Dalai Lama Renaissance

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   2007
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Dalai Lama Renaissance Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Dalai Lama Renaissance: Dokumentation über eine Zusammenkunft 40 Wissenschaftler, die fünf Tage lang mit dem Dalai Lama die Probleme der Welt diskutieren.

40 anerkannte Geistesgrößen und Wissenschaftler aller Art reisen ins indische Dharamsala, um bei einer Tagung mit dem Dalai Lama höchstpersönlich die Probleme dieser Welt zu erörtern – und am besten gleich zu lösen. Angesicht einer allzu legeren Organisation führen die meisten Diskussionen jedoch zu keinem nennenswerten Ergebnis. Das ficht jedoch kaum jemanden an, denn schließlich ist man da, um seiner gut gelaunten Heiligkeit zu huldigen.

Allerhand gescheite westliche Wissenschaftler benehmen sich wie Groupies, als sie bei einer Tagung auf den 14. Dalai Lama treffen. Die Dokumentation von Khashyar Darvich zeigt hitzige, aber harmlose Debatten in einem amüsanten Buddhismus-Kurs vor ernstem Hintergrund.

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Kritikerrezensionen

  • Für viele Menschen ist der 14. Dalai Lama weder ein einfacher Mönch noch ein ernst zu nehmender Politiker, sondern ein populärer Glücksbote, der mit weisen Worten ein besseres, glücklicheres Leben verheißt. Dabei hat er vermutlich wesentlich mehr Zuhörer als Mitstreiter. Zu welcher Gruppe die Teilnehmer der "Synthesis Group" gehören ist nicht klar ersichtlich. Sie scharen sich um "seine Heiligkeit" wie Fans um ihr Popidol. Dabei vermitteln die Beitragsfetzen die der Regisseur den Zuschauern gönnt kaum den Eindruck, als würden sie ihm jemals ernsthaft zuhören. Zumindest reden sie gleich zu Beginn ihres Diskussions-Experiments derart egozentrisch aneinander vorbei, dass man sich als Zuschauer ernsthaft fragt, ob die hier präsentierten Wissenschaftler den Begriff "Synthese" vielleicht anders definieren als man selbst.

    Die Grundidee, die dem Experiment zugrunde liegt, ist sicherlich ehrenwert. Doch betrachtet man die Teilnehmer der Gruppe, so wird der Eindruck erweckt, hier seien 40 esoterisch angehauchte Menschen (die gleich mehrfach als "die führenden Denker unserer Zeit" gepriesen werden, ohne dass man näheres über sie erfahren würde) dem Ruf des Dalai Lama gefolgt, um ihr persönliches Glück zu vervollkommnen. Und nicht etwa, um die Welt ein kleines Stück besser zu machen.

    Tatsächlich ist ihr schlussendlich vorgebrachter Weltverbesserungsvorschlag folgender: Die Boykottierung der chinesischen Wirtschaft. Passend zu dieser Erkenntnis gesellt sich die merkwürdige persönliche Einsicht einer Teilnehmerin, die durch die "Synthesis Group" zu dem Entschluss kam, ihre chinesischen Schuhe wegzuwerfen, obwohl die ihrer Ansicht nach sehr bequem seien. Nicht nur in diesen Sequenzen stellt "Dalai Lama Renaissance" einen Kniefall vor dem Dalai Lama und vor Tibet dar. Das ist zwar vollkommen legitim, wirkt aber in diesem Fall reichlich fehl am Platz, da es ganz und gar dem Ziel widerspricht, das sich die "Synthesis Group" gesetzt hatte.

    Dass man das Experiment, das hier beleuchtet werden soll, so wenig ernst nehmen kann, liegt wohl vor allem an der Gestaltung des Films selbst. Regisseur Khashyar Darvich präsentiert dem Zuschauer nur vereinzelte Diskussionsfetzen ohne jedoch die Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Diskussionen zu offenbaren. Statt mit wissenschaftlichem Denken wird der Zuschauer mit esoterischen Höhenflügen konfrontiert. Die Probleme der Welt verschwinden hinter der Ehrfurcht, welche die Teilnehmer dem Dalai Lama entgegenbringen. Die klügsten Beiträge – oft genug einfacher Ausdruck gesunden Menschenverstandes – steuert der Dalai Lama persönlich bei. Doch nur deshalb muss man nicht ins Kino gehen. Stattdessen könnte es reichen, einfach mal selbst ein bisschen nachzudenken.

    Fazit: Der Film scheitert so chaotisch wie die Teilnehmer der "Synthesis Group", die vergeblich versuchen, in gemeinsamen Diskussionen den Problemen unserer Welt zu begegnen.
  • Fünf Tage lang diskutieren 40 Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler mit dem Dalai Lama über die Probleme der Welt und wie man sie lösen kann.

    Hohe Erwartungen liefen dem Treffen voraus, bei dem sich die westlichen Professoren, Denker und Künstler ein ganz unbescheidenes Ziel setzten: Sie wollen die Welt verändern. Derartiger Größenwahn wird im Lauf der sich sehr spiritualistisch gebenden Dokumentation von Khashyar Darvich durch den chaotischen Verlauf der Diskussionsrunde geläutert. Intellektuelle Inhalte vermittelt der von einer Suche nach allgemeingültiger Wahrheit beseelte Film nur wenig. Vielmehr demonstriert er – unfreiwillig? -, wie die Egos von sich selbst Eingenommener aufeinanderprallen. Anders gewendet: Darvich beobachtet die ohne Zweifel engagierten Menschen dabei, wie sie an einer unzulänglich strukturierten Tagung viel von hegelianischer Synthese schwadronieren, aber nicht mal über die Formulierung einer These hinauskommen. Ihre Hoffnung auf einen Weg aus der Krise wird im Dickicht hitziger, wenngleich harmloser Dispute begraben. So sympathisch ist schon lange keine Tagung mehr gescheitert, erleben die ergebnisorientierten Abendländer doch ihr blaues Wunder.

    Anstoß nimmt daran keiner, denn eigentlich sind sie alle Fans des 14. Dalai Lama und deshalb restlos glücklich über ihre Pilgerreise nebst Audienzen im gewohnt locker-scherzhaften Tonfall mit seiner Heiligkeit, die sich gut gelaunt Wünsche und Beschlüsse vortragen lässt. Dass sie allesamt wie Groupies das Oberhaupt des Buddhismus in seinem indischen Exil in Dharamsala anhimmeln und der Film ebenfalls kritische Distanz vermissen lässt, steigert zwar nicht den informativen, so aber doch den Unterhaltungswert. Bewunderung ist – nach buddhistischer Lehre – eine Sünde. Aber offenbar eine lässliche, denn jeder Teilnehmer gibt sich bewusst mit selig glänzenden Augen seinem Idol hin. Erleuchtung garantiert: Das gilt jedoch nur für die Wissenschaftler. Als Zuschauer bekommt man zumindest im Schnelldurchlauf Philosophie und Wesen des Dalai Lama präsentiert. Mehr aber kann man den erstaunlichen Einfluss, den er auf seine Bewunderer ausübt, am Fallbeispiel studieren – in einem kurzweiligen Feel-Good-Movie über menschliche Schwächen und einem darob milde lächelnden Mönch. Von Harrison Ford, der im Original zumindest zeitweilig als Erzähler fungiert, hört man in der deutschen Fassung freilich nur die Synchronstimme. tk.

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