Filmhandlung und Hintergrund

TV-Thriller um eine junge Frau in Jerusalem, die sich für die Gottesmutter hält und dadurch sich und ihre Schwester in Lebensgefahr bringt.

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Kritikerrezensionen

  • Das Jerusalem-Syndrom: TV-Thriller um eine junge Frau in Jerusalem, die sich für die Gottesmutter hält und dadurch sich und ihre Schwester in Lebensgefahr bringt.

    In diesem emotionalen Thriller von Dror Zahavi hält sich eine junge Frau für die Mutter Gottes, und eine Sekte will die Welt zerstören.

    Ein Stoff wie gemacht für RTL oder Pro Sieben: Die Mitglieder einer fundamentalistischen Sekte sind überzeugt, die Rückkehr Christi und damit die Apokalypse stehe bevor. Ein Anschlag in Jerusalem soll einen Weltenbrand auslösen, der sämtliche Ungläubige von Antlitz der Erde hinwegfegt. Tatsächlich hat Don Bohlinger für RTL schon den düsteren Thriller „Das jüngste Gericht“ (2008) geschrieben. Anders als thematisch verwandte Werke wie „Das Jesus Video“ oder „Der Bibelcode“ (beide Pro Sieben) ist „Das Jerusalem-Syndrom“ jedoch kein Werk, das sich an erfolgreiche Dan-Brown-Verfilmungen („The Da Vinci Code“) anhängen will. Zentrale Figur ist allerdings auch hier eine atheistische Wissenschaftlerin. Ruth Gärtner wird von ihrem Vater nach Jerusalem geschickt, um dort nach ihrer Schwester zu schauen: Die hochschwangere Maria ist in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden, weil sie sich für die Mutter Gottes hält. Ruth findet raus, dass sie einer Sekte angehört, die die traditionellen Regeln des Christentums befolgt. Nach dem Plan des Anführers wird die junge Frau dort gebären, wo einst auch Jesus das Licht der Welt erblickt hat; gleichzeitig soll ein Fanal den Jüngsten Tag einleiten. Don Bohlingers Drehbuch ist von Martin Rauhaus bearbeitet worden, verfilmt wurde es von Dror Zahavi; ein ungewöhnlicher Stoff für den Regisseur von Filmen wie „Mein Leben - Marcel Reich-Ranicki“, „Zivilcourage“ oder „Und alle haben geschwiegen“. Natürlich sorgen die hektischen Anstrengungen, das Attentat zu verhindern, am Ende für Spannung, doch das emotionale Zentrum der Geschichte ist Ruths Angst um ihre Schwester. Die Besetzung dieser Rolle mit Jördis Triebel war eine ebenso ungewöhnliche wie gute Idee. Sie verkörpert die Biologin als kontrollierte Persönlichkeit, die dank entsprechender Brille und Frisur ausgesprochen streng wirkt. Beiläufig eingestreute biografische Angaben erklären, warum Ruth ganz im Gegensatz zu ihrer Schwester (Leonie Benesch) allem Glauben und Aberglauben so skeptisch gegenübersteht. Umso reizvoller ist die Konfrontation mit der Krankheit, unter der Maria leidet, zumal dieses Syndrom tatsächlich existiert: Labile Besucher der „Heiligen Stadt“ halten sich plötzlich für berühmte Gestalten aus der Bibel. Natürlich hat der Film dank Bildgestaltung (Carl-F. Koschnick) und Verfolgungsjagden, Schockmomenten, Toneffekten und dem zugespitzten Finale auch die für das Genre obligaten Elemente zu bieten. Dennoch ist „Das Jerusalem-Syndrom“ vor allem ein emotionaler Thriller. tpg.

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