Filmhandlung und Hintergrund

Der 1962 in Vietnam geborene, 1975 nach Frankreich geflohene Tran Anh Hung debütierte nach zwei Kurzfilmen mit „Der Duft der grünen Papaya“ im Kino und gewann 1993 in Cannes die Goldene Palme sowie einen Cesar für den besten Erstlingsfilm. 1994 folgte dann noch eine Oscar- Nominierung für den besten fremdsprachigen Film. Nun kommt „Cyclo“, Tran Anh Hungs jüngste Produktion, auf den diesjährigen Filmfestspielen von...

Cyclo bringt mit seinem angemieteten Fahrradtaxi seine Familie eher schlecht als recht über die Runden. Als ihm die Rikscha gestohlen wird, muß er für seine Chefin als Ausgleich für den entstandenen Verlust Aufträge der etwas anderen Art ausführen. Der Gangster „Poet“ führt ihn in die Welt des Verbrechens ein, und Cyclo ist plötzlich reicher als je zuvor.

Der 18jährige Cyclo verdient sein Geld als Rikscha-Fahrer in Saigon. Als ihm sein Fahrrad gestohlen wird, muß er seine Chefin für den Verlust entschädigen und nimmt deshalb kriminelle Aufträge ihrer Vertrauten an. Dabei steigert sich die Schwere der Delikte: Einem Sabotage-Akt folgt ein Brandanschlag und schließlich transportiert Cyclo Drogen. Berauscht vom schnell und leicht verdienten Geld träumt der Teenager schon bald von der großen Gangsterkarriere. Als er jedoch einen Mord begehen soll, wachsen Zweifel.

Als sein Fahrrad gestohlen wird, nimmt der junge Rikscha-Fahrer Cyclo kriminelle Aufträge an, um seine Chefin zu entschädigen. Das Krimidrama geriet zum gefeierten Erfolg auf den Filmfestspielen von Venedig.

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Kritikerrezensionen

  • Der 1962 in Vietnam geborene, 1975 nach Frankreich geflohene Tran Anh Hung debütierte nach zwei Kurzfilmen mit „Der Duft der grünen Papaya“ im Kino und gewann 1993 in Cannes die Goldene Palme sowie einen Cesar für den besten Erstlingsfilm. 1994 folgte dann noch eine Oscar- Nominierung für den besten fremdsprachigen Film. Nun kommt „Cyclo“, Tran Anh Hungs jüngste Produktion, auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig als Wettbewerbsbeitrag zur Uraufführung. Wie schon in seinem Erstling setzt sich der Filmemacher mit seiner alten Heimat auseinander. Doch während er in „Papaya“ einen eher verklärenden Blick zurück ins Saigon der fünfziger Jahre warf, begibt er sich jetzt in die brodelnden Straßen Ho-Chi-Minh-Stadts der Neunziger. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Cyclo - mit traumwandlerischer Sicherheit von dem Laien Le Van Loc gespielt -, der mit seinem angemieteten Fahrrad-Taxi seine Familie eher schlecht als recht über die Runden bringt. Als ihm eines Tages sein Gefährt gestohlen wird, muß er für seine Chefin Aufträge anderer Art ausführen, um diese für ihren Verlust zu entschädigen. Unter der Obhut des Poeten - überzeugend: Tony Leung Chiu-Wai („Bullet in the Head“) -, einem engen Vertrauten der Chefin, wird er in die Welt des Verbrechens eingeführt. Dem Cyclo gehen die ersten Aufträge, ein Brandanschlag und ein Drogentransport, leicht von der Hand. In dem jungen Mann wächst das Gefühl von Macht. Die Polizei scheint ihm nichts anhaben zu können und plötzlich verdient er soviel Geld wie er noch nie zuvor überhaupt gesehen hat. Cyclo träumt schon von der großen Gangster-Karriere, als der Poet ihm den Auftrag zu seinem „Meisterstück“, einem Mord, gibt. „Cyclo“, das Fehlen von Rollennamen deutet es schon an, ist ein Thriller, der in der Tradition des Film noir steht. Der Mensch, so behauptet auch Tran Anh Hung, kann seinem Schicksal nicht entfliehen. „Cyclo“, das ist das kolonial-französische Wort für eine Fahrrad-Rikscha und auch für ihren Fahrer. „Cyclo“ ist aber auch mit dem französischen Wort „cercle“, Kreis, verwandt, was wiederum auf den Kreislauf des Lebens umgedeutet werden kann. Folgerichtig werden Cyclo, der Poet, die Chefin und all die anderen ihrer Vorbestimmung nicht entkommen. Sie müssen sich fügen oder arrangieren, wer dies nicht tut, der stirbt. Tran Anh Hung beschränkt sich jedoch nicht darauf, eine klassische Kinogeschichte mit den genreüblichen Zutaten zu erzählen, sondern hat auch, nach eigenen Aussagen, einen Film über die Welt der Arbeit, über Ausdauer, Erschöpfung, Essen, die Welt des Vaters, das Streben nach Unschuld, Opfer, Mutterliebe, Erlösung und Hoffnung realisiert. All das erschließt sich dem Zuseher jedoch nicht auf den ersten Blick, ist ihm doch die fernöstliche Mentalität eher fremd. Außerdem wird er vom ersten Moment an von den berauschenden Bildern des vorzüglichen Kameramannes Benoit Delhomme, die im Rhythmus der fernöstlichen Metropole montiert sind, sowie der ständig donnernden Tonspur überwältigt. Entsprechend vermarktet dürfte „Cyclo“ aber schon alleine wegen des Namens Tran Anh Hung und der derzeitigen Popularität „exotischer“ Filme für ein solides Einspiel gut sein. GeH.

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