Das Ende der Geduld

  1. Ø 5
   2014

Das Ende der Geduld: Fiktionalisierte Geschichte nach dem gleichnamigen Sachbuch der Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig.

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Filmhandlung und Hintergrund

Das Ende der Geduld: Fiktionalisierte Geschichte nach dem gleichnamigen Sachbuch der Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig.

Corinna Kleist brennt als Jugendrichterin für ihren Beruf. Besonders nahe geht ihr der Fall des knapp 14-jährigen Rafiq, der von seinem älteren Bruder Nazir als Drogenkurier missbraucht wird. Sie versucht, weit über ihre eigentliche Aufgabe hinaus, Verantwortung für ihn zu übernehmen und schon bald wird der schmächtige Teenager zu ihrer Mission. Dabei gerät sie nicht nur mit ihren Kollegen aneinander, ihre Vorstöße werden zudem von der libanesischen Großfamilie, der der Junge angehört, nicht ohne Gegenwehr hingenommen.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Martina Gedeck brilliert in Christian Wagners Adaption des gleichnamigen Sachbuchbestsellers von Kirsten Heisig als engagierte Jugendrichterin.

    Als sich eine Punkerin aus dem Fenster des Gerichtsgebäudes in den Tod stürzt, nachdem ihr Richterin Corinna Kleist wieder einmal ins Gewissen geredet hat, bedeutet das für die engagierte Juristin „Das Ende der Geduld“. Mit einem Burnout-Syndrom wird sie nach dieser Tragödie diagnostiziert, Monate später tritt sie wieder ihren Dienst an – erneut im Jugendstrafvollzug, weil man – wie sie meint – nur hier „noch etwas bewegen kann“. Frei auf dem gleichnamigen Sachbuchbestseller der Jugendrichterin Kirsten Heisig basiert diese Produktion von Claussen+Wöbke+Putz, die Christian Wagner nach einem dichten Drehbuch von Stefan Dähnert („Die Fahnderin“) adaptiert hat.

    Mittels einer langen Rückblende rollt Wagner („ghettokids“) sein Drama auf. 2010 setzt die Handlung ein, in Deutschland grassiert das WM-Fieber, Borussia- und Bier-Fan Kleist bejubelt ein deutsches Tor – nur um kurz darauf in einem Park Selbstmord zu begehen. Ein Unfall, eine Kurzschlusshandlung… der Zuschauer muss entscheiden. Von einer Frau – einer Mutter, so die einzige „private“ Information der Story -, die an ihrer Mission zerbricht, erzählt der Regisseur, von einer Besessenen, die mehr als nur Fälle „aufarbeiten“ will, die für ihren Beruf brennt und beim Joggen schnaubend einen Ausgleich sucht.

    Das Psychogramm einer Einzelkämpferin wird hier gezeichnet, die sich im Berliner Problembezirk Neukölln mit einem libanesischen Clan anlegt, der Minderjährige als Drogenkuriere missbraucht, unter ihnen auch der 13-jährige Rafiq (Mohamed Issa). Ganz auf die überragende Martina Gedeck konzentriert sich der Film, die wie schon als Ulrike Meinhof oder „Bella Martha“ in ihrer Rolle voll aufgeht. Unermüdlich wirbt sie als Alter Ego von Heisig für ihr „Neuköllner Modell“, dessen verfahrensbeschleunigte Vorgehen bei jugendlichen Straftätern noch heute Anwendung findet.

    Nüchtern und ernüchternd, höchst realistisch ist der Ton, vom genreüblichen Gerichtsfilmmuff ist nichts zu spüren. Für das verkrustete Justizsystem steht Kleists Kollege Wachowiak (Jörg Hartmann), der ihre Fortschrittlichkeit fürchtet und sein pseudo-liberales Weltbild durch sie bedroht sieht. Als Führer durch den Kiez fungiert ein desillusionierter Polizeimeister (Sascha Alexander Gersak), der über sein lahmes Polizeiauto flucht, derweilen seine türkische Partnerin (Sesede Terziyan) sich von ihren Landsleuten beschimpfen lassen muss. Um Ghettoisierung geht es, um Migration und die Schwierigkeiten der Integration. Auch das ist deutscher Alltag – und den fängt Kamerafrau Jana Marsik mit geradezu dokumentarisch wirkenden Bildern ein. geh.

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