hinzu kommt eine Inszenierung, die auf realitätsnahe Momente wert legt und sie deswegen oft in die Länge zieht. Öfter als nötig teilt sich so die Hauptaussage des Films mit: Trauerarbeit ist mit Frustration verbunden, für alle Beteiligten.

    Fazit: Das zurückhaltende Drama "Das Verschwinden der Eleanor Rigby" zeigt, wie die Liebe eines Paares nach einem Schicksalsschlag zu zerbrechen droht. Ihre Einsamkeit hüllt die Charaktere jedoch in eine geheimnisvolle Aura, die nur mäßig spannend ist.
  • Sicherlich eines der ungewöhnlicheren Filmprojekte der letzten Jahre. Zunächst hatte Ned Benson seine Impressionen über Liebe und Trennung eines jungen Paares in New York als Versuchsanordnung beim Filmfestival in Toronto 2013 gezeigt, als zwei eigenständige, jeweils 90-minütige Filme, die die gleiche Geschichte erzählen, nur einmal aus der Sicht der Frau („Her“) und einmal aus der Sicht des Mannes („Him“) – Filme, die sich gegenseitig kommentieren, Leerstellen auffüllen, Fragen beantworten und neue Fragen aufwerfen und ganz wunderbar zeigen, wie Liebe durch die Finger rinnt und Sehnsucht bleibt. Aus diesen beiden Beiträgen montierte Benson im Anschluss „Them“, eine integrale Version, die den subjektiven Blick aufgibt und von Außen betrachtet, wie der nicht weiter erklärte Tod eines Kindes zwei Menschen auseinandertreibt, die davon überzeugt waren, füreinander geschaffen zu sein.

    Diese Fassung, die in Cannes 2014 in der Nebenreihe Un Certain Regard erstmals gezeigt wurde und regulär in die Kinos kommt, ist nicht ganz so gewagt und atemberaubend wie der ursprüngliche Pas de deux, aber genauso effektiv und bewegend. Weil es eine effektive und berührende Geschichte ist, die sich modern und klischeefrei mit dem befasst, was bleibt, wenn alles vorbei ist. Und weil man den Darstellern so gerne zusieht, wie sie sich durch ihr neues Leben nach der Katastrophe tasten und einen Neuanfang wagen. Er, das ist James McAvoy, der eine eher schlecht als recht gehende Kneipe im East Village betreibt und die Trennung von seiner Frau Eleanor nicht akzeptieren will. Sie, das ist Jessica Chastain, die nach einem Selbstmordversuch zu ihren Eltern außerhalb der Stadt flieht und ihr Leben wieder zusammenzusetzen versucht.

    Immer wieder treffen sich die beiden, es kommt zu Annäherung und dann wieder Entfremdung und immer geht es um dieses „crazy little thing called love“, das man haben will, aber nicht erzwingen oder festhalten kann. Das macht das Debüt von Ned Benson so sensationell: Er begreift das Leben als work in progress und hat einen Film geschaffen, der genau das zeigt und obendrein schwärmerisch, schwelgerisch, romantisch und wie das richtige Leben ist. Der Titel verweist übrigens weniger auf den Beatles-Song, sondern auf Haruki Murakamis romantischen Roman „Naokos Lächeln„, der in der US-Fassung ebenso einen Beatles-Song („Norwegian Wood“) als Titel hatte, ohne unmittelbar mit dem Lied zu tun zu haben. Es geht um ein Gefühl. Und das ist gut so. ts.

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