Filmhandlung und Hintergrund

Thomas Thieme und Shenja Lacher liefern sich in diesem Katz-und-Maus-Thriller von Didi Danquart ein darstellerisches Duell von enormer Intensität.

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  • Das letzte Wort: Thomas Thieme und Shenja Lacher liefern sich in diesem Katz-und-Maus-Thriller von Didi Danquart ein darstellerisches Duell von enormer Intensität.

    Thomas Thieme und Shenja Lacher liefern sich in diesem Katz-und-Maus-Thriller von Didi Danquart ein darstellerisches Duell von enormer Intensität.

    Die Geschichte beginnt mit einem Mord und ist doch kein Krimi; zumindest nicht im klassischen Sinn. Zwar wird ein scheinbar unbescholtener Bischof vom vermeintlichen Mörder seines Bruders mit dem Tode bedroht, doch die Handgranate entpuppt sich als Attrappe; die wahren Waffen in diesem Duell sind die Wörter. „Das letzte Wort“ ist ein Film von Didi Danquart und somit von vornherein alles andere als ein erwartbarer Fernsehfilm, in dem die Polizei die Ordnung wiederherstellt. Schon Danquarts letztes Werk, der Kinofilm „Bittere Kirschen„, war eine Reise in die Vergangenheit, und auch Bischof Lorenz wird mit der eigenen Geschichte konfrontiert.

    Thomas Thieme verkörpert in seinen Film- und Fernsehrollen meist Menschen, die das Gesetz des Handelns bestimmen. Umso reizvoller ist es, ihn nun als Getriebenen zu sehen: Lorenz ruht zwar in seinem Glauben, hat aber natürlich trotzdem Angst um sein Leben. Und so muss dieser großartige Schauspieler, dessen charismatisches Wirken sonst so oft aus seiner schieren Präsenz resultiert, diesmal zu anderen Mitteln greifen, weil seine Figur eine Grenzerfahrung durchmacht: Lorenz brüllt, schwitzt und leidet. Gleiches gilt für seinen Gegenspieler (Shenja Lacher), der eine ungewöhnliche Rechnung begleichen will: Lorenz hat ihm einst ungefragt das Leben gerettet. Dass sich die ungebetene Rettung nun auch noch wiederholt, ist eines der vielen raffinierten Details in Paul Hengges klugem Drehbuch.

    „Das letzte Wort“ ist ohnehin ausgesprochenes Anspruchsfernsehen. Die Dialoge behandeln moraltheologische, philosophische und kirchenkritische Fragen, die Handlung trägt sich fast ausschließlich in einem Zimmer zu. Dabei entsteht auch dank der Bildgestaltung durch Johann Feindt eine derart hohe Intensität, dass die gelegentlichen Kurzausflüge ins Kommissariat wie Unterbrechungen wirken. Großen Anteil an der Wirkung des Films hat zudem das Sounddesign (Christiane Petri, Mike Alles), das den Bildern mit Hilfe kaum wahrnehmbarer Geräusche zusätzliche Bedeutungen verleiht.

    Die verbale Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern kann man durchaus als Verhör betrachten, insofern ist „Das letzte Wort“ tatsächlich ein Krimi, der zudem Züge eines Thrillers trägt, auch wenn Danquarts verdichtete Umsetzung eher subkutane Spannung als Gänsehaut hervorruft. Vor allem aber ist der Film das fesselnde Psychogramm zweier Männer, deren Rollen im Verlauf der Handlungen immer wieder wechseln, weil sie beide Täter wie Opfer sind; auch wenn der grimmige Epilog selbst diese Erkenntnis noch revidiert. tpg.

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