Filmhandlung und Hintergrund

Ho, Ho, Ho! Righty, righty, right! Vertraute Klänge aus dem Soundtrack zu „Uhrwerk Orange“ sorgen für die Ouvertüre dieser deutsch-britischen Coproduktion. Die Hommage an Stanley Kubricks Meisterwerk ist nicht zufällig, steht doch auch in „Das Handbuch des jungen Giftmischers“ ein mental verirrter junger Mann im Mittelpunkt, dem es wie Anthony Burgess‘ Antiheld Alex an Gewissensinstanzen fehlt, die dann therapeutisch...

Im zarten Alter von 14 Jahren vergiftet Graham Young seine Stiefmutter und seinen Onkel und stellt damit seine erstaunlichen Fähigkeiten auf dem Gebiet der angewandten Chemie unter Beweis. Er wird in eine Anstalt eingewiesen. Wenige Jahre später wird er als geheilt betrachtet und erneut auf die Menschheit losgelassen - mit fatalen Folgen.

Inmitten der ach so geregelten britischen Welt des Jahres 1961 dreht der 14jährige Graham Young durch. Augenfälligste Erscheinung seines Wahns: Er interessiert sich plötzlich für alle möglichen Giftstoffe. Bald darauf wendet er sie auch an. Das Resultat: Seine Schwester erblindet auf einem Auge, und seine Mutter muß gar ihr Leben lassen. Endlich wird Graham in die Psychiatrie eingewiesen. Dort scheint sich sein Zustand innerhalb kürzester Teit zu bessern…

Regisseur Benjamin Ross versah sein surreales Portrait eines leicht geisteskranken Giftmischers mit einer gehörigen Prise schwarzen Humors.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ho, Ho, Ho! Righty, righty, right! Vertraute Klänge aus dem Soundtrack zu „Uhrwerk Orange“ sorgen für die Ouvertüre dieser deutsch-britischen Coproduktion. Die Hommage an Stanley Kubricks Meisterwerk ist nicht zufällig, steht doch auch in „Das Handbuch des jungen Giftmischers“ ein mental verirrter junger Mann im Mittelpunkt, dem es wie Anthony Burgess‘ Antiheld Alex an Gewissensinstanzen fehlt, die dann therapeutisch aufgebaut werden sollen. Nach einem authentischen Fall hat der 31jährige Regienovize Benjamin Ross einen kleinen, aber souverän erzählten Film inszeniert, dessen schwarzer Humor britische Tradition pflegt. Die sich ganz aus der Täterperspektive entfaltende Story setzt 1961 ein - in einem durch Prüderie, Tee- und Porzellanbesessenheit und dem monotonen Ticken der Standuhr geprägten britischen Spießermilieu, das fast zwangsläufig in den Wahnsinn treiben muß. Weil auch die Familie des 14jährigen Graham Young (Hugh O’Conor, der grandiose junge Christy Brown aus „Mein linker Fuß“) nicht einen Funken Sympathie weckt, hält sich das Mitleid in Grenzen, wenn Graham der überbevölkerten Erde auf etwas exzentrische Art Entlastung verschafft. Seine Leidenschaft für toxische Substanzen sucht bald über die Theorie hinaus ein Ventil in der Praxis. So kommen diverse Gifte unbemerkt auf den Speiseplan der Familie, was die Schwester mit einem erblindeten Auge und die Mutter mit dem Leben büßen muß. Heimtückisch lockt Ross uns auf die Seite dieses Psychopathen, den O’Conor in äußerlicher Harmlosigkeit anlegt. Ironisierende musikalische Kommentare brechen immer wieder die mörderische Essenz des Plots, der am Ende absurde Züge annimmt, wenn es den nach Verhaftung und Therapie eigentlich geläuterten Mann zwanghaft zu einem großangelegten toxischen Feldversuch treibt. Eine solche Mischung aus schwarzem Humor, Kleinbürgersatire und tödlichem Treiben ist nicht jedermanns Sache, erzeugt eine emotionale Distanz, hat aber durchaus Chancen. Auf weitere cineastische Untaten von Ross darf man jedenfalls gespannt sein, denn der Newcomer zeigt sich in seinem „Handbuch“ in Sachen Kino unübersehbar belesen. kob.

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