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Fakten und Hintergründe zum Film "Crazy Heart"

Kino.de Redaktion |

Crazy Heart Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Wie jeder gute, einfühlsame Country-Song ist CRAZY HEART aufgebaut: ein Teil Leidenschaft, ein Teil Humor sowie ein Teil Herzschmerz und Sorgen. Es geht um einen Mann, der zu hart, zu schnell, zu unüberlegt gelebt hat. Als er aber die Möglichkeit bekommt, doch noch glücklich zu werden, weil er auf die Liebe seines Lebens trifft, setzt er alles daran, sein Seelenheil zu finden.

Drehbuchautor, Produzent und Regisseur Scott Cooper – ein Mann aus den Südstaaten, der mit Country-Songs und -Legenden groß geworden ist – hat Bad Blake, den (Anti-) Helden von CRAZY HEART, als Spiegelbild jener Country-Heroen gesehen, mit denen er aufwuchs. Trotz ihres wüsten Liebeslebens, ihrer unersättlichen Lebensgier und dunklen Seiten hat er sie seit Jugendtagen verehrt und ihnen nun ein filmisches Denkmal gesetzt. Sein Bad mag ja wirklich schlimme Charakterzüge besitzen – er ist widerspenstig, verantwortungslos, trinkt zu viel und macht sich häufig lächerlich –, ist aber gleichzeitig ein brillanter Geschichtenerzähler, ein hoffnungsloser Romantiker, eine herzensgute Seele und schließlich sogar ein Mann, der sich aus eigener Kraft wieder ins Leben zurückkämpft.

Cooper kannte man bis dato nur als Schauspieler – dieses Jahr ist er beispielsweise an der Seite von Robert Duvall in GET LOW zu sehen. Doch dann stieß er in Thomas Cobbs Roman Crazy Heart auf die Figur des Bad Blake und hatte damit einen Stoff gefunden den er seit Jahren suchte: eine Vorlage für einen lebensnahen Film über einen Country-Musikhelden, den er selbst zu schreiben und inszenieren wollte.

Und da war er nun, Bad Blake und das Buch, über das in der New York Times Book Review zu lesen stand: „… das Milieu hallt hier nach wie eine Gitarre und der Plot bleibt stets im korrekten Rhythmus.“ Kinky Friedman, Country-Star, Autor und Politiker, notierte: „Die Figuren sind typische Amerikaner, hemdsärmelige Westerner, die in Tanzlokalen und Bierkaschemmen aufspielen, manchmal sogar große Konzerte geben und ewig in Hotelzimmern leben… Bad Blake ist ein Mann, den sie nicht so schnell vergessen werden.“

Die Figur des Bad Blake entsprach ganz Coopers Geschmack. Als er sich dann jedoch hinsetzte, um den Roman in ein Drehbuch umzuschreiben, sah er sich mit größten Schwierigkeiten konfrontiert. Humor und Trauer, Spaß und Ernst, musikalisches Talent und endlose Dämonen machten diesen Mann aus und das musste auf der Leinwand auch erkennbar sein.

Aber im Endeffekt bekam Cooper die Figur gut und leicht in den Griff: „Ich bin mit dieser Art Musik aufgewachsen, ich habe in der Welt gelebt, in der Bad Blake lebt. Und als Schauspieler wusste ich, wie man so eine Geschichte um einen Musiker anlegen muss. Als Südstaatenjunge mit Schauspielerfahrung muss man so etwas einfach können, wenn nicht, dann hat man echte Probleme“, erklärt er lachend.

Cooper ließ seine Hauptfigur mit ihrem verqueren, komplizierten Leben den Weg für den Film vorgeben. „Was ich einfangen wollte, war diese Mischung aus Humor und Pathos in Bads Leben. Und das wollte ich mit großer Leichtigkeit darstellen“, erklärt er. „Bad ist ein alter Hund, der nicht weiß, ob er noch neue Tricks drauf hat. Sein Leben schwankt zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Aber zu guter Letzt findet er seine Erlösung.“

Der Wille, sich zu ändern, wird bei Bad durch die Liebe ausgelöst, eine Liebe, die er so bisher nicht kannte – und auch hier wollte Cooper zum Herz, zum Kern von Beziehungen vordringen. Er wollte das Feuer und die Leidenschaft der ersten Momente der Verliebtheit einfangen und auch zeigen, dass man in einer Beziehung alles falsch machen kann, obwohl man eine Person liebt.

Als er mit dem Drehbuch fertig war, wandte Cooper sich an einen anderen Schauspieler und Filmemacher aus dem Süden, der ihm immer ein Mentor gewesen war: Robert Duvall. Der hatte für seinen Part als abgetakelter Countrysänger im von Horton Foote verfassten Klassiker TENDER MERCIES („Tender Mercies – Comeback der Liebe“, 1982) einen Oscar gewonnen. Die Antwort kam prompt und veränderte alles.

„Wenn man Robert Duvall ein Skript schickt und er zusagt, dann ist das so als wäre ein Traum wahr geworden“, räsoniert Cooper.

Aber es war nicht nur das gute Verhältnis zwischen Cooper und Duvall, durch das der Deal zustande kam. Das Skript über den kantigen Mann, der seinem rauen Herzen folgt, war exakt so eine Mär aus den Südwesten der USA, nach der man bei Duvalls Produktionsfirma Butcher’s Run immer Ausschau gehalten hat.

„Duvall und ich suchen immer nach Geschichten, die von ihren Figuren getragen werden“, erklärt Produzent Rob Carliner, Duvalls Partner bei Butcher’s Run. „Aber wir finden selten Drehbücher, die so präzise und authentisch mit ihren Figuren umgehen wie hier in CRAZY HEART. Diese Geschichte wird viele Menschen ansprechen, weil sie so wahr und so authentisch ist. Es geht um einen amerikanischen Künstler, der Probleme mit Frauen und Alkohol hat, aber durch die Liebe zur Musik wieder zu sich selbst zurückfindet und sich rettet.“

Duvall fügt hinzu: „Der Film ehrt eine klassische amerikanische Tradition: die Countrymusik, eine Welt, die ich sehr gut kenne und in die ich nach Jahren gerne wieder zurückkehre. Die Story hat mich sehr an TENDER MERCIES erinnert, nur hat sich Horton Foote damals meiner Hauptfigur sehr viel zärtlicher angenähert. Die aktuelle Figur ist viel rauer und kantiger, macht sich das Leben selbst schwer und hat viel mit den eigenen Dämonen zu kämpfen. Die Geschichte ist im Prinzip uralt, aber Scott Cooper hat einen neuen Zugang zu ihr gefunden, einen sehr glaubwürdigen und einen, den die Leute so noch nicht kennen.“

Kurz darauf kam auch noch die Produzentin Judy Cairo von Informant Media mit an Bord. „Das Skript hat mich geradezu angesprungen“, erinnert sie sich, „weil es um Countrymusik geht, etwas, das Teil meiner Wurzeln ist. Aber es hat mir auch gefallen, weil die Geschichte so erdig, so realistisch und anrührend ist. Jede einzelne Figur des Films ist jemand, den man versteht, jemand, den man als ’typischen’ Amerikaner erkennt.“

Carliner fasst zusammen: „Leute, die Countrymusik lieben, werden diesen Film mögen. Aber auch Leute, die sich nicht für Countrymusik interessieren oder nicht für sie begeistern, kommen auf ihre Kosten, weil Bad Blake eine so interessante Figur ist. Der Film handelt von richtigen Leuten und spielt in der wirklichen Welt.“

Produktion: Das Drehbuch und die Musik

CRAZY HEART nahm natürlich mit dem Verfassen des Drehbuchs seinen Anfang. Aber das war nur ein Teil der Vorarbeit. Denn bei Bad Blake dreht sich alles um Musik, also waren/sind die Songs beim Film von ebenso großer Bedeutung. Sie mussten 100 Prozent glaubwürdig sein, dem Countrymusiker Bad aus der Seele sprechen – auch wenn der vermeintlich schon seine besten Tage hinter sich hat. Um das zu erreichen, gab es keinen besseren Mann als T Bone Burnett, der mit dem inzwischen verstorbenen Stephen Bruton die Songs schrieb.

„Wir wussten genau, dass wenn wir einen Film über einen Country-Sänger machen wollten, die Songs unbedingt stimmen mussten“, erklärt Rob Carliner. „Und so landeten wir schließlich bei T Bone. Ohne ihn wäre der Film vielleicht gar nicht zustande gekommen – auf alle Fälle wäre er aber nicht so authentisch geworden.“

Burnett ist ein legendärer Songwriter und ein großer Fan traditioneller amerikanischer Musik. Er hat sich nicht nur in der modernen Pop-Musik einen Namen gemacht, er zeichnet auch für die makellosen Soundtracks zu Filmen wie O BROTHER WHERE ART THOU? oder WALK THE LINE verantwortlich und hat darüber hinaus mit so unterschiedlichen Künstlern wie Elvis Costello, Roy Orbison, Tony Bennett, k.d. lang, Alison Krauss, Counting Crows, den Wallflowers, Sam Phillips, Gillian Welch und Ralph Stanley Alben eingespielt.

Es hat fast ein Jahr gedauert, bevor die Filmemacher beim ewig beschäftigten Burnett einen Termin bekamen. Aber als Scott Cooper und er sich endlich gegenübersaßen, hat es sofort geklickt. Burnett sagte nicht nur zu, die Filmsongs zu schreiben und zu produzieren, er willigte auch ein, den Film mitzuproduzieren.

Ihm gefielen besonders die tiefen Wahrheiten und der raue Humor, die die Figur des Bad Blake ausmachen. Burnett: „Und dann war da noch der Umstand, dass Scott Cooper auch als Musiker Erfahrung, ein gutes Ohr besitzt und selbst getourt ist. Das ließ auf einen authentischen Film hoffen, einen Film, der zeigt, was einen Musiker wirklich ausmacht.“

Laut Burnett war es Cooper, der ihn im Endeffekt überzeugte, bei dem Projekt mitzuwirken: „Er machte mir den Eindruck, dass er einen Film machen würde, der der Zeit standhält. Er versteht extrem viel von Countrymusik, dem Süden und den Menschen die dort leben.“

Burnett wiederum bat einen alten Freund um Hilfe, den hoch gelobten Gitarristen, Songwriter und Plattenproduzenten Stephen Bruton, der unter anderem schon mit Größen wie Kris Kristofferson, Bonnie Raitt, Hal Ketchum, Willie Nelson, Waylon Jennings, den Highwaymen, Johnny Cash, Jimmy Buffett and Martina McBride zusammen gespielt und für Alejandro Escovedo, Marcia Ball und Jimmie Dale Gilmore Alben produziert hat. Bruton verstarb während der Endphase der Produktion im Mai 2009 an Krebs. Doch er arbeitete so lange er konnte und auch als er sich schon in ärztlicher Behandlung befand, an den Songs weiter.

„Es ist unglaublich wie viel Geist und künstlerischer Esprit in Stephens Arbeit stecken, er hat in seiner Qualität nie nachgelassen und das, obwohl er während unserer Zusammenarbeit schon gegen den Krebs kämpfte“, erinnert sich Burnett. „Er war Ko-Autor der meisten Songs, spielte einen Großteil des Soundtracks mit ein und half den Schauspielern bei ihrer Arbeit. Er war während des gesamten Drehs am Set und hatte ein Auge darauf, dass alles glaubwürdig wirkte. Ich glaube, in Bad Blake steckt eine Menge von Stephen – er hat ein ähnliches Leben gelebt. Mit allen Extremen.“

Bruton selbst fühlte eine starke Affinität zu Bad, hatte er doch selbst Jahre in Tourbussen verbracht und war viel von zu Hause weg gewesen. „Es ist ein spannendes Leben“, hatte Bruton vor seinem Tod zugegeben. „Aber außer deinem Auftritt ist nichts wirklich real. Man fühlt sich nicht dafür verantwortlich, was man am Vortag gemacht hat, bleibt irgendwie in der Entwicklung stecken. Das ist eine Zeitlang sehr angenehm. Dann aber muss man den Realitäten des Lebens wieder ins Auge schauen und sich weiterentwickeln.“

Burnett konnte mit der Figur Bads auch viel anfangen. Der ist ein Mann, der sich mit Versen und Musik besser als mit normalen Worten auszudrücken versteht – besonders wenn es um Herzensangelegenheiten geht. „Bad reimt beispielsweise: ‘I been blessed and I been cursed, all my lies have been unrehearsed’, diese Selbsteinschätzung um Segen, Fluch und Lüge in normale Worte zu kleiden, wäre sehr schwierig gewesen, erklärt Burnett. „Sein Innerstes ohne Reim hervorzukehren, ist für Bad im richtigen Leben nahezu eine Unmöglichkeit. Kunst hat nicht unbedingt mit Schönheit zu tun. Aber sie steckt in den Songs von Bad – wie in allen Songs guter Musiker.“

Dann gab es noch die Frage zu klären, wie Burnett und Bruton Bad Blake musikalisch anlegen sollten. Sie wussten, dass er ein echtes Original sein, sprich keinem Star nachempfunden sein sollte. Aber natürlich gab es Vorbilder, an denen man sich orientierte. „Bad erinnert mich an einige Musiker, die ich kannte“, sagt Burnett, „aber die sollen hier besser ungenannt bleiben. Wir dachten uns eine Art Countrymusik aus, die es gegeben haben könnte, eine Countrymusik, die Erfolg gehabt haben könnte. Wir wollten nicht, dass Bad in irgendeine der klar definierten Kategorien der heutigen Countrymusik hineinpasst. Wir stellten eine Liste von Musiktiteln zusammen, die Bad als Jugendlicher gehört haben könnte und arbeiteten von da aus weiter.“

Auf der Liste fanden sich Künstler wie die Louvin Brothers, George Jones, Lightnin’ Hopkins und die Delmore Brothers sowie Hank Williams, Lefty Frizzell, The Mississippi Sheiks, Jimmy Rogers, Skip James und Howlin Wolf, um nur ein paar zu nennen. Von den Herrschaften finden sich zudem einige Songs auf dem Soundtrack.

Das eingängigste und am häufigsten angespielte Lied des Films heißt „I Don’t Know“ und wurde von Burnett und Bruton geschrieben und wird von den beiden als Crossover zwischen einem Doug-Sahm- und einen Zydeco-Song bezeichnet. Weitere Songs, die Bad im Film singt, sind „Hold On You“, verfasst von Bruton, John Goodwin und Bob Neuwirth, das auch als musikalisches Thema fungiert, sowie „The Weary Kind“, eine akustische Ballade, die Bad Blake im Verlauf der zweiten Hälfte des Films komponiert. „In dem Lied geht es um die Lektion, die er gelernt hat“, führt Burnett aus.

Und dann ist da natürlich noch Bad Blakes größter Hit „Fallin’ & Flyin’“, den der neue große Country-Star Tommy Sweet populär macht. Dieser Song hat seine Wurzeln in einer alten Melodie, die Bruton einst geschrieben hatte. Er erklärt: „Witzig an der Geschichte ist, dass wir alle in T Bones Haus herumsaßen und schrieben. Dann nahte die Zeit des Aufbruchs. Jeff Bridges fragte mich, was ich denn am Abend vorhatte. Ich antwortete: ’Ich gehe dorthin, wo ich nicht hingehen sollte und tue das, was ich nicht tun sollte’. Darauf er: ’Das klingt wie ein Songtext’. Ich erwiderte: ’Du hast vollkommen recht, es ist ein alter Song’. Dann setzte ich mich im Wohnzimmer hin und spielte den Song. T Bone war davon sofort angetan. Er sagte: ’Das ist genau der Song, den wir brauchen’. Wir erkannten, dass dieser Song exakt zur Figur des Bad Blake passte. Es geht um einen Kerl, der auf dem Weg nach unten ist und sich dabei eigentlich prächtig amüsiert. Zu fallen, abzustürzen, fühlt sich manchmal wie fliegen an.“

Während des gesamten Prozesses des Songschreibens war Jeff Bridges Burnett und Bruton eine große Hilfe. „Jeff beeinflusste unsere Arbeit auf zweierlei Weise. Er ging in dem Part vollkommen auf, wollte ihn verstehen und wurde förmlich zu Bad, was uns beim Komponieren half. Und dann brachte er auch noch seinen alten Freund John Goodwin mit an Bord, der mit uns zusammen die Songs schrieb. Er war derjenige, der mit ’Hold On You’ begann, den ersten Track, den wir für den Film komponierten“, erklärt Burnett.

Beim Aufnehmen der Musik zu CRAZY HEART gab man sich anschließend genauso viel Mühe wie zunächst beim Komponieren. Man verzichtete beispielsweise auf moderne Digitaltechniken und griff auf die veraltete Analogtechnik zurück. Man wollte wärmere, „echtere“ Töne. Burnett dazu: „Wir spielten die Songs mit alten Analogmaschinen ein, solche, die man früher dazu auch benutzt hat. Wir orientierten uns an CDs., die aus den 80er Jahren stammen und heute vom Ton her furchtbar klingen. Was natürlich mit den Gerätschaften aus jener Zeit zusammenhängt. Mit den neuen Aufnahmemaschinen kam ein neuer Ton. Ein viel besserer. Aber Scott wollte absolut authentisch bleiben, also machte er auch auf diesem Gebiet keinerlei Kompromisse.“

Um die musikalische Untermalung des Films zu komplettieren, bestückte Burnett den Rest des Soundtracks mit Nummern, die er „authentische Countrymusik“ nennt. „Jeder Song, den wir auswählten, erzählt eine andere Geschichte“, weiß er zu berichten.

Produktion: Jeff Bridges mutiert zu Bad Blake

Jeff Bridges ist einer jener chamäleonartigen Schauspieler, die einem durch ihre unterschiedlichsten Rollen in Erinnerung bleiben. Als Bad Blake geht Bridges einmal mehr vollkommen in seinem Part auf, lässt dessen Genie ebenso wie dessen dunkle Seiten aufblitzen. Man erkennt wie einsam und töricht der Musiker ist – und dann auch wieder hoffnungsfroh, als er unerwartet auf die Journalistin Jean Craddock trifft, in die er sich hoffnungslos verliebt und für die er sein Leben zu ändern bereit ist.

„Ich glaube, die Leute werden hier Jeff Bridges in einer seiner Schlüsselrollen erleben“, kommentiert Rob Carliner. „Das ist eine Rolle, für die man sich immer wieder an ihn erinnern wird.“

Für Scott Cooper stand immer außer Frage, dass nur Jeff Bridges diesen Part würde spielen können. „Von Anfang an hatten wir Jeff für die Rolle im Sinn“, erinnert er sich. „Er ist einer der herausragenden Schauspieler Amerikas. Jede Geste stimmt, die Mimik passt. Bei ihm kommt alles echt rüber. Obendrein wusste ich, dass er ein talentierter Musiker ist.“

Bridges erzählt, dass er sich wie von einem Magneten zum Skript hingezogen fühlte. „Es gab da so viele Elemente, die mich ansprachen“, erinnert er sich. „Die Musik beispielsweise. Ich mache seit meinen Kindertagen Musik. Musik inspiriert mich, ebenso wie dies Scotts Skript getan hat. Wir haben uns auf Anhieb verstanden und ich habe sein enormes Talent gleich erkannt. Er kennt sich mit Countrymusik bestens aus und seine Begeisterung ist einfach ansteckend. Und dann noch dieser Bad Blake, ein Mensch aus Fleisch und Blut. Er ist irgendwie wie wir alle, besitzt positive und negative Eigenschaften.“

Er fährt fort: „Dann bot sich da noch die Gelegenheit, mit Robert Duvall zusammen zu arbeiten, einem meiner Lieblingsschauspieler. Nicht zu vergessen meine alten Kumpels T Bone Burnett, Stephen Bruton und Produktionsdesigner Waldemar Kalinowski – die haben alle auch mit mir bei HEAVEN’S GATE („Heaven’s Gate – Das Tor zum Himmel“, 1980) mitgemacht.“

Bridges näherte sich dem Film und seiner Rolle zunächst über die Musik. Er, selbst Musiker, der 2000 ein Album namens „Be Here Soon“ eingespielt hatte, wusste, dass er zunächst Blakes Manierismen verinnerlichen musste. Er musste zu dem Mann werden, der einst eine Legende war und nun gerade mal so überlebt. Bad Blake lebt in einer ganz bestimmten Welt, die Bridges erst „finden“ musste und wofür er Tag und Nacht mit T Bone Burnett und Stephen Bruton kooperierte. Sie probten zusammen, musizierten, und so saugte Bridges förmlich die Atmosphäre des Films in sich auf. Der Bad Blake wurde sozusagen zu seiner zweiten Natur. Erst dann beschäftigte er sich mit den darstellerischen Aspekten der Rolle.

„Das Spiel als Schauspieler und als Musiker musste von Bridges in Einklang gebracht werden – und das ist ihm perfekt gelungen“, stellt Carliner fest.

„Jeff konnte natürlich schon spielen und singen, aber um Bad Blake richtig zu verkörpern, hat er sich mächtig ins Zeug gelegt“, sagte der verstorbene Bruton. „Wir haben versucht herauszuarbeiten, wie ein Mann sein muss, der die vergangenen 40 Jahre jeden Tag aufgetreten ist. Das war eine wirklich interessante Herausforderung.“

Cooper fügt hinzu: „Dazu kam, dass Jeff so verschieden spielen, verschieden sein musste – mal war er als Bad richtig betrunken, mal stocknüchtern, dafür jedoch todtraurig. Aber er hat die Herausforderung exzellent gemeistert und so hat sein Spiel etwas geradezu Ikonenartiges.“

Für Bridges war die Art von Hilfestellung, die T Bone Burnett leistete, geradezu ideal. „Ich bin rein gegangen und wollte irgendwie, dass T Bone mir die Hand hält. Was er aber nicht tat“, erinnert er sich lachend. „Er sagte: ’Flieg’ einfach los. Verlass’ dein Nest und gib’ dein Bestes.’ Mir hat sehr geholfen, dass die Songs so gut waren und Blakes Musikerwelt perfekt widerspiegeln. Ich hatte das Gefühl, sie schon alle einmal gehört zu haben.

Die Figur des Bad wird durch die Musik zum Leben erweckt – aber auch durch das vielschichtige und liebenswerte Zusammenspiel mit Jean Craddock, der Journalistin, die Maggie Gyllenhaal spielt. „Bad und Jean sind wirklich füreinander bestimmt“, sagt Bridges. „Sie sehen sich und bumm!, schon ist’s um sie geschehen. Das ist genauso wie’s mir damals mit meiner Frau ging. Ich weiß genau, was da passiert, was da vor sich geht. Jean ist eine super Figur und mit Maggie zu arbeiten, hat alle meine Erwartungen übertroffen.“

Aber die Liebe allein genügt notwendigerweise nicht, um Bad von seiner Art zu Leben und dem Alkohol abzubringen. Es ist vielmehr sogar so, dass seine Liebe zur Flasche die große Krise hervorruft. „Einen Betrunkenen zu spielen, birgt viele Gefahren“, weiß Cooper. „Die meisten Schauspieler übertreiben da, aber Jeff hat sich in jeder diesen Szenen extrem zurückgenommen. Die Leute werden Bad Blake deshalb verstehen, weil sie in ihm einen Freund, einen Bekannten oder Verwandten wieder erkennen.“

Bridges sagt, dass er Bad sehr zurückgenommen angelegt hat, sehr schlicht. Er wollte weder dessen schlechtes Benehmen noch dessen Alkoholismus zu sehr betonen. „Ich wollte mich diesbezüglich einfach nicht unter Druck setzen“, erläutert er. „Ich wollte so entspannt wie möglich bleiben und die schauspielerische Leere dann in den nötigen Momenten mit Leben bzw. Gefühlen füllen.“

Genau an diesen Plan hielt sich Bridges, als man mit dem Drehen begann. „Es war eine tolle Rolle“, fasst Bridges zusammen. „Die Musik, das Spielen, die Gelegenheit, mit tollen Kollegen zu arbeiten – es war eine der schönsten Dreherfahrungen, die ich bislang hatte.“

Produktion: Hauptdarstellerin Maggie Gyllenhaal

Bad Blakes Leben wäre vielleicht einfach so weitergegangen – der nächste unbedeutende Gig, die nächste schummerige Kaschemme, der nächste hochprozentige Drink. Wenn er nicht Jean Craddock kennen gelernt hätte. Aber durch ihre Bekanntschaft werden ihm die Augen über sich geöffnet und er versucht, sein Leben auf die Reihe zu bekommen.

Die richtige Schauspielerin für die Rolle der Jean zu finden, war unabdingbar, um Bad Blakes Geschichte glaubhaft erzählen zu können. So kam es auch, dass Jeff Bridges früh in den Casting-Prozess mit eingebunden wurde und er war es schließlich auch, der sich Maggie Gyllenhaal als Partnerin wählte. Gyllenhaal wurde bereits zweimal für einen Golden Globe nominiert, zunächst für ihre Rolle als instabile Angestellte in dem Sundance Festival-Gewinner SECRETARY („Secretary“, 2002) und dann für den Part als ehemalige Gefängnisinsassin in SHERRYBABY (2006). Großes Kritikerlob erntete sie zudem als Rechtsanwältin Rachel Dawes in dem Blockbuster THE DARK KNIGHT („The Dark Knight“, 2008). Aber es war letztendlich die stimmige Chemie zwischen ihr und Jeff Bridges, die die Macher von CRAZY HEART überzeugt hat, sie als Jean zu besetzen.

„Zwischen ihr und Jeff funkelte es bereits beim ersten Treffen“, erinnert sich Produzentin Judy Cairo. „Maggie ist irgendwie alterslos und eine gute Seele. Sie sieht an der Seite von Jeff perfekt aus. Sie ist überaus bodenständig und zuverlässig. Das macht sie ungeheuer sympathisch.“

Gyllenhaal sprach der Part der Jean sofort an und sie glaubte, ihn auch gleich zu verstehen. „Sie erschien mir als eine reale Person“, erzählt sie. „Sie ist jemand, die weiß, dass sie stark ist, aber sie ist sich auch über ihre Schwächen bewusst. Das ist genau die Art von Charakteren, die ich gerne spiele, die ich mir bevorzugt aussuche. Jean ist einfach echt und das gefällt mir.“

Gyllenhall wollte all das zeigen, was Jean ausmacht: Sie ist als junge Journalistin ungeheuer naiv, als allein erziehende Mutter eine Kämpferin, sie will sich seelisch nicht mehr verletzen lassen, sie fühlt sich generell zu bösen Jungs hingezogen und vor allem verliebt sie sich Hals über Kopf in Bad Blake.

„Dieser Film funktioniert nur, wenn vermittelt werden kann, dass Jean und Bad unsterblich ineinander verliebt sind“, sagt sie. „Und das, obwohl er viel älter als sie ist und sie als Paar unmöglich wirken. Trotzdem ziehen sie sich wie Magneten an. Man muss auf der Leinwand Jeans Kampf erkennen, sehen wie sie räsoniert, zweifelt und doch ihren Gefühlen nachgibt. Sie steckt wirklich in einer echten Klemme.“

Gyllenhaal musste auch sichtbar machen, was eine Frau zu Männern wie Bad Blake hinzieht – allen offensichtlichen Anzeichen potenzieller Gefahren zum Trotz. Obwohl sie selbst ein großer Countrymusik-Fan ist – „von klassischer alter Countrymusik“ wie sie betont – musste klar werden, dass es nicht allein die Musik und Bads Talent sind, was sie zu ihm hinzieht und all die Risiken der Liebe eingehen lässt.

„Ich glaube, Jean akzeptiert viele von Bads schlimmen Wesenszügen, weil sie einfach trunken vor Liebe ist“, erklärt die Schauspielerin. „Und dann gibt es meiner Meinung nach diesen Wesenszug an ihr, dass sie sich manchmal gut fühlt, wenn sie böse ist. Natürlich ist sie auch eine höchst emotionale Person, der gut gefällt, wie Bad sich um ihren Sohn Buddy kümmert. Nicht zu vergessen, dass er sie wirklich liebt, auch wenn er total betrunken ist. Sie will einfach nicht wahrhaben, dass es da Dinge gibt, die letztendlich dafür sorgen, dass sie beide eigentlich gar nicht zusammen kommen können.“

Die Tatsache, dass Gyllenhaal jüngst gerade selbst Mutter geworden ist, half ihr entscheidend dabei, das Wesen von Jean zu verstehen. Sie begriff intuitiv, was es heißt, sich einerseits um ihren Sohn kümmern zu müssen und andererseits ihr Herz gerade an einen neuen Man verloren zu haben.

„Dies ist der erste Film, in dem Maggie mitgespielt hat, seitdem sie ihr Baby bekommen hat“, merkt Judy Cairo an. „So war der Part, eine junge Mutter zu spielen, für sie im Augenblick wohl gerade eine relativ leichte Angelegenheit. Sie konnte ihr neu erworbenes Wissen in den schwierigen, hoch emotionalen Szenen mit Bad gut einsetzen. Sie hat sicherlich verstanden, was ein neuer Mann in so einer Situation bedeutet.“

„Ich habe in meiner Laufbahn schon mehrfach Mütter gespielt“, erzählt Gyllenhaal. „Ich glaube, es ist sehr schwierig, eine Mutter zu geben, wenn man selbst keine ist. Das weiß ich jetzt aus eigener Erfahrung. Zum Beispiel diese kurze Szene, in der ich Buddy ins Bett bringe. Da überlegte ich mir, wie meine kleine Tochter sich wohl fühlen würde, wenn ich sie nach einem langen Flug in ein fremdes Bett stecken würde. Es wäre sicherlich nicht leicht für sie. So etwas wäre mir früher nie in den Sinn gekommen.“

Gyllenhaals schwierigste Szene findet am Höhepunkt des Films statt. Da muss sie sich als Jean zwischen Buddy und Bad entscheiden. Es war für die versierte Schauspielerin eine ebenso emotionale wie heikle Szene. „Als wir die Szene drehten, in der Jean Bads Haus verlässt, war ich wesentlich trauriger und aufgewühlter, als ich mir das vorgestellt hatte“, erklärt sie. „Und dann noch diese Szene, in der er zu ihr zurückkehrt. Ich dachte, ich wäre da stärker, gefasster. Aber ich habe mich wie Jean gefühlt, wie sie gedacht: ’Hoffentlich berührt er mich jetzt, zieht mich an sich’. Aber natürlich tut er’s nicht, er kann’s gar nicht tun. Das war echt hart.“

Diese Szenen gingen allen Beteiligten am Set sehr ans Herz, erinnert sich Scott Cooper. „Maggie kommt so echt, so wahr ’rüber. Besser geht’s nicht. Sie hat Jean einfach perfekt verstanden und verkörpert“, sagt er. „Maggie ist Jeff nicht unähnlich, sie geben dem Stoff Herz und Verstand. Sie machen ihre Filme erst zu dem, was sie sind.“

Produktion: Die Nebendarsteller

Während Bad Blake sich jeden Tag mühen muss, Auftrittsmöglichkeiten zu finden, hat sein ehemaliger Protegé Tommy Sweet den absoluten Durchbruch geschafft. Er ist ein echter Country-Star neuer Prägung. Er füllt riesige Arenen und Stadien, die Fans vergöttern ihn und er ist ein Fixstern am Popkultur-Himmel. Diese Welt versteht Bad nicht mehr. So ist es für ihn besonders schlimm, als Tommy ihn engagiert, für sein heiß erwartetes neues Album Songs zu schreiben. Aber er sagt zu, weil er das Geld benötigt. Für die Rolle des Tommy entschlossen sich die Filmemacher, jemanden wirklich Überraschenden zu besetzen. Ihnen stand der Sinn, so Rob Carliner, nach einem Cameo, „mit dem niemand rechnet“.

Stephen Bruton war von dem Besetzungscoup besonders angetan. „Ich sah Bad und Tommy stets als zwei Seiten ein und derselben Medaille. Der eine ist im Erfolg gefangen, der andere im Versagen – und der eine kann ohne den anderen nicht wirklich existieren. Das empfand ich als eine gute Ausgangsidee. Zudem bewundert der eine den anderen und so können sie sich aneinander reiben. Und, wow, der Star, den sie als Tommy besetzt haben, der kann echt singen.“

Zur prominenten Besetzung gehört auch Produzent Robert Duvall, als Darsteller Oscar-gekürt, der hier den Part des Wayne Kramer übernimmt. Seines Zeichens Barbesitzer und Freund von Bad, der dem Countrysänger tatkräftig zur Seite steht, als dessen Leben aus dem Gleis zu laufen droht. „Wayne ist die Art von Freund, der dir in den Arsch tritt, wenn es nötig ist“, sagt Duvall über seine Rolle.

Scott Cooper ergänzt: „Robert Duvall ist als Wayne Kramer der moralische Kompass des Films. Er geht für Bad durch dick und dünn, er ist für ihn da, wenn kein anderer da ist. Duvall spielt diesen Part vorzüglich. Meiner Meinung nach ist er einer der besten Leinwanddarsteller, die wir in den USA haben. Jeder Take, den man mit ihm macht, ist anders. Er ist ein echter Virtuose.“

Ebenfalls im Film zu sehen ist der in Texas und New Mexico lebende Sänger/Songwriter Ryan Bingham von der Formation Ryan Bingham & The Dead Horse, der in die Rolle des Tony geschlüpft ist. Er ist Chef jener Band, die Bad Blake in eine Bowlinghalle begleitet, und hat „The Weary Heart“ komponiert. Jenen Song, den Bad Blake im Verlauf des Films schreibt und den Tommy Sweet live singt.

Bingham fühlte sich zu CRAZY HEART hingezogen, weil er fand, dass der Film das Tourleben so perfekt auf den Punkt bringt. „Es gibt jede Menge Kerle da draußen, die wie hier im Film in den unmöglichsten Kneipen die besten Songs zum Besten geben“, weiß er. „Man führt als Musiker ein entwurzeltes Leben – manchmal ist das wirklich toll und romantisch, dann wieder extrem hart und gemein. Es zehrt an Nerven und Seele. Es frisst einen innerlich auf und dann kann es einen wieder vollkommen ausfüllen. Diese Dualität fängt der Film grandios ein.“

Schließlich waren da noch all diese anderen Musiker, mit denen Bingham hier zusammen arbeiten konnte. „Wenn du die Chance kriegst, mit Typen wie T Bone Burnett und Stephen Bruton abzuhängen und Songs zu schreiben, mit Schauspielgrößen wie Jeff Bridges und Robert Duvall spielen darfst, dann sagst du nicht nein. Diese Gelegenheit lässt man sich nicht entgehen“, fasst er zusammen. „Jeder am Set war wirklich nett zu mir und ich verbrachte da eine tolle Zeit.“

Produktion: Design und Look

Bad Blakes Story spielt auf der Straße und so bereist man mit Bad Blake Colorado, New Mexico und Texas, folgt ihm bei seinen Auftritten in Bars, Clubs, Bierkaschemmen und sogar in Bowlinghallen. Das Leben besteht hier aus Fragmenten und Momenten, der Protagonist befindet sich auf der Suche nach der Liebe, die er einst verloren – oder einfach nie gefunden hat. Und so bekommt man als Zuschauer einen Blick auf den US-Westen wie man ihn eher nicht kennt. Aller Moderne zum Trotz ist das Land hier wild und rau geblieben, die Typen sind hart und deren Träume wirken ein wenig angerostet.

„Ich wollte meinem Film eine zeitlose Qualität geben“, erklärt Scott Cooper, „dieses naturalistische Element, das die Filme der 70er Jahre auszeichnet. Meine Figuren sind taff, die Situationen, denen sie sich aussetzen sind hart, und dazu wollte und musste ich visuelle Kontrapunkte setzen.“

Um das zu erreichen, kooperierte Cooper mit zahlreichen hoch qualifizierten Künstlern, darunter Barry Markowitz, der sich als Chefkameramann von Filmen wie ALL THE PRETTY HORSES („All die schönen Pferde”, 2000), THE APOSTLE („Apostel!“, 1997) oder SLING BLADE („Sling Blade - Auf Messers Schneide“, 1996) einen Namen gemacht hat, Produktionsdesigner Waldemar Kalinowski (APPALOOSA („Appaloosa“, 2008), LEAVING LAS VEGAS („Leaving Las Vegas“, 1995)) und Kostümdesigner Doug Hall, der zusammen mit Markowitz schon ALL THE PRETTY HORSES, THE APOSTLE und SLING BLADE gemacht hatte.

Markowitz schlug Cooper vor, den intimen Innenszenen gewaltige Landschaftsaufnahmen unter weitem Himmel entgegenzusetzen. „Schließlich drehen wir ja auch in einem großen Land“, merkt der Kameramann dazu an. „Und so filmten wir plötzlich jede Menge Außenszenen. Wunderbare Szenen, für die wir schon um drei Uhr in der früh aufstehen mussten, um sie vorzubereiten. Aber die Mühe lohnte sich. Unsere Geschichte gewinnt so definitiv an Tiefe.“

„Barrys Kameraarbeit ist einfach wunderschön“, sagt Cooper, „er hat ganz genau verstanden welche Gefühle ich visuell hervorbringen wollte.“

Zur gleichen Zeit war Waldemar Kalinowski damit befasst, an 25 Drehorten in und um Santa Fe bzw. Albuquerque, „klassische amerikanische Wohnkultur auf neue, interessante Weise wiederzubeleben und einzurichten“.

Für das Interieur von Bad Blakes und Jean Craddocks Häusern orientierte sich Kalinowski an deren (Vor-)Leben. „Ihre Vergangenheit wird auch in der Art wie sie wohnen sichtbar“, erläutert er. „Ganz besonders zeigt dies das Haus, aus dem Bad stammt. Es sagt einfach viel über ihn und seinen Charakter aus.“

Obendrein ließ er sich bei seiner Arbeit auch noch vom Spiel der Darsteller beeinflussen. „So wie Jeff Bad anlegte, so wie er ihn mit Leben füllte, das machte mir meine Arbeit einfach. Ich ’verstand’ Blake, konnte ihn in einen optischen Kontext setzen. Mein ganzes Team ließ sich von Bridges inspirieren“, schwärmt er. „Und auch Maggie hatte ganz bestimmte Vorstellungen wie Jeans Haus auszusehen hatte. Auch sie verstand ihre Rolle bis ins kleinste Detail. So wusste sie auch wie Jean wohnen würde. Sie gab uns ihre Ideen weiter und machte uns die Arbeit so sehr leicht. Wir mussten ihre Gedanken nur entsprechend umsetzen.“

An den meisten Drehorten konnte man, ohne viel zu verändern, arbeiten, nur das Äußere der Bowlinghalle, wo Blake auf Tony und The Renegades trifft, musste von Kalinowski gebaut werden.

Zwei weitere Drehorte, die maßgeblich zum stimmigen Kolorit von CRAZY HEART beitragen, sind das 12.000 Besucher fassende Amphitheater von Albuquerque, der Journal Pavilion, in dem Tommy Sweet sein umjubeltes Konzert gibt, und das Opernhaus von Santa Fe, wo die finalen Szenen des Films gedreht wurden.

Der Journal Pavilion, einer der wichtigsten Veranstaltungsorte für Konzerte in New Mexico, war schon komplett ausgebucht, als die Produktion um die Drehgenehmigung nachfragte. Hier sollte die Szene gedreht werden, in der Tommy Sweet vor seinen enthusiastischen Fans auftritt. Und nach mehrfacher Rücksprache war dies schließlich auch möglich. Toby Keith gestattete dem Team, während einer zehnminütigen Umbaupause die Szene zu filmen.

Alles musste sehr sorgfältig geplant werden, also wurde am Nachmittag fleißig geübt. So gut, dass man am Abend in der Pause des stattfindenden Konzerts gleich zwei Titel aufnehmen konnte, nämlich „Gone, Gone, Gone” sowie Bads und Tommys Duett „Fallin’ & Flyin’”. Letzteres filmte man sogar zweimal, die zweite Version mit einer Steadicam, um Material für etwaige Zwischenschnitte zu haben.

Der Höhepunkt des Films, in dem der auf dem Weg der Besserung befindliche Bad Blake Jean Craddock ein letztes Mal über den Weg läuft, wurde vor der Oper von Santa Fe gedreht, einem architektonischen Schmuckstück mit herrlichem Balkondach, das inmitten der Sangre De Cristo und Jemez Berge ins Auge sticht. Dramatisch wirkt das Gebäude, imposant und ungewöhnlich, es ist ein wahrhaft idealer Ort für ein großes Finale, in dem sich zwei Liebende ein letztes Mal treffen und dabei mit ihrer Zukunft konfrontiert werden.

Kalinowksi fasst zusammen: „Die Mär von Bad Blake endet an einem herrlichen Schauplatz. Es ist ein wirklich perfekter Ort, wo die beiden höchst unterschiedlichen Protagonisten ein letztes Mal aufeinander stoßen.”

Wie Kalinowski ließ sich auch Kostümdesigner Doug Hall bei seiner Arbeit von klassischer Countrymusik-Mode und deren langer Tradition inspirieren. „Ich sah mir viel altes Konzertmaterial an, um zu wissen, was die Leute damals so trugen“, erzählt er. „Außerdem ließ ich mich von Richard Avedons Fotos von West-Texas stark beeinflussen.”

„Für Bad Blake kreierten wir nicht nur einen ’Look’, wir wollten, dass sein Aussehen auch seinen Lebensstil widerspiegelt”, erklärt Hall. „Jeff legte größten Wert auf Details, achtete beispielsweise darauf, was er jeden Tag in seinen Taschen trug. Plektrums, ein Feuerzug, ein paar zerknautschte Zigaretten… Er siedelte seine Figur vollkommen in der Realität an. Seine Version von Bad ist höchst realistisch. Sie gibt nicht unbedingt einen Künstler wieder, eher einen Mann, den das Leben aus der Bahn geworfen hat.“

Bei Maggie Gyllenhaals Part der Jean Craddock sah Hall in erster Linie die Mutter: „Das Muttersein ist wohl das wichtigste Element in Jeans Leben, damit identifiziert sie sich vollkommen. Unsere Schwierigkeit bestand darin, Maggie einfach aussehen zu lassen. Aber das klappte mit ihrer Hilfe sehr gut. Sie brachte genauso klare Vorstellungen über ihre Kleidung mit ein wie Jeff. Es war ein Traum, mit ihr zu arbeiten”

CRAZY HEART zu filmen, war im Prinzip eine einzige große Ansammlung kleiner Vergnügen. Es gab Live-Musik-Darbietungen, die ans Herz gingen, man kümmerte sich um die kleinsten Details, um wahre Gefühle hervorzurufen. Diese Vielfalt machte diese Produktion laut Judy Cairo so besonders. Sie schließt: „Diese ganz persönliche Charakterstudie mit ihrer tollen Geschichte hatte das Glück, dass sich preisgekrönte Schauspieler und Filmemacher ihrer annahmen. Sie haben all die schillernden Figuren perfekt zum Leben erweckt, ihnen wunderbare Dialoge in den Mund gelegt. Und das alles in ganz kurzer Zeit. Diese Welt, die man hier im Film zu sehen bekommt, hat es vor ein paar Wochen noch gar nicht gegeben.”

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