Creep

  1. Ø 2
   2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Creep: Unkonventioneller Horrorschocker, in dem Franka Potente einen Albtraum in Londons Untergrundbahnsystem erlebt.

Auf dem Heimweg von der nicht sehr gelungenen Party verpasst die ebenso attraktive wie selbstbewusste Modelagentin Kate (Franka Potente) durch ein Nickerchen zur falschen Zeit die letzte Londoner U-Bahn. Sie findet sich plötzlich eingeschlossen und von der Außenwelt abgeschnitten mutterseelenallein in den gruseligen Katakomben wieder. Nun, vielleicht nicht ganz allein. Denn da wäre ja noch das anonyme Schlitzerphantom, dem gerade erst der ungebetene Partygast zum Opfer fiel, der Kate klammheimlich nachstieg.

Kunstfreunde, die an Filmen wie „Scream“ und „Dawn of the Dead“ Gefallen fanden, sollten einen Blick in diese klaustrophobische Horrorproduktion aus deutsch-britischer Gemeinschaftswerkstatt riskieren.

Als das Model Kate in London nachts auf ihre U-Bahn wartet, nickt sie kurz ein und stellt kurz darauf fest, dass sie sich mutterseelenallein auf dem Bahnsteig befindet und der letzte Zug längst abgefahren ist. Die Ausgänge sind vergittert, die Rolltreppen außer Betrieb. Als plötzlich doch noch eine Bahn einfährt, beginnt für Kate ein Albtraum – und eine wilde Flucht durch die Geisterbahnhöfe der Londoner Tube.

Auf dem Weg zu einem hochkarätigen PR-Event nickt die ebenso attraktive wie selbstbewusste Modelagentin Kate leicht angetrunken auf einem U-Bahnhof ein. Als sie durch ein Geräusch aufschreckt, ist die letzte Bahn weg, sind sämtliche Ausgänge verriegelt. Völlig auf sich selbst gestellt, wird die junge Frau mit dem größten Albtraum ihres Lebens konfrontiert. In Londons Underground treibt nämlich eine mysteriöse Bestie ihr mörderisches Unwesen, dem in der Folge mehrere Menschen höchst blutig zum Opfer fallen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine Deutsche mit britischem Namen möchte George Clooney treffen. Nachdem ihre Freundin von einer Party ohne sie weitergefahren ist, bekommt sie mitten in London kein Taxi und nimmt die U-Bahn. Innerhalb von vier Minuten schläft Kate an der U-Bahnstation ein und verpasst den letzten Zug; als sie wieder aufwacht, ist sie in der grell beleuchteten U-Bahnstation eingesperrt, sie hat keinen Handyempfang und scheint die Notruftelefone an den Wänden nicht zu bemerken. Ihr Kollege Guy ist ihr jedoch gefolgt und versucht, sie in einer abgestellten U-Bahn zu vergewaltigen.

    Christopher Smith beginnt seine Story dermaßen unglaubwürdig, dass die Regeln der normalen Welt in „Creep“ außer Kraft gesetzt zu sein scheinen. Es wird deutlich, dass es dem Regisseur nur um das Eine geht: die Darstellung des Schreckens in einer labyrinthartigen Untergrundwelt. Die Londoner U-Bahn ist dafür eine gelungene Kulisse, Franka Potente im extravaganten Outfit ein gefundenes Opfer.

    Die wenigen Protagonisten in „Creep“ müssen bald feststellen, dass eine ungeheuerliche Kreatur im Untergrund ihr Unwesen treibt. Licht scheint diese nicht abzuschrecken, auch wenn sie gerne aus dem Verborgenen angreift. Dem Zuschauer kündigt sie sich durch das plötzliche Auftauchen von Ratten an. Doch was für eine Kreatur ist das, die schließlich Ratten mit Menschenfleisch füttert und Frauen mit zackigen Messern ausweidet? „Creep“ liefert hierzu Erklärungen, die zu anderen Sachverhalten viel dringender hinterfragt werden müssten. Zum Beispiel, warum an diesem Abend so viele Morde geschehen und die Kreatur sich selbst verrät.

    Mit jedem Schritt wird diese menschlicher. Kate verschont sie vorerst nicht nur aus Unfähigkeit, sondern auch aus Mitleid. In der dreckigen Untergrundwelt muss Kate jedoch bald Dinge sehen, die ihre Gefühle schnell abstumpfen lassen. Die ekelerregende, fäkalüberschwemmte Umgebung der Tunnels beherbergt die abstoßendsten Abgründe Londons. Die schmutzige Tunnellandschaft bildet einen harten Kontrast zu den klinisch sauberen U-Bahnstationen. Sind in London die U-Bahnstationen eigentlich wirklich so sauber? Viele Effekte in „Creep“ wirken gewollt und zweckorientiert, über Kates Erlebnisse kann man sowohl erschrocken als auch amüsiert sein.

    Die teilweise überzeichneten Horrorbilder überschreiten die Grenze der Authentizität. „Creep“ zeigt eine stilisierte Form des Horrors, die diesen auf die wesentlichen Elemente von Unbehagen, Schrecken und Spannung reduziert, und dennoch verschiedene Charakterentwicklungen integriert. In der Dunkelheit des Untergrunds entsteht eine packende Scheinwelt. Die Entwicklung der zwielichtigen Kreatur zeigt überraschende Wendungen auf und touchiert oft die Schranken des Darstellbaren. Es stellt sich die Frage, ob „Creep“ nun Kino des Schreckens oder schreckliches Kino ist. Vielleicht gerade weil der Film sich nicht allzu ernst nimmt und zu seiner Unnatürlichkeit steht, schafft er eine außergewöhnliche Atmosphäre.

    Fazit: Zwischen Schmutz und Sauberkeit, zwischen Hell und Dunkel stellt „Creep“ keine Fragen, sondern sucht wie alle seine Protagonisten einen Ausweg aus der Dunkelheit: Kate aus den U-Bahnschächten, die Obdachlosen aus ihrem Elend und die Kreatur aus ihrem Schicksal. „Creep“ wird hoffentlich noch lange benötigen, um einen Weg aus den Kinos zu finden – denn trotz vieler Fehler ist dieser atmosphärische Thriller absolut sehenswert.
  • Zwischen ihrem bisher größten internationalen Kassen-Erfolg („Die Bourne Identität“) und dessen Fortsetzung („Die Bourne Verschwörung“) fand Deutschlands einziger ernstzunehmender Hollywood-Star Franka Potente noch Zeit, die Hauptrolle in einem blutig-brutalen Horror-Schocker zu übernehmen. „Creep“, eine britisch-deutsche Koproduktion des Regie-Novizen Christopher Smith, handelt von einer jungen Modelagentin, die im Londoner U-Bahn-System eine Nacht des Grauens durchleiden muss. Dank Potentes zugkräftigem Namen sollte diese geradlinige Genrearbeit, die auf den Adrenalin-Faktor bezogen „Dawn of the Dead“ näher ist als etwa der „Scream“-Trilogie, die einschlägige Fangemeinde in Atem halten können.

    Obwohl Franka Potente nach eigener Aussage alles andere als ein Horror-Filmfan ist, machte sie bereits vor sechs Jahren in Stefan Ruzowitzkys blutrünstigem Sekten-Thriller „Anatomie“ eine hervorragende Figur. Dies blieb auch dem englischen Nachwuchs-Autor und -Regisseur Christopher Smith nicht verborgen, der ihr die Rolle der Kate in „Creep“ förmlich auf den Leib schrieb. Es war wohl auch vor allem die Vielschichtigkeit der Figur und nicht unbedingt der Plot, der Potente zugreifen ließ. In einer der ersten Szenen des Films sieht man Kate, eine Deutsche in London, ausgelassen auf einer Party. Mit langen blonden Haaren, einem gewagten Designer-Kleid und High Heels, für die man eigentlich einen Waffenschein benötigt, ist die ebenso attraktive wie selbstbewusste Modelagentin der Blickfang des Abends. Doch ihren Kollegen Guy (Jeremy Sheffield), der ihr eindeutige Avancen macht, lässt sie eiskalt abblitzen. Schließlich hat sie Besseres verdient, zum Beispiel George Clooney, der angeblich zu einem PR-Event in der Stadt weilt. Doch der Weg dorthin ist beschwerlich. Weil Kate kein Taxi auftreiben kann, nimmt sie kurzerhand die U-Bahn. Doch beim Warten auf den nächsten Zug schläft sie, angetrunken wie sie ist, ein. Als sie durch ein Geräusch aufschreckt, ist die letzte Bahn weg, sind sämtliche Ausgänge verriegelt. Völlig auf sich allein gestellt wird Kate mit einem Mal mit dem größten Albtraum ihres Lebens konfrontiert. Denn in Londons Underground treibt eine mysteriöse Bestie ihr mörderisches Unwesen, dem erst Kates sexbesessener Kollege Guy, der ihr heimlich gefolgt war, und dann nach und nach ein Obdachlosenpärchen, ein Kanalarbeiter und ein Wachmann zum Opfer fallen.

    Obwohl Christopher Smith erst zwei Kurzfilme zu Buche stehen hat, versteht er es vor allem in der ersten Hälfte seines ersten abendfüllenden Werks, wenn der geheimnisvolle Killer noch nicht zu sehen ist, die Spannung ins Unermessliche zu steigern. Geschickt nutzt er Original-Schauplätze – es wurde an aufgelassenen U-Bahnhöfen gedreht – und menschliche Urängste wie die Furcht vor Dunkelheit und dem Eingeschlossensein, um seine Protagonistin und damit das Publikum an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Bei Smith funktioniert das Grauen drastisch, direkt und gnadenlos. Deshalb kann man die Fäkalien des unterirdischen Kanalsystems förmlich riechen, und am Ende des Films ist die Hauptfigur derart verdreckt und mit Wunden übersät, dass sie von Passanten für eine Pennerin gehalten wird. Die Ausnahme-Könnerin Potente schafft es auch hier, ihrem Charakter Leben einzuhauchen und dieser Kate trotz der abstrusen Story Glaubwürdigkeit zu verleihen. Dabei ergänzt sie sich hervorragend mit dem restlichen Cast, allesamt Briten, die hierzulande kaum bekannt sind. Eher gängig dagegen ist das von Smith gewählte Strickmuster, das nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip funktioniert; und besonders hässlich ist das Monstrum aus den Londoner Tubes, das vor allem maskenbildnerisch überzeugt. Letzteres hat den Regisseur wohl auch dazu bewogen, „Creep“ als eine Art „Bridget Jones meets Alien“ zu bezeichnen. Vielleicht ist dieser Vergleich ein wenig zu hoch gegriffen, lustige Momente findet man in der düsteren Unterwelts-Schlachtplatte maximal in Form von Galgenhumor. Genre-Freund, was willst du mehr? lasso.

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