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Chutney Popcorn

  
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Filmhandlung und Hintergrund

Unverkrampfter, witziger Independent-Film über eine lesbische, junge Frau, die das Kind ihrer Schwester austrägt.

Saritas größter Traum ist es, ein Kind von ihrem geliebten Mann Mitch zu bekommen, doch körperlich sie ist dazu nicht in der Lage. Ihre lesbische Schwester Reena, eine Fotografin und Hennakünstlerin, die selbst gerade Probleme mit ihrer Lebensgefährtin hat, will schließlich ein Kind für sie austragen: Eine Zerreißprobe für die Freundschaft und Liebe innerhalb der Familie und zwischen den Paaren.

Die indischstämmigen Schwestern Reena und Sarita führen ein typisch westliches Leben in New York - sehr zur Beunruhigung ihrer auf traditionelle Werte haltenden Mutter. Als Sarita ihren Mitch heiratet, ist Mutter zufrieden, doch an Reenas lesbische Beziehung zu der schönen Amerikanerin Lisa wird sie sich wohl nie gewöhnen. Schlimmer trifft sie nur, dass Sarita offenbar keine Kinder kriegen kann. Da sieht Reena ihre Chance gekommen, bei Mama zu punkten: Als Leihmutter für ihre Schwester.

Die lesbische Reena spielt die Leihmutter für Schwester Sarita. Statt Zoff mit der Mutter gibt’s nun welchen mit der Lebensgefährtin. Heiter-besinnliches Culture-Clash-Melodram von Format.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Chutney Popcorn: Unverkrampfter, witziger Independent-Film über eine lesbische, junge Frau, die das Kind ihrer Schwester austrägt.

    Amerikanischer Alltag, indische Kultur und Tradition und die Bedeutung von Familie im heutigen New York verbindet Regisseurin, Autorin und Hauptdarstellerin Nisha Ganatra zu einer intelligent amüsanten Fortpflanzungs-Komödie. Zwei ziemlich verschiedene Schwestern, eine Ehe, eine lesbische Beziehung, eine Schwangerschafts-Hilfsaktion und eine traditionsbewusste Mutter mitten in der Salad Bowl des American Way of Life: ein Film für die ganze aufgeschlossene Familie, für die Jungen und die mit Humor Junggebliebenen.

    Nisha Ganatra, junge Kanadierin indischer Abstammung, hat Festival-Ehrungen für ihren kurzen Hochschulfilm „Junky Punky Girlz“ bekommen, den sie während ihres Studiums an der Graduate Film School der New Yorker Universität gedreht hatte. Dort gehörten zu ihren Lehrern immerhin Martin Scorsese und Barbara Kopple, von denen sie den beobachtenden Blick und das Gespür für New Yorker Alltagsrealismus gelernt haben mag. Ganatra jedenfalls erzählt aus einer Wirklichkeit, mit der sich junge Großstädter problemlos identifizieren können, für die das Multi-Mit- und Nebeneinander längst nichts Exotisches mehr hat. Vielmehr können ethnische Unterschiedlichkeiten spannend sein, auch für Spannungen sorgen, im positiven wie im negativen Sinne. Auf jeden Fall aber beleben sie die Szene. Und Ganatras Film: Reena, die sie selbst spielt, ist modern, emanzipiert und hat mit indischen Familientraditionen wenig im Sinn. Sie fährt leidenschaftlich gern Motorrad und eine lesbische Beziehung mit einer schönen jungen Amerikanerin (Jill Hennessy). Reenas frisch mit einem Amerikaner verheiratete Schwester Sarita (Sakina Jaffrey) ist bürgerlich anpassungsfreudig und völlig verzweifelt, als sie erfährt, dass sie keine Kinder bekommen kann. Fast noch erschütterter darüber ist ihre indisch traditionsbeflissene, temperamentvolle Mutter (Madhur Jaffrey), die sich ohnehin nicht mit dem lesbischen Leben ihrer Tochter Reena abfinden mag. Die wiederum hat eine ebenso unkonventionelle wie pragmatische Idee: sie will das Kind austragen und nach der Geburt ihrer Schwester und ihrem Schwager übergeben für ein glückliches Familienleben. Denn irgendwie möchte sie doch etwas tun für ihre Familie, von der sie sich ja in ihrem sonstigen Lebensstil losgesagt hat. Nisha Ganatra entwirft mit ihrer Drehbuch-Koautorin Susan Carnival keine Schwarzweiß-Figuren am Reißbrett, sondern lässt menschliche Lebendigkeiten zu, widersprüchliches, störrisches, spontanes, nicht immer nur angenehm passendes Verhalten zu. Und sie vertraut den hervorragend besetzten Darstellern. Nur so funktionieren Witz und Komik stil- und geschmackssicher in heiklen Szenen, in denen es beispielsweise in der Arztpraxis um natürliche Erzeugung und professionelle Weiterleitung von Sperma geht. Wie in den neun Monaten von Reenas Schwangerschaft so manches in den Köpfen und Herzen der handelnden Personen in Bewegung gerät, ist überzeugend und mit sensiblem Humor erzählt. Man hätte das Thema auch provokativ vitalisieren können - Nisha Ganatra entscheidet sich für den gefälligeren Weg, der letztlich doch handsam ins heile Familienleben mündenden Emanzipationskomödie. Aber sie erspart uns wenigstens die Glätte und Verlogenheit einer Soap Opera. „Chutney Popcorn“ ist, titelgerecht, bizarr gewürztes geschmackvolles Kino. fh.
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