Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit

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   1998
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Filmhandlung und Hintergrund

Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit: "Merkwürdig" stimmiger, intelligent konstruierter und komischer Triebreigen eines Dutzend Großstädter.

Am letzten Tag in seinem Leben will der frustrierte Schriftsteller Charly noch einmal richtig die Puppen tanzen lassen. Er klaut den Ferrari seines Chefs und trifft auf Cornelia und Hilde. Sven borgt sich auf Anraten seines Freundes Jimmy das Kind von Manuela, um bei Frauen besser anzukommen. Jimmy möchte bei einer Mambo-Party Peter näher kommen, doch Birgit ist schneller.

24 Stunden lang werden ein gutes Dutzend einsamer Singles durch die Millionenmetropole München begleitet. Da ist zum Beispiel Mauerblümchen Birgit, die sich bei einem Mambo-Wettbewerb plötzlich als rassige Vollblut-Tänzerin entpuppt und so das Herz von Peter im Sturm erobert. Oder der sympathische Sven, der sich auf originelle Weise Ehering und Baby „organisiert“, um so das andere Geschlecht anzulocken, dabei aber prompt der Mutter seines Leihkindes in die Arme läuft…

„Merkwürdig“ stimmiger, intelligent konstruierter und komischer Triebreigen eines Dutzend Großstädter.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der deutsche Film ergötzt sich seit den Anfängen eines Sönke Wortmanns an der Komödie, ohne dass er leider wirklich imstande ist, etwas neues zu fabrizieren. "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" macht da leider keine Ausnahme. Er täuscht Tiefe und Sinn vor, versucht krampfhaft eine Metapher über die Liebe und das Leben zu sein - und scheitert dabei an seiner Episodenhaftigkeit, seinen uncharmanten Darstellern, Christopher Waltz, Oliver Korittke, Ann-Kathrin Kramer und Cosma Shiva Hagen ausgenommen - dummerweise gehört niemand von diesen vier Darstellern zum gleichen Paar - und seinen flauen Gags.

    Es gelingt dem Regisseur nicht, seine Figuren zusammenzuführen, das Finale wirkt überheblich, unecht und auch ein wenig peinlich.

    Fazit: Ein ganz unterhaltsamer, kurzweiliger Film, von dem man aber nicht viel erwarten sollte.
  • Um den angeschlagenen Ruf deutscher Komödien zu verbessern, bedarf es derzeit einiger Vertrauensarbeit beim Kinopublikum. Das junge Produzentenduo Andreas Ulmke-Smeaton und Ewa Karlström leistet dazu mit diesem merkwürdig stimmigen, intelligent konstruierten und komischen Triebreigen einen beachtlichen Beitrag. Gute Schauspielerführung, ein sicherer Sinn für Pointen und Timing und die selbstbewußte Umsetzung einer erfreulich komplexen Dramaturgie verblüffen an Regisseur Rothemunds Spielfilmdebüt.

    Fast ein Dutzend nahezu gleichberechtigter Charaktere in der geschlechtsreifen Kernzielgruppe von 14 bis 49 Jahren begleitet dieses inspirierte Vergnügen mit dem einprägsam uneinprägsamen Titel durch einen einzigen Paarungstag. Ein anspruchsvolles Unterfangen fernab gängiger Komödienschluderei, das große Vorbilder hat wie Robert Altmans „Eine Hochzeit“ oder Helmut Dietls „Rossini“. Umso angenehmer ist die Überraschung, daß Marc Rothemund, der bei „Rossini“ Regieassistent war, seine vielen Figuren so einprägsam einzuführen weiß, daß man (beinahe) allen Handlungssträngen mit Interesse folgt. Durch ihre geschickte Verzahnung und stetige Engerführung läßt sich der erhoffte Spannungsbogen bis zum anarchischen Schluß aufrechterhalten, zu dem in einer eindrucksvollen optischen Pointe sogar der Papst seinen Segen gibt.

    Wie in Billy Wilders „Sunset Boulevard“ weiß der Erzähler aus dem Jenseits schon zu Beginn von seinem jähen, feuchten Ende am Abend dieses turbulenten Tages. Christoph Waltz gibt lakonisch humorig den glücklosen Schriftsteller, dem ein Ferrari den Traum vom Fliegen erfüllt. Davor darf er Gudrun Landgrebe und Michaela May noch einen unvergeßlichen Tag vor der drohenden Menopause bescheren. Heio von Stetten, Anica Dobra, Oliver Korittke oder Ann-Kathrin Kramer stellen Mögliches und Unmögliches an, um sich ihr Stück vom kleinen Glück mit den geeigneten Geschlechtspartnern zu sichern. Da leihen männliche Singles Babies aus, um Frauen zu beeindrucken, nur um der verdutzten Mutter zu begegnen. Und die wahre Liebe trifft man auf dem Dach/Balkon der eigenen Wohnung kurz vor dem (gemeinsamen) Sprung in die Tiefe. Mag sein, daß nicht alles, was da geschieht, überzeugender Ausdruck eines wirklichen Lebensgefühl ist, aber es ist so clever konstruiert und amüsant miteinander verwoben, daß einem das merkwürdige Triebtreiben seltsam vertrauter Zivilisationsgenossen sympathisch ans Herz wächst. Daß München, der Ort des Geschehens, Großstadt und Millionendorf zugleich ist, erlaubt immer wieder die überraschende Lüftung zusätzlicher freundschaftlicher oder familiärer Bande, und damit mehr Spaß mit doppeltem Boden.

    Wenn mehr deutsche Komödien ähnlich große Sorgfalt bei Drehbuchentwicklung und Produktion zeigten, man müßte keine Bange haben um die besseren Vertreter des strapazierten Genres. So werden die durchweg guten Schauspieler und das überraschend runde Ergebnis angewiesen sein auf eine kluge Marketingkampagne, das merkwürdig unberechenbare Verhalten amüsierwilliger Großstädter und eine gehörige Portion Glück, um zur spätsommerlichen Paarungszeit am Boxoffice zu reüssieren. uh.

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