Das Haus der Dämonen Poster

Fakten und Hintergründe zum Film "Das Haus der D?monen"

Kino.de Redaktion  

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Über die Produktion

Geister sind ein fester Bestandteil der Geschichte der Vereinigten Staaten. Vor allem in den Annalen New Englands und der TriState-Gegend finden sich immer wieder Geschichten von verwunschenen Häusern oder Legenden von übelwollenden Untoten. In Connecticut, heißt es, verschwanden ganze Dörfer von der Bildfläche, nachdem sie von Geistern heimgesucht wurden. Im Nordwesten des Staates wurden die Bürger von Dudleytown massenweise in den Wahnsinn getrieben, ihre Hoffnungen zerstört von unablässigen Angriffen bösartiger Geister.

1987 wurde in Southington in Connecticut ein besonders alptraumhafter Fall registriert, als eine Familie, die gerade in ein seit langem leerstehendes Haus in der Meriden Avenue gezogen war, von einem bösen Geist heimgesucht wurde. Kurz nach ihrem Einzug entdeckte die Familie einen kleinen Friedhof in ihrem Garten, eine Einbalsamierungskammer in ihrem Keller und ganze Schubladen voller gruseliger Fotos von Leichen: Ihr neues Haus entpuppte sich als einstiges Beerdigungsinstitut, das in den zwanziger Jahren in Betrieb genommen worden war. Kurz darauf erlebte die Familie erste paranormale Aktivitäten – merkwürdige Klänge, unvorhersehbare Temperaturwechsel, Erscheinungen mysteriöser Figuren –, so intensiv und regelmäßig, dass sie beinahe daran zerbrach. In der ganzen Zeit war sich die Familie nicht bewusst, dass diese Geschehnisse zu den extremsten und überzeugendsten Fällen übernatürlicher Aktivitäten zählten, die jemals aufgezeichnet wurden.

Die Arbeit an DAS HAUS DER DÄMONEN begann 2003, als Produzent Andrew Trapani eine Fernsehdokumentation über die unvorstellbaren Schrecken sah, die Carmen Reed und ihrer Familie widerfuhren. Trapani saß wie gefesselt vor dem Fernseher. Danach versuchte er sofort, Kontakt mit Carmen Reed aufzunehmen, um sich ihre Erlebnisse aus erster Hand erzählen zu lassen. Trapani und sein Produktionspartner Paul Brooks wollten ihren Ohren nicht trauen. So eine Geschichte hatten sie noch nie zuvor gehört – sie wussten, dass man daraus einen Film machen musste, damit mehr Menschen davon erfuhren. „Die Tatsache, dass die paranormalen Attacken über einen Zeitraum von Monaten hinweg verschiedenen Familienmitgliedern widerfuhren, ist unglaublich“, gibt Brooks seinen ersten Eindruck wider.

Auch Regisseur Peter Cornwell blieb von diesem Aspekt nicht unberührt: „Wenn man die Figuren im Film nicht nur als solche, sondern als reale Personen wahrnimmt, trägt das dazu bei, dass all die Dinge, die ihnen widerfahren, noch schrecklicher wirken.“

Für die Autoren Adam Simon und Tim Metcalfe war DAS HAUS DER DÄMONEN eine ideale Gelegenheit, ihre lebenslange Faszination für das Übernatürliche in ein Filmprojekt einzubringen. „Unser gemeinsames Interesse am Okkulten in Literatur, Film und Geschichte war eine große Hilfe, der Handlung ihre Form zu verleihen“, erklärt Metcalfe. Vor allem viktorianischer Horror und die Bewegung der Spiritualisten hatte es ihnen angetan. Kunstvoll brachten sie ihr gesammeltes Wissen über grausame Verstümmelungen, Séancen und das Makabre in der Hintergrundgeschichte mit ein.

Nach der Veröffentlichung seines preisgekrönten Animationskurzfilms „Ward 13“ wurde Regisseur Peter Cornwell bei Produzenten in Hollywood hoch gehandelt. „Peters Kurzfilm verursacht wirklich Gänsehaut und hat viel Seele“, beschreibt Brooks. „Ich fand seinen Blickwinkel ungemein originell. Er stimmte mit uns überein, dass DAS HAUS DER DÄMONEN so realistisch wie möglich wirken und im Grunde der wahren Geschichte der Familie treu bleiben sollte.“

Zufälligerweise hatte Cornwell selbst bereits mit dem Gedanken gespielt, es als nächstes mit einem abendfüllenden Live-Action-Spielfilm zu versuchen. „Wenn man Animation macht, sieht man die Szenen ganz klar im Kopf, bevor man sie dreht“, merkt er an. „Bei einem Live- Action-Film kommt es auf Zusammenarbeit an. Die Schauspieler haben ihre eigenen Vorstellungen und Ideen, die sie einbringen wollen. Es ist eine großartige Sache, gemeinsam etwas zu erschaffen.“

Die Oscar®-nominierte Schauspielerin Virginia Madsen, die bei Horrorfans seit ihrem denkwürdigen Auftritt in CANDYMAN („Candymans Fluch“, 1992) Kultstatus genießt, hatte seit etwa drei Jahren nach einem passenden Drehbuch für einen Horrorfilm gesucht. Doch alle 25 Bücher, die sie seither gelesen hatte, verließen sich auf billige Schocktaktiken und setzten auf Folterszenarien oder übermäßigen Gewalteinsatz. „Dann hielt ich plötzlich dieses Drehbuch in den Händen, mit seiner großartigen Geschichte und einer wunderbar komplexen weiblichen Hauptfigur, Sara Campbell… Und trotzdem ist es atemberaubend spannend“, sagt sie. Wie die wahre Carmen Reed ist Sara Campbell eine starke, religiöse Frau, die mit aller Macht darum kämpft, ihre Familie zu retten, während ihr Glaube angesichts der schockierenden Ereignisse in ihrem Haus auf eine harte Probe gestellt wird.

Madsen gesteht freimütig, dass sie mit Regiedebütanten nicht immer nur gute Erfahrungen gemacht hat. Mit seiner sorgfältigen Vorbereitung und seiner klaren Vision hatte Peter Cornwell aber keine Schwierigkeiten, die Schauspielerin von sich zu überzeugen. „Als ich Peter zum ersten Mal traf, verhielten wir beide uns wie große Kinder. Ich liebe Filme, ich liebe Horrorfilme, und Peter geht es nicht anders. Ich wollte alles über seinen Kurzfilm in Erfahrung bringen, was möglich war. Wir lagen von der ersten Minute an auf einer Wellenlänge, würde ich sagen, auf eine sehr kindliche Weise. Ich entdeckte aber auch eine andere Seite an Peter: Er ist sehr, sehr fokussiert und weiß ganz genau, was für eine Art von Film er machen wollte.“ „Mit Virginia zu arbeiten, war traumhaft“, sagt Cornwell. „Sie hat echte Klasse, verfügt über viel Erfahrung. Und ihre Ausstrahlung ist umwerfend.“

Madsen war sich bewusst, welch einer finsteren Atmosphäre sich die Darsteller während des Drehs ausgesetzt sehen würden. Deshalb war es ihr sehr wichtig, sich rührend um die Kinder im Ensemble zu kümmern und ihnen ihre ganze Unterstützung zuzusichern. Schon bald wurde sie liebevoll „Mama V“ gerufen. Amanda Crew, die als Saras Nichte Wendy zu sehen ist, sagt: „Virginia erkannte, dass wir ihre Unterstützung brauchen würden, um mit dieser schwierigen Geschichte fertig zu werden. Wie die Mutter in der Geschichte war sie für uns alle ein strahlendes Vorbild am Set.“

Für den jungen Schauspieler Kyle Gallner, den man vor allem aus der Serie „Veronica Mars“ kennt, stellte die Darstellung des Matt Campbell eine beachtliche Herausforderung dar. Nicht nur war es seine erste Hauptrolle in einem Kinofilm, es war zudem ein Part, für den man eine große emotionale Bandbreite abdecken musste: Matt muss mit der angespannten Situation zwischen ihm und seiner Mutter fertig werden. Und er muss das wiederholte Erscheinen seines Doppelgängers, eines scheinbar bösartigen Jungens namens Jonah, verkraften. „Die Rolle nötige mir Respekt ab“, gesteht Gallner. „Es war eine sehr intensive Erfahrung. Ich kann mir nicht im Entferntesten vorstellen, was die Familie damals wirklich durchgemacht haben muss.“

Gallner griff auf seine eigenen Erfahrungen als Teenager zurück und hatte seine eigenen Vorschläge, wie man Matt so überzeugend und authentisch wie möglich auf Film bannen könnte. „Kyle war der Sechzehnjährige im Team“, meint Peter Cornwell. „Ich war sehr froh, dass ich auf seinen Input zurückgreifen konnte, wie sich ein Junge seines Alters wirklich verhalten würde. Ich half ihm dabei, einen Weg zu finden, seine Szenen auf eine Weise zu spielen, dass sie sich echt anfühlten und er selbst daran glauben konnte. Kyles Talent ist es zu verdanken, dass wir Matt auf so überzeugende Weise zu Leben erwecken konnten.“

Virginia Madsen, die selbst Mutter eines Dreizehnjährigen ist, fand es spannend, wie komplex das Drehbuch die schwierige Dynamik einer Beziehung zwischen Mutter und Sohn herauskitzelte. Als Matt mit seinen zunehmend schrecklicheren Visionen konfrontiert wird, ringt er mit sich, wie viel davon er seiner Mutter erzählen soll, weil er sie nicht noch mehr beunruhigen will. „Die meisten Filme stellen Teenager als dysfunktional und durcheinander dar, meistens können sie ihre Eltern nicht ausstehen. Aber Teenager sind viel komplexer gestrickt“, findet Madsen. „Ich fand, dass uns mit der Beziehung von Sara und Matt eine ziemlich gute Darstellung von Eltern und Teenagern gelingt.“

Schauspieler Elias Koteas, der als Reverend zu sehen ist, der den Campbells bei ihrer Prüfung beizustehen versucht, beeindruckte Cornwell mit seiner Arbeitseinstellung. Speziell seine Angewohnheit, sich auch zwischen zwei Einstellungen nicht aus seiner Rolle auszuklinken, rang ihm Respekt ab. Virginia Madsen hatte bereits in der Vergangenheit mit Koteas gearbeitet und achtet ihn als begabten Schauspieler, der sich voll und ganz in seine Figuren versenkt. Nicht von ungefähr nennt sie ihn den „Zen-Man“. Cornwell berichtet: „Elias erfüllte seine Figur mit Seele. Er arbeitet sehr hart und er ist zu allem bereit, um selbst Details perfekt hinzubekommen. Er ist entschlossen, für seine Rolle auch an Orte zu gehen, die alles andere als angenehm für ihn sind.“

Martin Donovan spielt Peter, den wohlgesinnten Familienvater, auf dem der finanzielle Druck schwer lastet. Ihm gefiel bei der Rollenwahl vor allem, dass der Fokus des Drehbuchs auf der Ausarbeitung der Figuren lag – für ihn im Horrorgenre absolut ungewöhnlich. „Ich diskutierte mit dem Regisseur über Schuld und Zorn, weil ich finde, dass dies Peters leitende Emotionen sind“, meint der Schauspieler. „Peter ist hin- und hergerissen. Ich habe großes Verständnis für ihn.“

Das Ensemble wird von Amanda Crew abgerundet, die als Matts Cousine Wendy zu sehen ist. Crew gefiel das Drehbuch aufgrund seiner immensen Spannung und der cleveren Schocks. Beim Dreh einer Szene, in der eine Axt eine Tür zertrümmert, zuckte sie einmal selbst vor Schreck zusammen. „Bei der zweiten Klappe landete die Axt so nah bei meinem Gesicht, dass mir das Herz förmlich bis zum Hals schlug“, erinnert sich Crew. „Das hatte mit Schauspielerei nichts mehr zu tun. Das war wirklich beängstigend.“

Die entscheidende Rolle im Film fiel allerdings dem Haus selbst zu. Drehbuchautor Adam Simon erklärt: „Das Haus ist natürlich eine wichtige Figur, vielleicht sogar die wichtigste Figur der ganzen Geschichte. Wenn man sich das erst einmal verdeutlicht, hat man sofort an der Last der gesamten Filmgeschichte zu tragen. Da wäre das Hill House in THE HAUNTING („Wenn das Blut gefriert“, 1963) oder das Overlook Hotel in THE SHINING („Shining“, 1980)…

Es ist eine gewaltige Aufgabe, angesichts solch berühmter Vorbilder ein verwunschenes Haus für einen Film zu erschaffen. Aber davon darf man sich nicht beeindrucken lassen, sonst hat man gleich verloren. Und wir hatten den unschätzbaren Vorteil, dass es sich um die Adaption einer wahren Geschichte handelte. Und man darf nicht vergessen, dass es sich ursprünglich um ein Leichenhaus gehandelt hatte.“

In enger Zusammenarbeit mit Szenenbildnerin Alicia Keywan suchte Peter Cornwell lange nach einer geeigneten Location für das Geisterhaus in DAS HAUS DER DÄMONEN. Schließlich entdeckten sie ein nahezu ideales viktorianisches Haus in dem Städtchen Teulon, etwa 30 Minuten außerhalb von Winnipeg in Kanada. „Bei den meisten Produktionen ist man so viel unterwegs und ständig an neuen Drehorten, dass man gar nicht die Zeit hat, eine bestimmte Location wirklich genau zu erkunden. Mir gefällt die Intimität, die dadurch entsteht, dass man das Haus als Figur kennenlernt“, berichtet der Regisseur. Madsen merkt an: „Das Haus hatte förmlich ein Gesicht. Man fühlte sich recht mulmig, wenn man es betrat.“

Umgeben von einem großen Grundstück, erwies sich das Haus mit seinen unverkennbaren runden Fenstern und seiner klassischen langen Auffahrt als perfektes Double für ein viktorianisches Haus in Connecticut. Der Keller und das Schlafzimmer von Matt wurden in einer Studiohalle gebaut. In Abstimmung mit Cornwell und Kameramann Adam Swica entwickelte die Szenenbildnerin Alicia Keywan 3D-Modelle des Hauses, damit gewisse technische Abläufe bereits vor Beginn der Dreharbeiten ausgearbeitet werden konnten. Swica entschied sich für einen klassischen Ansatz bei seiner Kameraarbeit und setzte nur für ganz bestimmte Szenen auf Handkamera, um Spannung zu erzeugen. Die Leichen wurden von dem preisgekrönten FX-Künstler Todd Masters (Emmy-Preisträger für Best Special Effects Make-Up bei „Six Feet Under“; Saturn-Award-Gewinner für Best Make-up FX bei SLITHER („Slither – Voll auf den Schleim gegangen“, 2006)) und seinem Team der Visual Effects-Firma MASTERSFX entworfen und gebastelt.

Bereits eineinhalb Monate vor Drehstart begannen sie mit den Vorbereitungen, um jeden einzelnen Körper aus Silikon fertigen und mit Armaturen aus Metall sowie geschweißten Gelenken versehen zu können. Jeweils zwei Wochen dauerte der Prozess, der sich vom Formen eines lebensgroßen Abdrucks bis zum Auftragen von Haar und Tätowierungen erstreckte. „Lebensechtere Leichen als bei uns wird man nicht finden“, lobt Cornwell. „Wenn man sie berührte, fühlten sie sich richtig steif und kalt an.“ „Die Leichen sahen mit ihren behaarten Beinen und abgekauten Nägeln so echt aus, dass ich körperlich regelrecht abgestoßen war“, schwört Virignia Madsen. „Dass sie allesamt anatomisch korrekt geformt waren, fand ich richtig lustig. Jede Leiche hatte einen Penis. Aber wenigstens besaß man die Würde, sie zuzudecken. Aber ich habe einfach einen Blick riskiert. Mädchen sind nun mal neugierig.“ Cornwell scheute nicht davor zurück, Spezialeffekte einzusetzen, um die Spannung der Schocks zu erhöhen. Dennoch ist er davon überzeugt, dass die Geschichte allein ausreicht, um auch erfahrene Horrorfans zu verstören. „Es ist wirklich erschreckend, was diese Familie durchmachen musste“, sagt er. „Wenn man das auf der Leinwand miterlebt, kann man sich gar nicht vorstellen, wie sie das überleben konnte.“

Aber Carol Reed wollte, dass ihre Geschichte erzählt wird. „Ich will, dass die Menschen wissen, dass diese Dinge tatsächlich geschehen“, meint sie. „Nur weil man unerklärbare Dinge sieht oder Stimmen hört, heißt das noch lange nicht, dass man verrückt ist. Wir müssen uns eingestehen, dass wir nicht alle Antworten kennen. Ich habe nicht an Geister geglaubt. Ich habe nicht geglaubt, dass diese Dinge geschehen können. Und ich habe mit den Augen gerollt, wenn ich Leute traf, die behauptet haben, dass Geister existieren, die jeden Knacks im Haus für einen Beweis ihrer Existenz halten. Aber dann gibt es Zeiten, wo man sich das Monster unterm Bett nicht nur vorstellt.“

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