Filmhandlung und Hintergrund

Üppiges, historisches Fresko zwischen arabischen Märchen und Musical vom Altmeister des ägyptischen Films.

Eine fanatische Sekte versucht die Macht im Cordoba des 12. Jahrhunderts an sich zu reißen. Sie stiftet den Kalifen, der und dessen Untertanen die Lebensfreude mit Gesang und Tanz zu feiern pflegt, dazu an, die Schriften seines Freundes, des liberalen Philosophen und Hofarztes Ibn Ruschd zu verbrennen. Auch vor der Entführung des Kalifensohnes macht die Sekte nicht halt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Schicksal: Üppiges, historisches Fresko zwischen arabischen Märchen und Musical vom Altmeister des ägyptischen Films.

    Filme aus der arabischen Welt sind bei uns wie Stecknadeln im Heuhaufen. Um so begrüßenswerter, daß der engagierte Verleih Kool mit dem neuen Film von Youssei Chahine, dem bedeutendsten Regisseur Ägyptens und des mittelmeerisch orientierten arabischen Raumes, ein Meisterwerk anbieten kann.

    Die fulminante politische und historische Attacke gegen jenen Ungeist, der zu Bücherverbrennungen und Mordaufrufen gegen Schriftsteller führt, überzeugt auf allen Ebenen und ist dank Chahines auch filmischen Wagemut als historisches Epos, universale Parabel, Toleranzkomödie mit Musikeinlagen und märchenhafte Hymne auf multikulturellen Austausch gleichermaßen zu lesen und für offene Augen ein visueller Genuß.

    Chahine führt in das dem Ende entgegengehende Goldene Zeitalter des Islam, als im andalusischen Cordoba die Fundamentalisten den Kalifen und seine beiden Söhne gegen den Oberrichter und Philosophen Ibn Ruschd (bei uns als Averroes bekannt) aufhetzten. Bis zu seiner Verbannung erlebt Ibn Ruschd den Wertewandel der Prinzen, die Solidarität der einfachen Leute und die Machtstrategien von Kalif, Scheich, Emir Statthalter und Handlangern und verabschiedet sich mit großer Geste vor dem Scheiterhaufen, auf dem seine Bücher brennen.

    Als hätte Fellini im filmischen Basar des Orients eine Rundreise unternommen, fährt Chahine als cineastischer Gastgeber seine optischen Schätze auf: Kunst, Architektur, Ornamentik, Landschaften (Languedoc, Syrien, Ägypten, Cordoba), die Lebensfreude in Schenken und bei Zigeunern, die Lust am Denken und die Freude am Leben, Tanz und Musik. Historisch korrekt und universell übertragbar (die Nazis, Salman Rushdie z.B.), sollte Chahines geistvoll perlender Kosmos in keinem Programmkino fehlen. ger.

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