Das Comeback

  1. Ø 5
   2005
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Das Comeback Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Comeback: Packendes Underdog-Drama um den Fall und Aufstieg des Boxers Jim Braddock während der Depressions-Ära vom "A Beautiful Mind"-Team um Ron Howard.

Amerika in den frühen 30er Jahren. Jim Braddock (Russell Crowe), einst große weiße Hoffnung im nationalen Boxring, doch seither hauptsächlich verletzt, hat sein letztes Geld in der Wirtschaftskrise verloren und nagt mit Ehefrau Mae (Renee Zellweger) und der dreiköpfigen Kinderschar am Hungertuch. Da bietet sich unverhofft die Chance auf ein Comeback, als der amtierende Vize einen Ersatzgegner braucht.

Nachdem Clint Eastwood den Boxerfilm zur multiplen Oscarreife brachte, kredenzt nun der auch schon hochdekorierte Familienkinospezialist Ron Howard („Apollo 13„, „A Beautiful Mind„) seine Variation des amerikanischen Underdog-Traums.

1928: Boxer James Braddock hofft auf den Schwergewichtstitel und führt mit Gattin Mae und drei Kindern ein Leben auf der Überholspur. Vier Jahre: Amerika steckt mitten in der Großen Depression, die Braddocks haben alles verloren. Nach Verletzungen wird Jim gar seine Boxlizenz entzogen, er schlägt sich als Hafenarbeiter durch. Schließlich verschafft im sein alter Manager eine letzte Chance im Ring.

Der Boxer „Jim“ Braddock feiert im New York der späten 20er Jahre einen Sieg nach dem anderen. Da bricht er sich die starke rechte Hand und verliert seine Boxlizenz. Ende 1933 ist er am Ende – finanziell und emotional, wie die USA, die unter der Depression leidet. Doch der ehrliche Familienvater gibt nicht auf, trainiert statt der kaputten Rechten beim Arbeiten in den Docks eben die Linke, lässt weder die Frau noch die drei Kinder im Stich und glaubt an das Gute. Und das findet am 14. Juni 1934 zu ihm zurück, mit seinem fulminanten Comeback.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Die bewegte Geschichte eines Underdogs, der in den Jahren der Depression zum Volkshelden wurde. Authentische Boxerbiografie verarbeitet zu einem großen dramatischen und ungemein spannenden Epos.

    Gutachen:

    Eine wahre Geschichte aus dem Amerika der 30er Jahre, der Regisseur und der Hauptdarsteller von "A beautiful mind" wieder zusammen: bei einem Boxerdrama mit viel Sozialtouch. "In einem Land, das schon am Boden liegt", wie es im Film heißt, im New York der Depressionszeit, steht ein Mann mit dem Rücken an der Wand, seine Familie nagt am Hungertuch, aber er kämpft und gibt nicht auf, wird Weltmeister im Schwergewicht, und das gegen einen äußerst gefährlichen und brutalen Gegner.

    Russell Crowe als der brave Boxer Jim Braddock spielt verhalten und mit vollem Körpereinsatz. Regisseur Ron Howard setzt seine filmischen Mittel eher sparsam, vielleicht sogar zu sparsam ein. Abgesehen von dem tatsächlich fulminant in Szene gesetzten "großen" Kampf am Filmende gibt es wenige wirklich filmische Momente wie etwa Jims verzweifelte Sammelaktion mit seinem Hut bei den Besserverdienern.

    Armut, Arbeitslosigkeit, Verzweiflung und das Elend der Dockarbeiter und ihrer Familien scheinen mit den Mitteln einer mittelgroßen deutschen Fernsehspielproduktion inszeniert, mehr Kammerspiel als Panorama, mehr Behauptung als wuchtig-wirksame Bilder. Die sozusagen proletarische Perspektive des Films hat etwas leicht Kostümhaftes, wirkt stellenweise theatralisch.

    Renée Zellweger als treusorgende Ehefrau Mae erschien nicht allen Ausschußmitgliedern die idealste Besetzung. Beinahe ganz aus seinem Blickfeld läßt der Film die schmutzige Seite des Boxgeschäfts, Jim ist eine Art Unschuld vom Lande. Botschaft wie Inszenierung wirken recht konventionell. Das aber auf einem soliden filmhandwerklichen Niveau - das sich dann im Spannungsbogen wie auch künstlerisch steigert. Die Punktrichterinnen und -richter des Bewertungsauschusses erkannten so klar auf ein "wertvoll".

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Der „Cinderella Man“ ist Hoffnungsträger einer ganzen unglücklichen Gesellschaftsschicht. Darin soll zumindest laut Film der tiefere Sinn seines Boxens liegen. Mit Hoffnung kann man weder seine Miete bezahlen, noch kann man sie essen, und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass der geliebte Held nach seinem Erfolg schnell wieder in Vergessenheit geriet. Doch da gibt es ja auch noch Hollywood und die ewige Suche nach dramatisch-schönen Geschichten.

    Angekündigt als „ergreifende Lebensgeschichte“ und mit dem deutschen Titel „Das Comeback – Für eine zweite Chance ist es nie zu spät“ ausgestattet, dürfte jeder Zuschauer wissen, auf was er sich bei diesem Film einlässt.
    Das Ende ist bekannt, mit großer Spannung ist also nicht zu rechnen. Wohl aus diesem Grund widmet sich der Regisseur in erster Linie der Armutsproblematik der Wirtschaftskrise, die Amerika Anfang der 1930er fest im Griff hatte.

    Diese Krise, in der auch Erfolgreiche innerhalb weniger Tage die soziale Leiter ganz nach unten rutschen konnten, scheint ein gewaltiges Volks-Trauma ausgelöst zu haben, dessen Darstellung auf der Leinwand sich nach wie vor rentiert. Und dazu gibt es dann die Geschichte eines Mannes, der es aus der Gosse ins gleißende Rampenlicht geschafft, der seinen Misserfolg in Erfolg verwandelt hat: Der pure amerikanische Traum.

    Der scheint besonders in Zeiten wichtig zu sein, in denen das Vertrauen in amerikanische Träume zu sinken beginnt. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass in einer emotional aufgeladenen Rede von der Großartigkeit des Landes die Rede ist, das seine Schäflein auch in Zeiten der Krise nicht im Stich lässt.

    Zusätzlich ertönt im Film sogar der leise Unterton: Nur wer die Armut kennt, kann auch Erfolg haben. Schließlich zieht der zukünftige Champion Braddock seine Motivation und seine Willenskraft aus der Erfahrung tiefster Armut. Sogar seine einst schwache Linke wurde durch die harte Arbeit an den Docks gestählt. Noch mehr Hoffnung für all diejenigen, die sich am Boden der Gesellschaft befinden.

    Die Figur des James J. Braddock wird zwar durch Russell Crowe glaubwürdig verkörpert, ist aber in ihrer ganzen Erscheinung zu glatt und perfekt, um einen wirklich interessanten Charakter abzugeben. Im Verlauf des im Film gezeigten Lebensabschnitts durchläuft er kaum eine Wandlung. Dasselbe gilt für seine Ehefrau, gespielt von Renee Zellweger, die kaum mehr zu tun bekommt, als hin und wieder treu in die Kamera zu blicken.

    Der Film braucht lange, bis er in Schwung kommt. Zwischen den durchaus gelungen inszenierten Boxkämpfen verweilt er ausgiebig auf der Armutsproblematik, was ihn etwas langatmig macht. Die immer gleiche Familienidylle unterstützt diesen Eindruck zusätzlich. Für ein Drama ist der Film nicht dramatisch genug und auch für große Emotionen ist nicht genügend Platz. Insgesamt ist „Das Comeback“ ein eher mäßig unterhaltsames Boxer-Biopic geworden.

    Fazit: Etwas langatmig geratenes, nur mäßig unterhaltsames Biopic mit einem guten Hauptdarsteller.
  • Boxkampf mag zwar als brutale Sportart gelten, dennoch dient er als Aufhänger einiger der emotional bewegendsten Hollywooddramen. Ähnlich wie bei den Klassikern „Wie ein wilder Stier“, „Rocky“ oder „Million Dollar Baby“ handelt es sich bei Ron Howards neuem Film „Das Comeback“ um eine klassische Underdog-Story, die mit metaphorischer Wucht den Nerv des Publikums trifft. Howard hat das Glück, erneut mit seinem „A Beautiful Mind“-Star Russell Crowe zusammen zu arbeiten, der sich mit seiner packenden Darstellung des während der Depressionsära zum Volkshelden aufgestiegenen Boxers James Braddock einmal mehr als einer der besten Schauspieler der Gegenwart profiliert.

    Ebenfalls Teil des „A Beautiful Mind“-Erfolgsteams war Drehbuchautor Akiva Goldman, der das ursprünglich von Cliff Hollingsworth mit Zustimmung der Braddock-Familie anhand historischer Tatsachen geschriebene Skript bearbeitete. Ihren Protagonisten stellen sie in einem 1928 angesiedelten Prolog vor. Boxer James Braddock ist obenauf und hofft auf den Schwergewichtstitel. Mit seiner Frau Mae (makellos: Renee Zellweger) und drei kleinen Kindern lebt er glücklich in einem komfortablen Haus. Mit einem einzigen Schwenk lässt Howard vier Jahre vergehen: Jetzt befindet sich Amerika inmitten der Großen Depression, und auch die Braddocks haben alles verloren. James hat aufgrund von Verletzungen im Boxring nicht mehr viel zu melden, schließlich wird ihm gar seine Lizenz entzogen. Er schlägt sich tapfer mit gebrochener Hand als Hafenarbeiter durch, dennoch reicht es hinten und vorne nicht, um seine in einer winzigen Kellerwohnung untergebrachte Familie über Wasser zu halten. Das Blatt wendet sich, als ihm sein Manager Joe Gould (der sensationelle Paul Giamatti aus „Sideways“) einen Fight gegen den Titelanwärter Corn Griffin besorgt und Braddock entgegen aller Erwartungen siegt. Damit beginnt Braddocks unglaubliches Comeback, das in seinem Kampf gegen den arroganten Champion Max Baer (Craig Bierko überzeugend einschüchternd als Killerklotz) mündet. Ihr lebensgefährlicher Meisterschaftskampf ist eine mitreißende Tour de Force, die dem Zuschauer das Gefühl gibt, jeden Punch selbst einzustecken.

    Zu einer Zeit, als Millionen von Amerikanern in tiefste Armut gestürzt wurden und Verzweiflung und Existenzangst an der Tagesordnung standen (hier eindringlich durch das Los der Braddocks illustriert, die nicht einmal mehr ihre Milchrechnung bezahlen können), sah das Volk in dem märchenhaften Aufstieg Braddocks aus der Gosse zurück an die Spitze ein inspirierendes Symbol der Hoffnung. Ihr Held war wie sie ein kleiner Mann von ganz unten, der wie sie Blut, Schweiß und Tränen geschwitzt hatte, der erst durch die erlittenen Härten zu dem Boxer wurde, der wider alle Erwartungen triumphieren konnte. Gleichzeitig war er ein charakterstarker Mann, der aus Ehrgefühl heraus seine Sozialhilfe zurück an den Staat zahlte, als er es sich wieder leisten konnte. Jede dieser Facetten wird von Crowe perfekt getroffen, der Braddock nicht nur als stahlharten Fighter, sondern auch als liebevoll-fürsorglichen Familienvater glaubwürdig verkörpert.

    Howard arbeitet in seiner versierten Inszenierung gekonnt dezent die offensichtlichen Parallelen zwischen dem Einzel- und dem Volksschicksal heraus. Symbolisch teilen er und das Volk das gebrochene Selbstvertrauen, aber auch den Willen nicht aufzugeben und die Kraft, sich aus dem Tief herauszukämpfen. Nach seinem etwas enttäuschenden „The Missing“ (dessen Kameramann Salvatore Totio erneut mit von der Partie ist) kann Howard mit dieser simplen und doch effektiven Ode an den arbeitenden Mann, nun wieder einen eindeutigen Publikumshit verbuchen. ara.

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