Das Bildnis des Dorian Gray

  1. Ø 3.5
   2009

Das Bildnis des Dorian Gray: Neuverfilmung von Oscar Wildes skandalträchtigem Roman als schaurig-schönem Gothic-Horror mit Colin Firth als maliziösen Verführer.

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Filmhandlung und Hintergrund

Das Bildnis des Dorian Gray: Neuverfilmung von Oscar Wildes skandalträchtigem Roman als schaurig-schönem Gothic-Horror mit Colin Firth als maliziösen Verführer.

Dorian Gray kommt Ende des 19. Jahrhunderts nach London. Sein makelloses Aussehen öffnet ihm nicht nur die Türen der Gesellschaft, ihm liegen auch die Frauen und die aristokratische Welt zu Füßen. Unter den Fittichen des maliziösen Lord Henry Wotton lernt das Unschuldslamm bald hedonistische Freuden schätzen. Der homosexuelle Maler Basil Hallward hält in einem außergewöhnlichen Gemälde seine physische Ausstrahlung fest. Aus Angst vor Vergänglichkeit wünscht sich Gray, nur das Abbild möge altern, aber nicht er. Der Wunsch wird grauenvolle Wirklichkeit.

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Kritikerrezensionen

  • Oskar Wildes Klassiker um einen jungen Dandy, der seine Seele für den Preis ewiger Schönheit verpfändet, verknüpft Motive von Selbstsucht, Egoismus und dem Narzismus der Menschen mit einer ironischen Gruselgeschichte. Im Zeitalter der Schönheitsoperationen, Castingwahn und Werbeästhetik erweist sich die Parabel über den Fluch des vordergründigen Scheins als aktueller denn je, weshalb eine Kino-Neufassung schon im Hinblick auf die Remake-Flut nicht ausbleiben konnte.

    Doch einmal mehr wiederholt sich der Umstand, dass die Erstverfilmung eines Werkes der Weltliteratur selbst nach Jahrzehnten als die Gelungenste und Gültigste erscheint. Nach wie vor überzeugt Albert Lewins "Das Bildnis des Dorian Gray" von 1945 dank George Sanders auftrumpfender Leistung als Lord Wotton, der stilvollen Inszenierung und einer farbigen Endsequenz. Daran können sich weder die zahlreichen TV-Versionen noch Massimo Dallamanos Softsex-Variante mit Helmut Berger und erst Recht nicht Oliver Parkers aktuelle Adaption messen. Damit versucht der Ex-Schauspieler, zuletzt mit "St. Trinians"-Klamauk in England erfolgreich, offenbar an seine zwei besten Regiearbeiten anzuknüpfen, die spritzigen, prominent besetzten Oscar Wilde-Umsetzungen "Ernst sein ist alles" und "Ein perfekter Ehemann". Bei dieser Gelegenheit kehrt sein Team in die legendären Ealing-Studios zurück, wo britische Filmgeschichte geschrieben wurde.

    Oscar Wildes bissige, Drehbuch gerechte Dialoge bestimmen nur den Beginn des Schauerdramas. Parker und sein Autor Toby Finlay folgen zwar dem tragischen Werdegang des nur anfangs naiven Beaus Dorian, der seine Seele für ewige Schönheit verpfändet, verwässern die tragische Schauermär aber mit plakativen Computereffekte, mit denen das Gemälde buchstäblich das Böse verströmt. Finlay streicht nun die unterschwellige homosexuelle Tendenz der Vorlage deutlicher heraus. Offenbar fand er es jedoch notwendig, eine zusätzliche Liebesgeschichte zu integrieren, damit der skrupellose Dorian sein rücksichtsloses Handeln bereuen und erstmals aufrichtige Gefühle beweisen darf.

    So gerne man die charmante Rebecca Hall auf der Leinwand bewundert, wirkt sie als Lord Wottons selbst bewusste, emanzipierte Tochter wie aus einer anderen Zeit und einem anderen Stück entsprungen. Als sarkastischer Lebemann Lord Wotton zieht immerhin Colin Firth alle Register seines Könnens, was auf Dauer nicht über den blassen Titelstar Ben Barnes sowie eine Mischung aus vordergründigem Horror und verschämter Erotik hinweg trösten kann. Im Gegensatz zum vergleichbaren "Wolfman" halten sich die abgeschmackten Horroreinlagen insgesamt in Grenzen, aber das schleppende Tempo der zweiten Hälfe lässt die Schwächen nur umso deutlicher hervor treten.

    Fazit: Stilvolle, aber plakative Moritat um den Preis ewiger Schönheit, die bei aller Freizügigkeit dem vertrauten Stoff kaum neue Aspekte abgewinnt
  • Neuverfilmung von Oscar Wildes skandalträchtigem Roman als schaurig-schönem Gothic-Horror mit Colin Firth als maliziösen Verführer.

    „Laster und Tugend sind dem Künstler Werkzeug für seine Kunst“ schrieb Oscar Wilde zu seinem Roman, der sogar einen Unzuchtprozess im viktorianischen England gegen ihn ins Rollen brachte. Für moralische Entrüstung kann die Geschichte vom Jüngling, der aus dunklen Gründen trotz Ausschweifungen und Dekadenz seine perfekte Schönheit bewahrt, heute nicht mehr sorgen.

    Wenn das sanfte Unschuldslamm Dorian Gray Ende des 19. Jahrhunderts nach London kommt, öffnet ihm sein makelloses Aussehen die Türen der Gesellschaft, liegen ihm die Frauen und die aristokratische Welt zu Füßen. Unter den Fittichen des maliziösen Lord Henry Wotton (Colin Firth unschlagbar gut) lernt er bald hedonistische Freuden schätzen. Der homosexuelle Maler Basil Hallward hält in einem außergewöhnlichen Gemälde seine physische Ausstrahlung fest. Aus Angst vor Vergänglichkeit wünscht sich Gray, nur das Abbild möge altern nicht er. Der Wunsch wird grauenvolle Wirklichkeit.

    Schon 1913 gab es eine erste Stummfilmversion, 1970 spielte Helmut Berger den amoralischen Lebemann, dem nichts heilig war. Regisseur Oliver Parker, der seine Laufbahn im Theater begann und gemeinsam mit Clive Barker Horrorshows auf die Bühne brachte, packt die Gelegenheit beim Schopf, sich dem Horrorgenre wieder anzunähern, setzt weniger auf diskrete Andeutungen als auf direkte blutige Gruseltaten, obgleich er mit „Ernst sein ist alles“ und „Ein perfekter Ehemann“ schon solide Wilder-Adpation ablieferte. Die Modernisierung dieser schaurig-schönen Geschichte mündet im wüsten Gothic-Horror, der wenig Platz für ausdifferenzierte Charakterzeichnung lässt, sondern das Klischee der Verruchtheit feiert mit Opiumhöhlen, Alkoholexzessen und Sexorgien. Es reicht nicht der rapide Verfall des Bildes und die Reduzierung zu einer hässlichen Teufelsfratze, es krabbeln Maden, während Gray im Kreise seiner im Alter an Mumien erinnernden Freunde, in toter Jugendlichkeit erstarrt. Trotz exzellenter Ausstattung, wirkungsvollem Ästhetizismus des Fin de siècle und wunderbarer Schauspieler ist die Suggestivkraft des düsteren Zaubers der literarischen Vorlage nur in Ansätzen zu spüren, die Gebrochenheit eines Menschen, dem das Menschliche abhanden gekommen ist. mk.

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