Das Orangenmädchen

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   2009
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Das Orangenmädchen Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Orangenmädchen: Poetische Bestsellerverfilmung und bewegende Hommage an die große Liebe über zwei Generationen hinweg.

Drei Geschichten umfasst dieses filmische Kaleidoskop über die Liebe: Da wäre der Student, der sich in der Straßenbahn in ein Mädchen, das Orangen auf dem Arm trägt, verliebt und sich fortan auf eine hartnäckige Suche nach ihr begibt. Dann wäre da ein Vater, der mit 35 viel zu früh stirbt und sein Sohn der zu seinem 18. Geburtstag dessen Briefe erhält, die ihm die Augen fürs Existenzielle öffnen, für einen starken Lebenswillen trotz der Gewissheit des baldigen Todes, für Liebe und Leidenschaft.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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    Georgs Vater starb früh und hinterließ seinem Sohn neben wenigen direkten Erinnerungen einen Brief zum 16. Geburtstag, in welchem er von einer schicksalhaften Begegnung und der Kraft der Liebe berichtet. Die Rückblenden der Erzählung über das mysteriöse Orangenmädchen aus dem Brief werden immer wieder durch das aktuelle Geschehen in Georgs Leben gekreuzt und parallelisiert. Auf diese Weise ergibt sich ein spannendes Stück - Melodram, Coming-of-Age und generationsübergreifender Liebesfilm in einem. Die großartige Kameraarbeit und intensive Farbgebung fangen die Magie der Momente auf einzigartige Weise ein und so werden die Stimmungen und Gefühlswelten der träumerischen Protagonisten wundervoll veranschaulicht. Ein Erlebnis für alle Sinne!

    Jurybegründung:

    Georg ist seit frühester Jugend Halbwaise, sein Vater verstarb an Krebs, als er fünf Jahre alt war. An seinem 16ten Geburtstag macht er sich auf den Weg, einen seltenen Kometen zu beobachten, und diese Reise wird auch eine Reise in die Vergangenheit, zurück nach 'damals', als seine Eltern sich kennen lernten. Denn sein Vater hat ihm drei Briefe hinterlassen, die ihm die Geschichte vom Orangenmädchen erzählen. Durch die Faszination für die Geschichte der Eltern überwindet Georg seinen Widerstand, sich seinem verstorbenen Vater und seinen eigenen Gefühlen für ihn zu stellen.

    Diese beiden, sehr sensiblen Geschichten werden getragen vom eindringlichen, poetischen Spiel der Darsteller. Ohne in die Kitschfalle zu geraten, schließt man sich Georg an und seinem jungen Vater, der seiner ersten Liebe auf der Spur ist. Diese beiden Reisen werden sehr stimmungsvoll von einer einfühlsamen Kameraarbeit eingefangen. Viele Einstellungen ruhen ungewöhnlich lang, lassen Protagonisten wie Zuschauern Zeit, Stimmungen aufzufangen. Und trotz dieser Langsamkeit kommt dank der ausgeklügelten, überzeugenden Dramaturgie beim Zuschauer niemals Langeweile auf. Statt eines Klangteppichs wurde der Film sehr sparsam mit unterschiedlichster Musik unterlegt, so dass Zeit- und Gefühlsebenen ihre jeweiligen Entsprechungen bekommen und die Geschichte einfühlsam unterstützen.

    DAS ORANGENMÄDCHEN ist europäisches Arthousekino vom feinsten, das selbstbewusst zu seiner ruhigen Grundtonart steht. So versucht der Film niemals, sich einer breiten Zuschauermasse anzubiedern, sondern hält seine feine Dramaturgie stets konsequent durch.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Nach Jostein Gaarders Bestseller schuf Eva Dahr ein atmosphärisches (Winter)-Märchen, das auf zwei Zeitebenen zwei Liebesbeziehungen miteinander verknüpft. Dabei erweist sich die neu hinzugefügte Gegenwartshandlung um den zunächst abweisenden, verstockten Georg, der seinem Vater dessen frühes Ableben nachträgt, als der eindringlichere Handlungsstrang. Die poetische Jugendromanze lebt von natürlichen jungen Darstellern, die die langsame, unbeholfene Annäherung des Einzelgängers zu einem sympathischen Mädchen, das während der Skitour mit Freunden unterwegs ist, überzeugend mit Leben füllen. Schon deshalb erscheint der ergänzende Subplot notwendig, um die philosophisch angehauchte Geschichte um Selbstvertrauen und Liebe über den Tod hinaus nicht zu theoretisch wirken zu lassen.

    Auch die Anfang der Achtziger spielende Haupthandlung um die dringliche Suche nach dem Orangenmädchen besticht durch eine wunderbare Fotografie, wobei die Signalfarbe Orange in der Bildkomposition oder Kleidungsfarbe der Protagonistin stets wieder kehrt und die warme Stimmung unterstützt. Den Spannungsbogen fördert das Prinzip, Informationen um die mythische Schöne erst allmählich preis zu geben. Doch das Motiv einer nachhaltigen Obsession bleibt vergleichsweise oberflächlich, da die Figuren wenig eigenständiges Profil gewinnen. In der Inszenierung verlässt sich Eva Dahr zu stark auf das Lächeln der Darstellerin Annie Dahr Nygaard sowie die Postkartenbilder von Oslo und Barcelona. Ebenso bleibt der Konflikt zwischen Georg und seiner Mutter, der er aufgrund ihrer erneuten Heirat Verrat am früh verstorbenen Vater vorwirft, zu wenig vertieft.

    Doch in der Parallelmontage gelingt es Dahr, die beiden Ebenen sinnvoll gegenüber zu stellen, um die universelle Kraft der Liebe zwischen zwei Menschen zu unterstreichen. Wenn Georgs schon kranker Vater zu Beginn sagt, er schreibe einen Brief an seinen besten Freund, meint er damit natürlich seinen Sohn, dem er durch die Nachricht aus dem Jenseits seine ewige Verbundenheit verdeutlicht. Damit wird Georg zwar mit dem Gedanken an die eigene Sterblichkeit, der Endlichkeit seiner eigenen Existenz konfrontiert. Durch das Wesen der Liebe gelingt es ihm, diese Ängste zu überwinden und einen Halt im Dasein zu finden.

    Fazit: Ein optimistisches, philosophisches Liebesmärchen mit tollen (Scope-) Bildern, viel Poesie und ein wenig Kitsch.
  • Poetische Bestsellerverfilmung und bewegende Hommage an die große Liebe über zwei Generationen hinweg.

    Passend zum Titel dominieren orangenfarbene Töne, die die zwei parallel erzählten Liebesgeschichten in ein warmes Licht tauchen, Sinnlichkeit und Lebensfreude signalisieren, sich bei Verlust und Tod ins bräunliche wandeln und eine Tragödie ahnen lassen. Die drei Phasen des Films – die Liebesgeschichte zwischen dem Orangenmädchen und dem jungen Mann, der sterbende Vater und der junge Sohn Georg in der Gegenwart – werden in verschiedenen Farbigkeiten und starken Kontrasten dargestellt.

    Basierend auf dem in 43 Sprachen veröffentlichten Erfolgsroman des Norwegers Jostein Gaarder findet dessen reizvoller Mix aus Fiktion und Philosophie so auf der Leinwand seine visuelle Entsprechung. Ausgerechnet in der Straßenbahn verliebt sich ein Student in ein Mädchen mit Orangen auf dem Arm, das feenhaft schnell entschwindet. Wenn er einen roten Mantel in der Menge erspäht oder eine Apfelsine, jagt er dem Phantom nach. Als er die Schöne nach hartnäckiger Suche endlich wieder entdeckt, will er sie nie mehr verlieren, auch wenn das Wesen wie aus einer anderen Welt ihn bittet, sechs Monate auf ein Wiedersehen zu warten. Eine Postkarte aus Sevilla lässt ihn nach Spanien aufbrechen und das junge Glück scheint unter der verführerischen Sonne des Südens perfekt.

    Regisseurin Eva Dahr erzählt keine lineare Handlung, sondern eine Love-Story auf verschiedenen Zeitebenen und mit vielen Rückblenden über zwei Generationen hinweg. Das Leben ist ein langer Fluss. Die eine Geschichte erzählt vom Vater, der mit 35 stirbt und die andere von Georg, der zum 18. Geburtstag seine Briefe erhält, die ihm die Augen fürs Existenzielle öffnen, für einen starken Lebenswillen trotz der Gewissheit des baldigen Todes, für Liebe und Leidenschaft. Denn damit hapert es beim Filius, der in verschneiter Berglandschaft mit dem Sternenteleskop begeistert einen fernen Kometen verfolgt, und die Zuneigung des Mädchens an seiner Seite nicht registriert, erst spät, fast zu spät erkennt, dass dies die große Liebe sein kann. Der Film spielt raffiniert mit der Wechselwirkung zwischen realer Welt und der Welt der Erinnerungen und Fantasie. Am Ende gelangen beide Protagonisten trotz aller Unterschiedlichkeit an einen ähnlichen Punkt – das starke Bekenntnis zum großen Gefühl. mk.

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