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Das Glück ist ein Vogerl

Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie über eine ungewöhnliche Freundschaft, in einfach alles stimmt: die Geschichte, das Ensemble, die Bildgestaltung.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Glück ist ein Vogerl: Tragikomödie über eine ungewöhnliche Freundschaft, in einfach alles stimmt: die Geschichte, das Ensemble, die Bildgestaltung.

    In der Filmgeschichte gab es schon einige unsichtbare Gefährten, aber Egon ist ein spezieller Fall. Der alte Mann (Nikolaus Paryla) hat einst seine Jugendliebe Amalie aus den Augen verloren. Als er zufällig eine Zeitungsanzeige zu ihrem Geburtstag sieht, setzt er sich kurzerhand ins Auto, um wieder gut zu machen, was er vor 65 Jahren verbockt hat. Das Ziel quasi vor Augen, spielt ihm das Schicksal erneut einen bösen Streich: Sein Auto wird von einem Laster gerammt. Doch ihm bleibt eine Gnadenfrist: Er darf sich noch zwischen den Lebenden bewegen. Sehen kann ihn allerdings nur der Unfallzeuge. Zunächst hält Franz (Simon Schwarz) das Ganze für einen schlechten Scherz, dann zweifelt er an seinem Verstand. Es dauert eine Weile, bis die beiden komplett unterschiedlichen Männer akzeptieren, dass ihr Dasein fortan miteinander verknüpft ist.

    „Das Glück ist ein Vogerl“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ingrid Kaltenegger, die auch das Drehbuch geschrieben hat (Bearbeitung: Christiane Kalss). Regie führte Catalina Molina, die bislang für den ORF nur Krimis gedreht hat, darunter einen sehenswerten Wiener „Tatort“ („Glück allein“). Mit ihrem jüngsten Werk beweist die gebürtige Argentinierin, dass sie auch Komödie kann. In der Koproduktion zwischen ORF und Bayerischem Rundfunk stimmt einfach alles: die Geschichte, das Ensemble, die Bildgestaltung; und vor allem der schmerzlich-schöne Schluss, der gleichzeitig Happy End und Abschied bedeutet und kein Auge trocken lassen wird.

    Unbedingt sehenswert ist der Film jedoch wegen der beiden Hauptdarsteller, die vom Drehbuch mit großartigen Dialogen beglückt worden sind: Simon Schwarz und Nikolaus Paryla ergänzen sich derart vortrefflich, als habe das Schicksal nicht nur die Figuren, sondern auch die beiden Schauspieler zusammengeführt. Paryla muss im Grunde nicht viel tun, um komische Akzente zu setzen, weil das meist der Schnitt für ihn erledigt. Franz will den ungebetenen Gast zunächst umgehend wieder los werden, aber es geht ihm wie in der Fabel von Hase und Igel: Wohin er sich auch wendet, Egon ist schon da. Dabei ist sein Leben bereits kompliziert genug: Er trauert bis heute einer Karriere als Rockgitarrist nach, zu der es nie gekommen ist, weil sich seine Band kurz vor dem Auftritt beim Nachwuchswettbewerb zerstritten hat. Seither fristet er ein unglückliches Dasein als Lehrer für talentlose Kinder reicher Eltern. Natürlich bleibt der Frust nicht ohne Folgen für seine Beziehung. Gattin Linn (Patricia Aulitzky) überredet ihn zur gemeinsamen Teilnahme am Workshop eines Guru-gleich verehrten Lebenshelfers (Stipe Erceg). Egons unerwartetes Auftauchen sorgt dafür, dass Franz auch diese letzte Chance vermasselt. Fortan geht’s rasant bergab: Linn will die Scheidung, Franz verliert seinen Job, mit Tochter Julie (Lucy Gartner) verkracht er sich auch; aber ausgerechnet der lästige Egon entpuppt sich als Retter in der Not.

    Der Musiklehrer ist als Figur wie für Simon Schwarz geschaffen: Die besten Rollen des Wieners waren meist Menschen, die sich irgendwie am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Auch Franz macht wider Erwarten das Beste aus seiner völlig verfahrenen Situation: Amalie lebt in einem Seniorenheim. Dort lernt er die kesse Tessa (Julia Edtmeier) kennen. Die Altenpflegerin ist Bassistin einer Rockband - und ihr Gitarrist hat sich den Arm gebrochen. Und so fügt sich am Ende auf wundersame Weise doch noch alles zum Besten, wenn auch nicht so, wie man’s erwarten würde, und auch darin liegt eine besondere Qualität des Films: Nicht nur für Franz kommt es ständig anders, als man denkt. tpg.
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