Copacabana

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Tragikomödie mit Bruno Ganz und Nicole Heesters als Ehepaar.

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Kritikerrezensionen

  • Copacabana: TV-Tragikomödie mit Bruno Ganz und Nicole Heesters als Ehepaar.

    Vier Paare, vier Probleme: Bruno Ganz krönt einen eindringlich gespielten Ensemble-Film

    So endet es immer, wenn man sich im Kreise der Lieben zum Familienfest trifft: Alte Rechnungen werden beglichen, längst vernarbt geglaubte Wunden brechen wieder auf, neue werden zugefügt; und je mehr sich alle Beteiligten bemühen, die Contenance zu bewahren, um so größer wird die Kluft zwischen Hoffnung und Wirklichkeit.

    Xaver Schwarzenberger hat sich für diese Koproduktion von MDR und ORF ein großes Ensemble zusammenstellen dürfen. Die Darstellerliste wird angeführt von Bruno Ganz, der nur selten fürs Fernsehen gearbeitet hat; schon allein seine Besetzung signalisiert, dass es sich bei Stefan Rogalls Drehbuch um etwas ganz Besonderes gehandelt haben muss. Vordergründig erzählt der Autor („Der Kronzeuge“) die ganz alltägliche Geschichte eines in die Jahre gekommenen Ehepaares. Die drei Kinder sind längst aus dem Haus, und auch Maria (Nicole Heesters) möchte nach 35 Jahren Aufopferung endlich eigene Wege gehen; ihr Freund Gregor (Friedrich von Thun) wartet nur auf ihren Anruf. Ausgerechnet am Hochzeitstag will Maria die Familie mit der Nachricht konfrontieren. Dabei steht es um die Beziehungen der Kinder ebenfalls nicht zum Besten: Die eifrig bemühte Tochter Angelika (Christiane Paul) und ihr Mann Harald (Wotan Wilke Möhring) demontieren ihre Ehe bereits öffentlich. Der ewige Student Mark (Devid Striesow) ist zum wachsenden Unmut von Freundin Sarah (Liane Forestieri) viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, und Laura (Nina Blum) wechselt die Männer ohnehin nach Lust und Laune. Aber auch Marias Mann Herbert (Ganz) hütet ein existenzielles Geheimnis.

    Vier Paare sind es insgesamt, die das Wochenende miteinander verbringen wollen. Im Verlauf der Handlung gelangen alle an einen Punkt, an dem sie sich wie Maria entscheiden müssen: zwischen Neuanfang und Trennung. Entsprechend verletzlich sind die Figuren, entsprechend verletzend viele Dialoge. Ähnlich wie Daniel Nocke („Mitte dreißig“) gelingt es Rogall, ganz alltägliche Situationen zu beschreiben. Die Dialoge sind schmerzlich lebensnah und trotzdem mitunter messerscharf und ohnehin von entlarvender Doppeldeutigkeit.

    Schwarzenberger (Regie und Kamera) war zuletzt immer dann am besten, wenn er mit ausgezeichneten Schauspielern elegant auf einem schmalen Grat zwischen Komödie und Melodram wandelte („Zuckeroma“, „Muttis Liebling“). Die düstersten Figuren waren dabei interessanterweise immer wieder ältere Damen. Auch in „Copacabana“ gibt es so eine Rolle: Erni Mangold spielt Großmutter Rita, die mit ihren zynischen Kommentaren als einzige die unbequemen Wahrheiten ausspricht. tpg.

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