Filmhandlung und Hintergrund

Als die 12jährige Camille (Marianne Coquelicot Mercier) herausfindet, daß sich ihr Vater einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hat, versucht sie zunächst, diese Tatsache zu verdrängen. Mit pubertärer Halsstarrigkeit setzt sie alles daran, ihn wieder in seine alte Identität zu locken. Für den Vater führt dieser emotionale Spießrutenlauf schließlich zur Kapitulation. Doch als er sich mit Camille aufmacht, im...

Kurz vor ihrem 13. Geburtstag erfährt das Mädchen Camille, daß ihr Vater, der sie und ihre Mutter vor Jahren verlassen hat, soeben eine Geschlechtsumwandlung hinter sich gebracht hat. Als „er“ seine Familie in Montreal besucht, erweist sich das Verhältnis als angespannt: Camille möchte ihren alten Vater wiederhaben.

Darsteller und Crew

  • Marianne-Coquelicot Mercier
    Marianne-Coquelicot Mercier
  • Denis Mercier
    Denis Mercier
  • Tobie Pelletier
    Tobie Pelletier
  • Sylvie Drapeau
    Sylvie Drapeau
  • Luc Picard
    Luc Picard
  • Gilles Renaud
    Gilles Renaud
  • Paul Baillargeon
    Paul Baillargeon
  • Monique Proulx
    Monique Proulx
  • Jean-Roch Marcotte
    Jean-Roch Marcotte
  • Pierre Gendron
    Pierre Gendron
  • Eric Cayla
    Eric Cayla
  • Yves Laferriere
    Yves Laferriere

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Als die 12jährige Camille (Marianne Coquelicot Mercier) herausfindet, daß sich ihr Vater einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hat, versucht sie zunächst, diese Tatsache zu verdrängen. Mit pubertärer Halsstarrigkeit setzt sie alles daran, ihn wieder in seine alte Identität zu locken. Für den Vater führt dieser emotionale Spießrutenlauf schließlich zur Kapitulation. Doch als er sich mit Camille aufmacht, im fernen New York eine Existenz aufzubauen, erkennt sie, daß dies der falsche Weg wäre. Sie gibt ihren Vater frei. Auch Camille geht aus dieser Lebenskrise geläutert hervor. Parallel zu diesem Vater/Tochter-Konflikt erzählt der Film von Camilles erwachender Sexualität, die sie zunächst behutsam, dann immer konkreter in die Realität umzusetzen versteht. Im letzten Bild fährt sie mit ihrem Freund Lucky (Tobie Pelltier) auf einem Motorroller in einen neuen Lebensabschnitt. „Das Geschlecht der Sterne“ ist weniger ein Film über Transsexualität, sondern eine Studie über die Einsamkeit der Menschen und die Verwirrungen der Gefühle. Die kanadische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Paule Baillargeon hat für ihren zweiten Spielfilm als Handlungsgerüst eine Vierer-Konstellation gewählt, in der jede Position streng fixiert, dadurch manchmal allerdings etwas zu konstruiert und künstlich wirkt. Vor allem die Figur des Lucky ist sehr dick aufgetragen. Mußte es tatsächlich ein humpelnder, drogenabhängiger Stricher sein, der mit dem Geschäftspartner seines Unternehmer-Vaters schläft? Solche Überzeichnungen werden allerdings durch den nonchalanten Ton der Inszenierung relativiert. Baillargeon gelingt es immer wieder, die Gefühlswelt der Protagonisten wortlos, nur durch deren Blicke und Körpersprache, transparent zu machen. Mit langen, behutsamen Kameraeinstellungen (Eric Cayla) versucht sie, die Psychologie dieser spröden Figuren zu erfassen - was vor allem bei Camille als durchaus geglückt bezeichnet werden kann. Vor allem die stillen, in sich gekehrten Momente - jenseits der Phrasen und Melodramatik - machen den Reiz des Films aus. Hier vergißt man die vorherrschende TV- Ästhetik und die wabernden Synthi-Klänge (Yves Laferriere), hier entfaltet sich das ganze Schicksals-Spektrum zu wahren, reinen Augenblicken, die das ganze Unglück, aber auch die Schönheit der Welt in sich tragen. Interessant an dieser kanadischen Produktion aus dem Jahre 1993 ist vor allem, daß sie sich stilistisch zwischen den Ausdrucksformen des US-Kinos und dem französischen Autorenfilm bewegt. „Das Geschlecht der Sterne“ wurde auf Festivals mit zahlreichen Preisen, darunter in Montreal, Chicago, Los Angeles und Cannes ausgezeichnet. ull.

Kommentare