Clara Immerwahr

  1. Ø 5
   2014
Clara Immerwahr Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Clara Immerwahr: Drama über den tragischen Lebensweg der ersten deutschen Doktorin der Chemie.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das ausgezeichnet gespielte historische Drama über die erste promovierte deutsche Chemikerin erzählt vom Scheitern eines Emanzipationsversuchs.

    Eine Frau trotzt den gesellschaftlichen Konventionen des späten 19. Jahrhunderts, macht Abitur und besteht 1900 gegen alle Widerstände in einer Männerwelt als erste deutsche Chemikerin überhaupt das Doktorexamen: „Clara Immerwahr“ beginnt als erfolgreiche Emanzipationsgeschichte. Ausgerechnet im Scheitern dieses Lebenslaufs liegt aber auch der Bezug zur Gegenwart: Als Clara schwanger wird und einen Sohn zur Welt bringt, ist die Karriere vorbei. In einer der bedrückendsten Szenen des Films verweigert man ihr den Zutritt zum Labor ihres Mannes Fritz, obwohl sie maßgeblich an dessen Arbeit beteiligt war. Als sie sich zur Wehr setzt, wird sie kurzerhand in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Während Fritz Haber 1919 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, ist der Name seiner Frau in Vergessenheit geraten. Dass die ARD dennoch an die Pionierin erinnert, ist respektabel, zumal dieser Versuch einer Gleichberechtigung in einem erschütternden Ende mündet. Mit einem stummen Schrei als Schlusspunkt ihres Lebens setzt die pazifistische Heldin ein vergebliches Zeichen: Das Ehepaar hatte davon geträumt, den Hunger zu besiegen, doch der ehrgeizige Gatte nutzt die gemeinsame Erfindung, um ein Kampfgas herzustellen, das im Ersten Weltkrieg Tausende von Opfern fordert.

    Harald Sicheritz inszeniert das historische Drama nicht nur im Hinblick auf die Ausstattung zwar äußerst sorgfältig, aber vergleichsweise konventionell. Damit entspricht er jedoch jener Handschrift, wie sie für Stoffe dieser Art typisch ist; das Drama erinnert optisch und inhaltlich an den gleichfalls im Auftrag des SWR entstandenen Film „Carl & Bertha“ (über das Ehepaar Benz), der etwa zur gleichen Zeit spielte. Dank der starken Handlung und vor allem der herausragenden Hauptdarsteller ist „Clara Immerwahr“ dennoch ein nicht bloß wichtiger, sondern auch fesselnder Film. Sieht man davon ab, dass Katharina Schüttler ohne deutlich sichtbare äußerliche Veränderung einen Zeitraum von dreißig Jahren überbrückt, ist ihre Verkörperung der tragischen Titelfigur jederzeit nachvollziehbar. Gleiches gilt für Maximilian Brückner als Ehemann Fritz, der sich vom Idealisten zum Karrieristen wandelt. Auch die wichtigen Nebenrollen sind mit August Zirner und Peter Simonischek hochkarätig besetzt. tpg.

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