Die Bavaria Filmstadt bekommt eine neue, in dieser Form einzigartige Attraktion: Das Bullyversum hat sich ganz der Person und dem Schaffen von Michael Bully Herbig verschrieben und setzt neben dessen persönlicher Sammlung auf interaktive, exklusiv produzierte Elemente.

Das Bullyversum, hier eine Aufsicht einer Skizze des Innenarchitekten Ushi Tamboriello

Pünktlich zu Pfingsten sowie zum 30. Jubiläum der Bavaria Filmstadt eröffnet am 11. Juni auf dem Bavaria-Gelände bei München mit dem Bullyversum nicht nur eine weitere Attraktion für den Filmthemenpark, sondern auch die erste Erlebniswelt rund um Michael Herbigs Werk. Auf rund 1500 Quadratmetern entsteht in Halle 42 eine Mischung aus Fahrgeschäften, Ausstellungen und interaktiven Elementen, die sich völlig der Figur „Bully“ verschrieben haben. Der Schwerpunkt der Attraktionen liegt auf dessen Kinofilmen „Der Schuh des Manitu„, „(T)Raumschiff Surprise - Periode 1„, „Lissi und der wilde Kaiser“ sowie „Hui Buh„.

Die Zusammenarbeit von Herbig und der Bavaria Filmstadt begann bereits 2004 mit der Übernahme und Weiterentwicklung einiger Kulissen aus „(T)Raumschiff Surprise - Periode 1“, die äußerst erfolgreich in die allgemeine Besuchertour der Filmstadt integriert wurden. Aus dieser Kooperation entstand bereits 2006 die Idee, eine eigene, ausschließlich Bully gewidmete Erlebniswelt zu schaffen.

„Im Grunde war es eine rein pragmatische Idee. Ich bringe es einfach nicht übers Herz, nach Drehende die Requisiten und Kulissen wegzuschmeißen. Mittlerweile haben wir ein riesiges Lager, und das wird mir langsam zu teuer. Daher lag die Idee nahe, einfach Eintritt dafür zu verlangen“, witzelt Herbig. Die ersten Entwürfe gingen mehr in Richtung reines Museum. Doch nicht zuletzt da Herbig von klein auf ein großer Fan von Filmparks und -attraktionen wie Disneyland ist, wuchsen schon bald die Ambitionen: „Wir haben uns überlegt, wie wir es zeitgemäßer gestalten könnten. Wir wollten nicht einfach nur einen Abklatsch des Karl-Valentin-Museums, sondern wenn schon eine Art Karl-Valentin-MuseumNext-Generation.“

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Noch bevor im Februar 2010 die konkreten Planungen für das Bullyversum begannen, trug das gemeinsame Wirken von Bully und Bavaria Filmstadt aber noch andere Früchte: 2007 ging der Animationsfilm „Lissi und die wilde Kaiserfahrt“ im 4D-Erlebniskino an den Start, und 2009 wurden das Wikingerschiff aus „Wickie und die starken Männer“ sowie das dazugehörige Dorf Flake fester Bestandteil der Führung durch die Filmstadt.

Im Dezember 2010 begannen schließlich die umfangreichen Aus- und Umbaumaßnahmen in Halle 42. Die Investitionskosten bewegen sich im mittleren siebenstelligen Bereich. Für die Ausstellungsgestaltung griff man nicht nur auf Bullys große Sammlung zurück, sondern integrierte mit den Kulissen aus „(T)Raumschiff Surprise - Periode 1“ zum einen die bereits bestehende Attraktion der Filmstadt und produzierte zum anderen neue, exklusive Inhalte. Die beiden übrigen, bereits vorhandenen Bully-Attraktionen auf dem Bavaria-Gelände, das Wikingerschiff samt -dorf sowie der Animationsfilm „Lissi und die wilde Kaiserfahrt“, werden hingegen aus technischen und Platzgründen auf ihren alten Plätzen bleiben und nicht Teil des eigentlichen Bullyversums werden.

Letztlich umfassen die Elemente des Bullyversums 300 Originalexponate und 20 Einzelattraktionen. Hiervon werden elf interaktiv sein, sechs aus 2D- und sieben aus 3D-Großbildproduktionen bestehen. Bei einem der 3D-Elemente wird der Besucher zudem via Gestensteuerung interaktiv auf das Präsentierte Einfluss nehmen können.

Für die Entscheidung, das Bullyversum in Angriff zu nehmen, spielte für Nico Rössler, Leiter der Bavaria Filmstadt, neben der jahrelangen guten Zusammenarbeit mit Michael Herbig, der der Bavaria auch über die Drehs und Postpoduktionen seiner Filme seit Langem eng verbunden ist, sowie dem weiteren Plus an Aufmerksamkeit, das der Name Bully verspricht, vor allem das Abheben von der Konkurrenz eine entscheidende Rolle: „Wir versuchen immer, etwas Einzigartiges zu machen, das uns von anderen Themenparks unterscheidet. So wie etwa das ‚Boot‚-Set. Und das Bullyversum ist die einzige Erlebniswelt weltweit, die über einen noch lebenden Star funktioniert.“

Zudem passe es perfekt zum didaktischen Konzept der Bavaria Filmstadt. „Mit dem Bullyversum stärken wir unsere Kernkompetenz im Bereich Edutainment und unterstützen so den Bildungsauftrag der Bavaria Film“, so Rössler. In der Konzeption des Bully-Panoptikums wird besonderer Wert nicht auf die bloße Zurschaustellung der Exponate gelegt, sondern auf Interaktion und Erklärung. So lernen die Besucher z. B. etwas über die Synchronisation von Filmen und die Animation moderner CGI-Sequenzen. Doch noch in einem weiteren Punkt stärkt das Bullyversum das Kerngeschäft der Bavaria Filmstadt: Da diese das ganze Jahr über geöffnet ist, ist eine weitere Halle vor allem bei schlechtem Wetter und in den Wintermonaten eine nötige Unterstützung oder gar Alternative zu den Bereichen unter freiem Himmel.

Geöffnet sein wird das Bullyversum in der Hauptsaison täglich von 9 bis 18 Uhr und in der Nebensaison täglich von 10 bis 17 Uhr. Nur am 24. und 25. Dezember bleibt es geschlossen. Firmen und Privatpersonen bietet sich darüber hinaus die Möglichkeit, die Ausstellungsräume für bestimmte Events auch in den Abendstunden zu mieten. Eingebunden ist das Bullyversum in das Komplettangebot der Bavaria Filmstadt und damit in die klassischen Gästeführungen.

Somit orientiert sich die Besucherzielgruppe auch an der bisherigen, bereits 1981 gegründeten Filmstadt, die rund 400.000 Besucher im Jahr verzeichnet. Angesprochen werden sollen zum einen Familienmitglieder zwischen sechs und 99 Jahre und darüber hinaus Gruppen und Schulklassen. Ausgelegt ist die neue Halle auf eine Kapazität von 3000 Gästen pro Tag und bis zu 800 Personen gleichzeitig.

Gestaltet wurde die Ausstellung von der Innenarchitektin Ushi Tamborriello. Von außen wird die Halle an die Front eines Premierenkinos erinnern, inklusive Bullyversum-Logo und rotem Teppich, über den die Besucher das Bullyversum betreten.

Das Foyer wird von der Showtreppe, die die Fans des Entertainers aus dessen Fernsehshow „Bullyparade“ kennen, geprägt sein. Zudem begrüßt in der Mitte eine lebensecht nachgebaute, interaktive Bully-Figur die Besucher, und mehrere Radiogeräte und Anrufbeantworter erinnern an Herbigs Bully-Anfänge im Radio. Im eigentlichen Showbereich warten schließlich das nachgebaute Kinderzimmer von Bully, eine Apachenarena mit verschiedenen Spielen, das bereits bekannte, aber überarbeitete „(T)Raumschiff Surprise“-Set auf einer Drehbühne, Lissis sogenanntes Brunnenkabinett sowie ein „Hui Buh“-Showkino auf das Publikum. Auf einer Galerie finden sich darüber hinaus weitere Exponate.

Eines der Highlights ist zudem ein Fahrgeschäft, in dem man in einer Art interaktiven Zeitreise und anhand neu produzierter 2D- und 3D-Elemente noch einmal die Welten der Bully-Filme nacherleben kann. Die einzelnen Bereiche sind dabei so angelegt, das sie jederzeit umgestaltet werde können.

Und so soll das Bullyversum nicht nur einen Rückblick auf das bisherige Schaffen des Filmemachers ermöglichen, sondern auch dessen zukünftige Projekte entsprechend frühzeitig begleiten. Das bietet der Filmstadt nicht nur planerische Nachhaltigkeit, sondern auch die nötige Flexibilität in einem Geschäft, das darauf angewiesen ist, seinen Gästen immer wieder neue Attraktionen bieten zu können.

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