Filmhandlung und Hintergrund

Originell-intensives Porträt eines irischen Jungen zwischen Huckleberry Finn und Hannibal Lecter.

Der kleine Francie muß seiner Mutter versprechen, sie nicht sterben zu lassen - als sie sich umzubringen versucht. Sein Vater, ein zu Wutausbrüchen neigender Alkoholiker und Penner, ist auch nicht eben eine Stütze. Wen Francie aber wirklich haßt, ist die Schreckschrauben-Nachbarin Mrs. Nugent. Damit die nicht weiter seine Familie schlecht machen kann, bringt der Junge sie um.

Der zwölfjährige Ire Francie Brady wächst in schwierigen Verhältnissen auf. Sein Vater ist alkoholabhängig, die Mutter psychisch labil. Als er mit seinem Freund Joe von der Nachbarin Mrs.Nugent beim Klauen erwischt wird, muß er für kurze Zeit ins Heim. Nach seiner Entlassung ist er auf sich alleine gestellt. Seine Eltern sind tot und Joe hat sich von ihm abgewendet. Gezwungenermaßen verdingt sich Francie als Schlächter. Tief gedemütigt, macht er Mrs. Nugent für seine Lage verantwortlich und sinnt auf Rache.

Der kleine Francie muß seiner Mutter versprechen, sie nicht sterben zu lassen - als sie sich umzubringen versucht. Originell-intensives Porträt eines irischen Jungen zwischen Huckleberry Finn und Hannibal Lecter.

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Kritikerrezensionen

  • Butcher Boy - Der Schlächterbursche: Originell-intensives Porträt eines irischen Jungen zwischen Huckleberry Finn und Hannibal Lecter.

    Eine deftige Schlachtplatte serviert Neil Jordan in seinem ersten irischen (aber mit amerikanischem Geld finanzierten) Projekt seit seinen großen Hollywood-Produktionen „Interview mit einem Vampir“ und „Michael Collins“. Nach dem makabren Roman von Patrick McCabe skizziert er das Leben eines Jungen in den frühen 60er Jahren, der, von Schicksalsschlägen traumatisiert, zu einer Wahnsinnstat getrieben wird. Gewagt und sicher zwischen pechschwarzem Humor und nacktem Entsetzen balancierend, gelingt Jordan ein visuell wie inhaltlich stimulierender Teufelstanz, dessen moralische Ambivalenz und unverhohlene Abscheu gegen die Bigotterie der katholischen Kirche in erster Linie ein aufgeschlossenes Publikum ansprechen wird.

    Von der internationalen Kritik bereits mehrfach mit Kubricks Meilenstein „Uhrwerk Orange“ verglichen, ist Jordans „Max & Moritz“-artige Moritat tatsächlich ein sehr viel näherer Verwandter von Peter Jacksons Mörderfabel „Heavenly Creatures“. Die griff 1994 auf ähnliche Weise auf magischen Realismus zurück, um von zwei jugendlichen Mädchen zu berichten, die sich, von ihrer Umwelt unverstanden, in eine Traumwelt und schließlich in eine Bluttat flüchteten. Während Jackson die Handlungen seiner Protagonistinnen romantisierte, setzt Jordan in seinem Porträt eines verzweifelten Jugendlichen auf galligen Humor und grelle Überzeichnungen. Auch sonst ist sein Ansatz radikaler, denn er erzählt die tragischen Geschehnisse ausschließlich aus der Sicht seines adoleszenten Titelhelden Francie Brady, der ihre Entstehung, Entwicklung und Eskalation als Erwachsener überaus perfide aus dem Off kommentiert und analysiert (Stephen Rea, der auch den Vater spielt, leiht ihm im Original seine Stimme). Verschlagener war schon lange kein Film mehr, wenn er dem langsamen Hinübergleiten Francies in den Wahnsinn ohne Distanz bedingunglos folgt: als sich seine lange aufgestaute Frustration schließlich entlädt und er die ihm verhaßte Nachbarin Mrs. Nugent niederstreckt wie eine schlachtreife Sau, ist das nur die logische Konsequenz nach einer Reihe niederschmetternder Tiefschläge im Leben des ungeliebten Jungen.

    Zu Beginn des Films versucht er, den Dorfbrunnen mit einem Schraubenzieher von einer dicken Eisschicht zu befreien. Es will ihm nicht gelingen, ebenso wie es ihm im Leben nicht gelingen will, die emotionale Eisdecke abzulegen und inneren Frieden zu finden. Die Mutter ist suizidgefährdet, der Vater ein gewalttätiger Trunkenbold, doch nach Außen hält Francie das Bild einer harmonischen Familie aufrecht, während er seine wachsenden Aggressionen auf die Nachbarin kanalisiert. Der Tod beider Eltern, der vermeintliche Verrat seines einzigen Freundes Joe und Aufenthalte in Erziehungsheimen, in denen sich Priester an dem Jungen vergehen wollen, tragen zu seiner geistigen Desorientierung und emotionalen Verwahrlosung bei, bis es nur noch einen Ausweg gibt.

    So hart wie Jordan bei seiner „Chronik eines angekündigten Mordes“ ging zuletzt William Friedkin mit der Kirche ins Gericht, als er Linda Blair in „Der Exorzist“ einem Priester ins Gesicht kotzen ließ - Priester sind hier geile Alte oder vertrottelte, weltfremde Männer, die in Francies Visionen zu Leben erweckte Jungfrau (Sinead O’Connor) ist es, die ihn letztlich zum Mord anstiftet. Die Katastrophe ist unvermeidlich in der bieder-muffigen Welt, die Jordan mit Gusto überzeichnet. Natürlich ist „Butcher Boy“ nicht unbedingt ein Film für ein breites Publikum. Zu unnahbar bleibt die von dem Newcomer Eamonn Owens bemerkenswert dargestellte Titelfigur. Im Roman folgte man Francie noch bereitwilliger in den Wahnsinn. Das mindert nicht die Verdienste Neil Jordans, dem ein außerordentlicher Film gelungen ist. Ob ihm das Publikum die verdiente Anerkennung entgegenbringen wird, darf allerdings angezweifelt werden. ts.

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