Das Leben danach

  1. Ø 4.5
   2017

Das Leben danach: TV-Drama um eine traumatisierte Überlebende der Loveparade-Katastrophe in Duisburg im Sommer 2010.

Das Leben danach Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Das Leben danach: TV-Drama um eine traumatisierte Überlebende der Loveparade-Katastrophe in Duisburg im Sommer 2010.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Leben danach – Sozialdrama mit Jella Haase um die Traumaschäden Überlebender der Massenpanik bei der Duisburger Loveparade

    Sieben Jahre ist es her, dass bei der Duisburger Loveparade 21 Menschen zu Tode getrampelt, über 600 zum Teil schwer verletzt und viele Überlebende traumatisiert wurden. Die schrecklichen Bilder vom Ausgang des viel zu engen Tunnels, durch den die feierlustige Menge geführt wurde, sind unvergessen. Der WDR als NRW-Sender fühlte die Verantwortung, sich diesem Ereignis auch fiktional anzunehmen. Die vergessenen Traumageschädigten sollten im Mittelpunkt stehen, nicht etwa eine Nacherzählung der furchtbaren Ereignisse. Schwere Kost für die Zuschauer am Filmmittwoch ist es dennoch geworden, auch wenn auf verstörende Bilder in Rückblenden verzichtet wurde. Dafür ist der Film geprägt von den guten Absichten und dem Bemühen, den Überlebenden der Katastrophe und den Hinterbliebenen gerecht zu werden. Die Sensationslust der Zuschauer wird hier nicht bedient. Dafür wurde die Redaktion des WDR schon im Vorfeld mit dem Ludwigshafener Medienkulturpreis ausgezeichnet, weil sie bei „Das Leben danach“ auf Qualität statt auf Quote geachtet habe. Die Geschichte der jungen Antonia, für die es keine Rückkehr in den Alltag gibt, weil sie überlebt hat und ihr jugendlicher Begleiter nicht, ist sehr intensiv und emotional erzählt. Ihre Trauer und ihre Wut sind für ihren Vater, die Stiefmutter und die Freunde nur schwer zu ertragen. Dass sie im Taxifahrer Sascha jemand trifft, den die Ereignisse auch aus der Bahn geworfen haben, gibt ihr das Gefühl zurück, verstanden und geliebt zu werden, bis sie seinem Geheimnis auf die Spur kommt. Danach eskaliert die emotionale Krise. Ein wenig plakativ ist dem versierten Drehbuchduo Eva und Volker A. Zahn diese Opfer-Täter-Konstellation samt Milieuzeichnung geraten. Nicht alle zufälligen Begegnungen und Wieder-Begegnungen wollen sich zu einem glaubwürdigen Handlungslauf fügen. Regisseurin Nicole Weegmann hat mit ihnen schon bei zwei anderen Sozialdramen („Ihr könnt Euch niemals sicher sein“ und „Mobbing“) zusammen gearbeitet und ist sich in jedem Bild, bei Tempo und Umsetzung der Erzählung ihrer Verantwortung und der Bedeutungsschwere ihres Unterfangens bewusst. Das größte Pfund dieses Mittwochsfilms sind die Darsteller: Jella Haase als Traumatisierte, Carlo Ljubek als ihr Schicksalsgenosse und Martin Brambach als liebender Vater spielen tapfer gegen den Reißbrettentwurf ihrer Charaktere an und erfüllen sie mit Leben. Es ist lobenswert, dass die ARD in ihrer Programmierung hier nicht auf die Quote schielt. Ob die Zuschauer so viel Gravitas honorieren, muss sich tatsächlich zeigen. Der Film kommt jedenfalls zur rechten Zeit: Im Dezember müssen sich erste potenziell Schuldige vor Gericht verantworten, und Ende Oktober wird die so talentierte und vielseitige Jella Haase ein Millionenpublikum mit „Fack Ju Göhte 3“ erreichen. Ihr Name wird auch diesem braven Drama zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Ulrich Höcherl.

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