Das Omen

  1. Ø 4
   2006
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Das Omen Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Omen: Wiederverfilmung des Horrorklassikers "Das Omen" von 1976, in dem der Sohn Satans um die Weltherrschaft ringt.

US-Botschafter Robert Thorn (Liev Schreiber) und seine Frau Katherine (Julia Stiles) kratzen sich am Kopf: Warum bloß sterben im Umkreis ihres reizenden Adoptivrackers Damien stets die Leute weg wie die Fliegen? Vielleicht ist ja doch etwas dran an dem hartnäckigen Gerücht, die leibliche Mutter des Knaben sei ein Schakal und der Vater der Teufel gewesen. Thorn recherchiert ein wenig nach und gerät ins Schwitzen.

Pünktlich zum 6.6.06 auf dem Tisch: Das Remake eines der erfolgreichsten Horrorfilme aller Zeiten. Da liegt die Messlatte hoch für den Antichrist Superstar.

US-Botschafter Robert Thorn und seine Frau Katherine adoptieren ein Baby, dessen Mutter bei der Geburt verstorben ist. Sie ahnen nicht, dass es sich bei Damien um den Sohn des Satans handelt, der den Auftrag hat, im Namen seines Vaters die Weltherrschaft zu erlangen. Erst müssen sich mysteriöse Todesfälle in der Umgebung der Thorns häufen, bis dem Paar klar wird, dass es einen buchstäblichen Satansbraten als Sohn hat.

Die amerikanische Botschaftergattin Katherine Thorn erwartet in einer römischen Gewitternacht ihr erstes Kind, doch das Kleine kommt bei der Geburt angeblich ums Leben. Und da ihr Gatte Robert um die liebe Ehefrau äußerst besorgt ist, lässt er sich von einem zufällig anwesenden Priester kurzerhand ein Kuckuckskind unterschieben – niemand Geringeren als Luzifer Junior, der im Auftrag seines Vaters die Weltherrschaft erobern soll. Schon bald kommt es in der Nähe des kleinen Damien zu mysteriösen Todesfällen.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Dass Kinder eine Ausgeburt der Hölle sind, kann sich jeder Papa denken, der von ihnen um drei Uhr nachts per Gebrüll zum Windelnwechseln beordert wird. Zumindest so gesehen ist es schon ein urgründliches Thema, eine stets aktuelle Furcht, mit der „Das Omen“ spielt. Was „Rosemarys Baby“ aus der Perspektive der Frau, ist diese Geschichte aus Sicht der Männer: das Kind, als das Fremde; ein Alien, das einen in seiner Stellung und seiner Macht bedroht.

    Andererseits darf man sich ruhig fragen – eben auch weil John Moores’ Remake nicht wirklich auf dieser Ebene funktionieren mag –, was als Satansspuk der Film zur heutigen Zeit soll.

    Klar, „Das Omen“ ist ein weiterer Beitrag zur aktuellen Wiederverwurstungswelle klassischer Horrorstoffe der (vor allem) 1970er Jahre. Und ein Starttermin wie der 6.6.06 war dann auch zu verführerisch.

    Doch einmal mehr muss der Vergleich mit dem Original herhalten, sogar herhalten dürfen. Nicht weil früher alles besser war (was irgendwie zum Teufelkindthema passen würde). Sondern weil der Vergleich kenntlich macht, wieso die Neuauflage misslungen ist. Und womöglich gar misslingen musste.

    Auch Richard Donners „Omen“ von 1976 war kein wirklich eleganter Film. Recht vordergründig setzte der ebenso mit einer recht simplen Geschichte auf vordergründigen Schock. Womit immerhin konsequent eine kleine, gemeine Gruselmär erzählt wurde. Bei Moore ist es genauso, der Effekt ist Trumpf – und der Plot gar derselbe.

    Hier wie da zeichnet sich nämlich David Seltzer fürs Drehbuch zuständig (inwiefern die gelinden Neuerungen beim aktuellen Film auf sein Konto gehen, ist mir freilich unbekannt). Der ehemalige Werbe- und Videoclipregisseur Moore, wie Donner kein Meister des subtilen Tons (was der „Der Flug des Phönix“ von 2004 zeigt), hält sich mitunter bis in die einzelnen Bildideen ans Original.

    Donner allerdings hatte mit Gregory Peck und Lee Remick zwei altgediente Hollywood-Stars zur Hand, die seiner Oberflächengeschichte das nötige Gewicht und zusätzliche Bedeutung verliehen. Mit Liev Schreiber und Julia Stiles verfügt denn auch Moore über solide Darsteller. Trotzdem sind die nur zweite Reihe.

    Julia Stiles kauft man auch heute noch den strebsamen Teen gerne ab. Als Frau des Botschafters hat es dann schon so seine Probleme. Und Schreiber ist ein ganz Großer, der gerade durch sein zurückhaltendes Spiel glänzen kann. Doch auch er ist noch ein wenig jung, und vor allem wegen seiner Rolle als manipulierter politischer Aufsteiger in Jonathan Demmes „Der Manchurian-Kandidate“ (wieder: ein Remake), die er hier aufwärmt, vorbelastet.

    Ein pointierter Griff ist hingegen Mia Farrowa als das höllenverbundene Kindermädchen der Thornes. Eben jene Farrow, die als Polanskis Rosemary einige Erfahrung diabolischen Blagen vorzuweisen hat.

    Was wiederum gar nicht geht, ist ein unfreiwillig komischer Pete Postlethwait. Der mahnt so unheilvoll augenrollend vor dem Teufelskind, bis man nicht mehr kann, vor lachen. Der Spaß hört jedoch auf, bedenkt man, was für ein grandioser Schauspieler hier mit einer unnützen Phrasenpart verheizt wurde. Gleiches gilt für Michael Gambon in einem, Gott sei Dank, kleinen Auftritt.

    Und der 5jährige Damien? Der Sohn des Teufels? Der wird von einem plastik-hübschen Bub verkörpert, der ab und an angestrengt düster gucken kann. Oder darf. Oder muss. Weil ihm die Eltern zum Ausgleich für den Namen „Seamus Davey-Fitzpatrick“ eine Schauspielkarriere jenseits der Frühstücksflockenwerbung versprochen haben. Pardon, aber für den Antichrist braucht’s definitiv mehr.

    Vielleicht kann es jedoch auch nicht anders sein. Vielleicht macht es gar nicht so viel aus, dass „Das Omen“ sich der Selbstironie verweigert, die dem Film hier ausnahmsweise mal wirklich gut angestanden hätte. Dass er dem Thema kaum etwas Neues abgewinnen kann.

    Denn selbst eine krampfhafte Aktualisierung läuft darauf hinaus, dass man hurtig die Anschläge aufs World Trade Centre, den Tod von Papst Johannes Paul III, den Nahost-Konflikt und – jawohl!: die EU – als Vorankündigung des Geburt des Teufels nachgerade diffamiert.

    Nicht nur, dass darüber wieder mal die selbstgefällige Behauptung aufgestellt würde, wir würden in einer ach so apokalyptischen Zeiten leben, die alle anderen im Schlimmen übertrifft. Donners Original von 1976 fiel – wie „Der Exorzist“ – in eine Zeit, die von US-innenpolitischen Krisen (mitsamt des konkreten Paranoia-Kinos) ein generelles Unbehangen samt Rückfall ins Irrationale formulierte.

    Heute aber führt ein Aufhängen an politischen Mentalitäten in Hinsicht auf „Das Omen“ freilich nur mehr dazu, George W. Bushs christlich-fundamentale Sendungs-Rhetorik bestätigt zu sehen: Schaut, als rechter US-Diplomat muss man schon ganz direkt an Satan und Co. glauben, um ihm begegnen zu können. Und selbst wenn man sich opfern muss, wir wissen ganz genau, dass wir Recht behalten!

    Deshalb erhält „Das Omen“ so einen schalen Beigeschmack über das harmlose Genre-Geplänkel hinaus: Fanatismus und den Glauben ans unmittelbar „Böse“ kann man ebenso gut islamistischen Terroristen gutschreiben.

    Doch selbst wenn man nicht so weit gehen will und Moores „Omen“ als reinen unverfänglichen Video-Grusel für zu Hause wählen mag, kommt man nicht umhin, das Angestaubte zu bemerken.

    Dass Damien des Teufels ist, ist von vornherein klar. Der allzu ernste religiöse Impetus hat sich spätestens mit diversen „Akte X“-Folgen aufgebraucht. (Überhaupt wird das „666“-Thema, die Zahl Satans, bestenfalls behauptet und totgeritten – ohne aber irgend eine „rationale“ Welt als Kontrast dem gegenüberzustellen und damit dem „Bösen“ und seiner Metaphysik Raum zu geben.) Wenn zudem die Farbe Rot auffällig unauffällig für drohendes Unheil verwendet wird, macht das die Sache eher schlimmer als besser. Die Holzhammer-Einfühlung beweist nur den Zweifel an der Zielgruppe.

    Zuletzt die Darstellung der „mysteriösen“ Tode: Explizit sind sie schon, expliziter als 1976. Da wird gepfählt und geköpft, ganz direkt und ohne Andeutung wie noch bei Donner (bei dem sie denn auch nur der Höhepunkt waren). Und trotzdem ist es nun, 30 Jahre später, irgendwie Quatsch und unspektakulär, weil mit den „Final Destination“-Filmen in letzter Konsequenz dieses Prinzip als solches offen gelegt wurde. Die fadenscheinige Bemäntelung vom Beelzebub, der sich nun anschickt, die Weltherrschaft zu übernehmen, entlarvt sich darüber als Konstrukt in seiner altmodischen Schwere selbst. Spiritistisches Schaukino oder existenzieller Grusel? „Das Omen“ weigert sich, sich zu entscheiden. Schade.

    Gebt acht, sagt Moores Film stattdessen, es spukt in der Welt ganz furchtbar. Irgendwie.

    Doch spätestens, wenn der ermittelnden Papa Thorne samt dem beigestellten Reporter an die israelisch-palästinensische Grenze geraten, die wir aus einem Duzend „Tagesthemen“ kennen, fragen wir uns: Ja, und?

    Fazit: Michael – nein, pardon: John Moores’ Remake des spekulativen Horror-Klassikers von 1976 droht in enger Vorlage an das Original mit dem Antichristen in Kindergestalt, erweist sich aber als schlichtweg verbraucht weil er nichts neues hinzuzufügen weiß, gar unfreiwillig komisch gerät, eine falsche Besetzung wählt und gedankenlos zeitgeschichtliche Ereignisse bzw. Gegebenheiten missbraucht.
  • Runde drei Jahrzehnte nach dem Original und pünktlich zum denkbar teuflischsten Starttermin, dem Sechsten Sechsten Sechs, erhebt der Satan in Kindergestalt sein milchgesichtiges Haupt. Viel geändert hat sich dabei nicht.

    Dass 666 die Hausnummer des Teufels ist, wissen bibeltreue Christen aus der Offenbarung des Johannes, Musikliebhaber von Iron Maiden und Cineasten aus dem Kino. Kaum ein Horrorfan, der sie nicht gesehen hat, die Geschichte vom Satansbraten Damien und seinem Stiefpapi, dem ewig ahnungslosen US-Botschafter Gregory Peck. Schließlich war „Das Omen“ aus dem Jahr 1976 von Richard Donner nicht nur ein wohlfeiles „Exorzist“-Kielwasserprodukt, wie der zeitgenössische Feuilleton-Volksmund wusste, sondern auch ein Bombenerfolg an der Kinokasse, einer der erfolgreichsten Hollywoodfilme der 70er Jahre. Eine ganz schöne Hypothek also, die Regisseur John Moore („Behind Enemy Lines“) da 30 Jahre später schultern muss, bei der glanzvollen Wiederauferstehung des nunmehrigen Klassikers der Genremoderne in der digitalen Gegenwart.

    Letztere bietet Anlass zur Apokalypse-Furcht zuhauf, wie sogleich ein einleitender Vortrag klar stellt, der Golfkrieg, Tsunami, Challenger-Katastrophe und ominöses Datum (6.6.6) in schlüssige Reihe stellt. Danach verliert die Frau des künftigen US-Botschafters zu London in einer römischen Gewitternacht ihr Baby, jedenfalls glaubt man das, und Daddy lässt sich vom wenigst vertrauenerweckenden Priester der Filmgeschichte an Ort und Stelle ein Kuckucksei des Teufels unterschieben. Es folgen Wachsen und Reifen des kleinen Rangen (Seamus Davey mit solide verschlagenem Blick), die Ermordung aller nutzlos gewordenen Anwesenden sowie ihr Ersatz durch dem Teufel gewogene Supernannys (Mia Farrow erschreckender als jeder Effekt) bzw. Wachwuffis von der handelsüblichen Höllenhundrasse Rottweiler. Die berufsahnungslosen Eltern (glaubwürdig: Liev Schreiber und Julia Stiles) machen genau so lange irritierte Miene zum bösen Spiel, bis der erste Mordanschlag auf sie selbst stattfindet. Dazwischen tauchen mahnende Warner auf vom Schlage eines verrückten Priesters oder trinkfreudigen Paparazz, denen natürlich auch kein diplomatischer Würdenträger glaubt.

    So weit, so teuflisch alte wie neue Story. Doch nicht nur die Geschichte wird praktisch auf die Einstellung genau kopiert, auch die sogenannten kreativen Tode entsprechen dem Original. Das Kindermädchen hängt, der Pressemann wird enthauptet, und Mutti segelt vertikal durchs Foyer. Ja, sogar der Sturm muss wehen, bevor Pete Postlethwaite als Priester von der Kirchturmstange gepfählt wird. Da haben mal welche den Begriff Remake wörtlich genommen.

    Den Horrorfan sollte das jedoch nicht stören. Er ist Wiederholungen gewohnt, und während das „Exorzist“-Remake, um auch den alten Vergleich wieder zu bemühen, alles neu und entsetzlich falsch macht, tut „Das Omen“ bei seiner Neuauflage häufig das richtige Ding. Die Morde werden mit Phantasie, Stimmung und Sinn für Situationskomik exekutiert. Die sporadischen Schockmomente wirken kalt kalkuliert und funktionieren genau deshalb auf den Punkt. Die ganze Produktion ist strahlend schön designt, opulente Kulissen und Stimmungen können ihre Wirkung entfalten, weil der Film wie sein Vorbild (und im Gegensatz zu 90 Prozent aller modernen Horrorproduktionen) gern im Hellen spielt und nicht durch experimentelle Schnittmontage verkrüppelt wird. Was sich also über den alten „Omen“ im guten wie im schlechten sagen ließe, trifft im großen und ganzen auch auf das Remake zu. Und das kann angesichts des damaligen Erfolges eigentlich nur ein gutes Omen sein. ab.

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