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Fakten und Hintergründe zum Film "Das gro?e Rennen"

Kino.de Redaktion |

Das große Rennen - Ein abgefahrenes Abenteuer Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Hintergrund: Die Geschichte der Seifenkiste

Wagenrennen gibt es seit knapp dreitausend Jahren. Vielleicht auch schon so lange, wie es das Rad gibt. Ob nun von Schwerkraft, Ochsen, Pferden, Tretkraft oder Motoren angetrieben, geht es auf Rädern darum, wer als erster die Ziellinie überfährt.

Wer schneller durch die Kurven kommt, geschickter überholen kann und wessen Wagen bis zum Ende durchhält, gewinnt das Rennen – sei es Circus Maximus im antiken Rom, auf dem Formel-1 Kurs beim Grand Prix von Monaco oder beim Seifenkistenrennen in Oberursel, das es – mit Unterbrechungen - seit 1904 gibt.

Den eingängigen Begriff „Seifenkiste“ allerdings gab es Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht und so fand damals im Taunus eben das erste „Kinderautomobilrennen“ der Welt statt.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten fasste dieser Kinder- und Jugend-Rennsport dann in ganz Deutschland und bald auch im Rest der Welt Fuß.

Amerikanische Seifenhersteller gaben dann schließlich in den 30er Jahren nicht nur Seifenopern ihren Namen, sondern auch den Seifenkisten.

Ein einfallsreicher Seifenhersteller kam auf die Idee, seine Verpackungskisten mit einer Bauanleitung für ein Kinderauto auszuliefern und später auch die dazugehörigen Räder nachzulegen.

Die „Seifenkiste“ war geboren und schon kurz darauf durfte sie frisch getauft in der ersten Seifenkistenmeisterschaft an den Start gehen.

1935 fanden in Akron, im US-Bundesstaat Ohio, die „All American Soap Box Derbys“ statt und noch heute werden dort die Seifenkisten Weltmeisterschaften ausgetragen. Die Regeln in diesem „Grand Prix der Schwerkraft“ und eigentlich allen Seifenkistenrennen sind überschaubar und beziehen sich vor allem auf die Bauweise der Gefährte, die meist von Kindern und ihren Eltern zusammen gebaut werden.

Für eine regelgerechte Seifenkiste und seinen Fahrer gelten:

• Das Kart darf keinen Motor haben.

• Es muss mindestens 4 Räder haben.

• Es muss einen Bremsmechanismus geben.

• Auf der Rennstrecke muss der Fahrer einen Helm tragen.

Interview mit Niamh McGirr (Mary)

Wie hast du von der Rolle gehört?

Es gab einen Aufruf zum Vorsprechen in meiner Schauspielschule, der Hazel Wand Theatre School. Mich hat natürlich die Gelegenheit gereizt, in einem Film mitzuspielen und mir hat nach dem Lesen des Drehbuchs auch die Rolle sehr gut gefallen. Mary ist genauso sportlich und aktiv wie ich!

Was möchtest du später mal werden? Hast du einen Traum wie Mary im Film?

Ich würde gerne mit der Schauspielerei weiter machen, wenn ich noch weitere Möglichkeiten bekommen sollte. Aber ich würde auch sehr gerne Grundschullehrerin werden.

Wie viel Spaß hattest du beim Kartfahren und was sind deine sportlichen Hobbys?

Ich bin gerne draußen und bewege mich sehr viel. Es gibt fast keinen Sport, den ich noch nicht ausprobiert habe und es war natürlich eine tolle Erfahrung, Kartfahren lernen zu dürfen. Ich spiele Gaelic Football, eine sehr irische Mischung aus Fußball und Rugby, für meinen Verein St Macartans und auch für das Team an unserer Schule Loreto. Außerdem mache ich Leichtathletik und nehmeTaekwondo-Unterricht.

Bist du auch so mutig wie Mary – oder sogar noch mutiger? Hast du vielleicht sogar ähnliche Dinge wie sie erlebt?

Ich würde schon sagen, dass ich einigermaßen mutig bin. Und ich liebe Herausforderungen. Ich habe viel von Mary gelernt. Ich habe gelernt, mich stärker für mich selbst einzusetzen und unabhängiger zu werden. Während der Dreharbeiten bin ich Mary immer näher gekommen und habe mich ihr sehr verbunden gefühlt. Sie hat schon eine ziemlich harte Situation mit ihren Eltern zu überstehen. So etwas kenne ich nicht und in der Schule habe ich viele Freunde und viel Unterstützung. Solche Hänseleien kenne ich zum Glück auch nicht.

Wie waren die Dreharbeiten zu DAS GROSSE RENNEN für dich?

Es war eine tolle Erfahrung. Alles war absolut neu für mich und ich hatte keine Vorstellung davon, was mich erwartet. Am meisten hat mich überrascht, wie lange es dauern kann, ein paar fertige Leinwandminuten zu drehen. Das hat mir gezeigt, wie viel Arbeit hinter jeder Szene steht. Das Beste aber war, all diese Leute – Schauspieler und Crew – treffen zu können. Sie waren alle unglaublich liebenswert, hilfsbereit und witzig. Auch die Arbeit mit den anderen Schauspielern habe ich sehr genossen, weil ich gemerkt habe wie viel Spaß es machen kann.

Möchtest du weiter vor der Kamera stehen?

Ich mag die Schauspielerei als Hobby und bin wirklich dankbar für diese Erfahrung. Natürlich würde ich liebend gerne weiter auf der Bühne oder vor der Kamera stehen. Es macht mir wirklich großen Spaß und ich weiß, wie viel Glück ich hatte, dass ich bei DAS GROSSE RENNEN dabei sein durfte.

Wie würdest du die wichtigste Aussage von DAS GROSSE RENNEN beschreiben?

Die Botschaft ist, dass man an seine Träume glauben und Vertrauen in seine Fähigkeiten haben soll. Es ist wichtig, dass man sich durch niemanden herunterziehen lässt und niemals aufgibt.

Interview mit Susan Lynch (Marys Mutter)

Was hat Ihnen an DAS GROSSE RENNEN besonders gefallen?

Ich mochte den bittersüßen Geschmack der Geschichte. Die kleine Mary erfüllt sich ihren großen Traum und kommt ihrem Ziel etwas näher. Gleichzeitig wird sie aber auch von ihrer Mutter zurückgelassen, die ihrem eigenen Traum folgt. Genau dieseremotionale Zwiespalt war extrem reizvoll für mich.

Was wollten Sie als Kind werden? Hatten Sie auch einen konkreten Traum wie Mary im Film?

Ich wollte so vieles werden, wenn ich mich richtig erinnere. Irgendwie wollte ich aber wohl auch immer Schauspielerin werden. In meinen anderen Karriereträumen habe ich mich beispielsweise als Stewardess durch die Welt reisen sehen, oder als Anwältin für Gerechtigkeit kämpfen. Irgendwie habe ich aber tatsächlich immer daran geglaubt, dass ich einmal Schauspielerin werden würde, und jetzt als erwachsene Frau finde ich es witzigerweise unglaublich, dieses Ziel tatsächlich erreicht zu haben.

Sie konnten sich ihren Traum also erfüllen. Wie schwierig war das für Sie?

Wie viel Zeit habe ich für die Antwort? Die Aufzählung aller Widrigkeiten würden hier den Rahmen sprengen, aber es gab – um es kurz zu machen – reihenweise Hindernisse. Dieser Beruf und das Weiterkommen in diesem Beruf folgt keiner klaren und nachvollziehbaren Logik. Man ist immer von anderen abhängig. Erst entscheiden andere, ob man bei einem Projekt, bei einem Stück oder in einem Film mitmachen soll und darf, und dann hängt das Gelingen dieses Projekts, Stücks oder Films eben auch noch von anderen und nicht nur von einem selbst ab. Das Einzige, was man in der Hand hat, ist die eigene Leistung und da muss man eben ganz einfach immer das Beste geben.

Sind Sie ein Fan von Autorennen oder sind Sie jemals selbst mit einem Kart unterwegs gewesen?

Nein. Ich bin weder ein großer Fan von Formel-1 oder sonstigen Rennen mit schnellen Wagen und habe auch niemals in einem gesessen oder mich in eine Seifenkiste getraut. Aber ich liebe es, mit meinem Auto durch die Gegend zu fahren.

Was kann man Ihrer Ansicht nach aus DAS GROSSE RENNEN mitnehmen?

Die Botschaft ist wahrscheinlich, dass man sich seinen Traum erfüllen kann, wenn man nur fest genug davon überzeugt ist und sich nicht vom Weg abbringen lässt. Aber das Leben hält eben wie überall das Ying und das Yang bereit. Es kann also sein, dass man sich seinen Traum erfüllt, dafür aber bereit sein muss, etwas anderes preiszugeben, das sehr wichtig ist. Träume sind etwas sehr zerbrechliches – so wie auch das Leben sehr zerbrechlich ist.

Regisseur André F. Nebe über den Film

Ein internationales Debüt mit Kindern, Tieren und Action? Als ich im Sommer 2006 zusammen mit Rowan O’Neill, dem Drehbuchautor, nach Galway in Irland zum Filmfest fuhr, hatten wir außer Mut und einem guten Drehbuch nicht viel mehr im Gepäck. Alle Auguren hatten schon seit Monaten versucht, uns von der Unmöglichkeit unserer Idee zu überzeugen.

Und es ist ja auch wahr: Soweit ich weiß, hat noch kein deutscher Regisseur sein Debüt auf Englisch im Ausland gedreht. Unsere Story von dem kleinen Mädchen, das auf einer einsamen irischen Farm davon träumt, Rennfahrerin zu werden, hat jedoch jeden berührt, der sie hörte oder las.

Meine bisherigen Kurzfilme fanden Gefallen und mit einer klaren Vision und guter Vorbereitung kamen nach und nach unsere jetzigen Partner an Bord. Die Mary zu finden, war eine große Herausforderung.

Die meisten „Filmkinder“ haben etwas sehr Künstliches an sich oder werden von ihren Eltern extrem gedrillt. Nicht so Niamh McGirr. Sie hatte ein paar Theater-AGs in ihrer Schule gemacht, stand aber noch nie vor der Kamera und als sie es dann doch tat, kamen mir beim Casting fast die Tränen. So überzeugend, so natürlich, so einfach zum Gerne-haben war sie. Die irische Pippi Langstrumpf!

Mit nur 27 Drehtagen und lediglich vier Wochen Vorbereitung startete die Produktion, bis er schließlich kam, der erste Drehtag: Auf einem einsamen Berg, irgendwo in der Pampa, mit 100 Komparsen und 70 Teammitgliedern.

Und was passierte: es regnete! Das tat es dann auch für die nächsten zwei Wochen, in denen wir alle komplizierten Action-Sequenzen mit den Seifenkisten abgedreht haben. Ich hatte zuvor in Berlin ein kleines Vermögen bei Globetrotter für Regenzeug und Outdoor-Klamotten ausgegeben. An der Kasse wollten alle wissen, in welches Land ich denn da eigentlich fahre und ich war der festen Überzeugung, es vollkommen übertrieben zu haben.

Zwei Wochen im strömenden Regen haben mich dann aber vom Gegenteil überzeugen können. An einem normalen Tag trug ich acht Lagen Gore-Tex und Regenüberzug an mir und blieb so der einzige im Team, der trocken und gesund blieb, auch wenn ich aussah wie ein übergewichtiger Außerirdischer.

Jeder erste große Dreh ist wahrscheinlich für einen Regisseur anstrengend und so war es auch für mich. Ich hatte das Gefühl jeden Tag zehn Wochen lang Staatsexamen zu schreiben, was bei mir immerhin schon neun Jahre zurück lag. Die erwachsenen Schauspieler waren absolut professionell und die Kinder fanden alles spannend, was am Set passierte; wir alberten in den Umbaupausen eine Menge herum.

Diesen Kinderfilm zu machen hatte etwas sehr Dankbares an sich. Ich hatte das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, denn wenn es mir gelänge, später im Kinosaal Kindern 90 Minuten lang eine spannende Geschichte zu erzählen, die sie begeistert, zum Nachdenken anstiftet und vielleicht auch dazu, mehr draußen in der Natur zu machen, dann war eigentlich schon alles erreicht. Die ersten Vorführungen in Erfurt beim Goldenen Spatzen waren dann auch sehr berührend. Die Kinder gingen mit, fieberten mit Mary mit und waren am Ende ergriffen.

Geschichten für Kinder zu erzählen ist nicht einfach, weil sie gnadenlos ehrlich sind, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Ein Originalstoff hat es auch nicht immer leicht gegen die Blockbuster-Adaptionen. Trotzdem ist es ein lohnendes Genre, mit dem man – so naiv es sich anhören mag – die Welt ein kleines bisschen besser machen kann, denn die kleinen Zuschauer von heute werden irgendwann die große „Bestimmer“ von morgen.

(André F. Nebe, Sommer 2009)

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