Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Filme
  3. Buddy

Buddy

Kinostart: 28.10.2004
zum Trailer

Filmhandlung und Hintergrund

Romantische norwegische Komödie über drei Mittzwanziger auf dem Weg zum Erwachsensein.

Anstatt endlich erwachsen zu werden, Karriere zu machen und mit Freundin Elisabeth (Janne Formoe) eine Familie zu gründen, bleibt Kristoffer (Nicolai Cleve Broch) lieber Plakatkleber und filmt in seiner reich bemessenen Freizeit den Alltag in der Junggesellen-WG mit den Kumpels Geir (Aksel Hennie) und Stig (Anders Baasmo Christiansen) fürs Videotagebuch. Als diese Bänder plötzlich in die Medien geraten und zum Quotenhit werden, halten doch noch revolutionäre Veränderungen Einzug.

Dem norwegischen Werbefilmer Morten Tyldum schwebte bei seinem Spielfilmdebüt kein naiver Teenieklamauk vor, sondern ein komisches und realitätsnahes Portrait einer Generation.

Kristoffer lebt mit seinen Kumpels Geir und Stig Inge in einer WG in Oslo. Kristoffer führt ein Videotagebuch, mit dem er den Alltag der Freunde dokumentiert. Ziellos konzentriert er sich ansonsten auf den Spaß im Leben - bis seine lose Freundin Elisabeth ihn mit dem Wunsch nach einer ernsthaften Beziehung konfrontiert. Kristoffer kommt noch einmal davon, als sie eine Affäre mit ihrem Chef beginnt - und er sich in die neue Mitbewohnerin Henriette verknallt. Dann gelangen die Videobänder in die Hände eines Fernsehsenders, die Jungs werden berühmt - und plötzlich müssen sie sich erstmals ihren Problemen und Verpflichtungen stellen.

Bilderstrecke starten(7 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Buddy

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Buddy: Romantische norwegische Komödie über drei Mittzwanziger auf dem Weg zum Erwachsensein.

    Ein liebenswertes Generationenporträt um die Identitäts- und Sinnsuche einiger hipper Osloer Twentysomethings entwirft Kinodebütant Morten Tyldum. Als Aufhänger dient dem Norweger dabei Reality-TV à la „Jackass“, das er jedoch nur dazu nutzt, seine bittersüße Komödie in Schwung zu bekommen. Mit sympathischen Darstellern, flotter Musik und bodenständigen Drehbuch versehen, sollte diese gelungene Reise ins Ich nach zahlreichen internationalen Festival-Erfolgen auch hierzulande dem anspruchsvolleren jungen Publikum gefallen.

    In jedem von uns steckt ein Arschloch, egal wie nett man nach außen auch scheinen mag. Das ist zwar keine brandneue Erkenntnis, doch wurde sie schon länger nicht mehr so sympathisch, kurzweilig und verständnisvoll vermittelt wie vom versierten Werbe- und Videoclip-Regisseur Morten Tyldum. Der in New York an der School of Visual Arts ausgebildete Filmemacher ist Jahrgang 1967, besitzt viel Nähe zu seinen jungen(haften) Protagonisten, verfügt über gutes Einfühlungsvermögen und weiß genau um aktuelle Dress- wie Sprechcodes Bescheid. Ideale Voraussetzungen, will man von der heutigen Jugend und deren schwieriger Suche nach Glück und Zufriedenheit erzählen.

    Die „Katharsis“ der fünf Hauptfiguren beginnt mit ein paar körnigen Digital-Aufnahmen von Hobbyfilmer Kristoffer, der ständig das Treiben seines Umfelds, dabei insbesondere die waghalsigen Stunts seines Kumpels und Plakatkleber-Kollegen Geir auf Kassette bannt. Bei einer ihrer tollkühnen Action-Einlagen gerät den beiden die Situation außer Kontrolle und Kristoffer verliert auf der Flucht mehrere DV-Bänder. Damit fängt er sich jedoch wider Erwarten keine Anzeige, sondern das Angebot eines führenden Fernsehsenders ein, ihre Reality-Clips zukünftig regelmäßig auszustrahlen. Freuen sich die Neo-Fernsehmacher zunächst noch über ihre stark verbesserten Einkünfte, bringen bald einsetzende Streitereien auch unangenehme Wahrheiten ans Licht. Über Geir etwa, der die Existenz seines Sohnes leugnet, oder WG-Kumpel Stig Inge, der seit Jahren den Wohnblock nicht mehr verlassen hat, oder Kristoffer selbst, der sich nicht zwischen der süßen Henriette und Karrierefrau Elisabeth entscheiden mag und in seinem Bestreben, von allen gemocht zu werden, ziemlich rücksichtslos vorgeht.

    Wird der Alltag für Kristoffer und seine Kumpels auch zusehends ernster, kann sich der Zuschauer dafür umso entspannter zurücklehnen und diese kluge, witzige und mit leichter Hand inszenierte Story (Drehbuch: Lars Gudmestad) in vollen Zügen genießen. In sich absolut stimmig, von den lässigen Outfits der (Anti-)Helden über den relaxten Soundtrack, auf dem sich Bekanntes von norwegischen Bands wie Gluecifer und Motorpsycho sowie weniger Bekanntes vom Bandleader Lars Lillo-Stenberg findet, ist „Buddy“ feinstes europäisches Kino der leisen Töne. Die beherrschen auch Tyldums Darsteller, allesamt Absolventen oder Noch-Studenten der norwegischen Theaterakademie, aus dem Effeff. Insbesondere überzeugt Hauptdarsteller Nicolai Cleve Broch als harmloser Slacker Kristoffer, dem das Leben plötzlich mit all seinen Unwägbarkeiten und bitteren Konsequenzen böse um die Ohren fliegt. Genug Stoff also zur Identifikation für bundesdeutsche Twentysomethings, die inmitten von Hartz IV, Arbeitsplatz- und Rentenkrise auf Unterhaltsamste erfahren, dass es anderen auch nicht besser geht. geh.

Kommentare