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Fakten und Hintergründe zum Film "Company Men"

Kino.de Redaktion |

Company Men Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Was machst du, wenn man dir all die Dinge wegnimmt, an die du dich klammerst — die Dinge, von denen du immer erzählt hast, dass sie wichtig wären. Was machst du, wenn du all die kleinen Statussymbole verlierst, für die du so hart gearbeitet hast und die deinen Erfolg und deine Leistungen belegen sollen? Diese Fragen bestimmen COMPANY MEN, den bewegenden neuen Film des renommierten Autoren, Regisseur und Produzenten John Wells.

Auf den ersten Blick scheint COMPANY MEN von den aktuellen Schlagzeilen inspiriert. In der Tat porträtiert die Titelgeschichte der TIMES-Ausgabe vom 21. September 2010, „Arbeitslos in Amerika―, Dutzende Amerikaner, die am härtesten von der aktuellen Rezession getroffen wurden – was für zehn Prozent der Erwerbstätigen zutrifft. Sie kämpfen darum, Frustration und Beschämung zu überwinden und für sich einen neuen Lebensweg zu finden, und sind somit letztlich nur andere Inkarnationen der Hauptfigur Bobby Walker.

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Doch COMPANY MEN geht in seiner Darstellung weit über die reine Nachrichtenthematik hinaus. Der Film ist auch eine scharfsinnige Studie über die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes – und zwar nicht in Form einer vorhersehbar rührseligen „Wir triumphieren über ein hartes Schicksal―-Geschichte. Vielmehr zeigt er das aufwühlende Hin und Her, das jeder, der zu den wichtigsten Dingen im Leben zurückzufinden versucht, auf jeder beliebigen Hierarchiestufe der Arbeitswelt durchmacht.

Im Kern ist COMPANY MEN nicht „der Rezessionsfilm“, sondern eine Geschichte über die Rückkehr nach Hause – zur Familie, zur Liebe und zur Freude, etwas von Grund auf aufzubauen. „Nachdem sich die Panikstimmung des ‚Was sollen wir nur tun?’ gelegt hat, können wir eine universelle Lektion lernen,― so Wells. „Dazu gehört es, dass wir uns nicht mehr so viel Sorgen darüber machen, welches Auto wir in der Garage stehen haben, sondern darüber, wie viel Zeit wir mit unseren Familien und den Menschen verbringen, die uns in schwierigen Zeiten unterstützen.

Wells verfasste die Geschichte nach der letzten Rezession in den 90ern. Sie basiert lose auf den Erfahrungen seiner Freunde, Familie und Bekannten aus den verschiedensten sozioökonomischen Milieus. Nachdem er vor siebzehn Jahren mit dem Gedanken spielte, das Skript verfilmen zu lassen, legte Wells es letztlich in die Schublade und avancierte zu einem der produktivsten Autorenproduzenten der Fernsehgeschichte. Seine Serien sprechen für sich – „China Beach―, „The West Wing – Im Zentrum der Macht―, „Third Watch – Einsatz am Limit―, Southland―, „Shameless― und „Emergency Room – Die Notaufnahme―, die unlängst mehr Emmy-Nominierungen für sich verbuchte als jede Serie in der Geschichte.

Ungeachtet dieser Erfolge waren es Wells’ Erfahrungen als junger Mann, die ihm die Inspiration für diesen Film gaben, der gleichzeitig sein Debüt als Kinoregisseur markierte: „Als Heranwachsender hatte ich viele Schreiner Jobs―, erinnert sich Wells. „Wenn wir unsere Utensilien vom Baumarkt holten, zeigten mir meine älteren Kollegen die ganzen Häuser, an denen sie mit gebaut hatten. Sie hatten eine physischen Beweis für ihre Arbeit, etwas, auf das sie stolz waren. Sie hatten die Macht, zu sagen: ‚Das habe ich gebaut.’ Und von diesem Ethos haben wir uns in der New Economy und unserem Alltagsleben entfernt.

Genau an diesem Scheideweg treffen wir unsere Hauptdarsteller: Die Geschichte wird aus der Perspektive eines außerordentlichen Schauspielerensembles erzählt, allen voran die Oscar®-Gewinner Ben Affleck, Tommy Lee Jones, Chris Cooper und Kevin Costner - mit bemerkenswerten Leistungen von Craig T. Nelson, Rosemarie DeWitt und Maria Bello. Jeder Schauspieler vertiefte sich in die komplexen Zusammenhänge und die Nuancen jedes einzelnen Worts von Wells’ cleverem Drehbuch. Kameramann Roger Deakins, Oscar®-nominiert für TRUE GRIT – VERGELTUNG („True Grit―, 2010), NO COUNTRY FOR OLD MEN („No Country for Old Men―, 2007) und DIE VERURTEILTEN („The Shawshank Redemption―, 1994), fing die Figuren und ihr Umfeld in atemberaubender Detailliertheit ein.

Der von Affleck dargestellte Bobby Walker ist das Selbstvertrauen in Person, samt Porsche und einem niedrigen Golf-Handicap obendrein. Zwölf Jahre arbeitet er schon bei GTX, einem großen Konzern mit über 60.000 Angestellten. Doch das bewahrt ihn nicht davor, seinen Job im Zuge von betrieblichen Entlassungen zu verlieren. Denn er ist im Transport-Sektor tätig, dem unproduktivsten Bereich des GTX-Portfolios.

„Bobby verliert mehr als nur seinen Job―, so Affleck. „Er verliert seinen Status, seinen Platz in der Firmenhierarchie und in der oberen amerikanischen Mittelklasse – nämlich das schöne Auto und das hübsche Haus – und sein Gefühl, wichtig zu sein. Eines Tages wird er aufgrund einer kalkulierten Entscheidung des Vorstands auf der Leiter des amerikanischen Konsumentenlebens nach unten versetzt. Diese Umstellung ist für ihn wirklich gewaltig. Er fühlt sich erniedrigt und muss seine Prioritäten umstellen.― Schnell verleugnet Bobby das Ganze und weigert sich seine Familie, abgesehen von seiner Frau (Rosemarie DeWitt), von seiner Entlassung zu informieren. Draufgängerisch begibt er sich auf Stellensuche, im sicheren Bewusstsein, dass er auf seinen Füßen landen wird, bevor er auf seinen Sozialplan zurückgreifen muss.

„Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass sich Männer von einer Entlassung regelrecht entmannt fühlen―, so Affleck. „Oft lügen sie oder versuchen einen anderen Job zu finden, bevor es jemand herausfindet. Amerika gründet sich auf die Vorstellung, dass du dich nach oben arbeiten kannst, wenn du dich anstrengst und die Regeln befolgst. Und die Vorstellung, dass du dich nach unten, die Leiter hinunter bewegen kannst, kann entsetzlich peinlich sein.―

Tommy Lee Jones spielt die komplexe Figur des Gene McClary, der Nummer zwei bei GTX. McClary gründete die Firma mit James Salinger (gespielt von Craig T. Nelson). Zu Beginn der Geschichte steht GTX eine wichtige Fusion bevor. Salinger versucht den GTX-Aktienkurs hochzutreiben, indem er Entlassungen großen Stils ankündigt und Geschäftsbereiche schließt, die unterdurchschnittliche Rendite bringen. McClary, der von der Entwicklung seines Unternehmens zunehmend desillusioniert ist, gibt Nelson bei jeder Gelegenheit Kontra und macht sich so selbst zum Angriffsziel.

„Es ist eine Rezession – viele Leute werden entlassen―, meint Jones, „aber aus Genes Sicht gibt es wichtigere Dinge: menschliche Beziehungen, Loyalität, Erfahrung, Menschen, die gemeinsam an etwas arbeiten, etwas aufbauen, wachsen lassen, so dass alle damit wachsen können. Die Vorstellung einer ‚Geschäfts Gemeinschaft’ spielt für die Figur des Gene eine sehr wichtige Rolle.‖ Gene tröstet sich von den Frustrationen mit GTX und seiner verschwendungssüchtigen Frau in einer Affäre mit der Personalchefin des Unternehmens, Sally Wilcox (Maria Bello). „Gene hat realisiert, dass in seinem Privatleben etwas fehlt―, so Jones. „Es ist sehr opulent. Die materiellen Vorteile seines Jobs sind überall in seinem Haus zu sehen – Autos, Kleider. Aber seine Beziehung zu seiner Frau ist nicht gerade besonders vital, sondern eher distanziert. Seine menschlichen Bedürfnisse bringen ihn mit Maria Bellos Figur zusammen, zu der er eine sehr enge, intime Beziehung entwickelt.‖

Der nächste in der Reihe ist Chris Cooper: „Ich werde nicht zulassen, dass mich diese Hundesöhne nach 30 Jahren hinausschmeißen―, sagt der von ihm gespielte Phil Woodward. „Erst werde ich dieser Scheißfirma eine Kalaschnikow-Behandlung verpassen.― Woodward reagiert auf seine Job-Tragödie ängstlich und trotzig zugleich. „Er meint zu Gene, dass er sich nicht zu einem Fabrik-Job degradieren lassen wird. Er fühlt sich etwas sicherer, da man ihn möglicherweise nur zurückstuft, aber nicht feuert. Aber es kommt anders, als er denkt, und er gerät zunehmend in Verzweiflung, als er sich mit einer Gruppe von jüngeren Kollegen messen muss.

Die Schönheit des Herbstes von New England weicht der Härte eines kalten Bostoner Winters, und die von Ben Affleck, Tommy Lee Jones und Chris Cooper gespielten Männer begeben sich auf einen unbekannten Weg. Jones’ McClary kämpft gegen die möglichen Entlassungen, während er sich nach der Frau sehnt, die für diese Personalpolitik zuständig ist. Coopers Woodward sucht händeringend nach einem Weg, wie er zu seiner Frau und Tochter, denen er alles geboten hat, „nein― sagen kann. Und Affleck verirrt sich in der demoralisierenden Welt der Placement Center und aussichtslosen Bewerbungsgespräche, bei denen er nur ein MBA unter vielen ist, und lernt, wie er für seinen verstörten Sohn ein Vorbild sein kann.

Auf ihrem individuellen Lebensweg ringen die Company Men darum, ihre Würde zu bewahren und aus ihrer Situation herauszukommen. Der Zuschauer erhält dabei einen Einblick in die jeweiligen Klassenunterschiede: die prestigeträchtigen ‚Mitarbeiter des Jahres’-Dinner und die idyllischen Grillabende im Hinterhof, die luxuriösen Privatjets und die abgefahrenen Trucks, die Football-Spiele und Vorstandszimmer, kleine Häuser voller Leben und traurig-leere Prachtvillen.

Kevin Costner, bekannt für ein außergewöhnliches Repertoire an schillernden Figuren voller menschlicher Schwächen, verleiht der Geschichte eine weitere Tiefendimension: Als humorvoller Bauunternehmer Jack Dolan bietet er seinem Schwager Bobby ein Rettungsboot – in Form eines Bauarbeiterjobs. Die von Affleck gespielte Figur rümpft zunächst die Nase über diese Großzügigkeit, aber überlegt es sich aus reiner Not noch einmal neu. Daraus entwickelt sich eine Nebenhandlung, in der es nicht einfach nur um eine Person geht, die sich in einem fremden Element zurechtfinden muss. Indem Afflecks Figur sprichwörtlich ein Haus wieder zusammenbaut, hilft sie auch Klassen- und Familiengrenzen zu überbrücken.

„Jack ist den Hauptfiguren gegenüber gestellt, die durch die Konzernwelt manövrieren und in ihr zugrunde gehen. Und damit habe ich mich sehr schnell identifiziert,― so Costner. „Bens Charakter und ich haben eine gespannte Beziehung, denn Bobby war auf dieser schönen Schnellstraße zum Erfolg, wo er Bonuszahlungen von 100.000 bis 200.000 $ einschob, während ich mich so durchgewurstelt habe. Ich ziehe drei Jungs auf, bin Trainer eines Kinderbaseball-Teams, das von meiner Baufirma gesponsert wird. Und als sich Bobbys Glück wendet, kommt es zu einem Punkt, wo es klar wird, dass ein Familienmitglied dem anderen helfen muss.

Als der Winterschnee taut, erleben auch die Hauptpersonen des Films einen neuen Frühling. Einige von ihnen sind stärker geworden, andere sind besiegt. Der Film hebt hervor – in Wells’ Worten – „wie wir zu den Dingen zurückfinden, die unserem Leben einen Wert verleihen. In einem besonders berührenden Moment wendet sich Afflecks Figur an seine Frau und entschuldigt sich dafür, dass er sie „enttäuschte―. Doch sie akzeptiert das nicht: „Nie zuvor warst du da. Und jetzt bist du’s.

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