Filmhandlung und Hintergrund

Ein Herzchirurg erleidet selbst einen Infarkt und bekommt ein Spenderorgan. Sein neues Herz stammt von einem jungen Mädchen, deren Mutter seit dem Unfalltod ihrer Tochter völlig von der Welt zurückgezogen lebt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Herz ist rot: Ein Herzchirurg erleidet selbst einen Infarkt und bekommt ein Spenderorgan. Sein neues Herz stammt von einem jungen Mädchen, deren Mutter seit dem Unfalltod ihrer Tochter völlig von der Welt zurückgezogen lebt.

    Das Leben des erfolgreichen Herzchirurgen Martin König ist geprägt von Logik und Vernunft. Arbeit ist nicht das wichtigste für ihn, sondern ist das einzige. Kein Wunder, dass am Geburtstag seiner Freundin eine Herztransplantation größere Bedeutung hat ist als die Verabredung; er hatte den Geburtstag sowieso vergessen. Emotionen lässt er nicht zu. Die Sorgen seiner Patienten prallen von ihm ab: „Es gibt kein Schicksal, es gibt nur Probleme, die zu lösen sind“. Doch selbst Götter in Weiß sind bloß Menschen. Just in dem Moment, als König endlich den Posten des Chefarztes sicher hat, ereilt auch ihn das Schicksal: Als ihn seine Freundin (Karina Krawczyk) verlässt, bricht er zusammen. Infarkt aufgrund von Herzmuskelschwäche, diagnostiziert sein Konkurrent um die Gunst des Chefs kühl; Transplantation, sonst Exitus.

    Bis zu diesem Punkt ist „Das Herz ist rot“ vorhersehbar, zumal Ralph Herforth den Chirurgen so kühl und unnahbar spielt, dass man den Schicksalsschlag förmlich herbeisehnt. Dann aber kippen Film (Regie: Christine Kabisch) und Geschichte (Edda Leesch): König kriegt sein Herz, doch ab diesem Moment quälen ihn Visionen und Alpträume. Immer wieder sieht er eine junge Frau, die sich auf ein gleißendes Licht in einem Tunnel zubewegt. Schließlich findet er eine Antwort auf seine hartnäckigen Fragen: Ihm wurde das Herz einer 17-Jährigen eingesetzt. König bricht mit seinem bisherigen Leben und will herausfinden, warum das Mädchen viel zu jung sterben musste; ihre Mutter Iris (Edda Leesch) ist eine gebrochene Frau, die sich die Schuld am Tod ihrer Tochter gibt.

    Reizvoll ist der Film vor allem wegen der Perspektivwechsel, und zwar in jeder Hinsicht: Immer wieder bemüht sich Kameramann Jürgen Herrmann erfolgreich um ungewöhnliche Einstellungen, die sehr schön illustrieren, wie sich Königs Wahrnehmung verschiebt. Ralph Herforth, der meist gern als knallharter Typ ohne Emotionen besetzt wird, spielt die Metamorphose vom Egoisten zum Menschen, der seine Gefühle akzeptiert, jederzeit glaubhaft. Mehr noch als bei den gemeinsamen Szenen mit Iris gilt dies für Königs Freundschaft zu einem kleinen Jungen, der in der Klinik vergeblich auf ein neues Herz wartet. Mancher Dialog des Films mag allzu zu bedeutungssschwer ausgefallen sein, doch insgesamt erzählt „Das Herz ist rot“ seine nachdenkliche Geschichte angenehm undramatisch. tpg.

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