Cold Fever

   Kinostart: 19.10.1995

Filmhandlung und Hintergrund

Nur wenige, nicht gerade einträgliche Wochen hielten sich seine „Movie Days“ zuletzt in den deutschen Kinos, doch der isländische Regisseur Fridrik Thor Fridriksson verfolgt beharrlich seinen Weg des bescheiden finanzierten, unabhängigen Filmemachens. Möglich, daß „Cold Fever“ ein besseres Schicksal als dem Vorgänger beschieden sein wird, steht doch diese eisige Island- Tour atmosphärisch und im kauzig-lakonischen...

Atsushi Hirate, ein junger Angestellter aus Tokio, muß seinen Urlaub in Hawai abbrechen, um seine Eltern zu bestatten. Doch die Begräbniszeremonie kann nur an dem Ort abgehalten werden, an dem sie starben - und das ist ausgerechnet ein Fluß mitten in Island. Bis der junge Städter Atsushi den alten Ritus vollziehen kann, muß er einige bizarre Abenteuer bestehen.

Atsushi Hirata ist ein ganz normaler Japaner - seine sieben Urlaubstage verbringt er an einem möglichst warmen und exotischen Ort außerhalb seiner Heimat. Nur diesmal kommt es anders: Anstatt wie geplant nach Hawaii, muß er plötzlich nach Island fliegen. Seine Eltern sind nämlich an einem einsamen Fluß im Norden der Insel gestorben. Um Ruhe zu finden, müssen sie nach japanischer Tradition an dem Ort ihres Todes begraben werden - so schreibt es Hiratas Glaube vor.

Dieses unübliche Roadmovie handelt von einem Japaner auf Abwegen, der im tiefsten Island nach seinen Eltern sucht. Eine eisige Odysse mit imposanten Naturbildern für anspruchsvollere Filmfans.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nur wenige, nicht gerade einträgliche Wochen hielten sich seine „Movie Days“ zuletzt in den deutschen Kinos, doch der isländische Regisseur Fridrik Thor Fridriksson verfolgt beharrlich seinen Weg des bescheiden finanzierten, unabhängigen Filmemachens. Möglich, daß „Cold Fever“ ein besseres Schicksal als dem Vorgänger beschieden sein wird, steht doch diese eisige Island- Tour atmosphärisch und im kauzig-lakonischen Ton den Filmen von Jim Jarmusch und Aki Kaurismäki nahe, die sich auf eine größere Zuschauergemeinde berufen können. Jim Stark, oftmaliger Produzent von Jarmusch, ist auch die treibende Kraft hinter „Cold Fever“, ein weiteres Road Movie nach „Children of Nature“, das Fridriksson vor vier Jahren seinen größten Erfolg beschert hatte (Oscar-Nominierung). Das oft strapazierte Fish-out-of-water-Konzept erfährt eine weitere Variante, als der junge Japaner Hirata (Masatoshi Nagase aus „Mystery Train“) seinen einwöchigen Jahresurlaub ausgerechnet im winterlichen Island verbringen will. Seine Eltern haben hier an einem Fluß im Nirgendwo den Tod gefunden, und - gerufen von ihren Seelen - will nun der Sohn mit einem traditionellen Begräbnisritual diesen Ruhelosen endlich Frieden bringen. Die Reise dorthin hat Fridriksson mit schrulligen Figuren (eine Begräbnistouristin, folkloristische Island-Cowboys) und mystischen Momenten angereichert, die die magische, manchmal gespenstische Atmosphäre dieses Landes betonen. Etwas handlungsarm plätschert diese eisige Odyssee dahin, die dafür aber mit imposanten, majestätischen Naturbildern aufwarten kann. Die Kluft zwischen dem klaustrophobischen Japan und der Weite Islands illustriert Fridriksson clever durch einen Wechsel der Bildgröße vom Normalformat zum optimal genutzten Cinemascope. Die Kluft zwischen der konventionellen internationalen Unterhaltungsware und „Cold Fever“ ist ähnlich groß, der zahlenmäßige Unterschied der zu erwartenden Zuschauer wohl ebenso, wenn auch die Chancen für ein besseres Ergebnis als noch bei „Movie Days“ gut stehen. Zumindest Fans schräger Unterhaltung à la Kaurismäki können sicher bewegt werden. kob.

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