Filmhandlung und Hintergrund

Tarantino-Ableger um ein Spezialisten-Team, das Mordschauplätze "aufräumt".

Gabriela, schon von Kindheit an von Mord und Totschlag (und ihren Produkten) fasziniert, findet den idealen Job in einer Putzkolonne, die sich auf das Säubern von Mordschauplätzen spezialisiert hat. Arbeit verschafft ihr Serienkiller Paul, der auf feine Damen abonniert ist. Zwischen Gabriela und Paul kommt es zum tödlichen Katz- und Mausspiel …

Gabriela ist, seitdem sie als Kind Zeuge einer blutigen Schießerei wurde, von Leichen besessen. Nun, rund zwanzig Jahre später, arbeitet sie in Miami für eine Firma, die sich auf das Reinigen von Tatorten spezialisiert hat. Die Geschäfte des Unternehmens florieren, da die Stadt gerade von einem Serienkiller heimgesucht wird, der ausschließlich reiche Damen zu beseitigen pflegt. Einer dieser Frauen, Katrina, gelingt es kurz vor ihrem Ableben, den richtigen Namen des „Blue Blood Killers“ auf den Boden ihres Hauses zu schreiben…

Gabriela hat als Putzfrau für Mordtatorte ihren Traumjob gefunden. Seit frühester Kindheit ist sie fasziniert vom gewaltsamen Tod. Glücklicherweise geht ein Serienkiller um, der für genügend Putzaufträge sorgt. Sein letztes Opfer konnte im Todeskampf noch seinen Namen schreiben. Skurrile Komödie mit tiefschwarzem Humor.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Curdled: Tarantino-Ableger um ein Spezialisten-Team, das Mordschauplätze "aufräumt".

    Dieser Erstlingsfilm von Regisseur Reb Braddock und Produzent John ist ein schönes Beispiel für die kreative Interaktion auf engagierten Festivals: „Curdled“, zunächst ein halbstündiger Abschlußfilm, den Quentin Tarantino 1992 in Viareggio sieht und der ihm so gut gefällt, daß er Maass zu einer abendfüllenden Version ermuntert, ist vier Jahre später ein Spielfilm. Tarantino ist ausführender Produzent bei „Curdled“, der auf dem Festival in Toronto und kurz darauf im spanischen Sitges läuft. Die schräge schwarze Komödie mit dem spielerisch-lasziven Latinio-Soundtrack ist etwas für Fantasy-Gourmets.

    Dabei führt der Name Tarantino eher in die Irre. Denn Ästhetik und Erzählstil von „Curdled“ haben nichts gemein mit dem wild wuchernden Eklektizismus und dem grellen Ambiente des Pulp-Filmers. Braddock und Maass sind intellektueller, hintersinniger, bizarrer in ihrer Geschichte. „Curdled“, deutsch „geronnen“, handelt von der mörderischer Obsession der jungen, schönen Kolumbianerin Gabriela. Als Kind wird sie Zeuge einer Schießerei. Fasziniert schaut sie auf das von Kugeln durchsiebte, blutüberströmte Opfer und steuert wie magisch angezogen, voller Neugier darauf zu, um die Leiche zu berühren. Damit endet die unheimliche Ouvertüre, die Reb Braddock ein bißchen wie die fernen, unwirklichen Erinnerungsbilder eines vergilbten Fotoalbums inszeniert.

    20 Jahre später geht es weiter in der Gegenwart in einem anderen Land, Miami, Florida, USA. Hier findet die erwachsene Gabriela (geheimnisvoll sinnlich und augenzwickernd intuitiv: Angela Jones) die idealen obskuren Objekte ihrer Begierde. Sie nimmt einen Job an bei einem Putzkommando, das Tatorte von Morden nach der polizeilichen Spurensicherung aufräumt. Und zu tun gibt es genug, denn gerade geht in Miami ein Serienkiller um, der es auf alleinstehende, wohlhabende Damen abgesehen hat. William Baldwin spielt ihn mit der Eleganz des großen Charmeurs und der mysteriösen Bedrohlichkeit eines entschlossenen Psychopathen. Es ist nur eine Frage der Zeit und der treffsicheren Dramaturgie des pfiffigen Skripts, daß Gabriela eines Tages mit ihrem Putzlappen in einer schicken Villa steht, in der der „Blue Blood Killer“ erfolgreich tätig war. Es ist das Blut der Villenbesitzerin, das Gabriela aufwischt. Und weil ihre Jobkollegin keine Überstunden machen will, kehrt Gabriela mit einem Freund am Abend heimlich an den Tatort zurück. Der Killer hat das gleiche getan.

    Die Konfrontation inszeniert Braddock als erotischen Showdown, die brisant sinnliche Begegnung zweier Außenseiter, deren ähnliche Obsessionen keine Tabus kennen und sich im Gegenüber spiegeln. Jeder erkennt sich im anderen wieder. Gabriela und der Killer finden sich im leidenschaftlichen Tanz zu lässigen Latino-Rhythmen der Cumbia, die das entspannte Tempo und die dichte Atmosphäre des gesamten Films prägt. Natürlich wird die Cumbia zum Danse Macabre, und Gabriela weiß, daß sie auf Leben oder Tod gefordert ist.

    „Curdled“ ist ein auf ungewohnte Weise spannender Film, der trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit der Handlung immer wieder überraschende Wendungen und ironische Brechungen zeigt. Und er hat einen einzigartigen Soundtrack, der die Rolle eines verschworenen Erzählers übernimmt. Westafrikanische, karibische, spanische und amerikanisch-indianische Einflüsse sind in der Cumbia, die aus Kolumbien stammt, mit Big Band Sound, Rock und Pop vermischt. Joseph Julian Gonzalez hat den Soundtrack komponiert und zwei Songs hat Guns ‚N Roses-Gitarrist Slash geschrieben. Bei einem Publikum mit Sinn für intelligenten Witz und Grusel ist „Curdled“ bestens aufgehoben.

    fh.

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