Das geheime Fenster

  1. Ø 3.5
   2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Das geheime Fenster: Starbesetzter Horror-Thriller nach Stephen King, in dem Johnny Depp als Schriftsteller von einem Psychopathen erpresst wird.

Schwere Zeiten brechen für den erfolgreichen Schriftsteller Mort Rainey (Johnny Depp) an. Erst erwischt er seine Frau inflagranti mit einem anderen Mann, dann taucht ausgerechnet an seinem neuen Zufluchtsort auf dem Land ein mysteriöser Fremder namens John Shooter (John Turturro) auf und verlangt Rechenschaft über eine Romanidee, die ihm Rainey angeblich gestohlen hat. Als Shooters Nachstellungen an Intensität zunehmen, schaltet Rainey einen vierschrötigen Privatdetektiv (Ving Rhames) ein…

Horrorschreibmaschine Stephen King dichtete die Originalvorlage für diesen stargespickten Horrorthriller aus der Werkstatt von „Spider Man„-Autor David Koepp.

Nach seiner Scheidung zieht der erfolgreiche Schriftsteller Mort Rainey in ein einsam an einem See gelegenen Landhaus. Dort taucht der neurotische John Shooter auf und beschuldigt Mort, eine seiner Geschichten gestohlen zu haben. Shooter setzt Mort ein Zeitlimit zum Beweis seiner „Unschuld“, doch dann wird Mort durch höchst mysteriöse Ereignisse genau daran gehindert.

Der einst erfolgreiche Krimi-Autor Mort steckt in einer traumatischen Scheidung und versinkt in Selbstmitleid und Antriebsschwäche. Da taucht ein mysteriöser Hinterwäldler auf und behauptet, Mort habe eine seiner Geschichte geklaut und deren Ende verfälscht. Er verlangt vom Literaten die Geschichte umzuschreiben und verleiht seinen Forderungen zusätzlich Nachdruck, indem er Morts Hund an die Hauswand nagelt und das Haus der Exfrau niederbrennt. Mort verliert zusehends die Kontrolle über den psychopathischen Fremden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In einem einsamen Haus im Wald, an einem malerischen See - dort lebt der Autor Mort Rainey. Und wo sonst könnte man einen Roman von Stephen King besser in Szene setzten als hier? Nach der Trennung von seiner Frau ist Rainey zum Einsiedler und Einzelgänger geworden. Allein sein Hund leistet ihm Gesellschaft, dieser ist auch sein einziger "Gesprächspartner". Seine Putzfrau schaut zwar ab und an vorbei, er versucht sie aber möglichst schnell loszuwerden. Ein kauziger Charakter, der sich von der Vergangenheit mit seiner Frau nicht trennen will.

    Als John Shooter auftaucht, ist es mit der Ruhe und dem Alleinsein endgültig aus. Shooter und Rainey konkurrieren als zwei Psychopathen, die sich an Absurdität zu überbieten versuchen. Dabei geht es nicht um nie da gewesene Extreme, sondern um zwei groteske Charaktere. Shooter, der ruhig und gelassen sein Unwesen treibt und mit gekränkter Stimme und undefinierbarem Blick immer wieder penetrant bei Rainey auftaucht. Rainey, der sich stets erneut zurückziehen will und vor lauter Paranoia dann seine Wohnungseinrichtung zerschlägt. Ein Kontrast zwischen der äußeren, landschaftlichen Weite und der innerlichen Beengung Raineys bildet sich aus, indem sich der Knoten um ihn immer weiter zuschnürt. Durch seine geistige Blockade in die Ziellosigkeit getrieben bedrängen ihn nunmehr der allgegenwärtige Shooter mit seinen Drohungen sowie seine Frau mit der Forderung, widerwillig den Scheidungsvertrag zu unterzeichnen.

    In symbolträchtigen Bildern verwischt sich die Welt aus Raineys Realität nun mit der aus seinen Romanen. In aufwendigen Kamerafahrten durch Fenster und Spiegel verlieren wir den Überblick, in welcher Welt wir uns eigentlich gerade befinden. So ist die filmische Atmosphäre kongruent zu Raineys eigener Entwicklung. Über den ruhigen See fährt die Kamera langsam zu Raineys Haus vor, stille Wasser schweigen tief. Wenn wir anfangs noch durchs Fenster in Raineys Privatsphäre einsteigen, sind wir ab der ersten Bedrohung durch Shooter mitten im Geschehen dabei und sehen uns letztlich mit scheinbar übersinnlichen Kräften konfrontiert. Zugegeben, die Auflösung ist nicht sonderlich fein gestrickt und lässt sich vom geneigten Beobachter vielleicht auch schon erahnen. Trotzdem steigert die Bedrohung durch Shooter zunehmend die Spannung, zumal Rainey bald gänzlich alleingelassen ist: räumlich in seinem abgeschiedenen Haus, menschlich von seiner Frau und offiziell schließlich auch von der Polizei.

    Die Herkunft Shooters findet er letzten Endes auch selbst heraus. Zuviel weiß Shooter über ihn, als dass er nicht Ted verdächtigen müsste, jemanden angeheuert zu haben um ihm das Leben schwer zu machen. Rainey hatte bereits wirklich einmal den Roman eines Schriftstellers kopiert und auch ein psychopathischer Leser hatte ihn bereits bedroht - Er ist in Gewissensbissen und Unsicherheiten seines Unterbewusstseins gefangen. Schließlich stellt Shooter die Forderung, den Roman mit seinem Ende zu veröffentlichen und gleichermaßen endet tatsächlich der Film selbst mit Shooters Version des Endes der Geschichte.

    "Das Geheime Fenster" ist ein Thriller, der Horror, Spannung und Charakterstudien gekonnt zu einer packenden Geschichte zusammenfügt. Er setzt dabei durchaus Schwerpunkte auf seine Figuren sowie die Spannung und verzichtet zugunsten eines PG-13 Ratings auf die Darstellung schwerer Gewalt oder übertriebenen Horrors. Letztendlich ist die Szene, in der Rainey einem Mann einen Schraubenzieher aus dem Kopf zieht hinreichend hart genug, dass viele Zuschauer gerne wegsehen. Im Gegensatz zu den detaillierten Charakteren entsteht allerdings keine zu engmaschige Story, damit verliert der Film auch etwas an Originalität. Doch genauso sind eben auch Stephen Kings Bücher, sie leben von der Atmosphäre.

    Fazit: "Das Geheime Fenster" bietet Spannung, interessante Schauspieler und blutige Morde in stimmungsvollem Ambiente, ein Blick hinein lohnt sich.
  • Nach einer Kurzgeschichte von Stephen King inszenierte Regisseur und Drehbuchautor David Koepp („Echoes – Stimmen aus der Zwischenzeit“) einen Psychothriller, der mit seiner charakterorientierten Inszenierung an King-Adaptionen wie „Die Verurteilten“ oder den auch thematisch verwandten „Misery“ anknüpfen will und seine Horroreffekte aus der komplexen,. mysteriösen Hauptfigur herauskriechen lässt. Dessen großes Geheimnis wirft Koepp hier – leider – recht schnell aus dem Fenster, öffnet dies damit aber gleichzeitig für eine One-Man-Show seines Stars Johnny Depp.

    Stephen King hat mit „Secret Window, Secret Garden“ nicht das erste Mal über einen Schriftsteller geschrieben, der vom personifizierten Irrsinn heimgesucht wird, man erinnere sich an „Misery“ oder „Shining“. Während die letzte Adaption nach einer Vorlage des Gruselmeisters, der pseudo-mystische Sci-Fi-Schocker „Dreamcatcher“ enttäuschte, setzt David Koepp nach seiner Regiearbeit „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ erneut auf subtileren, unter die Haut kriechenden Horror und beweist wie schon mit seinem Drehbuch zu „Panic Room“ Talent für klaustrophobische Szenarien.

    Der „Panic Room“ von Krimiautor Mort Rainey (Johnny Depp) ist eine einsame Hütte in den Wäldern um New York, fern von Mobilfunknetzen oder sonstigen technischen Errungenschaften. Hier weidet sich Mort in Depressionen, Selbstmitleid und einer Schreibblockade, die durch den Frust über das laufende Scheidungsverfahren mit seiner Frau Amy (Maria Bello) verstärkt wird. In seinen wenigen wachen Momenten beschäftigt sich Mort vorrangig mit Kartoffelchips und Gesprächen mit seinem Hund, wahlweise mit sich selbst.

    Zu Beginn geschehen viele Dinge gleichzeitig und nehmen den Zuschauer gefangen. Nachdem in aufblitzenden Rückblenden Morts beinahe in Gewalt eskalierte letzte Begegnung mit Amy und ihrem Neuen Ted (Timothy Hutton) in Erinnerung gerufen wird, taucht wie aus dem Nichts ein Stalker namens John Shooter (John Turturro) auf: Ein Irrer aus Mississippi, der den Schriftsteller beschuldigt, eine Story von ihm geklaut und – damit nicht genug – auch noch deren Ende ruiniert zu haben. Shooter verlangt, dass Mort den vermeintlichen kreativen Diebstahl wiedergutmacht, indem er den Schluss überarbeitet. Der Eindringling gibt deutlich zu verstehen, dass er seine Sache ernst meint, indem er einen Schraubenzieher in Morts Hund rammt und Amys Haus in New York niederbrennt, bevor er sich weit brutaleren Morden zuwendet. Bei dem beginnenden Katz-und-Maus-Spiel, das dem Opfer wenige Tage gibt, um die Forderungen des „Shooters“ zu erfüllen, erfährt man, dass es bereits einen Fall von Plagiat, alkoholische und psychische Probleme in Morts Vergangenheit gab – Aspekte, die Wasser auf den Mühlen seiner Paranoia sind, obwohl es Fakt ist, dass die betreffende Story veröffentlicht wurde, bevor Shooter sein Manuskript verfasste.

    Die Lage wird beängstigender und rätselhafter, die Begegnungen zwischen Mort und Shooter unmotivierter. Dafür rutscht die glatte Inszenierung des ansonsten erfrischend „altmodischen“ und sich ernst nehmenden Thrillers bisweilen auf Kitschmomenten aus: Da macht Koepp aus einer Maus einen Elefanten bzw. einen bedrohlichen Schatten und aus einem Eichhörnchen einen stummen Mordzeugen. Was nicht davon ablenkt, dass nicht nur Genrefans den clever gemeinten Twist viel zu schnell kommen sehen. Macht aber nichts angesichts der fabelhaften One-Man-Show von Johnny Depp: Dessen undurchschaubares Spiel lässt das entscheidende Dilemma der Figur lange genug verhüllt, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Mit einem unentwirrbaren Mob blonder Haare auf dem Kopf und Hornbrille auf der Nase irrt Depps strauchelnder Autor zur selben Zeit ängstlich wie durchtrieben durch das Gestrüpp seiner Gedanken und wird zu einer weitaus interessanteren Figur als seine Artverwandten aus Kings Romanen. Zwischendurch erweckt er den Eindruck, als sei er mit den Einfällen seines Regisseurs nicht unbedingt einverstanden, spielt sie aber trotzdem – nicht ohne einen ironischen lässigen Kommentar, der seiner Figur und dem Film erstaunlich gut tut.

    Depp schließt die Fenster, die Koepp zu früh aufstößt, und macht aus der Story, die womöglich trotz der handwerklichen Brillanz von Fred Murphys sanften Kamerabewegungen, dem akzentuierten Schnitt von Jill Savitt und dem thrillenden Score von Philip Glass keine Maus mehr hinter dem Vorhang hervorlocken würde, zu einer gruseligen, höchst unterhaltsamen Charakterstudie. cm.

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