City Hall

Kinostart: 18.04.1996

Filmhandlung und Hintergrund

Brisanter Politthriller mit Al Pacino als charismatischer Bürgermeister, der in einen weitverzweigten Skandal verwickelt wird.

Bei einer fatalen Schießerei in New York zwischen einem Cop und einem Drogendealer wird ein sechsjähriger Junge getötet. Da der Dealer auf Bewährung frei war, braut sich ein weitverzweigter Politskandal zusammen. Der stellvertretende Bürgermeister und eine Anwältin legen bei ihren gemeinsamen Nachforschungen einen zähen Moralmorast von Nepotismus und Korruption frei, der in die höchsten Ämter reicht.

In New York wird bei einer Schießerei zwischen einem Polizisten und einem Drogendealer ein sechsjähriger Junge getötet. Da der Dealer auf Bewährung war, entwickelt sich alsbald ein weitverzweigter Politskandal, der auch vor dem populären Bürgermeister John Pappas nicht halt macht. Draufhin beginnt sein Stellvertreter, der naiv-idealistische Kevin Calhoun, gemeinsam mit der resoluten Anwältin Marybeth Cogan Nachforschungen anzustellen. Dabei legen die beiden einen Sumpf aus Korruption und Intrigen frei.

Deputy Mayor Kevin Calhoun verehrt den New Yorker Bürgermeister Pappas. Bei gemeinsamen Nachforschungen mit einer Staatsanwältin wegen einer Schießerei im Drogenmilieu muß er das Bild jedoch revidieren und bringt einen Politskandal größten Ausmaßes zu Tage. Intelligenter Politthriller.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • City Hall: Brisanter Politthriller mit Al Pacino als charismatischer Bürgermeister, der in einen weitverzweigten Skandal verwickelt wird.

    Oscar-Gewinner Al Pacino ruht sich nicht auf seinen frischen „Heat“-Lorbeeren aus: In dem brisanten urbanen Politthriller „City Hall“ mimt er den populistisch-charismatischen Bürgermeister von New York City, dessen Amt im Rathaus durch einen weitläufigen Skandal ins Wanken gerät. Pacino arbeitet hier erneut mit „Sea of Love - Melodie des Todes“-Regisseur Harold Becker, dessen intelligente und technisch einwandfreie Inszenierung nicht auf die üblichen Zutaten von munitionsdurchsiebter Non-Stop-Action zurückgreift, sondern einen ambitionierten Blick hinter die Kulissen städtischer Politik wirft.

    Das facettenreiche Drehbuch geht auf das Konto des Produzenten Ken Lipper, der seine persönliche Erfahrung als stellvertretender Bürgermeister von Ed Koch realitätsnah einzubringen versteht. Des weiteren waren die Skript-Schwergewichtler Bo Goldman („Der Duft der Frauen“), Nicholas Pileggi („Casino“) und Paul Schrader („Wie ein wilder Stier“) an der Bearbeitung beteiligt, die die einzelnen Figuren im zähen Sumpf von Nepotismus und Korruption mit vielschichtigen Charakterattributen versahen. Erzählt wird aus der Perspektive des naiv-idealistischen Deputy Mayor Kevin Calhoun (John Cusack überzeugt als sympathische Identifikationsfigur), der seinen machtvollen Mentor John Pappas (Pacino) grenzenlos verehrt. Calhoun erhält einen ernüchternden Einblick in die politische Realität, als der Fall um die fatale Schießerei zwischen einem Cop und einem polizeibekannten Drogendealer publik wird, in deren Verlauf ein sechsjähriger farbiger Junge getötet wurde. Die Öffentlichkeit beginnt die Integrität ihrer Regierung zu hinterfragen, da der mit einem Mafiaboß verwandte Dealer unverständlicherweise auf Bewährung auf freiem Fuß war. Gemeinsam mit der attraktiven Anwältin (Bridget Fonda) der Polizistenwitwe beginnt Calhoun Nachforschungen anzustellen, die den politischen Moralmorast der Millionenmetropole bloßlegen und in deren Verlauf sich keiner ohne Schuld erweist.

    Regisseur Becker gelingt es meisterhaft, den Preis der Macht zu illustrieren: Das Ringen von professioneller Effektivität und persönlichem Gewissen läßt die Grenzen zwischen Recht und Unrecht verschwimmen. Das undurchsichtige Szenario städtischer Hinterzimmermachenschaften ist gleich einer modernisierten klassischen griechischen Tragödie angelegt, bei der die Schicksalsfäden der Protagonisten untrennbar miteinander verknüpft sind und die reinigende Eskalation unumgänglich ist. Im Korruptionskarussell drehen sich fabelhafte Akteure wie Danny Aiello als bürgernaher Stadtrat, Oscar-Preisträger Martin Landau („Ed Wood“) als respektabler Richter, Anthony Franciosa als herzlicher Pate und David Paymer („Hallo, Mr. President“) als rationaler Berater. Doch im Zentrum steht Pacino, der den auf jiddische „Menschkeit“ schwörenden Großstadtpolitiker mit extravaganter Souveränität verkörpert, die mit einem schmetternden Sermon anläßlich der Beerdigung des getöteten Jungen ihren absoluten Höhepunkt erfährt. Ob dieses großartigen Schauspielerensembles können manche etwas konventionellen Plotwendungen kompensiert werden. Seine schiere Wucht garantiert „City Hall“ erbauliche Ergebnisse bei der (Kino)Wählerschaft. ara.

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