Chanson d'Amour

   Kinostart: 18.01.2007

Quand j'etais Chanteur: Als der 50-jährige Sänger Alain die junge Marion kennenlernt, verändert sich sein ganzes Leben.

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Filmhandlung und Hintergrund

Als der 50-jährige Sänger Alain die junge Marion kennenlernt, verändert sich sein ganzes Leben.

Schnulzensänger Alain Moreau (Gérard Depardieu) hat es nach vielen Jahren zur lokalen Größe in der französischen Provinz gebracht, verehrt von weiblichen Fans. Eine richtige Karriere blieb dem gealterten Crooner jedoch verwehrt. Er steckt in dem Milieu der Hotel-Tanzsäle für immer fest. Deshalb stürzt er sich förmlich in ein Abenteuer mit der jungen Immobilienmaklerin Marion (Cécile de France), die ihn aber auf Distanz hält. Zwischen den grundverschiedenen Menschen funkt es dennoch, sehr zum Verdruss von Alains Ex-Frau Michèle (Christine Citti), die als Managerin für ihn sorgt.

Subtile Liebesgeschichte, die faszinierende Milieuzeichnung mit erstaunlichen Graden emotionaler Schattierungen kombiniert. Das melancholische Mood Movie trumpft mit einem fabelhaften Gérard Depardieu und stimmiger Musik auf.

Alain tritt in gewagten Sakkos und mit blonden Strähnchen als Schnulzensänger in der Provinz auf und sorgt auf Firmenfeiern für Stimmung. Er hat eine treue, ältere, weibliche Anhängerschaft , trotzdem fühlt er sich einsam. Bis er eine junge Immobilienmaklerin trifft und sich verliebt. Er lässt sich eine Wohnung und ein Haus nach dem anderen zeigen…

Alain tritt in gewagten Sakkos und mit blonden Strähnchen als Schnulzensänger in der Provinz auf und sorgt auf Firmenfeiern für Stimmung. Er hat eine treue, ältere, weibliche Anhängerschaft, und er ist überzeugt von dem, was er tut, auch wenn ihm der rechte Durchbruch nie recht gelingen wollte. Trotzdem fühlt er sich zunehmend einsam. Bis er bei einem Auftritt eine junge Immobilienmaklerin trifft und sich verliebt. Um ihr nahe sein zu können, lässt er sich ein Haus nach dem anderen zeigen. Dann erhält er die Chance zu einem großen Auftritt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Gérard Depardieu ist Alain Moreau mit strähnigem Haar, die große Leibesfülle in ein weißes Sakko über jeweils ein Satinhemd in schreienden Farben gepresst. Beleuchtet von bunten Lichtern singt er mit wechselnder Hingabe – manchmal ist es nur wenig kaschierte Langeweile – Chansons, diese melancholischen französischen Lieder über die Liebe und die Sehnsucht. In den Pausen kommentiert er nervös mit seiner Ex-Frau und Managerin, ob das Publikum heute mitgeht, ob der Auftritt gelingt.

      Der blonden jungen Marion stellt er sich voller Selbstironie als jemand vor, der für die Singles in den Vierzigern singt, für diejenigen, die sich nicht mehr in Clubs trauen, um jemanden kennen zu lernen. Wenn er den Ententanz singt, dann wollen sie alle Autogramme von ihm, kokettiert er. Denn in Wirklichkeit genießt er seinen Ruhm in der Provinz, der ihm von seinem Konterfei auf Plakaten in der Stadt entgegenblickt. Wildfremden Leuten stellt er sich mit seinem Namen vor, den er so betont, als erwarte er ein sofortiges „Ah!“ als Antwort.

      Doch in Marion trifft Alain Moreau auf einen harten Brocken: Die junge Frau ist eher abgestoßen vom Aussehen und von dem Werben des Ballsaalcharmeurs. Alain schwankt zwischen Kränkung, Selbstmitleid und Neugier, die sich zu wirklichem Interesse steigert. Bald erlebt er echten Liebeskummer, der ihm eine Entzündung der Stimmbänder beschert. Er öffnet sich Marion gegenüber immer mehr, während sie ihre privaten
      Probleme, von denen sie reichlich besitzt, nicht mitteilen will.

      Regisseur und Drehbuchautor Xavier Giannoli lässt Alain im schwarzen Hemd verloren vor weißen Wänden stehen, auf Marion wartend, grübelnd. Auf einem schmalen Grat steht er da, als jemand, dessen Wert von der Gunst des Publikums abhängt. Wenn sich die Farben der Neonreklame auf dem nassen Asphalt spiegeln, können sie schöner schillern, als das, was sie verheißen, oder sie können in dem Augenblick verblassen, in dem man sie einfangen will. So wie das Glück im Ballsaal Fantasie benötigt, um den schwerfälligen Glanz nicht verglimmen zu lassen.

      Die Vergänglichkeit, die Unsicherheit wegen des inneren Feuers, sie liegen in diesem großen, lasziven Kinofilm voller Atem in den Händen eines einzigen Schauspielers. Gérard Depardieu, dieser Koloss mit der Geschmeidigkeit einer Katze, vertraut sich der ungeschützten Seele des Provinzsängers an. Mit vielsagenden, ungeheuer empfindlichen Blicken bittet er seine Marion zum Tanz.

      Und sie gerät ins Schwanken, die beiden umkreisen sich, flirten, wärmen sich an der Illusion, wie sie für die Dauer einer Melodie aufleuchtet. Was für ein Schauspieler, wie viel Spielraum zwischen Glanz und Scheitern, wie viele Schichten der Wahrheit auf einer abblätternden Fassade! Die Wörter Suspense und Genuss entfalten sich in „Chanson d’amour“ zum Besten, was europäischer Film bieten kann.

      Fazit: Gérard Depardieu flirtet als alternder Provinzsänger mit junger Blondine: Großes Kino voller Genuss und Suspense.
    2. Chanson d'Amour: Als der 50-jährige Sänger Alain die junge Marion kennenlernt, verändert sich sein ganzes Leben.

      Als alternder Chansonsänger bricht ein anrührender Gérard Depardieu aus seiner kleinen Welt aus und verliebt sich in eine junge Frau. Eine musikalische und zärtliche Ode an große Gefühle.

      Wenn er anhebt, „Für einen Flirt mit dir, würde ich alles tun“ zu intonieren, geraten die angejahrten und berüschten Damen im nostalgisch angehauchten Tanzsaal ins Schwärmen. Alain ist kein neumodischer und smarter Typ, sondern ein Mann mit Naturgewalt - etwas wuchtig und schwerfällig, in seiner Meinung geradeaus, herzensgut und von charmanter Naivität. Gewagte Sakkos und blonden Strähnchen stellen die Geschmacksnerven allerdings auf eine harte Probe. Ein bewunderter Lokalmatador, der weitab vom snobistischen Paris in der Provinz die Leute zum Tanzen animiert oder auf Firmenfeiern für Stimmung sorgt. Dass er sich trotz aller Aufmerksamkeit einsam fühlt und sein rastloses Leben als Stillstand empfindet, ahnt kaum jemand. Bis er eine junge Immobilienmaklerin trifft. Plötzlich hängt der Himmel voller Geigen, glaubt der Gute an eine mögliche Beziehung. Um den Kontakt zu halten, lässt er sich eine Wohnung und ein Haus nach dem anderen zeigen. Und dann passiert das eigentlich Unmögliche, für einen Moment begegnen sich zwei Menschen aus verschiedenen Milieus, aus flüchtigen Berührungen entwickelt sich eine tiefe Zuneigung und Respekt vor der Persönlichkeit des anderen. Ein kurzer Flügelschlag der Zeit, ein Gefühl das nicht von Dauer sein kann, sich der Wirklichkeit entzieht.

      Es geht hier nicht um Sangeskunst und auch nicht um cineastische Rafinesse. Gérard Depardieu singt selbst Lieder wie „Save the Last Dance for Me“. „L’Anamour“ oder „Una lacrima sul viso“, dabei imitiert er weder Chanson-Ikonen wie Michel Delpech noch Serge Gainsbourg, sondern singt eben so wie ein Show-Master in der Welt der Ballhäuser und Tanzbars. Xavier Giannoli setzt auf stilistische Einfachheit, konzentriert sich auf die Figuren und das, was zwischen ihnen abläuft, die Stimmung des Augenblicks. Alain redet wie ein Wasserfall, das Objekt der Begierde gibt nur wenig von sich preis (Cécile de France mit großer Ausstrahlung). „Chanson d’Amour“ ist so richtig schön altmodisch vom Ambiente mit der leicht kitschig wirkenden Ballhausatmosphäre, den optimistischen Bonbonfarben, den manchmal schmalzigen Texten, die ein bisschen Hoffnung und ein bisschen Glück schenken. Eine gelungene Mischung aus leiser Melancholie, zärtlicher Poesie und emotionalem Tremolo. Kein Wunder, dass man beschwingt summend aus dem Kino kommt und sich fest vornimmt, das Leben und die Liebe zu lieben. mk.

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