Das gefrorene Meer

  1. Ø 0
   2007
Das gefrorene Meer Poster
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    Kurztext:

    Vor allem der junge Hauptdarsteller überzeugt in diesem äußerst emotionalen Kurzspielfilm. Sauber erzählt und ohne an Spannung zu verlieren, fesselt und nimmt uns die Geschichte von Marco mit. Der achtjährige Junge gerät in schreckliche Konflike, wir bangen und befürchten das Schlimmste. Ein Film, der Empathie für Kinder weckt.

    Gutachten:

    Das gefrorene Meer ist die gelungene psychologische Studie einer Lebensverletzung. Der achtjährige Marco erfährt ein schon lange existentes und vor ihm gut gehütetes Geheimnis: Sein Vater lebt in zwei Familien! Marco muss die Entdeckung machen, seine ihm liebsten Menschen haben ihn jahrelang getäuscht, ihm die Wahrheit vorenthalten und ein Gewebe aus Lüge und Täuschung - eine Scheinwelt - um ihn errichtet. Wird er diese Verletzung jemals überwinden und überstehen? - So die offene Frage in den Schlussbildern des Films.

    Die Struktur der Erzählung ist für ein Regiedebüt von bemerkenswerter Dichte und Prägnanz, von einer schlüssigen Ökonomie der Details - DAS GEFRORENE MEER funktioniert auch als eine Art "zeitgenössischer alltäglicher Horrorfilm": Die Stufen der Entschleierung werden zum ABC einer Katastrophe. Konsequent wird sie aus der Perspektive des kleinen Marco erlebt und durchlitten.

    Zur Aura des Films wird das Schwebende, das Ungewisse der Situation. Das Ungesagte schwillt förmlich zum Monstrum an. Auch die Metaphorik des Films ist durchweg gelungen: Das gefrorene Meer als Sinnbild des zunehmenden Zerfalls der Familie. Kälte und Eis als Gegenbild menschlicher Wärme und Geborgenheit.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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