Fakten und Hintergründe zum Film "Cars 2"

Kino.de Redaktion |

Cars 2 Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Die Arbeit an CARS war gerade erst beendet, aber eines wusste John Lasseter schon damals ganz genau: dass er eine weitere Geschichte um diese Figuren herum erzählen wollte, die er und das Publikum so liebten. Irgendwann, lange bevor schließlich die Produktion begann, nahmen die Ideen für eine Fortsetzung schließlich Gestalt an.

„Beim Schreiben von CARS“, sagt Lasseter, „hatten wir uns eine Sequenz ausgedacht, in der Lightning McQueen mit Sally bei ihrem ersten Date ins Kino geht. Es ist, passend zum Thema, natürlich ein Autokino. Wir stellten uns die Frage: Was läuft da für ein Film? Ich liebe Spionage Thriller, und ich fand, es wäre bestimmt sehr lustig, sich auszumalen, wie wohl ein Agentenfilm in der Welt von CARS aussehen würde. So entstand die Figur Finn McMissile, die die Hauptrolle in diesem Film im Film spielen sollte.“

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„Ich bin ein großer Fan von Agentenkrimis“, fährt Lasseter fort: „Ich bin mit der Fernsehserie ,Solo für O. N. K. E. L.‘ groß geworden, und ich und meine fünf Söhne gucken solche Filme noch immer gern zusammen. Wir haben die ,Bourne‘-Thriller bestimmt mehrere hundert Mal geschaut. Und auch wenn wir in CARS schließlich die Idee verworfen und Sally und Lightning eine gemeinsame Spritztour haben machen lassen, habe ich die Figur Finn McMissile und die Idee eines Spionage-Thrillers nie ganz zu den Akten gelegt, denn ich war sicher, dass darin beträchtliches Potenzial steckt.“

Als Lasseter dann 2006 auf der ganzen Welt PR-Termine für CARS absolvierte, wurde ihm klar, dass all diese kulturell so unterschiedlichen Länder den idealen Hintergrund für eine Spionage-Geschichte mit den CARS-Figuren abgeben würden.

„Es ist ein großer Spaß, Hook um die Welt zu schicken und ihn in Situationen zu bringen, die es nur an diesem ganz bestimmten Ort gibt. Das war für mich die Initialzündung, als ich um die ganze Welt gereist bin und beständig Autos als Filmfiguren vor mir sah. Ich lachte immer in mich hinein, wenn ich mir vorstellte, was Hook wohl in solchen fremden Ländern und unvertrauten Situationen machen würde. Wie würde er mit dem Linksverkehr in England zurechtkommen? Wie würde es ihm ergehen, wenn er sich im Labyrinth der Straßen von Tokio verirrte, wo es Straßenschilder nur mit japanischen Schriftzeichen gibt? Wie würde es ihm in Italien ergehen, wo die Ampelsignale eher als unverbindlicher Vorschlag gelten?“

Neben der Gelegenheit, die Figuren um die ganze Welt zu schicken und die Welt des Rennsports und der Spionage zu erforschen, gab es noch etwas anderes, das Lasseter besonders an diesem Projekt anzog: das Herz und der Humor, die in den Figuren und der Geschichte angelegt sind. „Der Humor ergibt sich aus den unterschiedlichen Persönlichkeiten unserer Figuren“, sagt der Regisseur, „und daraus, mitzuerleben, wie sie mit neuen Situationen zurechtkommen. Aber das emotionale Herzstück des ganzen Films ist die dicke Freundschaft zwischen Lightning McQueen und Hook. Ihre besondere Beziehung wird auf ganz neue Art und Weise auf die Probe gestellt: Es geht darum, was eine starke Freundschaft ausmacht. Denn was unter normalen Umständen unerschütterlich wirkt, kann in Krisensituationen ganz anders aussehen. Erst wenn eine Freundschaft unter außerordentlichen Bedingungen auf die Probe gestellt wird, sieht man, wie wahr und wie tief diese Freundschaft wirklich ist.“

Lasseter hat gerade zu Hook eine ganz besondere Zuneigung entwickelt. „Hook ist ein ganz spezieller Typ. Er ist ehrlich, nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt einfach, wie es ist“, erklärt Lasseter. „Er ist liebenswert, ein toller Kumpel und jemand, der sich seine Unschuld bewahrt hat. Schließlich entdeckt er aber, dass die Leute nicht, wie er immer geglaubt hat, mit ihm zusammen lachen, sondern über ihn, und es ist absolut herzzerreißend, mit anzusehen, wie ihn diese Erkenntnis überkommt. Das ist so berührend, weil durch diese Entwicklung seine Freundschaft zu Lightning McQueen nur noch stärker wird. Beiden wird klar: Hook ist einfach, wie er ist, und wenn die Welt damit nicht klarkommt, dann muss sich nicht Hook ändern, sondern die Welt!“

Ko-Regisseur Brad Lewis sagt: „Mit John zusammenzuarbeiten, ist immer absolut anregend. Er hat eine so lebendige Vorstellungskraft, er hat einfach unfassbar weite Welten in seinem Kopf. Was CARS 2 betrifft, haben die Figuren ganz viel mit ihm als Person zu tun. Uns verbinden eine lange gemeinsame Geschichte und eine enge Freundschaft. Es war ein großer Spaß und es war auch unglaublich lehrreich, Seite an Seite mit ihm an diesem Film zu arbeiten.“

Die Produzentin Denise Ream sagt, gemeinsam mit Lasseter einen Film zu machen, war wie ein Traum, der wahr wird – und zwar nicht nur für sie persönlich: „Seit John bei CARS Regie geführt hatte, ist Pixar stark angewachsen, so dass viele der Künstler zuvor nie die Gelegenheit hatten, mit ihm als Regisseur zusammenzuarbeiten. Es war wirklich wunderbar“, sagt Ream, „zusehen zu können, wie John die Künstler, die Animatoren und alle anderen Abteilungen anleitete. Als Regisseur hat er sehr genaue Vorstellungen. Er ist mit voller Leidenschaft bei der Sache, und es macht Spaß, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der mit solcher Leidenschaft an die Arbeit herangeht. Und er ist einfach ein wunderbarer Geschichtenerzähler. Er hatte den kompletten Film schon ganz genau im Kopf, und es hat sehr viel Spaß gemacht, diese Vision zu verwirklichen. Es war eine große Herausforderung, aber weil es so angenehm ist, mit ihm zusammenzuarbeiten, war es für alle ein großes Vergnügen.

Produktion: Die Geschichte

Eine Verschwörung, die Geheimdienste auf der ganzen Welt in Atem hält. Ein noch nie da gewesenes Autorennen auf zwei Kontinenten. Und schließlich eine dicke Freundschaft. All diese Themen spielen in CARS 2 eine entscheidende Rolle. Ko-Regisseur Brad Lewis, Drehbuchautor Ben Queen und Pixars Abteilung für Storyentwicklung unter der Leitung von Nathan Stanton waren damit betraut, daraus die richtige Mischung für den Film zu machen. Queens Drehbuch beruht auf einer Geschichte von Lasseter, Lewis und Dan Fogelman. „Es ist keine Parodie auf Spionage-Thriller, sondern es ist ein Spionage-Thriller mit Autos als Darstellern“, sagt Lasseter. „Es ist ein neues Genre, das uns die Gelegenheit gab, mit allen möglichen technischen Spielereien herumzuexperimentieren: Lasst uns mit dieser Welt Spaß haben, lasst uns mit diesen technischen Tricks Spaß haben!“

Queen sagt: „Wenn man sich die Eröffnungssequenz anschaut, wird man merken, dass sie ganz wie bei einem echten Thriller ist, in der manche der Figuren in große Gefahr geraten. Und gleich die nächste Szene, die uns nach Radiator Springs führt, ist dann wieder reine Komödie. Es ist wunderbar, wie durch die Gegenüberstellung dieser beiden Szenen gleich der Ton für den ganzen Film gesetzt wird. Es ist ein Spionage-Thriller, aber einer mit emotionalen und witzigen Untertönen. Was den Rest des Films betrifft, stürzen wir den Zuschauer direkt in dieses Hochgeschwindigkeits-Genre.“

Queen hatte zufällig für den US-Fernsehsender Fox bereits eine Serie mit dem Titel „Drive“ geschrieben und produziert, die von einem illegalen Überlandrennen erzählt, in dem die Hauptfiguren durch ihre Autos dargestellt werden. CARS 2 war nun sein erster Auftrag für einen Animationsfilm. „In CARS ist die Freundschaft zwischen Hook und Lightning entstanden, was für das Publikum der emotionale Aufhänger war“, sagt Queen. „In diesem Film wollten wir das Pärchen aus Radiator Springs herausholen und es an Orte und in Situationen bringen, in denen beide sich wie Fische an Land fühlen. Das stellt ihre Freundschaft ernsthaft auf die Probe.“

„Wir kamen zu dem Schluss, dass ihre Freundschaft das Rückgrat des Films darstellt“, sagt der Story-Supervisor Nathan Stanton: „Wir haben uns vorgestellt, dass seit dem ersten Film vier, fünf Jahre vergangen sind, dass also die Bindung zwischen Lightning und Hook so eng geworden ist wie nur möglich. Einerseits haben wir hier den weltberühmten Rennwagen, andererseits seinen Freund, der im Schutz der Kleinstadt lebt und keine Ahnung davon hat, wie es da draußen wirklich zugeht. Sie sind allerbeste Freunde in ihrer kleinen Welt, aber ihre Freundschaft ist nie wirklich auf die Probe gestellt worden. Uns hat die Idee sehr gefallen auszuprobieren, was passiert, wenn sich in der Freundschaft ein Riss auftut.“

Als CARS 2006 in die Kinos kam, lernte ein weltweites Publikum Radiator Springs kennen und lieben: Alle, die die charmante, unverfälschte Kleinstadt sahen, verfielen ihrem Zauber – es ist ja schließlich auch das niedlichste Städtchen in ganz Carburetor County. Zumindest sieht das der Abschleppwagen Hook so – und der kennt sich mit solchen Sachen aus. Als sich die Filmemacher die fröhliche Truppe aus Radiator Springs wieder vornahmen, stellten sie sich die Frage, wie es ihnen wohl ergehen würde, wenn es sie an einen Ort weit weg von zuhause verschlagen würde. Aber an welchen? Ganz einfach: die ganze Welt!

„Wohin man auch geht“, sagt Regisseur John Lasseter, „wir können den Ort in unserer CARS-Welt nachbauen.“ Eine coole Sache, wie Lasseter findet: „Wenn man sich etwa die drei TOY STORY-Filme anschaut, sind sie thematisch völlig unterschiedlich, aber sie spielen alle in Andys Kinderzimmer und in der Welt der Spielzeuge. Der große Unterschied zu diesem Film ist, dass die Welt von CARS 2 genauso groß wie die echte Welt ist, in der wir leben.“

Es war die PR-Tour für CARS, die Lasseter auf die Idee brachte, das Ensemble einmal um die ganze Welt zu schicken. Lasseter beobachtete genau den chaotischen Verkehr in Großstädten wie Tokio und Paris und stellte sich vor, wie es Hook wohl in so einer Situation ergehen würde. „Die Ursprungsidee war es, Lightning McQueen und Hook ins Ausland zu verfrachten“, sagt Lasseter. „Lightning McQueen soll am World Grand Prix teilnehmen, bei dem er in drei Rennen in Japan, Italien und Großbritannien gegen die schnellsten Autos der Welt antreten soll. Hook, der ja noch nie aus Radiator Springs herausgekommen ist, fühlt sich an diesen Orten natürlich völlig fehl am Platze, was zu einigen komischen Verwicklungen führt.“

Produktion: Die Reise geht los!

Eine globale Abenteuergeschichte wie CARS 2 ins Kino zu bringen, stellt eine Herausforderung ganz eigener Art dar. Dafür hatte der Film, wie Produzentin Denise Ream sagt, von Anfang an einen Vorsprung, weil viele der Hauptfiguren und ihre Welt ja schon durch CARS bekannt sind. „Als wir mit CARS 2 anfingen“, sagt Ream, „hat es uns sehr geholfen, dass es schon ein Fundament gab, auf dem wir aufbauen konnten. Aber auch wenn eine bestimmte Ästhetik vorgegeben war, haben wir diese Welt um lauter neue Orte erweitert. Der Rahmen war viel weiter gesteckt. Für uns war es die größte Herausforderung, all die Orte mit ihrer speziellen Atmosphäre und ihrer Energie aufzunehmen – kein Pixar-Film bisher hatte auch nur halb so viele Schauplätze wie CARS 2.“

„Man muss die ganzen Welten neu erfinden“, fügt Ko-Regisseur Brad Lewis hinzu. „Man muss jedes Haus, das im Hintergrund zu sehen ist, jedes Requisit und jede Figur so umwandeln, dass sie in die Autowelt von CARS passen. Und all das ist Teil eines Episodenfilms voller Humor und Emotionen. Ich erinnere mich noch dass, als wir dem Design-Team die Grundidee und die Spannbreite des Films vorgestellt haben, sich auf allen Gesichtern dieser ,Soll das ein Witz sein?’- Ausdruck breitmachte.“ Aber die Künstler und Geschichtenerzähler der Pixar Animation Studios meisterten diese Herausforderung mit Bravour. Zuerst ging es an die Recherche. Die Mitglieder des Teams waren mit Leidenschaft dabei und suchten all die exotischen Schauplätze auf, um dabei so viel wie nur möglich von der örtlichen Kultur einzufangen. Sie erforschten Städte in Europa und Japan, um jedes Detail der Geschichte genau festzulegen und um sicherzustellen, dass das Aussehen und die Atmosphäre der Schauplätze im Film authentisch wiedergegeben würden.

Einige Mitglieder der Produktionsteams von CARS 2 gingen im Mai 2009 auf eine Europatour im Schnelldurchlauf. Sie besuchten so viele Städte wie in der kurzen Zeit nur möglich und verbrachten dabei auch zwei Tage in London.

Die Filmemacher widmeten sich vor allem den vorherrschenden Farbtönen in jedem Land, wie Produktionsdesigner Harley Jessup sagt: „Wir benutzen das Grau des Londoner Himmels und der Londoner Gebäude als Kontrapunkt zu den leuchtenden Farben der Rennwagen und zum Rot der Doppeldeckerbusse und Telefonzellen. In den London-Szenen haben wir viele rote und blaue Farbakzente.“ Der Besuch schloss auch Scotland Yard, das Parlamentsgebäude, Big Ben, Westminster Abbey und das Riesenrad „London Eye“ ein, aber Jay Shuster, der Character-Artdirector, verbrachte den Großteil seiner Zeit an verschiedenen Straßenkreuzungen. „Ich stand ziemlich lange am Rand des Bürgersteigs im morgendlichen Berufsverkehr und notierte mir jedes Auto, das ich sah, Lastwagen und Busse eingeschlossen – ich wollte einfach ein Gefühl für diese Umgebung kriegen.“

Shusters Beobachtungen erlaubten es dem Team, die Schauplätze mit genau der Art von Autos zu füllen, die man dort auch in Wirklichkeit finden würde – „einheimische Tierarten“, wie er sie nennt. Die Künstler hatten großen Spaß daran, die bekanntesten Bauwerke der verschiedenen Städte für die CARS-Welt neu zu interpretieren. Jessup sagt: „Wir haben Automodelle als Vorlagen verwendet, aber auch Stadtansichten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, und verschiedene Aspekte daraus benutzt, um die markanten Gebäude auszuschmücken.“

Zum Beispiel ist im London von CARS 2 die Kuppel der St.-Paul’s-Kathedrale wie ein Getriebegehäuse geformt. Eine der liebsten Umwandlungen des Teams ist Big Ben, der hier passenderweise Big Bentley heißt. „Das ist wohl das beste Beispiel dafür, wie wir eine bekannte Sehenswürdigkeit in unser Konzept eingefügt haben“, sagt Jessup, der in London Gelegenheit hatte, an einer der seltenen Führungen durch die Innenräume des Uhrenturms teilzunehmen. „Big Bentley spielt eine entscheidende Rolle in der Geschichte. Damit er in die CARS-Welt passt, haben wir ihn um das Zweieinhalbfache vergrößert, und manche Dinge, wie etwa das Uhrwerk, das in Wirklichkeit in einen Konferenzraum passen würde, um das 50-Fache vergrößert. Das Bauwerk hat in seiner automobilen Neufassung sogar Kühlergrille und die Kühlerfigur eines Bentleys.

Wie Lewis erzählt, stand auch noch eine weitere Londoner Sehenswürdigkeit ganz oben auf der Liste: „Wir wussten, dass wir den Buckingham-Palast im Film haben wollten“, sagt der Ko-Regisseur: „Wir hatten schon sehr früh die Idee, dass es sehr hübsch wäre und den Zuschauer auch gleich in die Rennsituation hineinversetzen würde, wenn die Ziellinie direkt vor dem Buckingham-Palast läge – eindrucksvoller geht es nicht. John und ich fanden die Vorstellung, wie Hook versuchen würde, die Palastwachen zum Lachen zu bringen, so komisch, dass wir es einfach in den Film hineinnehmen mussten.“

Lasseter hatte sich seinerzeit auch vorgestellt, was Hook wohl in Paris erleben würde: „Wie würde Hook mit dem großen Kreisverkehr rund um den Triumphbogen fertigwerden“, fragte er sich, „ohne Ampeln, ohne Markierungen auf der Fahrbahn.“

In einer Szene des Films sieht man zunächst das berühmte Bauwerk und dann Hook, wie er verzweifelt versucht, sich in den Verkehr einzuordnen. Wie bei den Londoner Sehenswürdigkeiten gestaltete das Produktionsteam auch den Triumphbogen nach Auto-Gesichtspunkten um: Der obere Teil des Arc de Triomphe sieht aus wie ein Motorblock, und an seiner Vorderseite hat er Scheinwerfer. Die Paris-Sequenz beinhaltet auch eine Szene, in der sich ein Auto-Pärchen auf einer romantisch aussehenden Brücke küsst, die der Pont des Arts nachempfunden ist – ein Ort, der für John Lasseter und seine Frau Nancy zum festen Besuchsprogramm gehört, wann immer sie in der Stadt der Liebe sind. Lasseter sorgte auch dafür, dass das Auto-Mädchen in der Lieblingsfarbe seiner Frau, lila, lackiert ist.

Die Pont des Arts wurde selbstverständlich auch umgestaltet: In CARS 2 ist sie aus Blattfedern gebaut, einer speziellen Art der Federung bei Fahrzeugen. Die Spitze des Eiffelturms sieht aus wie eine Zündkerze aus den 30er Jahren, und der untere Teil des Turms erinnert an ein Speichenrad. Die Kathedrale von Notre-Dame hat 24 Wasserspeier, die wie groteske Autos aussehen, und die Strebepfeiler sind wie Auspuffrohre geformt.

Bei seinem Parisbesuch steuerte das CARS 2-Team auch die Ausstellungsräume verschiedener Automarken entlang der Avenue des Champs-Élysées an, das Grand Palais und den Louvre, die Bastille-Oper und das Musée d’Orsay. Auch „Les Halles“ fanden ihren Platz im Film. In CARS 2 gibt es für den legendären Großmarkt, der in den 70er Jahren abgerissen wurde, eine Wiederauferstehung als Markthalle für Autoersatzteile. „Das Ergebnis ist ein Ort mit unglaublich dichter Atmosphäre“, sagt Jessup, „ein riesiges Gebäude aus Gusseisen, groß genug, dass Autos im Inneren umherfahren können – und darin das ganze Gewusel eines Marktes, was wirklich toll aussieht.“ Jessup weiter: „Es hat mir großen Spaß gemacht, wieder in Paris zu arbeiten. Wir hatten uns schon für RATATOUILLE intensiv mit der Stadt beschäftigt, und es war ein echtes Bonbon, dorthin zurückzukehren. Paris ist einfach eine wunderschöne Stadt.“

Als feststand, dass wir uns eine italienische Stadt ausdenken würden“, sagt Lewis, „wollten wir das zu einer Liebeserklärung an die italienische Renntradition machen. Autorennen sind in Italien eine solche Leidenschaft, und wir wollten das alles einfangen: die wunderschöne Küste, das Kronjuwel der Formel 1 – zum Vorbild genommen haben wir aber das legendäre Rennen in Monaco – und natürlich das prächtige Kasino von Monte Carlo mit seinem prächtigen Kasino.“

Um das fiktive Küstenstädtchen Porto Corsa ins Bild zu setzen, besuchte das Pixar- Produktionsteam Orte an der französischen und italienischen Riviera von Nizza bis Portofino und machte sich auch ein Bild vom Weltmeisterschaftsrennen in Monaco. Gerade in Portofino fanden sich viele Inspirationen für Porto Corsa. Jessup sagt: „Die italienische Riviera besteht aus terrakottafarbenen Dächern, bunt angemalten Häusern, wunderbarem Kopfsteinpflaster, mediterraner Vegetation und großartigem türkisfarbenem Wasser.“ Das Team war auf einen sehr gehobenen, exklusiven Look für Porto Corsa aus, und so kamen auch einige architektonische Elemente von der französischen Mittelmeerküste dazu.

Italienische Autoklassiker dienten als Vorbild für viele weitere Elemente: Der Yachthafen von Porto Corsa ist wie ein Lenkrad geformt, das Spielkasino steht auf einem Felsvorsprung, der an einen 1948er-Fiat 500 Topolino erinnert, und im Kasino wird das Glücksspiel Craps mit weichen Stoffwürfeln gespielt – genau die Art, wie man sie oft an Rückspiegeln hängen sieht. „Die ganzen Orte für die Autowelt umzuwandeln, ist wie einen weiteren Darsteller in den Film einzubauen“, sagt Lasseter. „Das verleiht dem Ganzen noch eine zusätzliche Ebene für Scherze und das Vorantreiben der Geschichte – mehr noch als in all unseren anderen Filmen vorher.“

Das große Abenteuer in CARS 2 beginnt in Japan. Die Filmemacher freuten sich besonders darauf, die vielen bunten Lichter zu zeigen, die Tokio in der Nacht beleuchten. „Die Leuchtreklamen und die intensiven Farben auf der Ginza waren ganz außergewöhnlich“, sagt Jessup. Lasseter und Lewis, die beide schon einige Male in Japan gewesen waren, freuten sich darauf, die CARS nach Tokio zu holen. „Wenn die Rennwagen nach Tokio kommen, erwartet sie dort eine ganz andere Kultur“, sagt Lewis. „Lightning McQueen und Hook reagieren sehr unterschiedlich auf diese dramatisch andere Umgebung: Lightning sind die vielen Lichter und die Aufmerksamkeit der Massen vertraut, aber für Hook ist das etwas völlig Neues. Er fällt da schon ein wenig aus dem Rahmen.“ Lasseter fügt hinzu: „Jeder, der mal in Japan war und dort eine Toilette aufgesucht hat, weiß, dass die Toiletten dort mehr Funktionen haben, als man das von zuhause gewöhnt ist. Wir stellten uns vor: Wie würde Hook reagieren? Und: Wie würde eine Autotoilette überhaupt aussehen? Wir hatten sehr viel Spaß dabei, das zu entwerfen.“

Ein kleines Produktionsteam flog im Oktober 2009 nach Tokio, um für die dort spielenden Szenen zu recherchieren, darunter auch Sharon Calahan, zuständig für Kamera und Beleuchtung. „Tokio hatte sich schon ein wenig verändert, seit ich das letzte Mal da gewesen war“, sagt sie, „aber es war umso netter, mir einige Teile der Stadt anzuschauen, in denen ich noch nicht gewesen war – Orte, die etwas abseits der ausgetretenen Pfade lagen. Und das stellte einen spannenden Kontrast zu den aufdringlichen Neonreklamen dar. Wir konnten uns auf der Suche nach Inspirationen ganz nach Belieben umschauen. Die Eröffnungsparty des World Grand Prix sollte in einem Museum stattfinden. Wir haben dafür das National Art Center in Tokio gewählt, das direkt unterhalb unseres Hotels lag. Wir hatten es eigentlich gar nicht auf dem Plan, aber wir sahen es und dachten alle sofort: was für ein wunderbares Gebäude.“ „Es war wie dafür gemacht, automäßig umgewandelt zu werden“, sagt Lewis. „Es ist ein passender Ort, um den World Grand Prix zu starten.“

Bei seinem Aufenthalt in Tokio folgte das Team auch genau dem Verlauf der Rennstrecke im Film. Als Inspiration dienten die Formel-1-Nachtrennen zum Großen Preis von Singapur. Lasseter und Lewis schauten sich die Fernsehbilder des Rennens zum Vergleich an. „Während des Rennens sieht man das strahlend helle Halogenlicht, das die ganze Strecke erleuchtet“, sagt Lewis. „Es ist großartig. John und ich fanden, wenn wir die Neonlichter von Tokio und dazu dieses strahlend weiße Halogenlicht nähmen, wäre das ein toller Startschuss für den Film. Dieses Hightech- Neonlicht ist der perfekte kulturelle Kontrast zu Radiator Springs, dem archetypischen amerikanischen Städtchen.“

„Der Film unterscheidet sich in jeder Beziehung deutlich von CARS“, sagt Lasseter weiter, „aber er ist ein Teil dieser Welt, und genau das war der Grund, warum es so viel Spaß gemacht hat. Die internationalen Schauplätze, der Glanz und Glamour, die coole, angesagte Atmosphäre der europäischen Städte und Tokios, das ganze Spionage-Genre, die Rennen, die sie fahren, was für Rennwagen sie sind – alles daran war einfach cool[1]!“

Produktion: Der Look

Die Jungs bei Pixar sind echte Autonarren und haben eigens einen Oberaufseher der CARS-Welt eingesetzt, um sicherzustellen, dass alles an den Fahrzeugen bis ins letzte Detail stimmt. Jay Ward, der bei CARS für den Figurenbau verantwortlich war, ist nunmehr die zentrale Informationsquelle für alles, was mit CARS zu tun hat, einschließlich des „CARS-Land“ in Disneys kalifornischem Freizeitpark „Adventure Theme Park“ und der Modellautos, die parallel zum Film in den Handel kommen.

Ebenso wie Lasseter hat Ward seine Leidenschaft für Autos vom Vater geerbt: Wards Vater arbeitete zunächst als Mechaniker bei einem Autohändler und später als Kfz-Großhändler, außerdem begann er, Oldtimer zu sammeln. Als Autoexperte des Studios ist Ward auch für das alljährliche „Motorama“ bei Pixar verantwortlich, bei dem die Angestellten ihre Sammlerstücke vorführen und ausgewählte Autohersteller ihre Raritäten zeigen. Auch Jay Shuster, der an CARS im Art Department gearbeitet hatte und in CARS 2 als Artdirector für die Figuren verantwortlich war, hat nach eigener Aussage „Benzin im Blut“: Er wuchs in Detroit auf, wo sein Vater über 40 Jahre lang als Designer für General Motors arbeitete.

Shusters Aufgabe war es, das Design der Filmfiguren festzulegen. „Mein erster Schritt war, mich mit John zusammenzusetzen und zu besprechen, was die Figuren können müssen und welchen Charakter sie haben. Viele der Autos, die im Film vorkommen, haben wir komplett selbst gestaltet. Das setzt intensive Beschäftigung damit voraus, welche Art von Auto wir entwerfen wollen. Wir sammeln so viele Vorlagen wie möglich, die mischen wir zusammen und das wird dann zu einem Pixar-Original.“

Er fügt hinzu: „Wenn wir uns auf ein Design geeinigt hatten, haben wir für jeden Wagen grundrissgetreue Zeichnungen von jeder Seite gemacht, um eine Vorlage für die Oberflächen zu haben. Sobald John sein O. K. gegeben hatte, machten wir uns sofort an die Modellentwicklung. Wir nahmen uns das gezeichnete Modell vor, prüften, ob die Proportionen und der Achsabstand stimmten und ob die Abstimmung zwischen Augen und Mund hinkam. Von da an übernahm das Team vom Modelldesign und machte sich an die Gestaltung aller Details und die Textur der Oberflächen, alles mit 3D-Darstellungen am Computer.“

Die Figurenentwickler im CARS 2-Team bauten 145 neue Charaktere und 781 Variationen. 926 neue Figuren für einen einzigen Film ist für Pixar ein neuer Rekord. Ward erzählt: „Wir haben unsere Recherche zunächst mit dem Ziel betrieben, sicherzustellen, dass die echten Automodelle, die wir verwenden, auch wirklich in das Land passen, in dem sie auftauchen – und das gilt auch für die Figuren im Hintergrund. Wenn man zum Beispiel nach Japan kommt, wird man dort, anders als in Amerika, keinen Toyota Camry sehen, weil das Modell dort nicht vertrieben wird, sie haben stattdessen den Toyota Crown Majestaic. Wir haben nach dieser Art von Detail Ausschau gehalten, damit am Ende auch alle Automodelle ihren Teil der Geschichte mit erzählen.“

„Wir hatten großen Spaß damit, die Formel 1-Rennwagen zu gestalten, die ja so viele Fans weltweit haben“, so Ward weiter. „Wir haben für den Film unsere eigene Rennserie erfunden, in der die Wagen Formula Racers heißen, aber wir verbeugen uns damit auch ein wenig vor der Formel 1, dem beliebtesten Rennsport der Welt. Francesco Bernoulli, der Formel-1-Rennwagen, war eines unserer Lieblingsmodelle. Mit seiner Angeberei ist er so ein Typ, wie Lightning es zu Beginn des ersten Films war. Er ist einer, der immer nur ans Ziel, aber nie an den Weg dorthin denkt. Bernoulli ist total darauf konzentriert, die anderen zu schlagen – und sich dabei möglichst gut in Szene zu setzen.“ Wie Shuster sagt, war Bernoullis Design eine echte Herausforderung für das Team: „Wegen seiner freiliegenden Aufhängung war Francesco die härteste Nuss, die wir zu knacken hatten. Es war ein enormer Aufwand, die Technik nachzubilden, aber ich liebe Francesco trotzdem.“

„Formel-1-Wagen haben lange, spitze Schnauzen, und wir mussten dieses Grunddesign mächtig verbreitern, um Fläche für Gesichtsausdrücke zu schaffen. Das war eine Menge Arbeit, aber es sieht im Endergebnis wirklich klasse aus. Francesco kann jetzt die unglaublichste Mimik zeigen.“ Auch für die Rennszenen beim World Grand Prix war eine intensive Vorarbeit nötig, aber, wie Ward sagt, hat sich niemand im Team über den Aufwand beschwert: „Sich Rennen als Zuschauer anzugucken, ist eine Sache“, sagt er, „aber es ist etwas völlig anderes, tatsächlich selbst im Auto zu sitzen und die Beschleunigung und die Fliehkraft in den Kurven zu spüren.“

Einige Animatoren nahmen Fahrstunden in Rennwagen, aber das war nur der Anfang. „Wir waren bei Rennen dabei, um uns das Publikum anzuschauen, die Fans, die Geräusche, die man hört und die man nicht mitbekommt, wenn man sich das Ganze nur im Fernsehen anschaut“, sagt Ward, der auch zu denjenigen im Team gehörte, die sich auf die Rennpiste wagten. „Wir haben nach den ganz speziellen Augenblicken gesucht, die man nicht so wahrnimmt, wenn man nicht unmittelbar dabei ist. Wir waren zum Beispiel beim Großen Preis von Monaco: Überall dicht gedrängte Menschenmassen, und man hört das Echo der Motoren, das von den Häuserwänden zurückgeworfen wird und das sich wie lauter heulende Dämonen anhört. Einfach fantastisch.“

Zu den weiteren Lieblingen gehörten natürlich auch die Spionage-Fahrzeuge. „Finn McMissile ist die coolste Karosse im ganzen Film“, erklärt Ward, „weil er so viele Funktionen hat. Er hat Tragflügel, einen Unterwasser-Modus und überhaupt die coolsten Vorrichtungen, etwa Magneten aus Stahl an seinen Rädern, so dass er auchsenkrechte Wände hochklettern kann. Er ist unser eigenes Design, nach europäischen Vorbildern aus den 60er Jahren. Nach unserer Recherche haben wir das Ganze dann an Jay Shuster und seine Figurendesigner weitergegeben, uns aber immer wieder ausgetauscht, damit er auch wirklich ein authentisches Aussehen bekommt.“

Zu Shusters Aufgaben gehörte es auch, sich zu überlegen, wo man die ganzen Spezialapparaturen möglichst diskret an Finn und an Holley Shiftwell unterbringen könnte. „Wir wollten nicht, dass Finn schon auf den ersten Blick wie ein Spion aussieht“, erklärt Shuster. „Er sollte ein richtig eleganter britischer Sportwagen aus den 60er Jahren werden. Wir haben wirklich sehr intensiv recherchiert. Letztendlich haben wir von vielen verschiedenen Modellen einzelne Elemente übernommen und das alles zu Finn zusammengefügt.“

Genau wie Finn McMissile verdankt auch Holley Shiftwell, Finns Kollegin, ihr gutes Aussehen den Figurendesignern bei Pixar. „Holley entstand ziemlich schnell“, sagt Shuster. „Ich kam an einem Sonntagnachmittag in die Firma, um einfach ein bisschen an dem herumzuprobieren, was John uns als Vorgabe für Holleys Aussehen mitgegeben hatte. Sie gehört zu einer neuen Generation von Agenten. Ich habe mir die aktuellen Supercar-Modelle von allen möglichen Herstellern weltweit angeschaut. Es gibt eine ganz neue Art dieser Super Sportwagen, die von kleinen Herstellern in limitierter Anzahl gebaut werden. Ich machte einen Entwurf, den John sich am Tag darauf anschaute, woraufhin er sofort sagte: ‚Das ist es!‘“

Selbstverständlich hat auch Holley eine Ausrüstung nach dem neuesten Stand der Technik, zum Beispiel Kameras in den Scheinwerfern, ein verborgenes Gewehr, einen Elektroschocker und einen Mehrzweck-Teleskoparm. „Außerdem kann sie richtig fliegen“, sagt Shuster. „Sie hat ausklappbare Flügel unter den Seitenschwellern und ihre Kofferraumklappe wird zum Leitwerk für einen Heckflügel, in dem eine Turbine steckt. Außerdem hat sie Nachbrenner, die aus den Auspuffrohren kommen.“

Wie Shuster sagt, steckt sein Job voller Herausforderungen, ist dabei aber auch aller Mühen wert: „Jedes Auto ist eine eigene Aufgabe für den Ingenieur und hat seine ganz speziellen Probleme, die es zu lösen gilt. Bei allen Schwierigkeiten macht es mir aber auch unglaublich viel Spaß, weil ich immer wieder auf die Autokultur meiner Kindheit und Jugend zurückgreifen kann. Irgendwann versteht man das Design und die Konstruktion bis ins letzte Detail. Ich hätte mir aber nie träumen lassen, dass ich mein ganzes Wissen aus Detroit einmal auf solche Art und Weise anwenden würde.“

Produktion: Die technische Umsetzung

In der Welt der Computeranimation hat sich in den fünf Jahren seit CARS einiges getan. Für CARS 2 gestalteten der leitende technische Direktor Apurva Shah und die Technikfreaks bei Pixar die Grundstrukturen für die Automodelle, die so genannten Rigs, von Grund auf neu und benutzten dabei eine breite Auswahl der neuesten Computerprogramme und -tools. Selbst mit einem Rechenvolumen, das fast dreimal so groß war wie das von TOY STORY 3, brauchte es ungefähr 13 Stunden, um jede einzelne Einstellung zu berechnen – eine große Herausforderung für die Zeit- und Ressourcenplanung. „Was die schiere Größe betrifft, ist CARS 2 der komplizierteste Film, den Pixar jemals produziert hat“, sagt Shah. „Dieser Film ist eine Reise um die Welt, und alle Orte, an die wir den Zuschauer mitnehmen, mussten wir aus dem Nichts herbeizaubern. Zu jedem Land gehört eine Anzahl von Hintergrundfiguren, das geht in die Hunderte. Allein schon sicherzustellen, dass wir einen Arbeitsablauf hatten, der uns den Umfang und die Qualität gewährleistete, war Herausforderung genug.“

„Was die Autos selbst betrifft“, fügt Shah hinzu, „war die Idee, eine Art Fließbandproduktion zu schaffen, durch die jedes Auto mit seinem individuellen Grundgerüst ausgestattet wurde. Wir haben mit einem Standardmodell angefangen und dann die individuellen Merkmale hinzugefügt. Jedes Auto wurde noch einmal einzeln bearbeitet, was die Federung und andere mechanische Eigenheiten betrifft. Ältere Autos haben eine lockerere Federung. Man hat wirklich das Gefühl, dass sie schon eine ganze Weile herumgefahren sind. Einer der großen Fortschritte bei diesem Film ist es, dass wir jetzt ein echtes Fahrsystem für die Autos zur Verfügung hatten, das bestimmte, wie sie sich bewegen, wohin sie fahren. Wir wollten diese Dinge stärker kontrollieren können. Das hatte natürlich zur Folge, dass die Programmierung noch komplizierter wurde.“

Für die Rennstrecke in London mussten bei Pixar fast 30 Kilometer an Landschaft und Umgebung geschaffen werden. Shah sagt: „Unser Ausgangspunkt war die Topographie des echten Londons. Auch wenn unsere Welt sehr cartoonhaft ist, wollten wir doch, dass sie so echt wie möglich aussieht. Für den Film haben wir die Vegetation und die Gebäude modular aufgebaut, so dass wir die Einzelteile immer wieder verwenden und auf diese Weise viel Strecke abdecken konnten. Wir haben auch eine neue Art und Weise eingeführt, Wasser zu animieren, so dass wir eine bessere Kontrolle darüber hatten, wie sich Schiffe auf dem Wasser bewegen und wie sie sich im Vergleich zu anderen Fahrzeugen bei Bewegungen im Bild verhalten.“

Für den Kameramann Jeremy Lasky, der für die Inszenierung und die Bewegungen im Film zuständig war, hieß es, die enorme Größe der gezeigten Welt entsprechend umzusetzen, so dass das Publikum auch immer die Welt jenseits des Kameraausschnitts mitdenkt. „Jeder Film bei Pixar ist eine Weiterentwicklung des vorigen“, sagt er. „Wir haben die Möglichkeiten der Kamera ständig erweitert, um sie an das jeweilige Thema des Films anzupassen. Für CARS 2 konnten wir auf das zurückgreifen, was wir beim ersten Film gelernt hatten – wie man Autos aufnimmt, wie man sie zu lebendigen Charakteren macht –, und haben das auf die cineastischen Prinzipien angewendet, die sich herausgebildet haben. Die Kamera wirkt jetzt viel besser ausbalanciert und realer als bei CARS. Und wir haben unsere Bildsprache gerade bei den Rennen oder bei Autojagden erweitern können, so dass sie jetzt noch aufregender wirken. Dieser Film fängt wieder die Atmosphäre des ersten ein – aber besser. Wir müssen einfach die Messlatte von Mal zu Mal höher legen.“

„Bei CARS haben wir gemerkt, dass es immer ganz bestimmte Kamerawinkel und Einstellungen sind, die zu einer bestimmten Figur am besten passen“, so Lasky weiter. „Mit diesem Wissen als Ausgangspunkt haben wir uns der Herausforderung gestellt, die Szenen so zu inszenieren, dass sich die Kamera mit den Autos zusammen bewegt. Autos sind einfach viel interessanter, wenn sie fahren. Wir bewegen die Kamera im Film sehr oft, und alles ist darauf getrimmt worden, so dynamisch und mitreißend wie nur möglich zu sein. Wir haben unsere beliebten Figuren genommen, vor wunderschönen Sets in verrückte Situationen gesteckt und diese supercoole und superlustige Story auf die Spitze getrieben.“

Aus der Perspektive des Kameramanns ist Lasky auf das zweite Rennen des World Grand Prix, das entlang der italienischen Riviera führt, ganz besonders stolz. Lasky erklärt: „Die Szene ist zwölf Minuten lang und besteht aus 250 Einstellungen – ein Riesending also. Dabei werden gleichzeitig mehrere Storylines fortgeführt: Es gibt das Rennen selbst mit Lightning., Ddann lässt sich Hook getarnt in das Spielkasino einschleusen, wo der Oberschurke und seine Gefolgsleute zu einem Geheimtreffen zusammenkommen, um ihren ruchlosen Plan zu besprechen, . Undund dann schließlich geht es auch noch um Finn und Holley, die die Schurken sie aufhalten wollen. Es war eine große Herausforderung, das alles in eine sinnvolle Struktur zu packen und auch von den Einstellungen her in eine kohärente Reihenfolge zu bringen, so dass man von einem Schauplatz zum anderen wechseln kann und die Übergänge nahtlos hinbekommt. Es ist höchst spannend, erst recht, wenn man kapiert, worauf das alles zusteuert.“

Für CARS hatten Lasky und sein Team sich von Artie Kempner, dem führenden Rennsportexperten des US-Senders Fox Sports, beraten lassen, etwa um zu verstehen, wie man bei der Liveübertragung eines Rennens die Kameras aufstellt. In der virtuellen Welt der Computeranimation kann man die Kamera natürlich überall aufstellen, ohne sich um die Sicherheit der Kameraleute oder der Ausrüstung Sorgen machen zu müssen. So hat man unendliche Möglichkeiten zur Auswahl, die Szene so interessant wie nur möglich zu gestalten. Lasky fügt hinzu: „Unser Wunsch war es, dass die Kameraführung so wirkt wie bei einem echten Formel-1-Rennen; dabei wollten wir aber natürlich auch Sachen bieten, die man bei einer Fernsehübertragung nicht zu sehen bekommt. Der Zuschauer sollte das Gefühl haben, zusammen mit den Autos das Rennen zu fahren.“

Bei Pixar sind die klassischen Aufgaben des Kameramanns auf zwei Posten verteilt: die Einstellungen selbst und die Beleuchtung. Laskys Kollegin mit der Verantwortung für das Licht war Sharon Calahan, die mit John Lasseter schon bei drei früheren Filmen zusammengearbeitet hatte.

„In diesem Film kommen lauter unglaubliche Schauplätze aus ganz verschiedenen Ländern vor“, sagt Calahan. „Er spielt in Europa und in Asien, und wir wollten ein Gefühl für die ganz spezielle Atmosphäre dieser Ort schaffen. Es sollte keineswegs so wirken, als wären wir immer noch in Radiator Springs. Wichtig war auch, dass Hook sich außerhalb seines natürlichen Lebensraumes befinden sollte. Diese Welten ähneln Radiator Springs kein bisschen – sie glänzen, sie haben coole Farben, sie sind schick. Wir wollten, dass Hook völlig heraussticht, und die Beleuchtung war uns dabei eine große Hilfe.“

„Unsere Herangehensweise beim Ausleuchten der Szenen entwickelt sich ständig weiter“, fährt sie fort. „Die Bandbreite des Films machte das in allen Abteilungen notwendig, nicht nur bei der Beleuchtung. Wir waren ständig damit beschäftigt, uns Mittel und Wege auszudenken, wie man aus einer bestimmten Szene noch mehr herausholen könnte. Wir haben mehr Hauptlichtquellen, mehr direkte Beleuchtung und mehr reflektierende Oberflächen verwendet als jemals zuvor.“

Die Szenen in Paris gaben Calahan Gelegenheit, sich an RATATOUILLE anzulehnen. Hier ging es um eine ähnliche Herangehensweise mit viel warmem, indirektem Licht. Julien Schreyer, der leitende Beleuchter für die Paris-Szenen in CARS 2, der auch schon an RATATOUILLE mitgearbeitet hatte, stammt aus Paris und verlieh so dem Ganzen noch zusätzlich Authentizität: „Ich sagte ihm, dass ich erst dann mit den Szenen zufrieden sein würde, wenn er beim Anschauen Heimweh bekäme!“

Analog dazu arbeiteten einige britische Teammitglieder an den Szenen, die in London spielen – hauptsächlich bei wolkenverhangenem Himmel. Calahan legt aber Wert darauf, dass ihr London dennoch nicht düster wirkt. „Die Briten im Team beschwerten sich: ‚Mal wieder typisch, in London ist es bedeckt …‘ Und ich sagte: ‚Ja, allerdings – was habt ihr erwartet?‘“ Zu den größten Herausforderungen gehörten die Szenen, die bei Nacht spielen. Die actiongeladene Anfangssequenz des Films auf hoher See, in der sich alle möglichen Lichter auf der Wasseroberfläche spiegeln, und die Szenen in Tokio mit ihren Massen an Leuchtreklamen mussten immer wieder optimiert werden, um am Ende den gewünschten Effekt zu erzielen.

Calahan fügt hinzu: „Wir haben in diesem Film mehr Massenszenen als jemals zuvor. Was mir an CARS 2 am besten gefällt, ist, wie abwechslungsreich die Bilder sind. Der Spionage-Zug sieht völlig anders aus als das Spionage-Flugzeug, wir wechseln zwischen Innen- und Außenaufnahmen, wir haben Tag und Nacht, sehr unterschiedliches Wetter. Der Film ist optisch so vielfältig und farbenfroh, und trotzdem ist auch Platz für Szenen, die ruhiger sind und die mit einer begrenzten Farbpalette auskommen.“

„John ist ein grandioser Filmemacher“, fügt sie hinzu. „Er hat immer eine sehr genaue Vorstellung von dem, was er sehen möchte. Er weiß, was man aus denBildern herauslesen soll, welche die Wendepunkte der Geschichte sind, was ihm wichtig und was nicht so wichtig ist. So hat man absolute Klarheit, die einen durch den ganzen Produktionsprozess hindurch leitet, und das inspiriert Leute auch dazu, über das hinauszugehen, was sie normalerweise leisten würden.“

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