Das unsichtbare Mädchen

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   2011
Das unsichtbare Mädchen Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Das unsichtbare Mädchen: Thrillerdrama mit Elmar Wepper und Ronald Zehrfeld als ungleiche Ermittler, die gemeinsam einen alten Fall neu aufrollen.

Der von Berlin in die fränkische Provinz versetzte Polizist Tanner überfährt bei strömendem Regen fast eine weibliche Leiche. Die Spuren verweisen zum „Fall Sina“, dem eines vor Jahren verschwundenen Mädchens, dessen Leiche nie gefunden wurde. Polizeichef Michel will partout keine Verbindung erkennen, der bayerische Innenminister möchte das Verbrechen postwendend aufgeklärt sehen – schließlich steht seine Kandidatur zum Ministerpräsidenten an. Aber da ist noch der pensionierte SoKo-Chef Altendorf, der stets an den alten Ermittlungsergebnissen gezweifelt hat.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Elmar Wepper und Ronald Zehrfeld rollen in Dominik Grafs authentischem Krimidrama einen alten Fall neu auf – und stoßen in ein politisches Wespennest.

    Am „Fall Peggy“, dem eines Kindes, das 2001 in Oberfranken verschwand und dessen Leiche nie gefunden wurde, orientiert sich „Das unsichtbare Mädchen“. Als Mörder „überführte“ man einen geistig zurückgebliebenen jungen Mann und nahm ihn in Verwahrung. Ein perfekter Filmstoff. Das Drehbuch zu diesem gegen den Strich gebürsteten Krimi stammt von der Dokumentaristin Ina Jung und dem einschlägig vorbelasteten Friedrich Ani („Kommissar Süden „), Regie führte beim als „Landschaftsthriller“ postulierten Werk der zehnfache Grimme-Preisträger Dominik Graf – Namen, die Qualität garantieren.

    Ein Hubschrauberflug über idyllische Landschaften führt hinein ins Herz der Finsternis, ins Städtchen Eisenstein im Bärental. Ein Mittelalterfest wird gefeiert, Polizist Tanner (Ronald Zehrfeld) schleppt eine Dorfschöne ab. Angetrunken fallen die beiden ins Bett: „Müssen wir heute noch ficken?“ fragt die Frau. Graf nennt die Dinge beim Namen, hält die Kamera drauf, wo andere längst verschreckt wegschwenken. Stichwort: Authentizität.

    Eine weibliche Leiche wird am Wegesrand gefunden, Polizeichef Michel (grandios fies: Ulrich Noethen) will partout keine Verbindungen zum längst aufgeklärten „Fall Sina“ erkennen und der bayerische Innenminister (Michael Lerchenberg) möchte, dass kein Staub aufgewirbelt wird – schließlich steht seine Kandidatur zum Ministerpräsidenten an.

    Drei, vier Handlungsstränge skizziert Graf, immer wieder tauchen neue Figuren auf – wie alles zusammen passt, muss der Zuschauer selbst erschließen. Primär auf visueller Ebene (Kamera: Michael Wiesweg & Hendrik A. Kley) spielt sich dieses furiose (psychologische) Drama ab, Dialoge werden durch geschlossene Türen oder Fenster „ausgeblendet“. Um Kinderprostitution geht es, um Politsumpf und die Schatten der Vergangenheit.

    Ein grandioses Ensemble hat der Regisseur vereint, darunter Elmar Wepper als desillusionierte pensionierter SoKo-Chef und Silke Bodenbender als Dorfmatratze. Keiner ist hier ohne Schuld, jeder hat etwas zu verbergen. Es wird gekämpft und gemordet, gelogen, betrogen und vertuscht. Und ganz gegen die gängige „Tatort“-Moral wird der Fall nicht einmal richtig (auf-)gelöst. Finale Schriftinserts hin oder her. Kunst kommt von Können. geh.

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