Bulworth

  1. Ø 0
   1998

Bulworth: Intelligente Satire mit beißendem Wortwitz um einen rappenden Senator auf Stimmenfang.

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Filmhandlung und Hintergrund

Bulworth: Intelligente Satire mit beißendem Wortwitz um einen rappenden Senator auf Stimmenfang.

Der um seine Wiederwahl kämpfende, demokratische Senator Jay Bulworth steht vollkommen ausgelaugt kurz vor dem Nervenzusammenbruch. In seiner Verzweiflung heuert er einen Auftragskiller an, der ihn erschießen soll. Bei seiner nächsten Rede ist ihm denn auch alles egal, und zum ersten Mal in seiner Karriere sagt er die Wahrheit und er füllt sich mit einem Mal befreit Bulworth‘ Sympathiewerte steigen, während sich der Auftragskiller an seine Fersen heftet.

Jay Bulworth kandidiert erneut für den Senat. Ausgelaugt vom Kampf gegen miserable Umfrageergebnisse beschließt Jay, der vor der Scheidung steht, sein Leben zu beenden. Also schließt er zu Gunsten seiner Tochter eine Lebensversicherung ab und beauftragt einen Hitman, ihn am letzten Wahlkampfwochenende zu töten. Die neu gewonnene Unabhängigkeit läßt Bulworth wieder zum Idealisten werden. So gewinnt er bei den Umfragen an Boden und gleichzeitig auch das Herz von Nina. Nun gilt es noch, den Auftragskiller abzubestellen…

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Kritikerrezensionen

  • Während die Herren Eastwood und Redford auch im gesetzten Alter noch bevorzugt dem Thriller- und Romantikmetier zusprechen, wagt sich ihr Kollege Warren Beatty mit der Politsatire „Bulworth“, seiner ersten Regiearbeit seit „Dick Tracy“ im Jahr 1990, einmal mehr auf provokant-gesellschaftskritisches Parkett. Seine schneidend scharfe Systemkritik stellt ein marodes Establishment bloß, das vom Geld einflußreicher Wirtschaftskonzerne und korrupten Politikern regiert wird.

    Die von Beatty fabelhaft dargestellte Titelfigur ist eine dieser gekauften Marionetten: Der um seine Wiederwahl kämpfende, demokratische Senator steht vollkommen ausgelaugt kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Seit Tagen hat er im Wahlkampfstreß weder gegessen, noch seine Augen auch nur eine Sekunde zugemacht, seine eigenen heuchlerischen TV-Spots treiben ihm die Tränen in die Augen. In seiner Verzweiflung heuert er einen Auftragskiller an, der ihn erschießen soll. Bei seiner nächsten Rede vor einer afroamerikanischen Glaubensgemeinschaft im Stadtteil South Central von Los Angeles ist ihm denn auch alles egal, und zum ersten Mal in seiner Karriere sagt er die ungeschminkte und unangenehme Wahrheit: Weißen Politikern seien die Belange der Schwarzen völlig unwichtig, da sie ohnehin keine Wahlkampfspenden beisteuern könnten. Und solange sie nicht ihre eigene Passivität überwinden, würde sich am Status Quo auch nichts ändern. Ob so viel unverblümter Unverschämtheit bricht ein Sturm der Entrüstung los, während Bulworth sich mit einem Mal befreit und großartig fühlt.

    Künftig nimmt er kein Blatt mehr vor den Mund und stößt selbst seinen einflußreichen Gönnern bei allen weiteren Veranstaltungen brutal vor den Kopf. Zudem beginnt er, seine provozierende Bestandsaufnahme eines kaputten und sinnentleerten Systems in gereimter Rapform vorzutragen. Das Unerwartete geschieht: Bulworth‘ Sympathie-Barometer bei der Bevölkerung schnellt rapide in die Höhe, während sich der Auftragskiller an seine Fersen heftet. Ein melodramatisches Handlungselement, auf das Beatty gut und gerne verzichten hätte können. Der beißende Wortwitz und der tabulose Sarkasmus (selbst die Hollywood-Elite veräppelt Beatty als „wichtige Juden“) allein sorgen für blendende, geistreiche Unterhaltung. Bulworth‘ Verwandlung vom ausgebrannten Zyniker zum Homeboy läßt die intelligente Satire dann zwar den Bereich der Klamotte streifen, unterstreicht aber doch sehr eindrucksvoll, daß Beatty als erster etablierter Kreativer Hollywoods die Wichtigkeit und Bedeutung der allgegenwärtigen Hiphop-Kultur anerkennt, so daß einzig die Romanze mit einer jungen Schwarzen (Halle Berry im urbanen Guerillalook) forciert wirkt. Wie „Primary Colors“, jedoch radikaler und um einiges deutlicher in der Aussage, bietet „Bulworth“ als aktualisierte „Network“-Variante einen längst überfälligen Einblick hinter die Kulissen des Wahlkampf-Betriebs und bleibt als eines der substantiellsten, kritischsten und außergewöhnlichsten Studioprojekte des Jahrzehnts lange in Erinnerung. ara.

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