Filmhandlung und Hintergrund

Deutsch-rumänisches Familiendrama.

Lukas Schauttner hat sich in Deutschland mit Frau und Tochter ein schönes Leben eingerichtet. Doch dann soll der Siebenbürger Sachse eines Tages auf Geheiß des Chefs ausgerechnet in seine Geburtsstadt zurückkehren, um dort eine Fabrik auf deren Rentabilität zu prüfen. In Rumänien angekommen wird Lukas nicht nur mit seiner großen Jugendliebe Mara konfrontiert, sondern auch mit einem düsteren Familiengeheimnis. Als ob dies nicht schon Probleme genug wären, reist ihm auch noch seine Familie nach Siebenbürgen hinterher.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Geheimnis in Siebenbürgen: Deutsch-rumänisches Familiendrama.

    Mit seinem weniger politisch als menschlich motiviertem Drama zeigt Martin Enlen Rumäniens Land und Leute von einer ganz anderen, überraschend positiven Seite.

    Armut und Korruption, Müll und Misswirtschaft, Arbeitslosigkeit und Rückständigkeit - das sind Begriffe, die einem normalerweise einfallen, wenn man sich oberflächlich mit Rumänien beschäftigt. Martin Enlen, der hier seinem Ruf als Regisseur sensibel und feinfühlig inszenierter Fernsehdramen wieder alle Ehre macht, zeigt das osteuropäische Land einmal von einer ganz anderen Seite - nämlich als touristisch durchaus attraktive Gegend, in der trinkfeste und feierlaunige Menschen leben, die das Herz am rechten Fleck haben. Doch bevor Enlen in postkartenidyllischen Bildern schwelgen kann, wird man mit einer höchst konfliktbeladenen Person konfrontiert, die einen die ganze Filmhandlung beschäftigen wird: Lukas Schauttner, Siebenbürger Sachse, ist vor Jahrzehnten mit seinen Eltern aus Rumänien vertrieben worden. Jetzt soll er für seine Firma ausgerechnet in seinen Geburtstort zurückkehren, um dort eine Fabrik auf ihre Rentabilität zu prüfen. Bei dieser Reise in die Vergangenheit wird Lukas schließlich nicht nur mit seiner Jugendliebe Mara konfrontiert, sondern auch mit einem düsteren Familiengeheimnis, dessen Auflösung seine Sicht der Dinge von Grund auf verändern wird.

    Obwohl Rumäniens Diktator Ceausescu in Archivaufnahmen gezeigt und dessen gefürchteter Geheimdienst Securitate immer wieder thematisiert wird, ist „Das Geheimnis von Siebenbürgen“ weniger ein politisches als vielmehr ein zutiefst menschliches Drama. Dabei zeigt Oliver Stokowski als innerlich zerrissener, traumatisierter Held, der einen schmerzhaften Selbstfindungsprozess durchlaufen muss, eine hervorragende Leistung. Diese kommt durch das Spiel seiner Partnerinnen noch besser zur Entfaltung: Neben Katharina Böhm als einfühlsame Ehefrau, die ihrem Mann sogar bis ins tiefste Siebenbürgen nachreist, und Dorka Gryllus, die überzeugend die verlassene Balkan-Schönheit mimt, faszinieren vor allem zwei Urgesteine deutscher Schauspielkunst: Dorothea Walde als äußerst weise, urgemütliche und sehr verschmitzte Zimmerwirtin („Nur böse Menschen kennen keine Lieder“) und Gudrun Ritter als verbitterte und bis zum Ende unbeugsame Rumänien-Hasserin. Dass das Land in diesem Film dennoch ausgesprochen positiv zur Geltung kommt, liegt auch an Martin Enlens langjährigem Kameramann Philipp Timme, der bei seinen Flashbacks in Lukas‘ Kindheit immer wieder mit körnigen, verwaschenem Material arbeitet und so Vergangenes und Gegenwärtiges ineinander verschmelzen lässt. Und schließlich tut der Score von Dieter Schleip („So glücklich war ich noch nie“) sein Übriges, der mit melancholisch-entrückten Bläser-Melodien á la Kusturica das Gezeigte adäquat unterstützt. lasso.

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