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Fakten und Hintergründe zum Film "Crazy, Stupid, Love."

Fakten und Hintergründe zum Film "Crazy, Stupid, Love."

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Über die Produktion

Ob Ehepaare in den besten Jahren, die über Scheidung nachdenken, leidenschaftliche junge Paare in ihren Zwanzigern und Dreißigern oder Teenager, die zum ersten Mal richtig verknallt sind – immer treibt uns die Liebe dazu, verrückte, dumme Dinge zu tun. Steve Carell, der als Hauptdarsteller und Produzent an diesem Film beteiligt ist, sagt: „Mit zunehmendem Alter erwartet man eine gewisse Reife, einen Vorsprung auf der Lernkurve, aber in der Liebe ist das durchaus nicht immer der Fall. Hier haben wir es mit einer tollen Story zu tun, weil es um Liebesgeschichten in drei verschiedenen Generationen geht. Ich fand dabei vor allem die fließenden Übergänge interessant – und die These, dass wir zwar älter werden, aber trotzdem nicht immer alles richtig machen. Am überraschendsten sind die Lektionen, die wir von unseren Kindern lernen.“

In „Crazy, Stupid, Love“ (Crazy Stupid Love) spielt Carell Cal Weaver, der in der ersten Szene vor dem Scherbenhaufen seines Lebens steht, als ihm seine Frau ohne Vorwarnung eröffnet, dass sie sich scheiden lassen will. Als er derart plötzlich den Boden unter seinen Füßen verliert, schlägt er wild um sich und versucht wieder auf die Beine zu kommen. Überraschend eröffnet sich ihm eine ungewöhnliche Alternative durch die Bekanntschaft mit dem Womanizer Jacob Palmer (Ryan Gosling). Glenn Ficarra, der den Film mit John Requa inszeniert hat, sagt dazu: „Die Story handelt von einem Typen in der Midlife-Krise, die ihm aber aufgedrängt wird, statt sich, wie üblich, allmählich zu entwickeln. Und seine Umgebung wird durch einen Domino-Effekt mit hineingezogen.“

Neben den spezifischen Eigenarten der Story und der Figuren begeisterte sich das Regie- Duo vor allem für das Hauptthema Liebe in ihren sehr unterschiedlichen Varianten. Requa stellt fest: „Ohne Liebe geht es nicht. Für die meisten Menschen ist sie wichtiger als alles andere – für nichts lohnt es sich mehr zu kämpfen. Aber sie liefert auch immer wieder wunderbare Komödienstoffe – und das haben wir gespürt, als wir das Skript lasen.“ Dan Fogelmans Drehbuch zählt „zu den besten, die ich je gelesen habe“, sagt Produzentin Denise Di Novi. „Es ist sehr komisch, sehr scharfzüngig, sehr intelligent. Es analysiert wirklich überzeugend menschliche Beziehungen – die Ehe, Elternschaft, die erste Liebe, dauerhafte Partnerschaft – auf ebenso dramatische und zeitgemäße wie auch urkomische Weise … für mich war das eine unwiderstehliche Kombination.“

Tatsächlich hatte Fogelman schon beim Schreiben Carell als Cal vor Augen: „Am Anfang stellte ich mir einen Mann vor, den seine Frau verlässt – er lernt in einer Bar einen anderen Typen kennen, und der trainiert ihn, eine Art ältere Version seiner selbst zu werden, seine Männlichkeit wiederzuentdecken und, na ja, Frauen aufzureißen. Sofort habe ich daran gedacht,dass Steve diese Rolle spielen könnte.“

Bei der Ausschmückung der Story und der Figuren brachte der Autor seine eigenen Erfahrungen mit ein: „Ich bin über 30, Single – wie alle anderen bin auch ich schon durch die Mangel gedreht worden“, grinst er. „Außerdem habe ich viele Freunde, die verheiratet sind und Kinder haben. Und sie geben mir gern Ratschläge. Also habe ich einfach zusammengetragen, was ich selbst weiß und was ich gehört habe, und schuf daraus Cal als einen Jedermann, der ein paar Tipps braucht – und Jacob wird sein Guru.“

Fogelmans Drehbuch ist das erste Projekt, das Carell mit seiner eigenen Firma Carousel produziert – seine Partner Vance DeGeneres und Charlie Hartsock sind als Executive Producers beteiligt. Beide Filmemacher erkannten sofort die Attraktivität der Story. „Alles wird im Skript wunderbar verpackt – ich blätterte eine Seite nach der anderen um und war immer gespannt, was als Nächstes passieren würde“, sagt Hartsock. „Besonders hat mich beeindruckt, dass ich nie das Gefühl bekam: ‚Ja klar, ich weiß schon, wie der Hase läuft.‘ Das machte die Lektüre umso angenehmer.“ Dazu DeGeneres: „Der Humor entwickelt sich ganz natürlich aus den Situationen und Figuren. Cal wirkt sehr überzeugend, und seine Story – die Beziehung, die nach vielen Ehejahren zerbricht – ist etwas, was viele Menschen nachvollziehen können. Das passt sehr gut in unser Firmenkonzept.“

Und genau diese Art Film wollte sich das Regie-Duo Requa und Ficarra, das bisher nur eigene Stoffe inszeniert hat, nicht entgehen lassen. Ficarra stellt fest: „Wir beide reagieren immer gleich auf Stoffe, die uns gefallen. Die Themen dieser Story – Midlife-Krise, Familienprobleme – wirken sehr authentisch: Wir konnten ihnen einfach nicht widerstehen.“ „Mir gefiel, wie Dan die Erfahrung macht, dass die Liebe wirklich unangenehm sein kann“, sagt Requa. „Das Skript beeindruckte uns sehr, immer stehen die Figuren im Mittelpunkt – das ist genau das, was uns liegt.“ Dazu Di Novi: „Glenns und Johns Stil passt perfekt zu diesem Projekt. Es gelingt ihnen hervorragend, die unterschwelligen Emotionen einer Szene herauszuarbeiten – und sei es durch Gags. Immer steht bei ihnen der menschliche Aspekt im Vordergrund.“

Das Regie-Duo ist ein Team im wahrsten Sinne des Wortes – die Darsteller und Mitarbeiter merkten bald, dass die beiden derart auf derselben Wellenlänge sind, dass sie die angefangenen Sätze des Partners vollenden oder in Sekundenschnelle eine knospende Idee des anderen ergänzen. „Wir arbeiten seit 23 Jahren zusammen – wir denken wirklich parallel“, gibt Ficarra zu. Die beiden entwickeln aber nicht nur gemeinsame Visionen, sondern können in anderen Bereichen auch ihre Anstrengungen verdoppeln. „Als Schauspieler hat man das Gefühl, gleich doppelt so viel Unterstützung wie üblich zu bekommen“, betont Carell. „Sie schaffen eine unglaublich kreative Atmosphäre, in der wir alle völlig frei ausprobieren können, was uns einfällt – immer ist klar, dass es überhaupt nicht schlimm ist, wenn etwas nicht funktionieren sollte. Doch durch den Versuch ergeben sich ständig neue Möglichkeiten für Entdeckungen – in dieser Hinsicht machen sie uns immer wieder Mut.“ „Wir haben so viele geniale Leute in unserer Besetzung“, berichtet Requa. „Im Grunde müssen wir einfach nur ans Set kommen und sie machen lassen.“

Produktion: Die Besetzung

Nach 25 Ehejahren verlangt Cal Weavers Frau Emily plötzlich die Scheidung und gesteht, dass sie fremdgegangen ist. Der bürgerliche Versicherungsmakler Cal hat sich in letzter Zeit offenbar wenig um seine Frau – oder um sein Leben – gekümmert. Deshalb trifft ihn diese Eröffnung wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Er schlägt daraufhin eine neue Richtung ein, um herauszufinden, wo er sich selbst abhanden gekommen ist. Die erste Station auf diesem Weg: Er ertränkt seinen Kummer in Fruchtcocktails, die er in einer Bar durch den Strohhalm schlürft – in dieser Umgebung wirkt er genau wie der arme Trottel, der er ist.

„Bis zu diesem Moment ist Cal mit seiner Ehe glücklich und zufrieden – er wird von Emilys Erklärung völlig überrumpelt“, bestätigt Steve Carell. „Er wird total überfahren und kann seine Gedanken nicht ordnen. Er muss sein ganzes Leben neu bewerten und herausfinden, wie es jetzt weitergehen soll. Gibt er einfach auf? Soll er es noch einmal versuchen? Der Mann ist immerhin schon viele Jahre verheiratet.“ Bei der Richtungskorrektur bekommt Cal unerwartet Hilfe, die er gar nicht haben will. Sein „Retter“ ist der betont unverheiratete, sehr von sich überzeugte Jacob Palmer (Ryan Gosling). Cal hat nicht gemerkt, dass der attraktive Playboy mitbekommen hat, wie Cal den Barmann jeden Abend mit seiner rührseligen Geschichte langweilt.

Nach einiger Zeit lässt Jacob laut Ficarra „Cal nicht mehr in Selbstmitleid baden. Jacob empfindet kein Mitleid für Cal – er will sich das nur nicht mehr ständig anhören müssen.“ „Zunächst mussten wir einen geeigneten Jacob finden, weil der ganze Film mit der Beziehung Cal–Jacob steht oder fällt“, sagt Di Novi. „Ryan haben wir nicht automatisch als Komödiendarsteller wahrgenommen. Aber weil die Figuren in diesem Film so tiefschürfend, kompliziert und durchstrukturiert sind und weil die Story durchaus auch dramatische Elemente bietet, wollte er sich sehr gern daran versuchen. Und dann merkten wir natürlich sofort, wie komisch er ist.“ Carell erinnert sich: „Ryan ist absolut fantastisch – sofort fiel mir auf, was für ein talentierter Komiker er ist. Er könnte gar nicht lustiger sein, aber gleichzeitig gelingt es ihm, eine rotzfreche und arrogante Figur wie Jacob sehr sympathisch zu gestalten.“ Gosling gibt dieses Kompliment sofort zurück: „Bei der Arbeit mit Steve hat mich begeistert, wie er sich auf mein Timing einstellt – da ist er sehr großzügig.“

Gosling hat sich intensiv auf die Jacob-Rolle vorbereitet: „Im Grunde ist Jacob ein Idiot, ein Schwachkopf mit einem goldenen Herzen, der seine abartigen Lebenserfahrungen weitergeben möchte. Also habe ich mir eine TV-Serie über einen Womanizer angeschaut und mehrere Bücher über narrensichere Methoden gelesen, wie man Frauen aufreißen kann. Sie sind richtig fürchterlich, aber es gelang mir doch, mich für Jacob davon inspirieren zu lassen.“ „Ryan hat uns verblüfft“, sagt Requa. „Erstaunlich, wie intensiv er die Figur und die Geschichte analysiert hat – sein Zusammenspiel mit Steve ist einfach perfekt.“ Ficarra stimmt ihm zu: „Die Chemie zwischen ihnen stimmt eindeutig – sie arbeiten sehr gern zusammen – wir mussten das also nur noch auf Film festhalten.“

Doch egal wie Cal sich äußerlich verändert – innerlich kann er Emily nicht vergessen. Als Darsteller von Cals künftiger Ex-Frau wünschten sich die Filmemacher eine Schauspielerin, die sympathisch und liebenswert wirkt, obwohl sie doch offenbar Cals Leben ruiniert. Insofern musste die Wahl einfach auf die gefeierte Julianne Moore fallen. „Ähnlich wie bei Ryan denkt man bei ihr nicht automatisch an Komödien, aber sie hat ein wirklich überschäumendes Temperament“, sagt Di Novi. „Sie hat sich sehr intensiv in die Rolle eingebracht – mit Humor und mit Herzblut. Sie spielt Emily mit Anmut und Charme. Man versteht sehr gut, dass Cal sie als seine Seelenverwandte empfindet.“ „Cal und Emily sind seit vielen Jahren verheiratet, aber die Verbindung ist gekappt“, berichtet Moore. „Mir gefällt dieser Anfang der Geschichte, in dem das Kennenlernen, Verlieben und Heiraten bereits abgehakt ist – und zwar so nachhaltig, dass sie sich voneinanderentfernen.“

Moore hat das Gefühl, dass die Zuschauer den Film aufgrund der verschiedenen Aspekte der Story – nicht zuletzt die Scheidung – als besonders modern und nachvollziehbar empfinden werden. „Letztlich will man sich im Kino selbst wiederfinden, vor allem in diesem Genre. Wir wollen lachen, uns verlieben, aber angesichts der heutigen Eherealität ist es ganz natürlich, auch diese Seite der Beziehungen zu zeigen. Das Familienleben ist eben kompliziert. Mir gefiel, dass dies nicht eine traditionelle romantische Komödie ist, sondern dass alle Aspekte der Liebe zur Sprache kommen.“

Vor der Kamera kommt es ständig zu Reibereien zwischen Cal und Emily – aber Moore arbeitete umso lieber mit Carell zusammen: „Er bringt mich nicht nur zum Lachen, sondern ist ein echt spannender Schauspielpartner, weil er es versteht, selbst die subtilsten und absurdesten Nuancen aus jeder Szene herauszuholen.“ Dieses Gefühl war gegenseitig. Carell sagt: „Sie ist wirklich lieb – sie gehört zu den Menschen, die man schon ewig zu kennen glaubt, wenn man ihnen erstmals begegnet. Als sie mich im Film betrügt, muss ich natürlich sauer auf sie sein – aber es ist mir ausgesprochen schwergefallen.“

Als logische Konsequenz ihres Verhaltens müssen Cal und Emily auf die Fragen und Gefühle ihrer Kinder Robbie (13) und Molly (10) reagieren, die von Jonah Bobo und Joey King gespielt werden. Bis zur Trennung seiner Eltern hat Robbie die Liebe durch eine rosa Brille gesehen – er hielt die Ehe seiner Eltern für die ultimative Lovestory. Nach der Trennung ist es ironischerweise der Junge, der Cal zur Vernunft ruft. „Einer der interessantesten Aspekte im Skript ist der Robbie“, sagt Requa. „Er erinnert uns an das Gefühl, erstmals verliebt zu sein – ohne all die Jahre von Herzschmerz, die wir übrigen bereits hinter uns haben. Er hat ein reines Herz, was das angeht.“ Bei der Besetzung dieser Schlüsselrolle suchten die Filmemacher nach einem jungen Schauspieler, der bereits sehr reif wirkt – sie fanden ihn in Jonah Bobo. Bobo erlebt die komplexe Figur als lustige Herausforderung. „Robbie hat es nicht leicht.Als seine Eltern sich scheiden lassen, trifft ihn das völlig unerwartet.“

Gleichzeitig hat Robbie eigenen Liebeskummer. „Er ist total in seine Babysitterin verliebt“, bestätigt der Schauspieler. „Sie ist nur ein paar Jahre älter als er – aus seiner Sicht hat er durchaus eine Chance bei ihr. Doch dann entdeckt er, dass sie sich in seinen Dad verliebt hat. Das ist mehr, als so ein Junge ertragen kann.“ Bobo zählt zwar zu den jüngsten Darstellern, aber selbst seine erfahrensten Kollegen zollen ihm großen Respekt. „Jonah war wirklich derart gut in der Rolle, dass ich überhaupt nicht das Gefühl hatte, mit einem Kind zu arbeiten“, sagt Carell. „Er ist ein hervorragender Schauspieler – völlig unabhängig vom Alter.“

Laut Fogelman wird „das Thema wohl am besten von Robbie formuliert: ‚Je älter wir werden, desto schwerer können wir uns auf die einzige einfache Wahrheit konzentrieren, die es gibt: Allein die wahre Liebe zählt – man kämpft und kämpft, gibt nie auf, bis sich hoffentlich alles zum Guten wendet … toi, toi, toi.‘ Robbie, der zum ersten Mal richtig verknallt ist, versteht das noch.“

Robbie betet seine 17-jährige Babysitterin Jessica an, doch die gehemmte Teenagerin hat genug mit ihrem ersten eigenen Schwarm zu tun. Unversehens gerät sie so zwischen Cal und Robbie. Die Filmemacher besetzten diese Rolle mit der jugendlich frischen Analeigh Tipton. Sie gibt gern zu, dass ihre erste Hauptrolle sie ein wenig nervös machte, aber es gelang ihr, diese Energie für ihren Part zu nutzen. „Jessica ist recht schüchtern, gar nicht selbstbewusst, und wenn ich mich selbst unsicher fühlte, habe ich mich dem hingegeben – mein eigenes Lampenfieber verwandelte sich in ihres“, gesteht Tipton.

Unwillentlich ist Jessica die erste Person, die von Cals und Emilys Trennung und dem Anlass dafür erfährt: Emily hat eine Affäre mit einem Kollegen, dessen Name zum Sinnbild für Cals Isolation wird: David Lindhagen. Obwohl er eine Familie ins Unglück stürzen muss, freute sich Kevin Bacon zumindest über die menschliche Art, mit der die Figur gezeichnet ist. „David ist im Grunde ein netter, recht einfach gestrickter, geradliniger Typ, der Emily aufrichtig liebt“, stellt Bacon fest. „Es ist doch schön, dass ‚der andere Mann‘ zur Abwechslung mal kein Idiot ist.“ Di Novi wusste genau, wie wichtig es war, dass dieser David – und sein Darsteller – uns davon überzeugt, dass Emily seinetwegen ihren Mann verlassen würde. „David Lindhagen entspricht nicht dem Klischee des Bösewichts – und Kevin spielt ihn auch nicht so. Er zeigt ihn als sexy, lustig und aufmerksam, präsentiert ihn als echte Alternative für sie, weil er einige jener Qualitäten hat, die Cal im Laufe der Jahre offenbar verloren gegangen sind.“

Derselbe Grundsatz gilt auch für die Besetzung der Kate, Cals erster Affäre nach der Trennung. Er lernt sie in der Bar kennen, versucht Jacobs oft erfolgreiche Masche anzuwenden und kann bei ihr landen. Kate muss für Cal eine glaubwürdige Option darstellen – umso begeisterter waren die Filmemacher, als Marisa Tomei die Rolle übernahm.

Dazu Di Novi: „Kate ist eine Frau, die voll im Leben steht – wir brauchten eine Schauspielerin, die das hundertprozentig ausspielt. Marisa gelingt das. Zwischen ihr und Steve hat es echt gefunkt. Ihre gemeinsamen Szenen gehören zu den lustigsten des Films.“ „Der Film beweist, was für Narren die Liebe aus uns macht“, berichtet Tomei. „Kate will einfach jemanden kennen lernen – egal wen. Und Cal geht es genauso. Und als seine anfängliche Verzweiflung und erbärmlichen Versuche, ihr Komplimente zu machen, nicht funktionieren, versucht er es mit brutaler Ehrlichkeit – das hat sie nicht erwartet. Aber es gefällt ihr.“

Ehrlichkeit steht bei Jacob nie hoch im Kurs – bis er Hannah kennen lernt. Im Gegensatz zu allen übrigen Frauen erweist sie sich als immun gegen seinen Charme und seine besten Anmach-Sprüche – problemlos widersteht sie Jacobs vollem Programm, mit dem er ihr den Hof macht … zumindest anfänglich. „Sie studiert Jura, ihr Freund Richard ist bereits Anwalt“, sagt Emma Stone, die die Hannah-Rolle übernimmt. Josh Groban gibt mit der Rolle des Richard sein Spielfilmdebüt als Schauspieler. „Doch als Liebhaber ist Richard reichlich langweilig“, stellt Stone fest. „Hannah steht vor einer der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens: Soll sie auf Nummer sicher gehen oder über die Stränge schlagen? Ihr ist klar, dass Richard ein sehr lieber Typ ist – wahrscheinlich würden sich viele Girls um Richard reißen.“

Während Hannah hofft, dass sich die Beziehung zu Richard etwas spannender entwickelt, merkt sie, dass sie selbst viel ungestümer ist, als ihr selbst klar war – vielleicht ist sie einfach noch zu jung, um sich auf einen so abgeklärten Typen festzulegen. „Möglicherweise braucht sie ein wenig mehr Würze in ihrem Leben – Würze ist genau das, was Jacob zu bieten hat. Er ist ein ganzes Gewürzbord“, lacht Stone.

„Emmy ist einfach unvergleichlich“, stellt Di Novi fest. „Sie spielt die Hannah derart dynamisch, neugierig und intelligent, dass sie genau damit Jacobs Gefühle für Hannah entfacht.“ „Sie werden unentrinnbar voneinander angezogen, obwohl Hannah sich sehr dagegen wehrt“, fügt Stone hinzu. „Natürlich hat es jedes Mädchen mindestens einmal erlebt, dass ihm bei einem Typen wie Jacob das Herz höher schlägt. Deshalb fragt sich Hannah: ‚Es kann doch eigentlich nicht schaden, wenn ich das wenigstens einmal genieße.“ Ein bestimmtes Girl findet ausdrücklich, dass Frau Jacob genießen sollte: Hannahs beste Freundin Liz (Liza Lapira) versucht, Hannahs Interesse für Jacob zu wecken. Denn Liz glaubt, dass ihre Freundin einen aufregenderen Mann als Richard verdient.

Zur Besetzung gehören außerdem John Carroll Lynch und Beth Littleford als Jessicas Eltern. Die Regisseure waren begeistert von der hochkarätigen Besetzung, die sie für ihren Film gewinnen konnten. „Steve, Ryan, Julianne, Emma … die Erwachsenen wie auch die Kids haben alle unsere Erwartungen übertroffen“, sagt Ficarra.

Produktion: Die Kostümer

Laut Fogelman findet einer der bezeichnendsten Momente des Films in der Anfangsszene statt, bevor überhaupt ein Wort gesprochen wird: Cal und Emily beim Abendessen. „Ich komme aus dem Animationsbereich und habe mich immer bemüht, Geschichten visuell zu erzählen. Wenn man den Ton wegdreht oder alle die Dialoge weglässt, an denen ich so hart arbeite“, sagt er augenzwinkernd, „dann sollte man immer noch verstehen können, worum es in der Szene geht.“

Über eine Einstellung, die Cals und Emilys Füße unter dem Tisch in dem sehr netten Restaurant zeigt, sagt Fogelman: „Cal trägt ausgelatschte Turnschuhe und Emily hat ihre hübschen hochhackigen Schuhe an – schon ihre Füße gehen auf Distanz. Sofort merken wir, dass da etwas nicht ganz stimmt. Und dann redet er über Crème brûlée, und sie redet über Scheidung, und wir bekommen die Bestätigung, dass da etwas entgleist ist.“

Cal hat im Laufe der Zeit eine recht lockere Einstellung entwickelt, die nicht nur durch die Wahl seiner Schuhe ausgedrückt wird, sondern durch seine Einstellung zur Mode überhaupt – oder den Mangel derselben. „Cal sieht fast so aus wie ich, wenn ich nicht vor der Kamera stehe – schlabberige Hosen, unpassende Hemden, ein Haarschnitt für 13 Dollar und praktische Schuhe“, sagt Carell – und er meint das nur halb ironisch. „Tatsächlich ist sein Stil ein Un-Stil, ein komplettes Desinteresse an Stil und an seinem Aussehen. Er versucht gar nicht mehr, gut auszusehen – das zeigt sich auch in seiner Beziehung und allgemein in seinem Selbstwertgefühl.“

Jacobs Mission, aus Cal einen neuen Menschen zu machen, beginnt im Einkaufszentrum. „Jacob trägt den schwarzen Gürtel der Date-Experten“, erklärt Requa. „Als Womanizer hat er den neunten Grad erreicht und seine Technik bis zu absurden Auswüchsen verfeinert – Cal ist also sein völliges Gegenteil. Es ist eine Komödie der Gegensätze, was durch das Auftreten der beiden sofort sichtbar wird.“ Ficarra argumentiert: „Weil Jacob ein Alpha-Tier ist und sich als Geschenk für die Weiblichkeit definiert, verwendet er viel Mühe darauf, sich genau richtig zu präsentieren. Doch andererseits ähnelt er Cal, weil sie sich beide hinter ihrer jeweiligen Fassade verloren haben.“

Um die Verwandlung möglichst originell zu gestalten, wandten sich die Filmemacher an die Kostümdesignerin Dayna Pink, die sich von der Definition verschiedener Looks besonders herausgefordert fühlte: „Jacob ist ein cooler Typ, der sich gut auskennt. Er trinkt den besten Kaffee, fährt einen tollen Wagen, speist in den angesagtesten Restaurants … Deswegen trägt er meist Anzüge und niemals Jeans.“ Pink kleidete Gosling vorwiegend in Modelle jugendbetonter, trendiger Designer wie Simon Spurr, Albert Hammond Jr., Gossuin, Alexander McQueen und YSL. Cals Verwandlung vollzieht sich in mehreren Stufen: „Wir erleben mit, wie er sich eine komplett neue Ausstattung zulegt, vieles davon maßgeschneidert. Und dann beobachten wir, wie er sich daran gewöhnt, wie er lernt, was ihm gut steht, wie er seinen eigenen Stil entwickelt.“ Für Carell wählte Pink Modelle so raffinierter Designer wie Canali, Zegna, Burberry, Etro und Prada.

Als Cal sich allmählich besser kleidet und mehr auf sich Acht gibt, fühlt er sich auch ganz allgemein viel besser. Dies ist laut Carell der Schlüsselmoment der Rolle: „Sein Stilgefühl, seine neue Denke befreien ihn aus der Flaute, in der er sich befand – und sofort reagieren die Frauen auf ihn. Die Kleidung kann jeder wechseln – aber er musste vor allem sein Auftreten ändern.“

Pink berichtet, dass sie besonders gern mit Carell arbeitete, weil „man Steve nur etwas Tolles anziehen muss, und sofort strahlt er.“ Sie erinnert sich besonders an zwei Teile, die ihn verzauberten. „Nach der Verwandlung erleben wir ihn wieder in der Bar: Er trägt eine blaue Sportjacke von Canali, und später zum Schulabschluss seines Sohnes einen Anzug. Das sind beides einfache Outfits ohne Krawatte, aber er sieht derart elegant aus, dass ich mir vorstellte, wie wunderbar er sich dabei gefühlt hat.“

Produktion: Die Dreharbeiten

„Crazy Stupid Love“ entstand komplett in und um Los Angeles. Zu den besonderen Schauplätzen zählen das Einkaufszentrum Westfield Century City, wo Jacob Cal neu ausstaffiert, und der berühmte Salon Christophe, wo Cal eine neue Frisur verpasst bekommt. Die erste Szene, Cals und Emilys unglückseliges Abendessen, findet im Pinot Bistro am Ventura Boulevard statt. Auch das Weaver-Haus war ein Originalschauplatz – es liegt in Altadena.

Dazu Produktionsdesigner William Arnold: „Wir hatten mit diesem Haus großes Glück, weil es im Garten eine wunderbare Sonnenterrasse hat. Die Besitzer erlaubten uns freundlicherweise, die alten Glastüren abzureißen und Fenster und Türen einzusetzen, die das Haus zum Garten öffnen, was sich bei Cals nächtlichen ‚Besuchen‘ im Garten anbietet. Er kann praktisch durch das ganze Haus sehen, wobei er bezeichnenderweise von außen hineinschaut.“

Cals geliebter Garten spielt beim Verständnis dieser Figur eine wesentliche Rolle. Arnold berichtet: „Als seine Ehe scheitert, drückt er seine Gefühle zunächst als Sorge um den Garten aus.“ Das Design-Team engagierte einen guten Gärtner, der den Garten den Anforderungen der Produktion entsprechend anpasste. „Wir haben den Look etwas veredelt und am Ende einen Zaun angebracht, um die Größe des Gartens ins richtige Verhältnis zum Haus zu setzen.“ Als Cal auszieht, kommt er in einem kleinen Apartment unter – einem von nur zwei Sets, die in den Hallen der Warner Bros. Studios gebaut wurden.

Die Filmemacher und Arnold stellten sich die Wohnung als totalen Gegensatz zum Haus vor, das Cal gerade verlassen hat und zu dem ein gepflegter Garten gehört. „Das Apartment bietet keinerlei Pflanzen, vor allem nicht drinnen“, betont Arnold. „Es besteht nur aus Beige-Tönen. Und auf die Terrasse haben wir einen toten Baumstamm gestellt. Ich dachte mir: Wenn er jeden Tag auf diesen toten Baum starren muss, ist das ein subtiler Hinweis darauf, was mit ihm passiert.“

Auch Jacobs Wohnung spiegelt seinen Lebensstil. Sein atemberaubendes, wenn auch einfaches Junggesellen-Haus fanden die Filmemacher in der berühmten Skyline Residence, die der international anerkannte Architekt Hagy Belzberg entworfen hat. Sie liegt abseits des Sunset Strip in den Hollywood Hills: ein aus Glaswänden bestehendes, ultramodernes Haus, das als hervorragendes Beispiel heutiger Weltklasse Architektur gilt. Weil es derzeit nicht bewohnt war, konnte Arnold es mit seinem Team sehr leicht den speziellen Anforderungen anpassen. „Wir haben einfach entfernt, was wir nicht brauchten. Und wir stellten unsere eigenen Möbel hinein, die dem Ganzen einen asketischen Look geben“, sagt er. „Eigentlich kommentiert Jacobs Haus seine innere Leere, wenn er darin herumrattert – es ist völlig unpersönlich, aber sehr geschmackvoll.“ Eines der bedeutendsten Sets des gesamten Films ist die Bar namens Plus, wo Hannah Jacob kennen lernt und wo Jacob den ziellosen Cal unter seine Fittiche nimmt. Die Bar wurde in der Halle 19 auf dem Gelände von Warner Bros. gebaut. „Als klar war, wie umfangreich die Dreharbeiten in der Bar werden, entschieden wir sofort, sie im Studio zu bauen“, berichtet Arnold. „Ein Großteil von Cals Verwandlung findet dort statt – und das müssen wir auch zeigen.“

Um das Verstreichen der Zeit und Cals innere Verwandlung zu zeigen, konzipierten Requa und Ficarra zusammen mit Kameramann Andrew Dunn eine Sequenz von Einstellungen mithilfe einer Motion-Control-Kamera, die einen fließenden Szenenwechsel möglich macht. Vor den Entwürfen zur Bar recherchierten die Regisseure und Arnold ausführlich, prüften Fotos aus zahlreichen Büchern und schauten sich etliche Clubs, Restaurants und Bars im Großraum Los Angeles an. „Das passierte tagsüber – es war also gar nicht so kurzweilig, wie man sich das vorstellt“, lacht er. „Aber es war toll, all diese Lokale zu besuchen und ein Gefühl für die Räume zu bekommen. Denn uns war klar, dass wir ein ziemlich großes Set bauen mussten, das all unseren Anforderungen entsprach.“

Die Filmemacher wünschten sich, dass das Plus möglichst wie ein Lokal nach Jacobs Geschmack aussieht. Die sehr elegante Einrichtung der Bar besteht aus harten Oberflächen, weißen Steinen, bernsteinfarbenem Glas. Um dem Namen gerecht zu werden, installierte das Team an den hinteren Wänden bei den Sitznischen hölzerne Blöcke in Form von Plus-Zeichen. „Die Blöcke bieten eine weichere Oberfläche, senkrechte Flächen, die Andrew Dunn ausleuchten konnte, um interessante, changierende Muster zu kreieren.“

Es ging den Filmemachern aber nicht nur darum, einen möglichst abwechslungsreichen Arbeitsbereich für Besetzung und Mitarbeiter zu schaffen, sondern sie bemühten sich auch um eine ökologisch korrekte, „grüne“ Produktion. Deshalb verwendeten sie ein brandneues, nach dem aktuellen Stand der Technik konstruiertes, 16 Meter langes Solarstrom-Aggregat als Basis, von dem aus die Darsteller-, Büro-, Kostüm- und Masken-Wohnwagen mit Strom versorgt wurden. Für diese Basis war Robert Meisner zuständig, der die Sonnenkollektoren ständig neu ausrichtete, um so viel Sonnenlicht wie möglich einzufangen. Der Vorteil eines solchen Solarstromsystems liegt nicht nur im Stromsparen und in der Kosteneffizienz – es liefert außerdem Energie, ohne dass dabei Lärm oder Vibrationen entstehen. „Der Generator ist normalerweise recht laut – mit der Sonnenenergie wird alles völlig anders“, kommentiert Ficcara. „Also war dies nicht nur ökologisch eine tolle Erfahrung – als Regisseur bekam ich endlich mal ein wunderbar leises Set.“

Requa stimmt ihm zu: „Ich halte den Solargenerator für einen der coolsten Ausrüstungsgegenstände des Teams. Ich bin richtig stolz darauf, an einem Film mitzuwirken, der ökologisch korrekt sein möchte, denn das Thema ist wirklich wichtig.“ Doch damit nicht genug: Die für die Nachhaltigkeit verantwortliche Rani Woods achtete darauf, dass auch andere Produktionsbereiche so viel biologisch abbaubare oder wiederverwertbare Produkte verwendeten wie irgend möglich. Zum Beispiel wurden in der Kantine Teller, Tassen und Besteck aus Kartoffeln oder Mais ausgegeben, die man leicht kompostieren kann. Bauteamleiter John Samson und seine Crew verwendeten ebenfalls weitgehend Materialien für die Sets, die später nicht einfach abgerissen werden, sondern anderweitig wiederverwendet werden können. Und statt zahllose einzelne Plastikwasserflaschen auf dem Set zur Verfügung zu stellen, bekamen die Mitarbeiter wiederverwendbare Flaschen, die sie behielten und am Hauptwassertank auffüllen konnten, statt sie nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen.

Bei den gesamten Dreharbeiten spielten Solarstrom und andere ökologische Initiativen im Studio und beim Außendreh eine zentrale Rolle. Die meisten Aufnahmen fanden im San Fernando Valley statt: in der Taft High School in Woodland Hills, in der Portola Middle School in Tarzana und in der Grant High School in Van Nuys, wo Robbie und Jessica zur Schule gehen. Equinox Fitness in Woodland Hills war der Sportclub, wo Jacob mit Cal trainiert, und der El Torito Grill in der Sherman Oaks Galleria spielt eine wichtige Rolle in Hannahs und Richards Beziehung. Von der ersten Verliebtheit bis zur schrecklichen Trennung – mit allen Phasen dazwischen – geben Beziehungen dem Film „Crazy Stupid Love“ die Struktur vor – eine Komödie für pubertierende Backfische aller Altersgruppen. „Natürlich geht es sehr lustig zu, aber mir gefällt eben auch, dass die wahre Liebe zum Thema wird, dass jeder Mensch einen Seelenverwandten hat und dass man bedingungslos um ihn kämpfen sollte“, sagt Steve Carell. „Selbst wenn die Liebe nicht alle Hindernisse überwindet, dann doch die meisten. Weil das menschliche Herz so hartnäckig ist, schaffen wir es immer wieder, die Liebe in unser Leben zurückzuholen – oder eine andere Liebe. Der Grundtenor der Story zeugt von Hoffnung – das ist wirklich schön.“

Denise Di Novi sieht das ähnlich: „Der Film erzählt eine Geschichte – oder eher mehrere Geschichten darüber, wie schwer es sein kann, mit einer anderen Person auszukommen. Aber es lohnt sich immer, dran zu bleiben. Zu jedem Topf gibt es einen Deckel – damit können die Zuschauer auf jeden Fall etwas anfangen: Sie werden mit diesen Helden lachen und weinen.“ John Requa meint: „Liebe ist wirklich eine unglaubliche Macht, die wir alle in den Griff zu bekommen versuchen, die uns alle in Schwierigkeiten bringt, und unser Film zeigt das gesamte Spektrum: Cal, auf der einen Seite, hat die Liebe erlebt, die ein vitaler Teil seines Lebens war, den er für selbstverständlich angesehen hat. Für Jacob ist die Liebe andererseits etwas, vor dem man fast Angst haben muss.“

„Die Story bietet nicht nur jede Menge Gags, sondern auch viel Herz“, meint Glenn Ficarra abschließend. „Die verschiedenen Sichtweisen desselben Themas erlauben jedem Zuschauer, sich in die Geschichte einzufühlen. Denn ehrlich gesagt: Wir alle haben schon Ähnliches erlebt.“