Das Kind

  1. Ø 4
   2012
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Kind: Psychologischer Thriller nach Sebastian Fitzeks gleichnamigen Buch.

Der seit dem Tod seines kleinen Sohns depressive Staranwalt Robert Stern traut seinen Ohren nicht, als der im finalen Stadium krebskranke zehnjährige Simon ihm eröffnet, ein reinkarnierter Serienkiller zu sein. Seit einer Rückführungstherapie befallen ihn Mordvisionen und mit Hilfe seiner Krankenpflegerin präsentiert er dem verdutzten Strafverteidiger tatsächlich eine Leiche, die vor fünfzehn Jahren erschlagen wurde. Als ein wahnsinniger Killer Stern unter Druck setzt, das Geheimnis der Mordserie zu ergründen, gerät das Trio selbst ins Visier der Polizei.

Der seit dem Tod seines kleinen Sohns zu Depressionen neigende Staranwalt Robert Stern traut seinen Ohren nicht, als der im finalen Stadium krebskranke zehnjährige Simon ihm eröffnet, ein wiedergeborener Serienkiller zu sein. Seit einer sogenannten Rückführungstherapie befallen den Knaben Mordvisionen, später präsentiert er dem verdutzten Strafverteidiger tatsächlich eine Leiche. Als ein mysteriöser Fremder Stern unter Druck setzt, den Hintergrund der Mordserie zu ergründen, gerät er selbst ins Visier der Polizei.

Ein Knabe behauptet, über die Erinnerung eines Serienmörders zu verfügen. Ein Anwalt prüft nach und staunt. Effektvoller deutscher Horrorthriller mit Eric Roberts und Ben Becker, Adaption eines Romans von Sebastian Fitzek.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach einem guten Anfang verflacht der Film zusehends und überzeugt dann nur noch, weil Dieter Hallervorden tatsächlich auch bedrohlich sein kann.
  • Saftiges Crime-Paket, das alle Spannungsregister zwischen Mysterykrimi und Psychothriller zieht und mit seiner deutschen Besetzung erstaunt.

    Sämtliche Bestseller von Sebastian Fitzek, dem Berliner Star am internationalen (Psycho-)Thrillerhimmel („Die Therapie“), sollen in naher Zukunft verfilmt werden – als unschlagbares Argument dient eine Gesamtauflage von drei Millionen. Den Auftakt macht Fitzeks dritter Erfolg, der 2008 erschienene gleichnamige Thriller, der erstmals mehr Mystery als Psychologie enthält und von Zsolt Bács („Esperanza“) als wendungsreiche, dem Pulp und der Komik nicht abgeneigte Schnitzeljagd durch Berlin dargeboten wird.

    Die Ausgangsidee ist ein perfekter Pitch, in dem sich Simon, ein zehnjähriger Krebspatient (Christian Träumer), dem die Ärzte nur noch ein paar Tage geben, nach einer Hypnosesitzung als Reinkarnation eines Serienkillers vorstellt. Julia Roberts‘ durch B-Pictures bekannter Bruder Eric fängt als Staranwalt Robert Stern an daran zu glauben, als ihn Simon mit Hilfe seiner Krankenpflegerin Carina zu einer Leiche führt.

    Hinter dem esoterischen Anstrich verbergen sich am Ende zwar rationale Erklärungen, davor aber darf unter Hochdruck gerätselt werden, denn Bács übernimmt sämtliche Twists des exzessiv manipulativen Pageturners zu einer absurden Konstruktion, die aber lustvoll und mit Verve zu einer langen Reise ans Ende der Nacht aufbricht: Da erpresst ein unbekannter Drohanrufer Stern, verspricht ihm Kontakt zu seinem am plötzlichen Kindstod verstorbenen Sohn, während sich Simons Visionen zu Rachemorden gegen einen Kinderschänderring verdichten und das Trio von einem wahnsinnigen Killer zur Flucht vor der Polizei (Bond-Handlanger Clemens Schick als Noir-Detektiv) genötigt wird. Kiez-Brutalo Borchert (Ben Becker herrlich als komisch-brutaler Sidekick) begleitet sie in die Unterwelt Berlins wo diverse Überraschungen auf sie warten.

    Daraus gerinnt – trotz solcher Themen wie Pädophilie und Serienkiller – ein alles andere als bitterernstes, mitunter überambitioniertes Spannungswerk, das seine Figuren permanent auf Trab hält und so viele Haken schlägt, dass es oft haarsträubend, aber niemals langweilig ausfällt. Die Leichen stapeln sich in dem mit flapsigen Sprüchen gesäumten Thriller, dessen mitunter artifizieller Noir-Stil der Überraschung, nicht der Logik verpflichtet ist. Auftritte wie der von Komikerlegende Dieter Hallervorden als perversen Kinderschänder liefern nicht den einzigen bizarren Coup eines stets unterhaltsamen Who-Dun-It ab. tk.
  • "Das Kind" basiert auf einem gleichnamigen Psychothriller des Bestseller-Autors Sebastian Fitzek und schildert den beschwerlichen Wettlauf des Rechtsanwalts Robert Stern gegen die Zeit, die Justiz und das Berliner Verbrechen. Nebenbei sieht sich der Verteidiger gezwungen, ein lange zurück liegendes, persönliches Trauma aufzuarbeiten, was in Rückblenden sowohl im Roman als auch in der Verfilmung mehrfach eingeflochten wird. Fitzek produzierte das englischsprachig gedrehte Werk unter anderem zusammen mit der Firma Rat Pack ("Der Wixxer", "Jerry Cotton"), wobei der befreundete Schauspieler Zsolt Báks ("Esperanza") die Regie übernahm.

    Für die Popularität des Schriftstellers spricht, dass die Previews in zahlreichen deutschen Städten per Facebook-Aufruf vorab finanziert wurden. Weniger euphorisch erwies sich die Publikumsreaktion: Ein Paar diskutierte am Ausgang, ob "Das Kind" stärker an einen "Tatort"-Film oder an den "Film der Woche" erinnere. Die korrekte Antwort lautet: Optisch und inszenatorisch lehnt sich Báks zweite Regiearbeit an die schon länger zurückliegende TV-Thrillerwelle an, was sich von der grobkörnigen, düsteren Fotografie über Wischblenden bis zu den beschleunigten Großstadt-Impressionen eines nächtlichen Berlins durchzieht. Von streckenweise bemerkenswerten TV-Filmen wie "Das siebte Foto" oder "Racheengel - Stimme aus dem Dunkeln", unterscheidet sich "Das Kind" allerdings schon allein durch die plakativen Gewalteinlagen.

    Wahrhaft kurios erscheint die deutsch-amerikanische Darstellerriege wie Eric Roberts und Peter Greene ("Die Maske") über Ben Becker als prolliger, Sprüche klopfender Handlanger bis zu Dieter Landuris und Dieter Hallervorden als Kinderschänder aus unterschiedlichen Milieus. Es ist nichts gegen Komödianten einzuwenden, die gegen ihren Typ besetzt werden, doch bei Hallervorden als finsterer Biedermann wirkt es stets, als wolle er jeden Moment einen Witz reißen. Stärker überzeugt der Kalifornier Christian Traeumer als junger Simon, der von seinen übersinnlichen Vorstellungen gepeinigt wird.

    Schon in der Vorlage wirkte der wendungsreiche Stoff um Wunderkind Simon, der per Vorhersehung glaubt, einen weiteren Mord begehen zu müssen, mitunter konstruiert. Zusätzlich reicherte die Autorenriege aus Báks, Fitzek und Brian Cordray den Plot mit zahlreichen Ungereimtheiten an. Nur Romanleser können einige Zusammenhänge erschließen, während etwa ein Anschlag auf Stern zu einer dramaturgisch unpassenden Stelle erfolgt. Im Handlungsverlauf häufen sich daher Löcher innerhalb des erzählerischen Konzepts. Der größte Fauxpas: Die Identität des Rächers ist für den Zuschauer relativ deutlich erkennbar. Spätestens, wenn seine Erzählstimme aus dem Off ertönt, erlangt man Gewissheit.

    Trotzdem verliert man nicht das Interesse, da die verwickelte Handlung ihre Spannung bis zum kitschigen Ende aufrecht und noch einige überraschende Wendungen bereit hält. Selbst die dick aufgetragene Adaption voller hektischer Rückblenden wartet mit fesselnden Momenten rund um die Entlarvung der geheimnisvollen Gegenspieler auf. Allerdings gehen die positiven Ansätze in lauten Effekten unter, anstatt auf die Stärken der Vorlage und die Facetten der Charaktere zu bauen.

    Fazit: Die Bestseller-Adaption "Das Kind" erweist sich als überkonstruierter, teils unlogischer Mystery-Thriller, der aber dennoch einige spannende Momente bietet.
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