In der Komödie „Das hält kein Jahr!“ spielt Simon Baker einen smarten Geschäftsman, der die junge Ehe von Nat und Josh ernsthaft gefährdet. In einem exklusiven Interview mit CINEFACTS spricht der Star aus „The Mentalist“ über seine Rolle als Frauenheld.

Der Star aus „The Mentalist“ über seinen Erfolg bei den Frauen

In der britischen Komödie Das hält kein Jahr..! - ab 18. April im Kino - stürzt sich ein junges Paar (Rose Byrne und Rafe Spall) Hals über Kopf in die Ehe. Schon nach wenigen Monaten suchen die beiden eine Paartherapeutin auf, um ihr Ehe zu retten. Eine der Gründe könnte Nats attraktiver Kollege Guy sein. Der smarte Schauspieler Simon Baker berichtet in einem exklusiven Interview mit CINEFACTS über seine Filmrolle als unwiderstehlicher Frauenheld und seinen Erfolg als Star der erfolgreichen US-Serie „The Mentalist“.

CINEFACTS: Sie sind ja vor allem durch Ihre Fernsehkarriere berühmt geworden. Möchten Sie jetzt wieder mehr in Filmen auftreten?

Simon Baker: Ich habe eigentlich nie wirklich damit aufgehört, Filme zu drehen. Ich glaube, dass man mich durch den Erfolg von “The Mentalist” einfach nur mehr wahrnimmt, wenn ich in Filmen erscheine. Es ist natürlich so, dass die Serie so viele Menschen erreicht hat, wie ich es mir niemals hätte vorstellen können. Die hat bei den Menschen wahrscheinlich einen wesentlich größeren Eindruck hinterlassen als jeder meiner Filme. Wenn es um Filme geht, erkennt man mich hauptsächlich aus „Der Teufel trägt Prada“ oder aus „LA Confidential“, aber das ist nun schon so lange her. Man muss wahrscheinlich ein ziemlicher Filmkenner sein, um sich an meine anderen Filme erinnern zu können (lacht).

CINEFACTS: Müssen Sie wegen „The Mentalist“ viele Filmprojekte absagen? Bricht Ihnen das nicht manchmal das Herz?

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Simon Baker: Nun ja, es bricht mir insofern nicht das Herz als dass ich mir diese Projekte dann gar nicht erst ansehe. Ich schenke generell nur den Drehbüchern Beachtung, die zeitlich in meinen Rahmen passen. So verhindere ich, dass ich mich quasi in das Mädchen verliebe und dann gleich wieder Schluss machen muss, wenn Sie so wollen (lacht). Ich glaube, das ist eine Art Selbstschutz. Aber „The Mentalist“ hat mir außerordentlich gut getan, sowohl was das Persönliche, als auch was das Geschäftliche angeht. Interessant wird es, wenn ich mich darum kümmern muss, wie es nach der Serie weitergehen wird.

CINEFACTS: Sie haben kürzlich einen Stern auf dem Walk of Fame erhalten. Wie haben Sie sich da gefühlt?

Simon Baker: Ach, wissen Sie, das war schon was. Als sie anriefen und mir Bescheid sagten, war mir das fast fast peinlich. Ich habe mich einfach nicht gefühlt, als ob ich das verdient hätte. Ich bin erst 43 und für mich war es immer so, dass ich dachte, dass diese Ehre denen gebührt, die schon ihr ganzes Leben lang dabei sind. Aber darum geht es anscheinend nicht. Ich glaube, weil ich mir so vorkam, als hätte ich es eben nicht verdient, habe ich im Vorfeld nicht so wirklich viel darüber nachgedacht. Aber als es dann soweit war, war es wirklich überwältigend und natürlich ganz toll. Ich hatte viele enge Freunde eingeladen und selbstverständlich meine Familie. Menschen, die mich schon lange begleitet haben, seit meinem ersten Job als Schauspieler. Und dann war es schon so, als wäre da ein bisschen Geschichte, wissen sie? Ja, ich bin erst 43 und ich mache das erst seit crca 20 Jahren, aber dennoch gelte ich nun irgendwie schon als Oldtimer im Schauspielgeschäft. Es war schön, diesen Moment mit meinen Kindern teilen zu können.

CINEFACTS: Gab es irgendwelche Herausforderungen, was Ihre Rolle als Guy in „Das hält kein Jahr“ angeht? Jede Frau verliebt sich in ihn. Oder fällt Ihnen das mittlerweile nicht mehr schwer?

Simon Baker: (Lacht). Ich glaube, für mich liegt die Herausforderung in der Erwartungshaltung der Menschen. Ich fühle mich dann immer ein bisschen unbeholfen und bin mir meiner selbst sehr bewusst, dabei will ich das gar nicht. Aber so ist es nun einmal. Ich bin ein Mensch, wie jeder andere auch. Und jeder hat viele Facetten und sollte nicht auf eine Sache beschränkt werden. Mir werden diese Rollen mit Sicherheit nicht für immer angeboten. Wenn ich eines gelernt habe, dann ist es, dass ich mich heutzutage längst nicht mehr so ernst nehme, wie ich es früher tat. Als ich jünger war, habe ich mich wirklich sehr ernst genommen. Als Schauspieler und als Person. Heute nehme ich den Job ernst, mich selber aber nicht mehr so. Ich sehe das ganz entspannt. Und das nimmt mir eine Menge von dem Druck.

CINEFACTS: Trotzdem können Sie nicht leugnen, dass Sie den reichen, gutaussehenden Frauenschwarm immer sehr überzeugend verkörpern. Hätten Sie nicht auch mal Lust, den trotteligen Loser zu spielen?

Simon Baker: Na ja, es gab schon auch andere Rollen, die ich gespielt habe. Aber die Sache in Hollywood ist die: es ist immer sehr schwer, jemanden davon zu überzeugen, dir eine Rolle zu geben, die nicht dem Bild entspricht, das diese Person von dir hat. Dazu bedarf es eines wirklich mutigen Regisseurs. Nach „Der Teufel trägt Prada“ bekam ich Unmengen solcher Rollen angeboten. Was mit an „Das hält kein Jahr“ so gefiel, war, dass Guy ja eigentlich schon ein bisschen trottelig und tollpatschig ist. Er ist fast schon eine Parodie von diesem perfekten, gutaussehenden Mann. Das fand ich sehr liebenswert. Es war, als würde man diese Art von Figur nicht ganz so ernst nehmen, wie es sonst häufig der Fall ist. Das gefiel mir, weil ich es genauso sehe. Das ist alles nur Fassade, so glatt ist einfach niemand. Es muss immer etwas geben, das jemanden menschlich macht.

Simon Baker über seinen Kollegen Til Schweiger

CINEFACTS: Was mögen Sie am typischen britischen Humor?

Simon Baker: Ich glaube, es ist dieses Gleichgewicht. Auf der einen Seite ist der britische Humor wirklich schlau und intelligent und einfach super gekontert. Auf der anderen Seite ist er aber auch total albern und blödsinnig. Und dieser Sprung geschieht von einer Sekunde auf die nächste. Das ist toll.

CINEFACTS: Würden Sie sagen, dass das auch Ihre persönliche Art von Humor widerspiegelt?

Simon Baker: (Lacht) Na ja, ich bin nicht so scharfsinnig, daher klappt das nicht immer.

CINEFACTS: Passiert es Ihnen also manchmal, dass Sie in Amerika einen Witz reißen, dem dann niemand folgen kann?

Simon Baker: (Lacht) Ja, auf jeden Fall! Ich glaube, dass sich der britische und der amerikanische Humor langsam annähern, aber sie sind dennoch immer noch sehr verschieden. In Amerika kommt es mir immer so vor, als würden sie sichergehen wollen, dass man auch wirklich weiß, wenn etwas ein Witz sein soll. Das ist weniger mutig. In England macht man den Witz und wenn du ihn nicht verstehst, dann hast du Pech gehabt. In Amerika möchte man die Witze am liebsten gleich noch erklären. Mir gefallen die ganzen Judd Apatow Komödien zum Beispiel sehr gut, aber trotzdem wird irgendwie noch mal extra sichergestellt, dass man auch wirklich weiß, dass man das Ganze nicht so ernst nehmen soll. Vielleicht ist das alles ein bisschen von Saturday Night Live beeinflusst, denn die Show ist in den USA sehr erfolgreich. Wobei die auch nicht immer lustig ist. Ich glaube, in England geht es mehr um persönlichen Humor.

CINEFACTS: Aber Sie sind ja gar kein Brite, sondern Australier.

Simon Baker: Genau, wir sind die Verbrecher. Wir waren alle einmal Englisch, aber dann hat man uns wegegschickt (lacht).

CINEFACTS: Rose Byrne kommt auch aus Australien. Kannten Sie sich?

Simon Baker: Ja. In den Medien wird immer der Eindruck verbreitet, dass die ganzen Australier in Hollywood immer gemeinsam abhängen und ein Barbecue haben oder so (lacht). Aber wir kannten uns tatsächlich.

CINEFACTS: Ihre Figur in „Das hält kein Jahr“ ist ein totaler Romantiker. Sind Sie selbst romantisch? Gibt es irgendwelche romantischen Gesten, die Sie Ihrer Frau machen?

Simon Baker: Na ja, ich werde jetzt nicht sagen, was ich mit meiner Frau mache (lacht), aber ich bin definitiv ein Romantiker. Ich meine aber gar nicht mal nur, was meine Frau angeht. Man kann auch andere Dinge im Leben romantisch sehen. Meine Gesten sind natürlich nicht so absurd wie die Dinge, die im Film passieren.

CINEFACTS: Wie wichtig ist Romantik in einer Beziehung?

Simon Baker: Oh, ich glaube Romantik ist sehr wichtig. Das hat alles mit dem Umgarnen zu tun, das ganze Ritual des Kennenlernens basiert darauf. Aber damit meine ich nicht, dass man nicht mehr romantisch zu sein braucht, wenn man die Frau erobert hat. Ich bin seit fast zwanzig Jahren verheiratet und trotzdem habe ich immer wieder das Gefühl, meine Frau erneut für mich gewinnen zu wollen. Nicht immer, aber es kommt vor. Das ist wie ein kleiner Tanz, den man in einer Partnerschaft führt. Man sollte nie aufhören, sich Mühe zu geben. Selbst, wenn es nur darum geht, meine Frau zum Essen auszuführen. Und das ist gut so, es hält mich am Leben.

CINEFACTS: Da Sie nun schon so lange verheiratet sind: was ist Ihr Tipp für eine gute Ehe?

Simon Baker: Oh, ich habe da kein Geheimnis. Ich glaube, wenn man es will, dann klappt es auch. Man muss immer aufeinander eingehen und sich darüber im Klaren sein, dass es gute und schlechte Zeiten geben wird. Aber wenn man es wirklich will, dann besteht jede Ehe. Es gibt immer Dinge, die einen an dem Partner nerven, so ist es ja auch im Film. Aber mit der Zeit akzeptiert man diese kleinen Fehler immer mehr, bis sie irgendwann nicht mehr auffallen.

CINEFACTS: Vor etlichen Jahren haben Sie einmal mit Til Schweiger gedreht, der Film hieß „Judas Kiss“. Erinnern Sie sich?

Simon Baker: Oh, ja, na klar. Ich hatte Til danach eine ganze Weile nicht gesehen, aber eines Tages fuhr er in Malibu in einem Volkswagen an mir vorbei. Das werde ich nie vergessen. Er sagte „Hello, remember me, I’m Til Schweiger, the German guy!“ in einem deutschen Akzent. Ich muss lachen, wenn ich daran denke. Klar erinnere ich mich. Ist er in Deutschland nicht sehr berühmt?

CINEFACTS: Ja. Er führt auch Regie, so wie Sie es schon bei einigen Folgen von „The Mentalist“ getan haben. Hätten Sie Interesse daran, das weiter auszubauen?

Simon Baker: Ja, vielleicht schon. Wenn wir mit der Serie fertig sind, aber ich kann jetzt noch gar nicht absehen, wann das sein wird. Es nimmt soviel Zeit ein, dass ich gar nicht dazu komme, etwas anderes zu tun. Wenn man bei einem Film Regie führen will, sollte man dem Projekt schon mindestens ein Jahr widmen. Aber ich würde das schon gerne machen. Vor allem, wenn man in dem Film dann auch noch mitspielt, also auf beiden Seiten beteiligt ist. Das ist dann wirklich interessant.

CINEFACTS: Vor „The Mentalist“ hatten Sie bereits die Hauptrolle in einer anderen Serie, „The Guardian“. Würden Sie also noch mal eine TV Serie machen?

Simon Baker: Ich weiß nicht. Ich glaube nicht, dass ich noch mal etwas machen könnte, das so erfolgreich wäre, wie „The Mentalist“. Daher ist das eher unahrscheinlich. Ich hatte einen solchen Erfolg auch gar nicht erwartet. Man hofft natürlich immer auf das Beste, aber es gibt kein Rezept dafür. Ansonsten würde es ja jeder machen. Ein so erfolgreiches Projekt kommt nicht alle Tage. Daher denke ich, dass es sehr wichtig ist, es nicht als selbstverständlich anzusehen. Ich versuche, jeden Tag zu genießen. Ja, es nimmt viel Zeit ein und es ist anstrengend, aber eines Tages wird es nicht mehr da sein. So etwas hält nicht für immer. Daher weiß ich es wirklich zu schätzen.

CINEFACTS: Haben Sie ein Lebensmotto?

Simon Baker: Ja, ähnlich wie es meine Figur im Film sagt: „Wenn du gut zu anderen bist, ist man auch gut zu dir“.

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