1. Kino.de
  2. Filme
  3. Chappaqua

Chappaqua

Kinostart: 16.04.1998

Filmhandlung und Hintergrund

Semiautobiografische Erzählung ausgehend vom Drogen-Entzug der Hauptfigur, die in Erinnerungen und Halluzinationen schwelgt.

Russel Harwick, eigentlich fit wie ein Turnschuh, fliegt von New York nach Paris, um dort in einer Privatklinik einen Entzug zu machen. Zeit, um sich (Drogen-)rauschhaften Halluzinationen hinzugeben und in Kindheits-Erinnerungen in Chappaqua, New York, zu schwelgen.

Semiautobiografische Erzählung ausgehend vom Drogen-Entzug der Hauptfigur, die in Erinnerungen und Halluzinationen schwelgt.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Chappaqua: Semiautobiografische Erzählung ausgehend vom Drogen-Entzug der Hauptfigur, die in Erinnerungen und Halluzinationen schwelgt.

    Der Erfolg des Indienepos „Siddharta“ macht dank der Initiative des Verleihs Movienet auch mit Conrad Rooks semibiografischem Debütfilm bekannt, der 1966 entstand und mitten in die kulturelle Aufbruchstimmung und verrückte Sinnsuche jener wilden Jahre führt, was sich filmisch in einer heute zwar geläufigen, aber darum nicht minder faszinierenden Mischung aus psychedelischen Trips, collageartigen Erzählrhythmen und assoziativ verschachtelten Raum- und Zeitebenen in Farbe und Schwarzweiß niederschlägt. Zusammen mit der elektrischen Musik aus Ravi Shankars Ragas und Ornette Colemans Jazz eine spannende Zeitreise.

    Erzählerischer Leitfaden des Pop-Art-Labyrinths ist der Aufenthalt des jungen Amerikaners Russell Harwick (Rooks) in der in Montmorency bei Paris liegenden Klinik des Arztes Dr. Benoit (Frankreichs Theater- und Filmlegende Jean-Louis Barrault, „Die Kinder des Olymp“), wo sich Russell einer Schlaftherapie unterzieht, um von seinen Drogen Alkohol und Peyote loszukommen. Dabei wird er, samt zeitweiliger Flucht aus der Klinik, wiederholt von drogengeprägten Visionen, Halluzinationen und Alpträumen heimgesucht. Als er, scheinbar geheilt, im Hubschrauber wegfliegt, sieht er sich selber auf den Turm der Klinik klettern.

    Als Zeitdokument per se sehenswert, ist Rooks‘ etwas anderer Paristrip von Interesse, weil er die Wurzeln der zersplitterten Erzählformen der Gegenwart und ihre Verbindung zur literarischen Montagetechnik der Avantgarde, die heute wiederentdeckt wird, aufzeigt und spielerisch auflöst, indem etwa die Dreharbeiten selbst einbezogen werden. Fotografisch außergewöhnlich (Robert Frank, Etienne Becker und Eugen Schüfftan an der Kamera) und metaphernreich, ohne plattem Symbolismus zu verfallen, sollte „Chappaqua“ (der Titel meint einen heiligen Ort der Indianer) in jedes gute Programmkino gehören. ger.

Kommentare