Das Spiel der Macht

  1. Ø 3
   2006

Das Spiel der Macht: Remake von Robert Rossens Politthriller "Der Mann, der herrschen wollte" von 1949 über den spektakulären Aufstieg und Fall eines Instinktpolitikers.

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Filmhandlung und Hintergrund

Das Spiel der Macht: Remake von Robert Rossens Politthriller "Der Mann, der herrschen wollte" von 1949 über den spektakulären Aufstieg und Fall eines Instinktpolitikers.

Leidenschaftlich wettert der charismatische Südstaatendemagoge Willie Stark (Sean Penn) gegen das korrupte politische Establishment in Gestalt von Wendehälsen wie Duffy (James Gandolfini). Der verbitterte Ex-Reporter Jack Burden (Jude Law) hilft dem streitbaren Jungpolitiker dabei, die Karriereleiter hinauf zu klettern. Um Gouverneur zu werden und gegen die Anschuldigungen des Richters Irwin (Anthony Hopkins) zu bestehen, muss er aber Todfeinden die Hand reichen – und er verliert seine Ideale immer mehr an Verrat und Korruption. Die Macht verführt Stark, der in eine Schlammschlacht um seine Jugendliebe Anne (Kate Winslet) gerät.

Aufstieg und Fall eines Instinktpolitikers, packend inszeniert von Steven Zaillian, der das Drehbuch zu „Schindlers Liste“ schrieb. Eine erstklassige Besetzung gibt dem Remake von „Der Mann, der herrschen wollte“ große Wucht.

Willie Stark ist ein aufstrebender Politiker im amerikanischen Süden, der sich mit aller Macht gegen das korrupte politische Establishment stemmt und mit seiner Leidenschaft die Menschen für sich einnimmt. Je weiter er sich nach oben kämpft, desto mehr verliert er seine Unschuld. Als er schließlich den Posten des Gouverneurs inne hat, ist er so wie die, die er bekämpfen wollte, und nimmt für noch mehr Macht sogar Schaden für seine Familie in Kauf.

Der aus ärmlichsten Verhältnissen stammende Willie Stark hat Großes vor, will es in den Südstaaten zum Politiker bringen. Eine schlampig gebaute Schule, die zusammenbricht und drei Leben kostet, ist sein Sprungbrett, der Posten eines Provinzbürgermeisters nur Zwischenstopp auf dem Weg zum Chef im Staat. Doch der begnadete Redner und einstige Idealist berauscht sich am Erfolg, vergisst seine Wähler, lässt sich mit den falschen Leuten ein. Es dauert nicht lange, da holen die politischen Widersacher zum Gegenschlag aus.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In der zweiten Verfilmung des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Tatsachenromans „All the King’s Men“ gefällt Sean Penn als zwielichtiger Südstaatenpolitiker.

    Drei Oscars, darunter auch den als Bester Film, gewann 1949 „Der Mann, der herrschen wollte“, Robert Rossens Adaption von Robert Penn Warrens Buchvorlage. Als Bester Hauptdarsteller reüssierte damals Broderick Crawford, und auch für Sean Penn, der aktuell den „Boss“ Willie Stark spielt, stehen die Chancen für einen zweiten Goldjungen (nach „Mystic River“) nicht schlecht. Sollte die bekannt konservative Academy „Das Spiel der Macht“ nicht „zufällig“ links liegen lassen, sind doch Parallelen zur heutigen US-Politik – siehe Vetternwirtschaft, die Verteufelung Andersdenkender oder schamlose Lügen – nicht zu übersehen. Andererseits zeichnet Steven Zaillian, preisgekrönter Autor von „Schindlers Liste“, für Buch und Regie verantwortlich, was wieder für eine Berücksichtigung spricht – genauso wie das schillernde All-Star-Ensemble, dem unter anderem Jude Law, Kate Winslet, Anthony Hopkins, Mark Ruffalo und Patricia Clarkson angehören.

    Um Aufstieg und (Beinahe-)Fall eines gnadenlosen Populisten geht es, um einen scharfzüngigen Demagogen, der aus ärmlichsten Verhältnissen stammend ganz nach oben kommt und dort kräftig aufräumen will. Eine schlampig gebaute Schule, die zusammenbricht und drei Leben kostet, sind sein Sprungbrett, der Posten eines Provinzbürgermeisters nur Zwischenstop auf dem Weg zum Chef im Staat. Pate für diesen hemdsärmeligen „Boss“ stand der legendäre Huey „Catfish“ Long, einst berühmt-berüchtigter Gouverneur von Louisiana. In einer flüssigen Montage, mittels ein paar flammender Ansprachen, zeichnet Zaillian Starks Weg zur Macht. Führt Jude Law als desillusionierten Journalisten Jack Burden (!) ein, der den begnadeten Redner ermuntert, in die Politik einzusteigen und fortan als dessen Chronist fungiert. Doch der einstige Idealist berauscht sich am Erfolg, vergisst seine Wähler, lässt sich mit den falschen Leuten ein, etwa dem lokalen Mobster Tiny Duffy, den James Gandolfini in souveräner Tony-Soprano-Manier gibt. Es dauert nicht lange, da formieren sich die politischen Widersacher und holen zum Gegenschlag aus.

    Hier wechselt die Perspektive des Dramas. Burden, den Law zurückgenommen anlegt, rückt in den Fokus des Interesses. Er soll brisantes Material gegen Starks Opponenten sammeln und wird dabei mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert – mit der von ihm verachteten Südstaaten-High-Society, seinem Pflegevater, einem mächtigen Richter (Hopkins), sowie seiner Jugendliebe Anne (Winslet). Das Werk verliert etwas an Stringenz, John Grishams Gerichtsthriller lassen von Ferne grüßen, während das politische Moment hinters gesellschaftspolitische zurücktritt. Was nicht allzu schwer ins Gewicht fällt, gelingt es Zaillian doch gut, eine klassische Film-noir-Atmosphäre aufzubauen, die Mangrovenwälder geheimnisvoll rauschen zu lassen. Unbedingt auch ein Verdienst des vorzüglichen Produktionsdesigns von Patrizia von Brandenstein („Amadeus“), die ein perfektes 50er-Jahre-Setting kreiert hat – obwohl die Story ursprünglich in den 30ern angesiedelt ist -, das in den fahlen, in gedeckten Farben gehalten Bildern von Kameramann Pawel Edelman („Ray“) seine perfekte Entsprechung findet. Was man von James Horners („Titanic“) Bombast-Score wiederum nicht behaupten kann. geh.

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