Filmhandlung und Hintergrund

Spannendes filmisches Porträt, das sich fragmentarisch und unkonventionell dem Lebenslauf eines der bedeutendsten Schauspieler im deutschsprachigen Raum nähert.

Drei Jahre im Leben des Schauspielers Bruno Ganz („Brot & Tulpen„), seines Zeichens Bauernsohn aus der Schweiz und Träger des Iffland-Ringes, der dem „jeweils bedeutendsten und würdigsten Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters“ auf Lebenszeit verliehen wird. Ganz spielt an verschiedenen Bühnen. Besonders der „Faust“ hat es ihm angetan. Immer wieder arbeitet er an der Rolle jener Figur, die genau wie er zu ergründen versucht, „was die Welt im Innersten zusammen hält.“

Ecce Homo! Unkonventionelles Portrait eines Schauspielers und Getriebenen. Nichts wird erklärt. Regisseur Norbert Wiedmer lässt den Zuschauer stattdessen einfach nur am Prozess des Schauspielens und Wortschöpfens in seiner ganzen Tiefe teilhaben.

Drei Jahre unterwegs mit dem Schauspieler Bruno Ganz: Er spielt an verschiedenen Orten in verschiedenen Rollen - insbesondere in der des Dr. Faust, jener Theaterfigur, die verzweifelt zu ergründen sucht, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. Tausend Tage auf der Suche nach der eigenen Bestimmung, mit dem Zweifel als Weggefährten und in der Hoffnung auf die schaffende Kraft der Poesie und der Sprache.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Bruno Ganz - Behind Me: Spannendes filmisches Porträt, das sich fragmentarisch und unkonventionell dem Lebenslauf eines der bedeutendsten Schauspieler im deutschsprachigen Raum nähert.

    Bruno Ganz ist ein Phänomen. Seit Jahren gehört er zu den Großen auf der Bühne und auf der Leinwand des deutschsprachigen Raumes, und ist dennoch trotz aller Erfolge bescheiden geblieben. Norbert Wiedmer begleitete den gebürtigen Schweizer, der immer noch in der Nähe von Zürich in einem Mehrfamilienhaus wohnt, über drei Jahre hinweg. Ein außergewöhnliche Porträt des grandiosen Schauspielers, hinter dem man den Menschen Bruno Ganz ahnt.

    Im Kino kennen wir ihn aus Wim Wenders „Der amerikanische Freund“ und „Der Himmel über Berlin“, aus Reinhard Hauffs Berlinale-Gewinner „Messer im Kopf“ und aus Volker Schlöndorffs „Die Fälschung“, er war Teil des Neuen Deutschen Films. Aber auch Größen wie Eric Rohmer („Die Marquise von O.“), Claude Goretta („Die Verweigerung“) oder David Hare („Ein fast anonymes Verhältnis“) ließen es sich nicht nehmen, Bruno Ganz zu engagieren. Seinen letzten großen Triumph feierte er 1999 in Silvio Soldinis „Brot und Tulpen“ als selbstmordgefährdeter Kellner, derzeit steht er als Hitler in „Der Untergang“ vor der Kamera. Wiedmer zeichnet in diesem unaufdringlichen Porträt den begnadeten Filmstar und Bühnenschauspieler, folgt ihm zu verschiedenen Orten. Vor allem die Arbeit an der Rolle des Dr. Faust, steht im Mittelpunkt, Peter Steins 21-stündige Inszenierung aus dem Jahr 2000 mit jener Figur, die wissen will, „was die Welt im Innersten zusammenhält“.

    Wie ein Mosaik setzt sich Wiedmers Werk zusammen. Ganz im Radiostudio T.S. Eliots „Das wüste Land“ rezitierend, bei den Salzburger Festspielen 1999 als Sprecher in Daniele Abbados Oper „Experimentum Mundi“, im Restaurant mit Freunden oder bei einer S-Bahn-Fahrt durch Berlin. In seiner zweiten Heimat nahm er selbst die Kamera in die Hand, amüsiert sich später im kleinen Kreis über den damaligen Schweizer Botschafter Borer und dessen „muntere Gattin“ sowie die Schweizer Flagge auf dem Dach. Die Dokumentation geht nicht chronologisch vor oder hakt Lebensstationen ab, sondern beeindruckt durch das Fragmentarische und Assoziative, gibt manchmal Rätsel auf und lässt dem Mimen sein Geheimnis. Es ist die Kraft der Poesie, die ihn vorantreibt, die Liebe zur einer ausdrucksstarken Sprache, mit der er wie ein Zauberer souverän jongliert. Zwar bleibt seine Lebensgeschichte etwas vage und man hätte gerne mehr über das Individuum Ganz erfahren, aber das lässt er nur in wenigen kurzen Momenten zu. Es ist nicht seine Sache, sich privat zu offenbaren. Sein Forum ist die Bühne. Ohne Pathos und ohne Ironie wollte Wiedmer dem Träger des Iffland-Ringes (1996) nahe kommen. Und das frühere Mitglied des Ensembles der Schaubühne am Halleschen Ufer versprach, „ich werde Ganz sein im Projekt ‚Ganz‘, und ich werde es ganz und gar sein.“ Man möchte dem Schauspieler stundenlang zuschauen und zuhören, wenn er davon erzählt, wie weit der Mensch entfernt ist von „irgendwelcher Vollkommenheit oder von grossen Würfen“. Bei Bruno ganz muss man nicht zwischen Schein und Sein unterscheiden. Es gibt nur das Sein. Wer sich für Theater und Film interessiert, für den ist diese Mischung aus Essay und unkonventionellem Porträt ein Muss, denn hier kommt sie zum Tragen, die Ganz’sche Genialität. mk.

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