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Fakten und Hintergründe zum Film "Das Blaue vom Himmel"

Kino.de Redaktion |

Das Blaue vom Himmel Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Als dem Produzenten Uli Aselmann die erste Fassung des durch die FFA geförderten Drehbuches angeboten wird, ist dieser sofort begeistert. Gemeinsam mit dem Regisseur Hans Steinbichler setzt er sich an die konzeptionelle Umsetzung der Geschichte der beiden Autoren Robert und Josephin Thayenthal und beginnt, sich um die Finanzierung zu kümmern. Nach fast einem Jahr hat er die Zusagen aller beantragter Fördergremien: dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF), der Filmstiftung NRW, dem FilmFernsehFonds Bayern (FFF), dem Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB), der Filmförderungsanstalt (FFA), der Wirtschaftlichen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern und der Unterstützung durch das BKM sowie die Beteiligung von WDR, ARD Degeto, BR und Arte. Zusammen mit den Eigenmitteln des Produzenten hat der Film ein Produktionsbudget von rund fünf Millionen Euro.

Die an die Förderung des DFFF geknüpften Auflagen hinsichtlich deutscher Drehorte ist in diesem Fall ein glücklicher Umstand. Das Hauptmotiv Heiligendamm an der deutschen Ostseeküste bietet Regisseur Hans Steinbichler und Kamerafrau Bella Halben die idealen Voraussetzungen für die besondere optische Kulisse des Films für den Teil, der in Jürmala, Lettland, spielen soll. Für die Umsetzung der aktuellen Zeitebene der 90er Jahre wird vor allem in Berlin, aber auch in Wuppertal und Bayern gedreht.

Die Dreharbeiten der historischen Szenen zur Geschichte der Baltischen „Singenden Revolution“ finden in Riga statt. Hier kann das Produktionsteam um Uli Aselmann auf die hervorragende Drehvorbereitung der lettischen Kollegen von der Firma Film Angels Studio und vor allem der engagierten Begeisterung der lettischen Bevölkerung selbst zurückgreifen. Die Letten, die die Blockade in Riga im August 1991 miterlebt haben, bringen ihre Original-Requisiten mit an das Set.

Während der sechs Drehtage vermitteln sie dem deutschen Team, wie wichtig ihnen die realistische Darstellung dieser bedeutenden Phase ihres Landes ist. Eine befreiende Erinnerung an diese Zeit, ein Gefühl des Triumphes macht sich während der Dreharbeiten unter den Letten breit. Ihre Geschichte ist eine besondere und im internationalen Weltgeschehen fast vergessen. Der Film versucht diesem Umstand gerecht zu werden, wenn auch der politische Hintergrund der Letten von 1933 bis 1991 nur gestreift werden kann, da im Mittelpunkt die Geschichte um ein Familiengeheimnis steht. „Wir hatten nicht die Absicht, einen politischen Film über die Geschichte Lettlands zu machen. Das hätten wir uns nicht angemaßt, noch hätten wir dies von Deutschland aus leisten können. Der historische Hintergrund Lettlands bot uns den Kontext, einen menschlichen Film zu machen, der von menschlichen Schicksalen handelt“, sagt Uli Aselmann dazu.

Dass dies gelingen kann, betont der Produzent, liegt auch an dem hochkarätigen Schauspielerensemble und dem professionellen Filmstab. Die Auswahl der deutschen Starbesetzung erfolgt durch die Casterin Nina Haun. Es gelingt durch die Besetzung der Marga mit Hannelore Elsner und Karoline Herfurth oder Osvalds Kalnins mit David Kross und Rüdiger Vogler sowie der Rolle der Iewa mit Juta Vanaga und Dace Eversa die glaubhafte Umsetzung von Charakteren, die altersmäßig fünfzig Jahre auseinander liegen. Diese stringente Darstellung gelingt – obwohl z.B. Hannelore Elsner und Karoline Herfurth nur einen gemeinsamen Drehtag hatten – durch deren exzellentes schauspielerisches Einfühlungsvermögen und die Regieleistung Hans Steinbichlers. Er lässt den Schauspielern während der Dreharbeiten Raum, sich zu entfalten und ist doch immer im richtigen Moment da, um einzufordern und Grenzen zu setzen. Wie in dem Filmdrama Winterreise (2006), die erste gemeinsame Produktion von Hans Steinbichler und Produzent Uli Aselmann, ist es der besondere Umgang des Regisseurs mit den Schauspielern, der dem Film DAS BLAUE VOM HIMMEL diese ganz persönliche Note verleiht.

„Er ist schon ein sehr begabter Knochen und weiß genau, was er will“, meint Uli Aselmann über Steinbichler. Ihre frühere Zusammenarbeit, ihr freundschaftlicher und respektvoller Umgang miteinander sind für die Filmarbeiten von großem Vorteil. Es gibt wenig Reibungsverluste und das Konzept des Films ist zwischen den beiden von vornherein klar: Es gibt Familiengeheimnisse, die so tiefgreifend sind, dass erst deren Offenbarung ersichtlich werden lässt, welchen Einfluss sie auf die eigene persönliche Entwicklung hatten. Und dann heißt es, zu verzeihen oder – es zu lernen. „Die Letten leben uns das ganz gut vor, so wie sie mit den Russen umgehen und zurecht kommen. Es nutzt nicht, auf der persönlichen Ebene nachzutragen. Man muss vergeben, damit das Leben weiter gehen kann.“

Da die fast zweimonatigen Dreharbeiten im Februar 2010 beginnen, heißt es auch immer wieder dem Wetter hinterher, oder eben davon zu laufen. Die aufwändige Reiseroute der Produktion beginnt in Bayern, führt nach Wuppertal, Heiligendamm, Berlin und nach Riga. Dort angekommen, stellte die Wetterlage das Team vor ungeplante Herausforderungen. Zur Zeit der „Singenden Revolution“ ist es zwar kalt, aber es liegt kein Schnee. Riga präsentiert sich jedoch während der Dreharbeiten mit einer anderthalb Meter dicken Schneedecke. So heißt es schippen, schippen und immer wieder die warmen Gebläse zur Schneeschmelze einsetzen.

Doch damit nicht genug. Der Rückweg der Produktion nach Heiligendamm ist über die Ostsee geplant. Doch die ist in diesem Jahr zugefroren. So muss der Transport von Technik und Ausstattung auf den Landweg umgeleitet werden. Was es in Riga zu viel an Schnee gab, gibt es dann in Heiligendamm zu wenig. Die Produktion behilft sich mit Schneeflecken. Und zu all dem kommt es Mitte April 2010 zu einer bis dahin beispiellosen Beeinträchtigung des Luftverkehrs in Europa infolge des Vulkanausbruches in Island. Spätestens hier zeigen sich Flexibilität und Professionalität eines Produktionsteams.

Historische Filme sind immer mit enormen logistischen Anforderungen verbunden. Zudem verlangt es Fingerspitzengefühl und Organisationstalent, eine Stadt so einzufangen und die Motive so zu wählen, dass der Zuschauer die Handlung unabhängig von der Zeitebene immer am richtigen Ort empfindet. Aufwändig war auch, die Sommervilla in Jürmala von einem desolaten Zustand nach den Unruhen in den Neunzigern in das prächtige Heim Margas in den Dreißigern umzuwandeln oder die anspruchsvolle, historische Bahnhofsszene zu realisieren.

Der Plan, den Zug aus Russland zu holen, lässt sich aufgrund der unterschiedlichen Spurbreite lettischer und russischer Bahnen nicht umsetzen. Also werden diese Szenen letztlich in Deutschland gedreht. Und wo findet man eigentlich einen originalgetreuen Heißluftballon aus den Dreißigern? In diesem Fall in Bochum und Dank der hervorragenden Recherche von Szenenbildnerin Evi Stiebler und ihrem Ausstattungsteam.

Dass sich das Trotzen von Wetterbedingungen, das Aushalten von Widrigkeiten gelohnt haben, zeigt sich nicht zuletzt an dem Fazit eines zufriedenen Produzenten: „In einem selbstproduzierten Film zu sitzen und eine emotionale Spannbreite von herzhaftem Lachen bis mitfühlendem Leiden zu erleben, ist einfach großartig. Wenn ich so emotional mitgerissen werde, dann weiß ich, da ist uns etwas gelungen. Und das freut mich.“

News und Stories

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    Kino.de Redaktion  
  • Drama mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung

    Regisseur Hans Steinbichler („Autistic Disco“, „Winterreise“) wird ein Drama mit dem Titel „Das Blaue vom Himmel“ inszenieren. Darin stehen die beiden Hauptdarstellerinnen von „Vier Minuten“ aus dem Jahr 2006, Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung, wieder gemeinsam vor der Kamera. Diesmal spielen sie Mutter und Tochter. Die an Alzheimer erkrankte Marga gibt in ihren bruchstückhaften Erinnerungen ein Geheimnis preis...

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