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Couscous mit Fisch

Kinostart: 28.08.2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Drama über einen 60-jährigen Hafenarbeiter, der davon träumt, ein Restaurant zu eröffnen.

Mit immerhin 60 Jahren muss sich Hafenarbeiter Slimani (Habib Boufares) tagtäglich zu seinem knochenharten Job in der südfranzösischen Hafenstadt Sète schleppen. Finanzielle Engpässe, Ärger als geschiedener Vater und der nagende Verdacht, ein ziemlicher Verlierer zu sein, setzen ihm zu. Seit Jahren hat er sich von seinem großen Traum, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, entfernt. Nun fasst sich seine Familie ein Herz und unterstützt die Pläne.

Vielfach preisgekröntes Immigrantendrama um eine maghrebinische Einwandererfamilie, die jahrzehntelang malocht hat und dennoch nie in ihrer neuen Heimat angekommen ist. Der tunesischstämmige Abdel Kechiche („Voltaire ist schuld„) dichtet eine realitätsnahe Alltagsgeschichte.

Slimani ist 60 Jahre alt und muss sich dennoch nach wie vor jeden Tag zu seiner Arbeit als Hafenarbeiter in Sète schleppen: Finanziell reicht es hinten und vorn nicht, dazu kommen Spannungen innerhalb seiner Familie und das nagende Gefühl, ein Verlierer zu sein. Jedenfalls ist Slimani seinem großen Traum, seinen Alltag hinter sich zu lassen und ein eigenes Restaurant zu eröffnen, keinen Schritt nähergekommen. Doch dann fasst sich seine Familie ein Herz: Das Projekt Restaurant soll aller Widerstände zum Trotz in Angriff genommen werden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. „Couscous mit Fisch“ von Regisseur Abdellatif Kechiche hat im vergangenen Jahr in Venedig den Spezialpreis der Jury erhalten und räumte auch bei den französischen Césars 2008 ab. Der in Tunis geborene, in Nizza aufgewachsene Kechiche erzählt eine lebendige Geschichte aus dem schwierigen Alltag der Immigranten arabischer Herkunft in Südfrankreich. Besser bekannt unter dem Originaltitel „La Graine et le Mulet“ – das Couscous-Korn und die Meerbarbe -, ist der Film ein sehr sinnliches, realitätsnahes Ensemblespiel mit vielen Laiendarstellern, in dem der Zusammenhalt der Großfamilie im Vordergrund steht.

      Der von lebenslanger, schlecht bezahlter Werftarbeit gezeichnete Slimane sollte ursprünglich von Kechiches Vater, dem der Film gewidmet ist, gespielt werden. Doch weil der Vater starb, übernahm sein Freund und Werftarbeiter-Kollege, Habib Boufares, diese Rolle. Der stille, gedrückte Mann wirkt wie ein Ruhepol inmmitten seiner turbulenten Familie. Mit stoischer Geduld hört er sich die lautstarken Konflikte seiner Kinder an und ist es gewöhnt, im Hintergrund zu bleiben. Eine seiner größten Freuden besteht darin, dass Rym, die junge Tochter der Hotelbesitzerin, zum Abendessen die Fische zubereitet, die er mitgebracht hat.

      In der südfranzösischen Hafenstadt leiden alle unter Zukunftssorgen und drohender Arbeitslosigkeit. Kechiche zeigt dies in Form von improvisiert wirkenden Gesprächen in den verschiedenen Familien der Kinder Slimanes. Überhaupt besteht ein Großteil des Filmes aus solchen lebhaften Ensembleszenen wie z.B. während eines großen Couscous-Essens bei Slimanes Ex-Frau. Dabei filmt Kechiche die Gesichter seiner Darsteller in Nahaufnahmen und man gewinnt zunehmend den Eindruck, in deren Kreis aufgenommen zu sein.

      Die sinnlichen Freuden rund um das gute Festessen, die temperamentvollen Dialoge, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Familie trotz heftiger Streitereien, das alles steht dem Außenseitertum in der französischen Gesellschaft gegenüber. Als der entlassene Slimane mit Rym zur Bank und zum Rathaus geht, um einen Kredit und die Genehmigung für sein Restaurant zu beantragen, wird der Mann mit subtilen Ausgrenzungen hinauskomplimentiert.

      Doch Slimane hat gerade die lebensfrohen Traditionen, die das Couscous-Gericht mit Gemüse und Fisch symbolisiert, als eine Marktlücke in der Stadt entdeckt und hofft, damit seiner Familie eine bessere Integration zu ermöglichen. Das wird nirgends direkt ausgesprochen, doch diese Hoffnung auf Dazugehörigkeit durchzieht den ganzen Film. Die Großfamilie und ihre Freunde, vor allem aber Rym, die Slimane wie einen Vater liebt, helfen, um die Einladung für die Honoratioren der Stadt zu einem Erfolg zu machen. Doch unerwartete Komplikationen führen zu einem spannend inszenierten Wettlauf gegen die Zeit.

      Fazit: Abdellatif Kechiche lässt in seiner sinnlichen, temperamentvollen Geschichte mit vielen Alltagsszenen am Familienleben arabischer Immigranten in Frankreich teilhaben.
    2. Couscous mit Fisch: Drama über einen 60-jährigen Hafenarbeiter, der davon träumt, ein Restaurant zu eröffnen.

      Preisgekröntes Drama über eine maghrebinische Einwanderfamilie in Südfrankreich und ihr Versuch, ein normales Leben ohne Diskriminierung und Ausgrenzung zu führen.

      Nach „Voltaire ist schuld“ und „L’esquive“ gelingt Abdellatif Kechiche mit „Couscous mit Fisch“ der endgültige Durchbruch. Neben dem Spezialpreis der Jury in Venedig erhielt das Drama u.a. drei Césars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, wie drei Jahre zuvor für L’esquive“). Der geborene Tunesier wechselt souverän Genres, verwischt Grenzen zwischen Populär- und Autorenkino, wenn er von einer maghrebinischen Großfamilie in einem Hafenstädtchen erzählt und das Porträt von Menschen entwirft, die in der neuen Heimat zusammen halten, sich als Sippe trotz persönlicher Rivalitäten, großer und kleiner Lügen gegen den Rest der Welt stellt.

      Slimane ist einer dieser Einwanderer, die nach Jahrzehnten Schufterei mit über 60 gnadenlos aussortiert werden und sich als Verlierer fühlen. Seine Ex-Frau will nicht immer nur frischen Fisch, sondern Bares, die eine Schwiegertochter ärgert sich über seine Einmischung in ihre Erziehungsmethoden, die andere wirft ihm vor, dass sein Sohn sie betrügt. Harmonie herrscht nur beim gemeinsamen „Couscous mit Fisch“, die ausgiebige Mahlzeit in der Großfamilie, samt Tante und Onkel, Cousin und Cousine. Weit weg von ihnen haust der Alte in einem Hotel, Verhältnis mit der Wirtin inklusive. Deren Tochter unterstützt ihn beim Plan, die Abfindung in einen rostigen Kahn zu investieren, für ein Spezialitäten-Restaurant. Die Odyssee durch die Behörden wird zum Menetekel einer an Absurdität kaum zu übertreffenden französischen Bürokratie. Mit der Einladung von Honoratioren und Skeptikern auf das in neuen Glanz strahlende Schiff, scheint ein Traum wahr zu werden. Fast.

      Mit ausgeprägter Lust an der Langsamkeit zeichnet Kechiche Immigrantenschicksale ohne ideologische Scheuklappen oder Larmoyanz, die Schwierigkeiten der zweiten und dritten Generation zwischen Integration, Assimilation und Tradition, das Gefühl, zur französischen Gesellschaft zu gehören und sich dennoch abzuschotten. Auf der anderen Seite die Arroganz der Einheimischen, für die selbst die in Frankreich geborenen Nachfahren Fremde bleiben. Größtenteils mit Laien gedreht, überzeugt der Film durch Authentizität und Liebe zum Detail und zu ausgearbeiteten wie improvisierten Dialogen. Wie in „L’esquive“ sind es die Frauen, die etwas bewegen. Familie als Fixpunkt und Halt in schwierigen Zeiten, das Restaurant als Symbol für ein besseres Leben - bei diesem sorgfältig zubereiteten „Couscous mit Fisch“ kommen Herz und Hirn auf ihre Kosten. mk.

    News und Stories

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